Der Driehaus-Architektur-Preis (, kurz: Driehaus-Preis) ist eine Auszeichnung für Architektur. Sie wird jährlich an Architekten vergeben, die besonders wertvolle und nachhaltige Beiträge in den Bereichen neue klassische und traditionelle Architektur sowie Neuer Urbanismus beigesteuert haben.

Der mit einem Preisgeld in Höhe von 200.000 US-Dollar dotierte Preis entstand im Jahr 2003 durch das Engagement des Philanthropen Richard Driehaus und steht unter Schirmherrschaft der Stiftung The Richard H. Driehaus Charitable Lead Trust. Er wird durch die Notre Dame School of Architecture übergeben. Erster Preisträger war der Luxemburger Léon Krier, der auch in Deutschland wirkte.

Zugleich mit dem Driehaus-Preis wird der mit 50.000 US-Dollar dotierte Henry Hope Reed Award (kurz: „Reed-Preis“) übergeben. Diese Auszeichnung erhalten Personen, die „außerhalb der Architekturprofession arbeiten und die Kultivierung der traditionellen Stadt sowie ihrer Architektur und Kunst unterstützt haben“, etwa durch wissenschaftliche und journalistische Beiträge., Notre Dame SoA, abgerufen am 30. März 2014. 2018 wurde Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) mit dem Reed Award ausgezeichnet.Henry Hope Reed Preis für Torsten Kulke, Vorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND), GHND, 20. Januar 2018., Reed Award 2018. 2021 erhielt postum der US-amerikanische Stadtbauhistoriker John Reps den Reed-Preis.

Driehaus-Preis Der Driehaus-Preis wird an lebende Architekten vergeben, deren Werk die Prinzipien traditioneller und klassischer Architektur und eines menschengerechten Urbanismus in der Gegenwart verkörpert, und das einen nachhaltig positiven kulturellen, umweltgerechten und künstlerischen Einfluss schafft., NDU SoA, abgerufen am 30. März 2014.

Der Preis wird jährlich im Frühjahr von der zur University of Notre Dame gehörigen School of Architecture präsentiert und bislang in Chicago, der Heimatstadt von Richard Driehaus, überreicht.

Der vollständige Name des Preises lautet The Richard H. Driehaus Prize at the University of Notre Dame. Er wurde als Alternative zum überwiegend modernistisch ausgerichteten Pritzker-Preis eingeführt, der in Fachkreisen als eine Art „Architektur-Nobelpreis“ gilt.

Die Trophäe ist eine Bronze-Miniatur des Lysikrates-Monuments von Athen, das als erste äußere Anwendung der Korinthischen Ordnung gilt., Bronze-Miniatur für den Driehaus-Architektur-Preis Sie wird zusammen mit dem Preisgeld überreicht. – Together, the $200,000 Driehaus Prize and the $50,000 Reed Award represent the most significant recognition for classicism in the contemporary built environment.; abgerufen am 30. März 2014

Jury Die Jury wird durch international und interdisziplinär zusammengesetzte Fachleute gebildet. Die Jury von 2021 bestand aus:, Notre Dame SoA, 8. Februar 2021.

Robert S. Davis (seit 2009, Gründer und Entwickler von Seaside) Melissa DelVecchio, (seit 2018, Partnerin im Architekturbüro Robert A. M. Stern Architects / RAMSA) Léon Krier (seit 2005, Erster Driehaus-Preisträger) Michael Lykoudis (seit 2021, Architekturprofessor an der University of Notre Dame) Elizabeth Plater-Zyberk (seit 2017, Architektin und Preisträgerin 2008) Demetri Porphyrios (seit 2013, Driehaus-Preisträger von 2004, Gründer des renommierten Architekturbüros Porphyrios Associates London) Witold Rybczynski (seit 2011, Meyerson Professor Emeritus of Urbanism an der University of Pennsylvania und früherer Architekturkritiker für das Slate-Magazin)

Frühere Jurymitglieder waren: Adele Chatfield-Taylor (seit 2004, Präsidentin der American Academy in Rome) Richard Driehaus (seit 2003, Unternehmer und Stifter des Preises) Paul Goldberger (seit 2006, Pulitzer-Preisträger, Architekturkritiker und Autor der Vanity Fair)

