Die Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon (kurz: KZO) ist ein öffentliches Gymnasium des Kantons Zürich. Mit rund 1300 Schülerinnen und Schülern ist die KZO die drittgrösste Kantonsschule des Kantons Zürich. mini|Im Haupttrakt mini|Gartensitzplatz hinter der Aula; grosser Spezialtrakt

Geschichte Bemühungen, im Zürcher Oberland eine Kantonsschule zu errichten, gehen bis ins Jahr 1871 zurück. Dazumal unternahm der kantonale Erziehungsdirektor Johann Caspar Sieber (ehem. Sekundarlehrer in Wetzikon und Uster) den Vorstoss, Realgymnasien «nach Bedürfnissen in für grössere Landstheile günstig gelegenen Ortschaften» einzurichten. Das Volk lehnte trotz Ja-Empfehlung des Kantonsrats die Gesetzesvorlage ab. 1874 bemühte sich Uster erfolglos um ein Realgymnasium. Auch die im Jahre 1912 eingereichte Gesetzesänderung mit dem Ziel, im Zürcher Oberland eine Mittelschule zu gründen, lehnte das Stimmvolk ab. Infolge einer Motion im Kantonsrat von Alfred Hirzel aus Wetzikon lag aber bald eine neuerliche Gesetzesvorlage bereit. Diese Gesetzesvorlage wurde beachtliche 15 Jahre lang «geprüft». Am 20. Dezember 1934 bezeichnete der Kantonsrat «die voraussichtliche Frequenz solcher Mittelschulen auf dem Land als ungenügend». Die Gemeindeschulpflege des Bezirks Hinwil wagte im März 1943 aber trotzdem einen erneuten Vorstoss. Ein ins Leben gerufener Ausschuss hatte die Aufgabe, «die Frage der Errichtung einer Mittelschule im Zürcher Oberland nach allen Richtungen hin gründlich zu prüfen». Nach Ausarbeitung der organisatorischen und finanziellen Belange ging man die Standortfrage an. Wetzikon schwang dabei obenaus, «als sinnvollster Standort».

Am 5. Oktober 1952 sagte das Zürcher Stimmvolk mit grosser Mehrheit «Ja» zur Kantonsschule Zürcher Oberland. Drei Jahre später, am 23. August 1955, erfolgte der Spatenstich zur neuen Kantonsschule, deren Gebäude von Max Ziegler entworfen worden waren. Im Jahr 1957 wurde die Schule eröffnet. Ein kleiner Spezialtrakt ist Bestandteil dieser ursprünglichen Anlage; zusammen mit dem Hauptgebäude und den Turnhallen wurde er von der Kantonalen Denkmalpflege in die Liste der schützenswerten öffentlichen Bauten aufgenommen. Siehe auch: Liste der Kulturgüter in Wetzikon.

In den Jahren 1987 und 1988 wurden diverse Gebäude angebaut, da die Zimmer nicht mehr für alle Schüler reichten.

Ein weiterer grösserer Ausbauschritt der KZO erfolgte in den Jahren 2004 und 2005 mit dem Bau der Mensa und zusätzlichen Unterrichtszimmern. Während der Jahre 2011 und 2012 wurde der kleine Spezialtrakt renoviert – unter Berücksichtigung der Vorgaben der Kantonalen Denkmalpflege.

2012 erhielt die Kantonschule Zürcher Oberland den Schulpreis der Wissenschafts-Olympiade.

Im Mai 2013 wurde die Kantonsschule Zürcher Oberland ins Netzwerk der UNESCO-Projektschulen aufgenommen. Ein Grund dafür ist das Projekt Deutsch für Alle (ehemals Deutsch für Asylsuchende), bei dem Schüler der KZO Migranten Deutschunterricht erteilen.

Im Jahre 2017 wurden an der KZO ab dem Semester 3.2 mit BYOD flächendeckend Laptopklassen eingeführt.

In den beiden Schuljahren 2020/2021 und 2021/2022 wurde der grosse Spezialtrakt totalsaniert. Die KZO hatte für diesen Zeitraum zwei Schulstandorte: einerseits an der Bühlstrasse, andererseits an der Schellerstrasse.

Rektoren Folgende Personen waren Rektor der Kantonsschule Zürcher Oberland: Martin Altwegg 1957–1962 Hans Surbeck 1962–1981 Karl Weder 1981–1989 Rudolf Schwarzenbach 1989–2000 Dieter Schindler 2000–2009 Martin Zimmermann 2009–2018 Aleksandar Popov 2018–2026

Seit 2026 ist Franziska Meister Rektorin.

