Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) ist eine staatlich anerkannte, überwiegend nicht-staatlich finanzierte Medizinische Universität mit Standorten in den drei Städten Bernau bei Berlin, Brandenburg an der Havel und Neuruppin , wo sich auch der Hauptsitz befindet, und in der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin. Trägerin der Hochschule ist die Medizinische Hochschule Brandenburg Campus GmbH (gemeinnützig). Die Hochschule wurde am 28. Oktober 2014 gegründet und trägt den Namen des Schriftstellers Theodor Fontane.

Geschichte Vorgeschichte mini|Campusstandorte Nachdem es nach der politischen Wende 1990 zur Neugründung des Bundeslandes Brandenburg gekommen war, wurde auch die bestehende Hochschullandschaft neu strukturiert. Da in der früheren preußischen Provinz Brandenburg Berlin die einzige Universitätsstadt war und über eine Medizinische Fakultät verfügte und in der DDR weder im Bezirk Potsdam, im Bezirk Frankfurt noch im Bezirk Cottbus eine Universität beziehungsweise Hochschulmedizin gegründet wurde, gab es 1990 keine derartige Einrichtung im Land. 1991 wurden in Brandenburg die Universität Potsdam, die Europa-Universität Viadrina und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus aus der Taufe gehoben, doch in keiner dieser Hochschulen eine Medizinische Fakultät etabliert. Vielmehr war es erklärter Wunsch der Landesregierung, die im Verhältnis zu anderen Studiengängen sehr teure Ausbildung der Ärzte vom Land Berlin und seinen beiden Universitäten Humboldt-Universität und Freie Universität abdecken zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt war auch eine zeitnahe Fusion der Länder Berlin und Brandenburg im Gespräch und einen Ärztemangel gab es nicht.

Gründung Trotz der sich im Laufe der Jahre verschärfenden Situation und des fortschreitenden Mangels an qualifizierten Ärzten wurde von Seiten des Landes keine Bereitschaft signalisiert, die Etablierung einer Medizinischen Fakultät oder Hochschule anzugehen. In dieser Situation entschlossen sich in Brandenburg 2012 Fachvertreter verschiedener Kliniken des Landes, die Gründung einer Medizinischen Hochschule anzustoßen. Hauptinitiatoren des Projektes waren die Ruppiner Kliniken in Neuruppin und das Städtische Klinikum in Brandenburg an der Havel. Im September desselben Jahres wurde ein Antrag auf staatliche Anerkennung der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und auf Genehmigung des Brandenburger Modellstudienganges Medizin beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Potsdam eingereicht. Als Studienstart der neuen Hochschule war zu diesem Zeitpunkt das Wintersemester 2013/2014 geplant.. MHB Fontane. Eingesehen am 8. April 2014.

Von Teilen der brandenburgischen Ärzteschaft wurde das Vorhaben einer Hochschulneugründung positiv aufgenommen. Dennoch war der geplante Start zum Wintersemester 2013/14 nicht realisierbar, da der Wissenschaftsrat Bedenken äußerte und die Überarbeitung des Konzepts der Hochschule forderte. Hauptkritikpunkte waren ein mangelnder Nachweis ausreichender Forschungsarbeit und Unklarheit über die Lehrausstattung. Im Zuge der Konzeptverbesserung konnten als Kooperationspartner die Universität Potsdam und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Hasso-Plattner-Institut und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung gewonnen werden. Schon im Vorfeld stand die Fachhochschule Brandenburg, seit 1. März 2016 Technische Hochschule Brandenburg, als Partnerhochschule fest. Als neuer Studienbeginn an der Medizinischen Hochschule wurde das Wintersemester 2014/15 terminiert. Am 8. Juli 2014 erhielt die Hochschule die staatliche Anerkennung durch die Landesregierung Brandenburg. Gründungsdatum der Hochschule war der 28. Oktober 2014. Zum Gründungsdekan wurde Dieter Nürnberg ernannt.. Medizinische Hochschule Brandenburg. Eingesehen am 12. November 2014. Er bildete mit den Prodekanen Wilfried Pommerien und René Mantke während der Gründungsphase die dreiköpfige Hochschulleitung. Zum 1. September 2016 wurde Edmund Neugebauer neuer Dekan der MHB. Im Jahr 2020 sollten laut Zielvorgaben 490 Medizinstudenten eingeschrieben sein.

