Rębiszów (deutsch: Rabishau) ist ein Dorf und eine ehemals selbständige Landgemeinde in Mirsk (Friedeberg am Queis) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geographie mini|links|Bahnhof in Rabishau Rębiszów liegt in einer Mittelgebirgslandschaft im Vorfeld des Riesengebirges. Der Bahnhof im Mitteldorf liegt auf einer Höhe von 327 m ü.N.N. Das Dorfgebiet liegt an der Bahnstrecke Wrocław Świebodzki–Zgorzelec, die von Görlitz über Jelenia Góra nach Breslau führt, und besitzt einen eigenen Bahnhof.

Geschichte mini|hochkant|Ehem. evangelische Kirche, jetzt Barbarakirche mini|Kirche Mariä Heimsuchung Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Rabishau“ im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1303–1305. Der Name leitet sich angeblich von den zahlreichen Raben her, die den Wald des Riesengebirges bevölkerten. Rabishau entstand als Streudorf mit sieben Teilen (Kirchberg, Mitteldorf (dort entstand später der Bahnhof), Fiebig, Oberdorf, Mühldorf, Niederdorf und die Bauernhöfe), die Zipfel genannt wurden, so dass die Einheimischem vom „siebenzipfligen Rabishau“ sprachen.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Rabishau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1816 wurde es dem Kreis Löwenberg eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Am 1. Oktober 1865 nahm die Eisenbahnstrecke Görlitz – Hirschberg – Breslau und mit ihr auch der Bahnhof Rabishau seinen Betrieb auf. Am 1. Januar 1874 wurde das Amtsbezirk Rabishau eingerichtet, das von einem Amtsvorsteher verwaltet wurde.

Mit der Eisenbahn hielten auch Industrie und Fremdenverkehr Einzug und ergänzten die traditionelle Land- und Forstwirtschaft. Neben Urlaubsgästen im Dorf selbst steuerten viele Reisende vom Bahnhof aus die Kurorte im nahen Riesengebirge an. Daneben gab es mehrere Holzfabriken und ein Basaltwerk. Die Gemeinde hatte damals eine Fläche von 1659,13 ha, davon wurden etwa 60 % landwirtschaftlich genutzt. Für den Anfang des 20. Jahrhunderts wird die Einwohnerzahl mit etwa 1400 angegeben, bis 1946 wuchs sie auf über 1700, die zu etwa 90 % lutherischer Konfession waren. Rabishau war damit die drittgrößte Gemeinde im Landkreis Löwenberg.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Rabischau mit dem größten Teil Schlesiens an Polen und nachfolgend in Rębiszów umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Das Gemeindegebiet verlor seine Selbständigkeit und wurde dem nahen Mirsk zugeschlagen.

Viele der Vertriebenen gelangten nach Holzminden, das zur Patenstadt ihrer alten Heimat wurde. In Holzminden fanden über 500 vertriebene Rabishauer eine neue Heimat; dort gründete 1947 Paul Baumert, der von 1918 bis 1934 Ortsvorsteher von Rabishau war, einen Heimatvertriebenenverein, dem er bis 1962 vorstand. Ihm folgte Werner Daniel.ohne Autor: Rabishau, Bote aus dem Queistale Februar 1962, S. 10

Persönlichkeiten Leberecht Baumert (1833–1904), deutscher Organist und Komponist Paul Kretschmer (1910–1999), deutscher Kommunalpolitiker

Weblinks Webseite mit Angaben und Bildern zum historischen Rabishau

Einzelnachweise Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Mirks (powiat lwówecki, województwo dolnośląskie) w 2010 r. Online-Abfrage

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Mirsk Kategorie:Ersterwähnung 1303