Aufnahme mini|Aula mini|Aula-Foyer

Aufnahmebedingungen Um an einem kantonalen Gymnasium aufgenommen zu werden, muss die Zentrale Aufnahmeprüfung (ZAP) abgelegt werden. Eine bestandene Zentrale Aufnahmeprüfung berechtigt zum Eintritt in die Probezeit im unmittelbar anschliessenden Schuljahr.

Zulassungsbedingungen zur Zentralen Aufnahmeprüfung Zur Prüfung zugelassen sind Kandidatinnen und Kandidaten, welche über eine passende Vorbildung verfügen und sich innerhalb der entsprechenden Altersgrenze bewegen.

Langgymnasium Zur Prüfung zugelassen sind Schülerinnen und Schüler, welche die 6. Primarklasse besuchen. Neben der Prüfungsnote zählt auch die Erfahrungsnote (Fächer: Deutsch und Mathematik) des 1. Semesters der 6. Primarklasse.

Kurzgymnasium Zur Prüfung zugelassen sind Schülerinnen und Schüler, welche die 2. oder 3. Sekundarklasse in der Abteilung A oder B besuchen respektive besucht haben. Neben der Prüfungsnote zählt unter bestimmten Voraussetzungen auch die Vorleistungsnote (Fächer: Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch, Natur und Technik) des 1. Semesters der 2. bzw. 3. Sekundarklasse.

Unterricht mini|Mensatrakt und Haupttrakt mini|Mensa Die Kantonsschule Zürcher Oberland ist ein Lang- und Kurzgymnasium. Sie bietet die folgenden Maturitätsprofile an: Altsprachliches Profil (A) mit Schwerpunktfach Latein Altsprachliches Profil (A) mit Schwerpunktfach Altgriechisch Mathematisch-Naturwissenschaftliches Profil (C) mit den Schwerpunktfächern Anwendungen der Mathematik und Physik Mathematisch-Naturwissenschaftliches Profil (C) mit den Schwerpunktfächern Biologie und Chemie Musisches Profil (M) mit Schwerpunktfach Musik Musisches Profil (M) mit Schwerpunktfach Bildnerisches Gestalten Neusprachliches Profil (N) mit Schwerpunktfach Spanisch Neusprachliches Profil (N) mit Schwerpunktfach Italienisch Neusprachliches Profil (N) mit den Schwerpunktfächern Englisch und Italienisch Wirtschaftliches Profil (W) mit den Schwerpunktfächern Wirtschaft und Recht Pädagogisches, philosophisches und psychologisches Profil (PPP) mit den Schwerpunktfächern Pädagogik, Psychologie und Philosophie

Damit bietet die Kantonsschule Zürcher Oberland als regionales Zentrum ohne weitere Gymnasien in der Nähe eine überdurchschnittlich vielfältige Profilauswahl an.

Selbstlernsemester Eine Spezialität an der Kantonsschule Zürcher Oberland ist das Selbstlernsemester (SLS). Im Jahr 2004 wurde vom Regierungsrat des Kantons Zürich das Budget für die Kantonsschulen gekürzt (minus 7 %). Als Sparmassnahme führte die Kantonsschule Zürcher Oberland das Selbstlernsemester ein – vorerst in einer Pilotphase mit drei Klassen. Seit Herbstsemester 2005/06 werden im Herbstsemester des fünften Schuljahres die Anzahl Lektionen in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch und dem Schwerpunktfach (bis 2012 auch Sport) auf eine oder zwei Wochenlektionen reduziert. Dadurch haben die Schülerinnen und Schüler jeweils primär am Vormittag Unterricht; der Unterricht in den Nicht-SLS-Fächern läuft ganz normal weiter. An den Nachmittagen erarbeiten sich die Schüler den Schulstoff im Selbststudium – häufig im Rahmen von grösseren Arbeitsaufträgen oder Projekten. Zusätzlich findet wöchentlich eine Reflexionsstunde mit der Klassenlehrperson statt, in der das eigene Tun und die selbständige Arbeit in der Klasse besprochen werden. Für ihr SLS-Projekt erhielt die Kantonsschule Zürcher Oberland in den Medien viel Lob.

Studienwoche mini|Kleiner Spezialtrakt mini|Innenhof des kleinen Spezialtrakts In der letzten Schulwoche vor den Herbstferien wird der reguläre Unterricht durch Studienwochen ersetzt. Je nach Jahrgangsstufe werden die Studienwochen in unterschiedlichen Settings durchgeführt: Die 1. – 4. Klassen nehmen im Klassenverband an einer Fachwoche teil, wobei die 1. und 3. Klassen an der KZO bleiben und die 2. und 4. Klassen ihre Studienwochen extern verbringen. Für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen ist die Studienwoche Bestandteil des zweiwöchigen Sprachpraktikums. Dabei organisieren sie selbst ihren Aufenthalt in einem französischsprachigen Gebiet oder, im Falle des N-Profils, in einem Sprachgebiet des Schwerpunktfachs. Für die 6. Klassen werden themenorientierte Projektwochen angeboten, die entweder an der KZO, lokal oder als Bildungsreise europaweit stattfinden.