Im Zuge der Konzeptverbesserung konnten als Kooperationspartner die Universität Potsdam und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Hasso-Plattner-Institut und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung gewonnen werden. Schon im Vorfeld stand die Fachhochschule Brandenburg, seit 1. März 2016 Technische Hochschule Brandenburg, als Partnerhochschule fest. Als neuer Studienbeginn an der Medizinische Hochschule Brandenburg wurde das Wintersemester 2014/15 terminiert.

Am 8. Juli 2014 erhielt die als Universität anerkannte Hochschule die staatliche Anerkennung durch die Landesregierung Brandenburg. Gründungsdatum der Hochschule war der 28. Oktober 2014. Zum Gründungsdekan wurde Dieter Nürnberg ernannt.. Medizinische Hochschule Brandenburg. Eingesehen am 12. November 2014.

Der Lehrbetrieb wurde nach einem weiteren Verschieben um ein Halbjahr zum Sommersemester 2015 mit den Studiengängen Psychologie und Humanmedizin aufgenommen. 48 Studierende im Studiengang Medizin und 24 in Psychologie immatrikulierten sich in das erste Semester der Hochschule. Am 10. April fand in Neuruppin die feierliche Erstimmatrikulation in der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien in Anwesenheit des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke statt.Neuruppin hat seine ersten Studenten. Medizinische Hochschule Brandenburg eröffnet. Erschienen am 10. April 2015 in Märkische Allgemeine.

Zum 1. September 2016 wurde Edmund Neugebauer neuer Dekan der MHB.

Ausbau und Umstrukturierung Mit Wirkung vom 1. Januar 2019 trat die Kooperationsvereinbarung mit dem Land Brandenburg über die seit 2017 vorbereitete Fakultät für Gesundheitswissenschaften als gemeinsamer Fakultät der Universität Potsdam, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane in Kraft. Dies erforderte eine Neustrukturierung der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Da diese zu der Zeit nicht mehr aus nur einer Fakultät bestand, wurde ein Präsidium als übergeordnete Leitungsebene eingeführt, die durch einen Senat kontrolliert wird. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde Edmund Neugebauer zum ersten Hochschulpräsidenten der MHB ernannt. Am 21. März und 1. April 2019 wurden Peter Markus Deckert zum Dekan der Medizinischen Fakultät, Karsten-Henrich Weylandt zum Prodekan für Forschung und Wissenschaft und Thomas Stamm zum Prodekan für Studium und Lehre gewählt.

Zum Jahresende 2020 wurden die Trägerkliniken der Universität (die Ruppiner Kliniken, das Städtische Klinikum Brandenburg, das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg und die Immanuel Klinik Rüdersdorf) vom Land Brandenburg als „Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg“ staatlich anerkannt. Der Universitätsklinikverbund gewährleistet eine flächendeckende, stationäre sowie ambulante Versorgung im ländlichen Raum.

Im August 2021 wurden in Brandenburg an der Havel im Kloster St. Pauli die ersten 36 ausgebildeten Ärzte durch Ministerpräsident Dietmar Woidke feierlich exmatrikuliert. Zum 1. September 2021 übernahm Hans-Uwe Simon das Amt des Präsidenten und Geschäftsführers.

Seit dem Sommersemester 2024 bietet die Hochschule das erste staatlich anerkannte Zahnmedizin-Studium im Land Brandenburg an.

Am 30. Januar 2025 eröffnete die MHB in Brandenburg an der Havel ihre erste zahnmedizinische Hochschulambulanz. Die Einrichtung dient sowohl der Patientenversorgung als auch der Lehre und Forschung. Geleitet wird sie von Gerhard Schmalz, Professor für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie.

