Heeby-Jeebies ist ein Rock-’n’-Roll-Song von Little Richard. Der über mehrere Aufnahmesessions von Februar bis Juli 1956 für Specialty Records entwickelte Song basierte ursprünglich auf Little Richards Chart-Debüt Tutti Frutti. Nach einigen Umarbeitungen wurde das Copyright aber auf die beiden Songwriter Maybelle Jackson und John Marascalco registriert. Heeby-Jeebies variiert im Aufbau das 12-taktige Bluesschema und erzählt von der Unruhe, von der Verliebte ergriffen werden können. Der Song wurde mehrfach auf Single, EP und LP in Amerika, Europa und Südafrika veröffentlicht. Außer einem Remix aus dem Jahr 1981 kamen von Little Richard nach der offiziellen Veröffentlichung keine Neuinterpretationen mehr hinzu, allerdings wurde der Titel 1959 von Larry Williams, 1963 von Kingsize Taylor, 1964 vom Australier Colin Cook und 1965 von der britischen Band The Fourmost gecovert. 1974 war Heeby-Jeebies Bestandteil eines Medleys im Live-Repertoire der Bluesrock-Band Cactus. Ab 1996 nahm sich die Neo-Rockabilly-Szene des Songs an und George Bedard & The Kingpins, die Boogiemen, Nick Curran, The Neatbeats, Hot Chickens und Mike Sanchez legten Aufnahmen vor. Es folgten 2014 Rock-Versionen der amerikanischen Band Isaac Rother & The Phantoms und der schwedischen Band Imperial State Electric. Keine der Coverversionen konnte Little Richards Original in die Charts folgen, wo seine Single im November 1956 den siebten Platz der amerikanischen R&B-Bestenliste des Billboard Magazins belegte.

Entstehung Seit Ende 1955 war Little Richard beim kalifornischen Plattenlabel Specialty Records unter Vertrag. Seine in Cosimo Matassas J&M Studio in New Orleans aufgenommene Debütsingle Tutti Frutti war ein Charthit. Für die Aufnahme einer Folgesingle wurde am 9. Februar 1956 erneut das J&M-Studio gebucht und unter anderem eine erste Version des Titels Heeby-Jeebies-Love eingespielt. Den Sänger und Pianisten begleitete die Studio Band in der Besetzung Edgar Blanchard an der Gitarre, Frank Fields am Bass, Lee Allen am Tenorsaxophon, Alvin Tyler am Baritonsaxophon und Earl Palmer am Schlagzeug. Alle drei erhaltenen Takes waren Weiterentwicklungen von Tutti Frutti, dessen Intro- und Refrain-Melodie exakt übernommen wurde. Auch der bekannte Scat-Ruf „A-wop-bom-a-loo-mop-a-lomp-bom-bom!“ fand leicht abgewandelt als „Wop-bop-a-leema-lama-wop-bobba-loo!“ Verwendung. Der Label-Chef Art Rupe wählte aus der Februar-Session aber Long Tall Sally als nächste Single aus und die Aufnahmen von Heeby-Jeebies-Love wurden archiviert.

Der Mississippi-stämmige Songwriter John Marascalco hörte Long Tall Sally im Radio und fuhr im März 1956 nach Los Angeles, um seine beiden Kompositionen Rip It Up und Ready Teddy Little Richards Produzenten Bumps Blackwell anzubieten. Beide Songs wurden am 9. Mai 1956 in New Orleans erstmals aufgenommen und bildeten zusammen als Little Richards dritte Single einen Doppelerfolg in den Charts. Bereits eine Woche später am 15. Mai kam Little Richard erneut ins Studio. Unter der Leitung von Bumps Blackwell und Art Rupe nahm der Sänger mit der Studio-Band eine überarbeitete Version von Heeby-Jeebies auf. Aus dieser Session sind drei vollständige Takes einer langsamen Version des Titels erhalten, dazu zwei kurz nach dem Start abgebrochene Versuche. Die Tutti-Frutti-Scat-Anleihe war dabei durch die neue Hookline „Bad luck baby put a jinx on me“ ersetzt worden. Als Autoren von Heeby-Jeebies werden in allen Veröffentlichungen John Marascalco und Maybelle Jackson genannt. Ab wann die beiden Songwriter in die Entwicklung des Songs mit welchem Anteil involviert waren, ist nicht überliefert.