Driehaus-Preisträger Die folgenden Architekten erhielten den Driehaus-Preis seit 2003: Jahr Preisträger Nationalität Foto Beispielbau (Erbauungszeit) Bemerkungen Ref. 2003 Léon Krier 100px|alt=Der erste Preisträger Léon Krier in Frankfurt, 2007 100px|Village Hall in Windsor Village Hall in Florida Windsor, USA (1997) Seitdem etablierter Ort der Preisverleihung: Stock Exchange Trading Room am Art Institute of Chicago, Chicago 2004 Demetri Porphyrios 100px|Whitman College Whitman College an der Princeton University, Princeton, USA (2002) 2005 Quinlan Terry 100px|Richmond Riverside in London Richmond Riverside, London, UK (1984–87) 2006 Allan Greenberg 100px|Dupont Hall, University of Delaware Dupont Hall der University of Delaware, Newark, USA (1998–2002) 2007 Jaquelin T. Robertson 100px|Stadtplatz in Celebration, Florida Celebration Gesamtplanung, Florida Osceola, USA (2000) 2008 Andrés Duany und Elizabeth Plater-Zyberk 100px|alt=Andrés Duany in Biloxi, 2005 100px|Seaside in Florida Seaside Gesamtplanung, Florida Walton, USA (1980) 2009 Abdel-Wahed El-Wakil 100px|Moschee der zwei Gebetsrichtungen Masdschid Al-Qiblatain Erweiterung, Medina, Saudi-Arabien (1980) 2010 Rafael Manzano Martos 100px|Prado-Museum Museo del Prado Erweiterung, Madrid, Spanien (1990) 2011 Robert A. M. Stern 100px|Fell Hall der Brooklyn Law School Fell Hall-Hochhaus der Brooklyn Law School, New York City, USA (1994) 2012 Michael Graves 100px|alt=Michael Graves, Zeichnung 2003 100px|Louwman Museum in Den Haag von Michael Graves Louwman Museum, Den Haag, Niederlande (2010) 2013 Thomas H. Beeby 100px|Meadows Museum in Dallas Meadows Museum in Dallas, USA 2014 Pier Carlo Bontempi 100px|alt=Pier Carlo Bontempi, 2014 100px|Place de Toscane in Serris, France Place de Toscane, Marne-la-Vallée, Serris, Frankreich 2015 David M. Schwarz 100px|Schermerhorn Symphony Center in Nashville Schermerhorn Symphony Center in Nashville, USA 2016 Scott Merrill 100px|Seaside Chapel in Seaside (Florida) Seaside Chapel in Seaside (Florida) 2017 Robert Adam 100px|Bodleian Art, Archaeology and Ancient World Library in Oxford, UK Bodleian Art, Archaeology and Ancient World Library in Oxford, UK 2018 Marc Breitman & Nada Breitman-Jakov 100px|Le Plessis-Robinson, Frankreich Rahmenplan für Le Plessis-Robinson, Frankreich Breitman & Breitman Architectes 2019 Maurice Culot 100px|alt=Maurice Culit Duinenwater Village, Knokke-Heist, Belgien Arcas Architecture 2020 Ong-ard Satrabhandhu 100px|Mae Rim Residence, Thailand Mae Rim Residence nahe Chiang Mai, Thailand Ong-Ard Architects 2021 Sebastian Treese Eisenzahnstraße 1, Berlin Sebastian Treese Architekten 2022 Rob Krier 2023 Ben Pentreath 100px|Tornagrain, neu geplante Stadt in Schottland Tornagrain, neu geplanter und 2015 gegründeter Ort in Schottland

Reed-Preisträger Jahr Preisträger Staat 2005 Henry Hope Reed 2006 David Morton 2007 Edward Perry Bass 2008 Roger G. Kennedy 2009 Fabio Grementieri 2010 Vincent Scully 2011 Robert A. Peck 2012 Elizabeth Barlow Rogers 2013 David Watkin 2014 Ruan Yisan 2015 Richard J. Jackson 2016 Eusebio Leal Spengler 2017 James S. Ackerman 2018 Torsten Kulke 2019 Carl Laubin 2020 Clem Labine 2021 John Reps 2022 Wendell Berry 2023 Adele Chatfield-Taylor

Der für seine Michelangelo- und Palladio-Studien bekannte Harvard-Professor James S. Ackerman wurde 2017 als erster Reed-Preisträger postum ausgezeichnet., University of Notre Dame School of Architecture

Siehe auch Liste der Architekturpreise Neohistorismus

Bibliografie

Weblinks

Driehaus Prize – offizielle Internetseite (englisch) Youtube-Kanal mit Videos der Driehaus-Preisverleihungen und Kolloquien, Notre Dame School of Architecture (englisch) Artikel über den Preis (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Architekturpreis Kategorie:US-amerikanische Auszeichnung Kategorie:Erstverleihung 2003