mini|250px|Blick auf Friesenried vom Berg der Riedkapelle Friesenried (mundartlich: Frisəriəd) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Allgäu, 7 km westlich von Kaufbeuren, in einer Höhenlage zwischen (am Wörthbach nördlich Blöcktach) und (an der St 2055 bei Brandeln).
Gemeindegliederung Es gibt 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Blöcktach, Friesenried und Salenwang.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erstmals schriftlich erwähnt wird Friesenried 1104 als „Fridrichesriet“.Liber cop. Ottoburensis, Staatsarchiv Augsburg, Reichsstift Ottobeuren MüB 1, f. 13v. – Des ehemaligen Reichsstiftes Ottenbeuren Benediktiner Ordens in Schwaben Sämmtliche Jahrbücher […] diplomatisch, kritisch, und chronologisch bearbeitet […] von P.[ater] Maurus Feyerabend. Ganser, Ottobeuren 1813, S. 607. Im Gemeindeteil Blöcktach befand sich die Stammburg der Herren von Schwarzenburg, die von 1230 bis 1408 bezeugt sind. Friesenried war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zum Fürststift Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Kreiszugehörigkeit Blöcktach und Friesenried gehörten bis zur Gebietsreform 1972 zum Landkreis Marktoberdorf, seither zum Landkreis Ostallgäu.
Religionen Friesenried gehörte mit dem Nachbarort Salenwang bis 1810 zur Pfarrei des einige Kilometer entfernten Oberbeuren, die seit der Gründung im Zuge der Missionierung eine der ältesten Pfarreien im Allgäu ist. Die Gottesdienste wurden zunächst in der zwischen Friesenried und Salenwang auf freier Flur gelegenen Pfarrkirche St. Bartholomäus und Cyriakus abgehalten. Nach dem Bau der Kirche St. Joseph im Ort Friesenried kam es 1695 zu einem über 100 Jahre dauernden Streit mit den Salenwangern, die auf das Abhalten der Gottesdienste in der für sie günstiger gelegenen Kirche St. Bartholomäus und Cyriakus pochten. Ab 1816 gab es die Regelung, die Gottesdienste im Winterhalbjahr in St. Joseph in Friesenried und im Sommerhalbjahr in St. Bartholomä abzuhalten. Seit der Neuerrichtung im Jahr 1929 ist St. Joseph die katholische Pfarrkirche für Friesenried und Salenwang.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1978 die Gemeinde Blöcktach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung 1961: 1252 Einwohner 1970: 1261 Einwohner 1987: 1399 Einwohner 1991: 1452 Einwohner 1995: 1468 Einwohner 2000: 1541 Einwohner 2005: 1529 Einwohner 2010: 1480 Einwohner 2015: 1533 Einwohner 2020: 1579 Einwohner 2025: 1498 Einwohner Friesenried wuchs von 1988 bis 2008 um 91 Einwohner bzw. um etwa sieben Prozent. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1394 auf 1531 um 137 Einwohner bzw. um 9,8 %.
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal.
Bürgermeister Bürgermeister ist seit April 2012 Bernhard Huber (Freie Wählergemeinschaft Friesenried/Bürgerliste Blöcktach). Er wurde am 15. März 2020 mit 91,65 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.
Gemeinderat Die Wahl am 15. März 2020 hatte folgendes Ergebnis: Freie Wählergemeinschaft Friesenried: 9 Sitze (71,49 %) Bürgerliste Blöcktach: 3 Sitze (28,51 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 71,30 %.
Wappen
Gemeindepartnerschaften Seit 1979 bestehen auf Initiative des damaligen Friesenrieder Konrektors Kontakte in die englische Marktstadt North Walsham, welche 1991 durch eine offizielle Städtepartnerschaft der beiden Gemeinden besiegelt wurden. Um die Städtepartnerschaft kümmern sich in North Walsham die „Friends of Friesenried“, und als dessen Allgäuer Gegenpart der Partnerschaftsverein Friesenried-North Walsham, die auch die seit 1981 durchgeführten jährlichen Treffen und Besuche organisieren.
Baudenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 35 und im Bereich Handel und Verkehr 58 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 54 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 629. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 43 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1283 ha. Davon waren 1279 ha Dauergrünfläche.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2025): 1 Kindergarten mit Krippe 1 Grundschule 1 Förderzentrum geistige Entwicklung
Wasserversorgung Der Hauptort sowie der Ortsteil Salenwang werden durch Quellen im Königsberger Forst versorgt. Die östlichen Ortsteile Aschthal, Brandeln, Haid, Steig etc. sind an die zentrale Wasserversorgung der Stadt Kaufbeuren angeschlossen, die den Hauptort Friesenried auch im Notfall versorgt. Der Ortsteil Blöcktach hat eine eigene Wasserversorgung ca. 1,5 km südwestlich mit einem ca. 75 ha großen Wasserschutzgebiet.
Weblinks
Gemeinde Friesenried (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 912 Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)