Art Rupe und Bumps Blackwell waren mit dem Ergebnis der Mai-Aufnahmen immer noch nicht zufrieden und setzten bei einer Aufnahmesession am 30. Juli 1956 Heeby-Jeebies erneut aufs Programm. Wieder war der Song deutlich überarbeitet worden: Der bisherige Refrain, der lediglich den Songtitel „Heeby-Jeebies“ mehrfach wiederholte, erhielt mit der Aufforderung „You gotta jump back, jump back…“ einen neuen Text, außerdem wurde die Geschwindigkeit deutlich erhöht. Außer Roy Montrell, der diesmal die Gitarre übernahm, spielten die gleichen Musiker wie am 15. Mai. Nach einem Test-Take wurde eine Version gefunden, die den Ansprüchen genügte und im Anschluss von Art Rupe für die Veröffentlichung auf Little Richards vierter Specialty-Single gemastert wurde. Little Richard erinnerte sich 1984 in der autorisierten Biografie von Charles White an eine Studiosession in Los Angeles am 6. September, bei der er mit seiner Live-Band The Upsetters unter anderem auch Heeby-Jeebies gespielt habe. Eine entsprechende Evidenz in der beigefügten Sessiongrafie findet sich allerdings nicht.

Musikalischer Aufbau Der Grundaufbau der auf Single veröffentlichten Version von Heeby-Jeebies ist ein zwölftaktiger Blues, der in seiner Reinform im Refrain und beim Saxophon-Solo zu hören ist. Die funktionalen Akkorde lassen sich mit der Stufentheorie darstellen, wobei die erste Stufe der Tonika, die vierte Stufe der Subdominante und die fünfte Stufe der Dominante entspricht:

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Beim Intro in Form einer ersten Strophe werden die ersten vier Takte Tonika durch die Hookline „Bad luck baby put the jinx on me“ auf zwei Takten Tonika ersetzt, welche den Refrain auch jeweils auf den letzten beiden Takten abschließt.

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Die zweite und dritte Strophe besteht jeweils aus den ersten acht Takten des Bluesschemas, sind also um Dominante, Subdominante und Tonika verkürzt.

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Der Ablauf des Stückes sieht nach dem Intro einen Refrain und die zweite Strophe vor. Nach erneutem Refrain und dritter Strophe folgt ein weiterer Refrain und das Saxophon-Solo. Nun werden die Strophen zwei und drei jeweils mit einem anschließenden Refrain wiederholt.

Inhalt Heeby-Jeebies ist einer aus einer langen Reihe von sich reimenden Song-Titel aus Little Richards Repertoire wie Tutti Frutti, Ready Teddy oder Good Golly Miss Molly. Der Song handelt von den Ängsten eines Verliebten um die Beziehung zu einem Mädchen. Die unsichere Situation bereitet ihm Unrast, Gänsehaut oder Unbehagen („Heeby-Jeebies“), die er auf einen Fluch („jinx“) des unglückseligen Mädchens („bad luck baby“) zurückführt. Kritiker verhandeln vor allem diese mit okkulten Bildern spielende Hookline des Songs: „Ein unglückseliges Mädchen hat mich verflucht“ („Bad luck baby put the jinx on me“). Dennis Drabelle findet, der Text wirke wie „Handkantenschläge“, während David Kirby in Anspielung auf den Reiz der unsicheren Beziehung vermutet, der „Fluch“ käme dem Protagonisten gar nicht ungelegen. Little Richards Specialty-Kollege Larry Williams zeigte sich während der Aufnahme seiner Version des Stücks über dessen Text verwundert und urteilte über die Zeile „If I can’t find my baby, then you know darn well, I’m gonna ring your door till I break your bell.“ aus der ersten Strophe: „Die Worte ergeben überhaupt keinen Sinn!“ („Those words don’t make no sense.“)