Wahlkursjahr Das Wahlkurssystem ist neben dem Selbstlernsemester eine weitere Spezialität der KZO. Anstatt in allen Fächern eine Maturaprüfung abzulegen, wählen die Maturandinnen und Maturanden für das letzte Schuljahr ihre Fächer. Eine bestimmte Anzahl Lektionen ist dabei schon gesetzt. Dazu können noch folgende Kurse gewählt werden: Projektkurs à 2 Wochenlektionen (mündliche Maturitätsprüfung): Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch Wahlkurs Naturwissenschaften à 2 Wochenlektionen (Maturitätsprüfung in geraden Jahren schriftlich und in ungeraden Jahren mündlich): Biologie, Chemie, Physik Wahlkurs Geistes- und Sozialwissenschaften à 2 Wochenlektionen (Maturitätsprüfung in ungeraden Jahren schriftlich und in geraden Jahren mündlich): Geschichte, Geografie, Wirtschaft und Recht Ergänzungsfach à 2 Wochenlektionen (Jahrespromotion, keine Maturaprüfungen): alle oben genannten Fächer und zusätzlich Sport, Informatik, Philosophie, Religion, Musik, Bildnerisches Gestalten

Hauswirtschaftskurs Der Hauswirtschaftskurs ist ein dreiwöchiger Kurs, den alle Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen vor den Sportferien im Klassenverband besuchen. Der Kurs findet in Form eines Internatskurses statt und ist obligatorischer Bestandteil der gymnasialen Bildung. Dabei werden die Schüler von Montag bis Freitag an verschiedenen Standorten in der ganzen Schweiz in das Thema Hauswirtschaft eingeführt. Der Kurs fördert zentrale Alltagskompetenzen und ermöglicht wichtige Erfahrungen für das Zusammenleben und die persönliche Alltagsgestaltung. Die «Husi» begünstigt so die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Für die Organisation und Durchführung der Kurse ist der Strickhof verantwortlich.

Freifächer mini|Grosser Spezialtrakt Die Kantonsschule Zürcher Oberland bietet eine breite Palette von Freifächern an, welche jedes Semester variiert. Freifächer sind ein Komplementärangebot zum obligatorischen Unterricht und öffnen Freiräume für ein Arbeiten ohne Notendruck. Sie ermöglichen Einblicke in neue Wissensgebiete oder vertiefen bereits bekannte Themenbereiche.

Zum Freifachangebot gehören die Schülerzeitung KUSS, Theater, Fremdsprachenkurse (darunter auch die Vorbereitung auf internationale Sprachzertifikate), diverse Sportarten und Tanzkurse wie Eishockey oder Hip-Hop, Instrumentalunterricht und Musikkurse, welche das musikalische Zusammenspiel fördern, sowie Kunstfächer, in denen die Schüler eigene künstlerische Projekte verwirklichen können. Im Freifach «Politik über Mittag» diskutieren politisch interessierte Schülerinnen und Schüler über aktuelle Themen und organisieren regelmässig Charity-Aktionen zugunsten von Menschen in Not. Das Freifach Robotik erzielte in den letzten Jahren beachtliche Erfolge und gewann 2019 am Weltfinale der World Robot Olympiad in Ungarn den dritten Platz.

Campus mini|Natürlich gestaltete Landschaft hinter dem Haupttrakt mini|Historisches Graffito (Foto 2014) Der Campus der Kantonsschule Zürcher Oberland liegt am östlichen Stadtrand von Wetzikon. Zwischen den Gebäuden befindet sich ein Naturschutzgebiet. Zur KZO gehören die folgenden Gebäude: Haupttrakt: Unterrichts-, Computer- und IT-Zimmer, Mediothek, Sekretariat, Schülerorganisation Grosser Spezialtrakt: Unterrichtszimmer für Naturwissenschaften und Bildnerisches Gestalten Kleiner Spezialtrakt: Unterrichtszimmer für Geografie und Musik, Singsaal Aula: grosser Versammlungsraum Instrumentaltrakt: Räume für den instrumentalen Einzelunterricht Sporttrakt: fünf Sporthallen, kleinere Sporträume, Kraft- und Judo-Raum Mensatrakt: Kantine, Unterrichtszimmer für Mathematik, Sitzungsraum

Zusätzlich zu den fünf Turnhallen sind in nächster Umgebung zur Schule ein Sportplatz mit Rennbahn, Fussball- und Beachvolleyballfeldern, ein Freibad und eine Eishalle gelegen, die von der KZO mitgenutzt werden.