Im Oktober 2025 erhielt die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane als erste nichtstaatliche Hochschule des Landes Brandenburg das Promotions- und Habilitationsrecht. Mit der Verleihung dieser Rechte wurde der Hochschule die Befähigung zur eigenständigen Forschung und Lehre in vollem Umfang zuerkannt. Gleichzeitig wurde die staatliche Anerkennung der Hochschule durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur bis 2031 verlängert. Grundlage dafür war ein erfolgreich abgeschlossenes Verfahren vor dem Wissenschaftsrat.

Träger Die MHB befindet sich in kommunaler und frei gemeinnütziger Trägerschaft und ist überwiegend nichtstaatlich finanziert. Trägergesellschaft der Hochschule ist die Medizinische Hochschule Campus GmbH (gemeinnützig). Gesellschafter sind die Ruppiner Kliniken GmbH (33,33 Prozent), die Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH (33,33 Prozent), die Immanuel Albertinen Diakonie GmbH (11,12 Prozent), die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin (11,11 Prozent) und die Stadtwerke Neuruppin GmbH (11,11 Prozent). Die Immanuel Diakonie ist Tochter der Baptisten Schöneberg, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Schöneberg, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin und die Stadtwerke Neuruppin sind ebenfalls in kommunalem Besitz.

Finanzierung Die Medizinische Hochschule ist eine nicht-gewinnorientierte Universität. Die Grundfinanzierung erfolgt überwiegend durch Studiengebühren, Eigenmittel der Gesellschafter und private Drittmittel. Darüber hinaus erhält die MHB auch Zuwendungen des Landes Brandenburg. Im Jahr 2024 berichtete die Wirtschaftswoche, dass der Gesamtetat 26,6 Millionen Euro betrage.

Studium Studiengänge Im Jahr 2026 werden der Brandenburgische Modellstudiengang Medizin mit 84 Studienplätzen pro Semester, ein Bachelor- und ein Masterstudiengang Psychologie sowie seit 2024 der Brandenburgische Modellstudiengang Zahnmedizin mit 48 Plätzen pro Jahrgang angeboten. Zusätzlich werden weitere Studiengänge in Kooperation, etwa in der Versorgungsforschung, betrieben. Für das Sommersemester 2026 wurde der Start des Masterstudiengangs Suchthilfe angekündigt. Seit 2021 absolvieren die Absolventen der medizinischen Studiengänge ihre Facharztausbildung an brandenburgischen Kliniken.

Stand 2025 werden folgende Studiengänge angeboten:

Medizin (Staatsexamen) Psychologie (B.Sc) Klinische Psychologie & Psychotherapie (M.Sc.) Zahnmedizin (Staatsexamen) Versorgungsforschung (M.Sc.) Suchthilfe (M.Sc.)

Darüber hinaus wird der CAS-Zertifikatsstudiengang Medizinisches Reha-Management angeboten. Das Humanmedizinstudium wird als sogenannter Brandenburgischer Modellstudiengang Medizin angeboten. In diesem wird an der MHB die Trennung zwischen der Vorklinik und dem klinischen Studienabschnitt aufgehoben. Das Physikum entfällt. Der Zahnmedizin-Studiengang wird ebenfalls als Modellstudiengang angeboten.

Die Universität war die erste Hochschule in Deutschland, die nach der Reform des Psychotherapeutengesetzes approbationskonforme Studiengänge umsetzte. Im Jahr 2022 schlossen erstmals bundesweit 30 Studierende des integrierten Psychologie- und Psychotherapiestudiums ihre Ausbildung mit Approbationsprüfung ab. Seit 2024 bietet die Hochschule zudem den ersten hybriden Online-Bachelorstudiengang Psychologie in Deutschland an.

Der Zugang zu den Studiengängen erfolgt über ein Auswahlverfahren, bei dem neben formalen Voraussetzungen auch weitere Eignungskriterien (Persönlichkeit, Motivation, berufliche Vorerfahrungen) berücksichtigt werden. Ein Numerus clausus besteht nicht.

Ausbildungsstandorte mini|Seminar- und Vorlesungsgebäude am Nicolaiplatz 19 in Brandenburg an der Havel Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane mehrere Standorte im Land Brandenburg: