mini|Eggenthal Eggenthal ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu.

Geografie Die Gemeinde liegt am Rand des Allgäus. In Romatsried befindet sich der Burgstall Romatsried, ein möglicherweise schon in der Bronzezeit besiedelter Ort.

Der niedrigste Punkt in der Gemeinde liegt mit 662 m ü. NHN an der Mindel bei Binkenhofen an der Landkreisgrenze zum Landkreis Unterallgäu (Gemeinde Unteregg), der höchste Punkt mit 822 m ü. NHN südwestlich von Beschaunen an der Gemeindegrenze zum Markt Obergünzburg.

Es gibt die Gemarkungen Bayersried und Eggenthal.

Es gibt 20 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Eggenthal dürfte mit der Römerstation Navoa oder Nawe identisch sein. Noch im Mittelalter werden die Ortsnamen Eggenthal und Nawe nebeneinander verwendet. Der Ort liegt an der Römerstraße Augsburg-Kempten. Vermutlich haben vor den Römern bereits die Kelten hier gesiedelt. Die Herren von Eggenthal werden zwischen 1130 und 1457 urkundlich bezeugt. Um 1300 kaufte Bischof Wolfhart von Augsburg die Burg von Eggenthal für seine dortige Kirche. 1316 befindet sie sich als kemptisches Lehen im Besitz der Ritter von Rohrbach, 1366 verkaufen sie sie an die Herren von Schwarzenburg. Eggenthal gehörte später zur Reichsabtei Irsee und kam mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Der Bauernkrieg 1525, der Dreißigjährige Krieg und die Pest zogen den Ort und seine Bewohner beträchtlich in Mitleidenschaft. 1628 entstand auf dem Seelenberg ein Pestfriedhof und in der Folge die Maria Seelenkapelle südlich des Ortes. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungszugehörigkeit Bis zur Gebietsreform 1972 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Kaufbeuren, seither zum Landkreis Ostallgäu. Eggenthal bildet mit den Nachbargemeinden Baisweil und Friesenried die Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1978 die Gemeinde Bayersried eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner1299 1124 1186 1257 1314 1284 1290 1288 1341 1372

Von 1988 bis 2008 wuchs Eggenthal um 99 Einwohner bzw. etwa acht Prozent. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1195 auf 1368 um 173 Einwohner bzw. um 14,5 %.

Politik Bürgermeisterin Bürgermeisterin ist seit Mai 2020 Karina Fischer (CSU). Diese wurde mit 58,9 % der Stimmen gewählt. Ihr Vorgänger war Harald Polzer (Freie Wählervereinigung), im Amt von Mai 2008 bis April 2020.

Gemeinderat Die Wahl am 15. März 2020 hatte folgendes Ergebnis: CSU: 5 Sitze (39,42 %) Freie Wählervereinigung Eggenthal: 5 Sitze (42,20 %) Freie Wählergemeinschaft Bayersried-Holzstetten: 2 Sitze (18,38 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 77,85 %.

Wappen

Baudenkmäler mini|hochkant|Kapelle Maria Seelenberg in Eggenthal

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2020 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 185 und im Bereich Handel und Verkehr 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 67 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 544. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es einen, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 49 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1425 ha. Davon waren ha Ackerfläche und 1354 ha Dauergrünfläche.

Bildung 2021 gab es folgende Einrichtungen: eine Kindertageseinrichtung: 54 Kindergartenplätze mit 53 Kindern

Wasserversorgung Die Versorgung der Gemeinde erfolgt im Wesentlichen über zwei Quellen südwestlich des Hauptortes, geschützt durch ein gut 5 ha großes Wasserschutzgebiet. Weitere Ortsteile haben z. T. eigene Wasserversorgungen. Vom Gebiet der Gemeinde Eggenthal aus werden zudem Teile des benachbarten Landkreises Unterallgäu mit Trinkwasser versorgt, z. B. die Stadt Bad Wörishofen.

Söhne und Töchter der Gemeinde Johannes Hops (1681 – nach 1730), Bildhauer Franz Xaver Bernhard (1726–1780), Kirchenmaler des Barock Joseph Leitkrath (1738–1811), Maler und Freskant des Rokoko

Weblinks

Gemeinde Eggenthal (PDF; 1,05 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ostallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)