Keiselwitz ist ein zur Ortschaft Leipnitz der Großen Kreisstadt Grimma gehöriger Ortsteil im sächsischen Landkreis Leipzig. Es wurde am 1. Juli 1950 nach Leipnitz eingemeindet, mit dem es am 1. Januar 1994 zur Gemeinde Thümmlitzwalde und am 1. Januar 2011 zur Stadt Grimma kam.
Geographie Geographische Lage Keiselwitz befindet sich südöstlich von Grimma an der Kreisstraße 8335 zwischen Leipnitz und Kössern. Nördlich und westlich des Orts fließen der Thümmlitzbach und der Mühlbach, südlich von Keiselwitz liegt der Thümmlitzwald, welcher zu einem großen Teil in der Keiselwitzer Flur liegt. Zu Keiselwitz gehören die im Tal des Mühlbachs/Thümmlitzbachs liegenden Mühlen Pfannkuchenmühle nordwestlich des Orts und Papstmühle südwestlich des Orts.
Nachbarorte
Geschichte Urkundlich wurde das Gassendorf Keiselwitz 1340 das erste Mal als „Kyselwicz“, „Kiselwitz“ genannt. Weitere Nennungen waren:
1446/48: Keyßelwitcz 1529: Keißelitz 1548: Keuselitz 1551: Keiselwitz
Bezüglich der Grundherrschaft gehörte Keiselwitz bis ins 19. Jahrhundert zum Rittergut Leipnitz.Das Rittergut Leipnitz auf www.sachsens-schloesser.de Der Ort lag bis 1856 im kurfürstlich-sächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Colditz.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 58 f. Bei den im 19. Jahrhundert im Königreich Sachsen durchgeführten Verwaltungsreformen wurden die Ämter aufgelöst. Dadurch kam Keiselwitz im Jahr 1856 unter die Verwaltung des Gerichtsamts Leisnig und 1875 an die neu gegründete Amtshauptmannschaft Döbeln. Kirchlich gehört Keiselwitz seit jeher zu Leipnitz. Der Thümmlitzwald, Sachsens ältester Forstwald, wurde vom Forstwissenschaftler Johann Heinrich Cotta in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts neu geplant. Seit 1820 wurde er vermessen und mittels Flügeln und Schneisen in Rechtecke gegliedert.Beschreibung des Forsthauses Kössern auf www.sachsensdoerfer.de Zwischen 1820 und 1958 wurde im nördlichen Teil des Tümmlitzwaldes mit Unterbrechung von 1894 bis 1901 Braunkohle gefördert, dabei bis 1894 nur im Tagebau. In den Jahren 1923 bis 1958 wurden durchgehend Briketts erzeugt. Am nordwestlichen Waldrand fand von 1845 bis 1875 von Keiselwitz aus Kohlenabbau statt. Im südlichen Teil des Thümmlitzwalds erfolgte der Braunkohlenabbau bei Seidewitz von 1873 bis 1922 und von 1947 bis 1956. Heute befindet sich in der ehemaligen Grundschule Leipnitz eine Ausstellung über das Königlich-Sächsische Braunkohlewerk im Thümmlitzwald.
Am 1. Juli 1950 wurde Keiselwitz nach Leipnitz eingemeindet. Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Keiselwitz als Ortsteil der Gemeinde Leipnitz dem Kreis Grimma im Bezirk Leipzig angegliedert, der im Jahr 1990 als sächsischer Landkreis Grimma weitergeführt wurde und 1994 im Muldentalkreis bzw. 2008 im Landkreis Leipzig aufging. Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Böhlen, Dürrweitzschen, Leipnitz, Ragewitz und Zschoppach wurde Keiselwitz am 1. März 1994 ein Ortsteil der Gemeinde Thümmlitzwalde. Am 1. Januar 2011 fusionierte diese mit der Großen Kreisstadt Grimma.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011 Seitdem ist Keiselwitz einer von sechs Ortsteilen der Grimmaer Ortschaft Leipnitz.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr EinwohnerzahlVgl. 1548/51 11 besessene Mann, 12 Inwohner, Hufen1764 11 besessene Mann, 10 Häusler, Hufen1834 1421871 162 Jahr Einwohnerzahl1890 1331910 1101925 1181939 131 Jahr Einwohnerzahl1946 1702007 932011 842019 79
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Kulturdenkmale in Keiselwitz sind die Kulturdenkmale des Ortes aufgeführt.
Weblinks
Ortsteile im Porträt. In: Webauftritt der Großen Kreisstadt Grimma.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig) Kategorie:Geographie (Grimma) Kategorie:Gemeindeauflösung 1950