Veröffentlichung mini|Heeby-Jeebies-Love (Remix) auf Specialty 4000

Am 17. September 1956 wurde vom Specialty-Verlag Venice Music das Copyright bei der Library of Congress auf John Marascalco und Maybelle Jackson registriert. Der Song erschien am 1. Oktober 1956 zusammen mit She’s Got It auf der Single Specialty 584 im 7-Zoll- und Schellack-Format. Specialty Records ordnete den Songs einer Single zu dieser Zeit keine zu bevorzugende A- oder B-Seite zu, sondern überließ es dem Markt, welche der beiden Seiten einer Platte nachgefragt wurde. Noch im gleichen Jahr erschien die Single ebenfalls auf Vinyl und Schellack unter der Nummer 1188 bei der belgischen Plattenfirma Ronnex, in Kanada war Regency Records für den Vertrieb der Platte zuständig. Erst drei Jahre später, im November 1959, folgte die niederländische Artone Records mit Artone 24034 und im Folgejahr nochmals mit Artone 24149. Auch Specialty unterhielt eine Niederlassung in den Niederlanden und veröffentlichte Specialty 25.264 im Jahr 1965. Das Ausgabejahr der südafrikanischen Schellackversion bei London Records ist unbekannt. Eine britische Ausgabe des Songs erfolgte erst in den 1970er Jahren auf der britischen Specialty unter der Nummer 5015, auf der Heeby-Jeebies mit Long Tall Sally gekoppelt wurde.

Auf EP erfolgte die Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten 1958, als Little Richard Vol. 3 den Titel mit Boo Hoo Hoo Hoo, The Girl Can’t Help It und Send Me Some Lovin’ als Specialty EP-405 kombinierte. Eine in Großbritannien von London Records konzipierte EP mit dem Titel Little Richard and his Band und der Nummer 1071 kam 1957 im Vereinigten Königreich, und ab 1958 in Deutschland, in Frankreich, Italien und Norwegen, in Südafrika und in Schweden auf den Markt. Eine weitere EP-Veröffentlichung in Deutschland und den Niederlanden bei London 3051 war Great Hits with Little Richard. Von einer französischen EP auf London 10012 ist kein eigener Titel bekannt. Eine 1959 in Schweden erschienene London-Ausgabe mit der Nummer 5041 war schlicht Little Richard betitelt, der 1964 auf der schwedischen Sonet 6071 eine EP-Ausgabe auf grünem Vinyl folgte.

Auf LP erschien Heeby-Jeebies regulär erstmals auf Little Richards zweitem Specialty-Album Little Richard im Dezember 1958. Es folgte 1968 die amerikanische Kompilation Little Richard’s Grooviest 17 Original Hits auf Specialty 2113, 1976 die britische Ausgabe Specialty SNTF 5017 unter dem Titel 20 Original Greatest Hits und im Folgejahr 22 Original Hits auf Warwick Records WW 5034. Eine dänische Picture Disc namens Little Richard unter der Nummer AR-30012 enthielt den Song ebenso wie GRT 2103-725 mit dem Titel The Original Little Richard Recordings. 1980 fand Heeby-Jeebies Eingang auf der deutschen Specialty-Ausgabe Star Portrait. Alle erhaltenen Versionen erschienen offiziell erst 1989 auf der 6-CD-Box The Specialty Sessions aus dem Hause Ace Records.

Als die Disco-Musik populär war, ließ Specialty mehrere Songs Little Richards überarbeiten. Lee Silver remixte die frühe Songversion Heeby-Jebbies-Love, die 1981 zusammen mit Lucille (Remix) auf 12-Zoll-Maxi-Single für 33 Umdrehungen pro Minute erschien. Diese Veröffentlichung blieb kommerziell aber erfolglos. Der zugrundeliegende Track Heeby-Jeebies-Love kam 1983 auf Specialty-Single SP-736 zusammen mit All Around the World heraus. Zwei weitere Jahre später wurde die Maxi-Single mit dem Remix als Specialty 741 im 7-Zoll-Format erneut veröffentlicht.

Coverversionen Coverversionen 1958: Larry Williams 1963: Kingsize Taylor & the Dominoes 1964: Colin Cook 1965: The Fourmost 1971: Cactus 1996: George Bedard & The Kingpins 1997: Boogiemen 2004: Nick Curran and the Nitelifes 2006: The Neatbeats 2006: Hot Chickens 2008: Mike Sanchez 2014: Imperial State Electric 2015: Isaac Rother & The Phantoms