Osterholz (Plattdeutsch ) ist ein Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk Ost.

Geografie und Ortsteile Osterholz befindet sich etwa acht Kilometer östlich entfernt vom Bremer Stadtzentrum. An Osterholz grenzen die zum Stadtteil Hemelingen gehörigen Ortsteile Mahndorf im Süden, Arbergen im Südwesten und Sebaldsbrück im Westen, der Stadtteil Vahr im Nordwesten, und der Stadtteil Oberneuland im Norden, sowie jenseits der Bundesautobahn 27 die Gemeinde Oyten im Osten.

Die Mitte des Stadtteils mit dem ehemaligen Dorf Ellen liegt auf einer Geestinsel, die sich von der Osterholzer Dorfstraße im Süden bis zur Straße Grenzwehr im Norden erstreckt und vom Osterholzer Friedhof im Westen bis Am Hahnenkamp im Osten. Das Marschgebiet nordöstlich davon wird vom Hollerfleet entwässert, das oberhalb von Borgfeld in die Wümme mündet. Westlich und südlich erstreckt sich das Ursprungsgebiet der Kleinen Wümme.Karte des Dorfes Ellen, gezeichnet von C. A. Heineken 1804

Ellener Feld Geografische Lage:

Fläche: 1,55 km², 3343 Einwohner

Der Ortsteil umfasst den Osterholzer Friedhof und die östlich angrenzende kleinteilige Wohnbebauung bis zur Osterholzer Landstraße. Er entspricht dem westlichen Teil des alten Dorfes Ellen und, südlich von Kämenadeweg und An der Kämenade, des Osterholzer Kornfeldes.

Ellenerbrok-Schevemoor Geografische Lage:

Fläche: 2,23 km², 11.940 Einwohner

Der junge Ortsteil entstand bis auf einige Gebäude an der Osterholzer Heerstraße nach 1945.

Die dreizügige Grundschule am Ellenerbrokweg von 1969 hat etwa 280 Schüler und 30 Mitarbeiter (Stand 2021). Die Schule Osterholz, Osterholzer Heerstraße 160 und Oewerweg, ist eine vierzügige Grundschule mit (2021) rund 310 Schülern und um 35 Mitarbeitern und sie hat Gebäude von 1852, 1914 und nach 1990. Die Freie Waldorfschule Bremen-Osterholz befindet sich seit 2009 in den Gebäuden des zuvor geschlossenen Schulzentrums Graubündener Straße. Sie ist eine Gesamtschule und hat rund 400 Schüler.

Die Ev. Kirchengemeinde Ellener Brok an der Graubündener Straße hat im Januar 2008 mit der Ev. Kirchengemeinde Blockdiek und der Ev. Kirchengemeinde Tenever fusioniert zur Evangelischen Trinitatisgemeinde Bremen. Die drei Kirchen mit ihren Gemeindezentren und Kindergärten bleiben erhalten und setzen – neben der seelsorgerischen Arbeit – inhaltliche Schwerpunkte. Für Ellener Brok sind das Konfirmanden- und Jugendarbeit, sowie Bildungsangebote für Erwachsene (Seminare, Literaturkreise, Gedächtnistraining). Das 1968–1969 errichtete Gemeindezentrum des Architekten Hermann Brede war der erste ganz in Sichtbeton geschaffene Sakralbau in Bremen. Er ist dem damals international verbreiteten Stil des Brutalismus (von béton brut = schalungsrauer Sichtbeton) verpflichtet.www.architekturfuehrer-bremen.de Die Kirche wurde am 31. Mai 2015 entwidmet und 2017 abgerissen.

Tenever mini|Teilbereich der Großwohnsiedlung Tenever aus der Luft mini|Blick von der Otto-Brenner-Allee auf die Neuwieder Straße mini|Blick über die Otto-Brenner-Allee auf den Pfälzer Weg Geografische Lage:

Fläche: 2,54 km², 10.018 Einwohner

Der Name des Ortsteils bedeutet ‚Zum Ufer‘, wie aus der früheren Schreibweise Tenöver noch besser zu erkennen war, und erklärt sich aus der Lage im Randbereich der Wümmewiesen östlich der Ellener Geestinsel.

In den 1970er Jahren wurde hier eine Großwohnsiedlung mit zahlreichen Wohnblocks mit bis zu 21 Etagen und insgesamt über 2500 Wohnungen gebaut. Geplant waren für das „Demonstrativbauvorhaben“ und „beispielhafter Siedlungsbau“ 4600 Wohnungen nach dem Leitbild der Architekten „Urbanität durch Dichte“ – doch die Wohnungen ließen sich nur schwer vermieten.

2004 wurde damit begonnen, den Ortsteil zu sanieren und etwa ein Drittel dieser Wohnblocks abzureißen, geleitet durch die zu diesem Zweck gegründete Osterholz-Tenever-Grundstücksgesellschaft. Bereits abgerissen sind der so genannte Kessler Block und Block 410, auf den Flächen wurden Naturwiesen und eine Skaterbahn eingerichtet. Durch neue Konzepte und eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 soll der Stadtteil wieder attraktiver gemacht werden, nachdem zeitweise über 50 % der Wohnungen leer standen. Im Stadtteil wohnen Menschen über 80 verschiedener Nationalitäten. Die Umbaumaßnahmen im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West wurden 2009 beendet.

Die Ev. Kirchengemeinde Tenever an der Sankt-Gotthard-Straße hat zum 1. Januar 2008 mit der Ev. Kirchengemeinde Blockdiek und der Ev. Kirchengemeinde Ellener Brok fusioniert zur Evangelischen Trinitatisgemeinde Bremen. Die drei Kirchen mit ihren Gemeindezentren und Kindergärten bleiben erhalten und setzen – neben der seelsorgerischen Arbeit – inhaltliche Schwerpunkte. Für Tenever sind es das Gemeindebüro und generationsübergreifende Angebote.

Osterholz mini|Osterholzer Dorfstraße mit Holter Fleet Geografische Lage:

Fläche: 5,36 km², 5153 Einwohner

Der Ortsteil Osterholz ist durch die Osterholzer Heerstraße von den anderen Ortsteilen getrennt. Er besteht aus verschiedenen Teilen unterschiedlichen Charakters:

Das alte Dorf erstreckt sich entlang der Osterholzer Dorfstraße und des Holter Fleetes. Obwohl zu den alten Höfen neue Einfamilienhäuser gekommen sind, wirkt es immer noch dörflich. Das Bauernhaus Osterholzer Dorfstraße 29 steht unter Denkmalschutz.

In den 1930er bis 1970er Jahren entstand im Osten der Osterholzer Feldmark zwischen Ehlersdamm und Osterholzer Fleet ein ausgedehntes Wohngebiet, und ein kleines Gebiet westlich des Dorfes wurde in die „Eisenbahnersiedlung“ in Sebaldsbrück einbezogen.

Entlang der Osterholzer Heerstraße siedelten sich Gewerbebetriebe an. Um 1990 entstand östlich des Osterholzer Fleets ein ausgedehntes Gewerbegebiet mit einigen Bau- und Fachmärkten und dem Einkaufszentrum Weserpark – einem der größten in Norddeutschland.

Seit um 2000 wird zwischen der Osterholzer Heerstraße und der alten Dorflage ein neues Wohngebiet angelegt. Umstritten ist die seit Jahren erwogene Bebauung der Osterholzer Feldmark südlich des alten Dorfes.

Blockdiek mini|Hochhaus Oberhauser Straße, Ortsteil Blockdiek mini|Eingang zum Einkaufszentrum Blockdiek mini|Stadtteilhaus der Bremer Heimstiftung Geografische Lage:

Fläche: 1,21 km², 7022 Einwohner

Der Ortsteil Blockdiek ist von 1965 bis 1970 im Anschluss an die Neue Vahr entstanden. Der Name weist auf den ursprünglichen Zustand des kultivierten Landes hin. Er wird abgeleitet von Diek (Deich) über einen Brock oder Block, ein tiefer gelegenen Gebiet. Über Vorfluter und Gräben wird der Grundwasserpegel im Stadtteil mit einer Entwässerungsanlage konstant gehalten. Diese Aufgabe obliegt dem Bremischen Deichverband am rechten Weserufer.

Die für rund 10.000 Einwohner angelegte Großsiedlung Blockdiek ist in drei Quartiere gegliedert, die über eine Straße an die Ludwig-Roselius-Allee angebunden sind. Bauherrn war die Neue Heimat Bremen und Architekt Roland Birnstein. Die Bebauung stuft von Atrium- und Reihenhäusern über viergeschossige Blocks in hofbildenden Mustern und findet einen Abschluss zur Hauptstraße (Ludwig-Roselius-Allee) mit zwei 14- und 18-geschossigen Hochhäusern und einem Einkaufszentrum.www.architekturfuehrer-bremen.de – Siedlung Blockdiek

Umgeben ist Blockdiek vom Osterholzer Friedhof, Kleingartengebieten und dem Achterdieksee jenseits der Bundesautobahn 27.

Die Grundschule an der Düsseldorfer Straße besteht seit 1967. Die drei- und vierzügige Grundschule ist heute (2008) eine Ganztagsschule mit etwa 310 Schülern und 28 Lehrern, Erziehern und Sozialpädagogen. Zum Profil als bewegte Schulewww.bewegteschule.de gehören Projektarbeit und Arbeitsgruppen wie Zirkus, Theater, Kunst, Streitschlichter, sowie eine Kooperation mit der Kunsthalle Bremen.Weser-Kurier vom 1. Dezember 2008 Seit 2009 unterstützt das Quartiersbildungszentrum Blockdiek die Förderung der Bildungsbedingungen von Kindern und ihren Eltern. Es nutzt sechs Gruppen- und Arbeitsräume an der Grundschule und befindet sich in Trägerschaft der Hans-Wendt-Stiftung. Das Angebot für Kinder und Eltern besteht in Beratung, Kursen und Gruppenarbeit sowie bürgerschaftlichem Engagement.

Die Evangelische Kirchengemeinde Blockdiek an der Günther-Hafemann-Straße hat im Januar 2008 mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ellener Brok und der Evangelischen Kirchengemeinde Tenever fusioniert zur Evangelischen Trinitatisgemeinde Bremen. Die drei Kirchen mit ihren Gemeindezentren und Kindergärten blieben erhalten. Die Gebäude der Kirche Ellenerbrok wurden nach 2015 abgerissen.

Geschichte Urgeschichte Gestaltet wurde die Landschaft von den verschiedenen Eiszeiten – das Pleistozän – und den dazwischen liegenden Wärmeperioden. Das Urstromtal der Weser prägte auch die Osterholzer Landschaft mit Sandplatten, Sümpfen und Kleinmooren.

In der jüngeren Steinzeit – etwa ab 4.000 v. Chr. – kann eine frühe Besiedlung der Marschen stattgefunden haben. Um 200–300 v. Chr. erfolgte die Besiedlung durch die germanischen Chauken, belegt durch Funde u. a. auf dem heutigen Gelände der Daimler AG und Urnengräber aus der Eisenzeit im Bereich der Stieglitzstraße und Am Hallacker sowie Siedlungsreste an der Ellener Dorfstraße.

Mittelalter und Neuzeit bis 1850 mini|hochkant=1.4|Osterholz(e) im Süden der stadtbremischen Gohgrafschaft Hollerland, 1796 Osterholz wurde als Osterholt(e) (Holz im Osten) 1181 erstmals urkundlich erwähnt, als der Erzbischof von Bremen einen Vertrag mit holländischen Siedlern über die Siedlung in den Gebieten Overnigelant, Rockwinkil, Osterholt et Vurhult abschloss. Osterholz – 1246 auch Hosterholte geschrieben – gehörte dann 1426 zum Goh des Hollerlandes. Osterholz gehörte bis 1936 zum Kirchspiel Oberneuland; danach gab es eine eigene Kirchgemeinde mit einer Kirche.

Tenever hieß um 1246 Tedenevere, dann auch Thedenevere, Teddenervere und später Tenöver. Durch seine Lage an einem kleinen Fluss wird der Name Tenöver oder To'n Oever – also am oder über dem Wasserlauf – gedeutet.

Das Dorf Ellen wurde 1300 als Elen erwähnt und 1354 als Elne bezeichnet. Dieser am höchsten gelegene Ort gehörte seit 1426 wie Osterholz zum Goh Hollerland und später zur Landgemeinde Osterholz. Bis 1377 gehörte der Ort zum Kirchspiel Arbergen, dann Oberneuland und ab 1936 zum Kirchspiel Osterholz.

Das Schevemoor, also das schiefe Moor, war eine Allmende – eine gemeinschaftlich genutzte Weidefläche – der Osterholzer Siedler. Auch Schevemoor gehörte zum Goh Hollerland und war immer ein Teil von Osterholz.

Die ersten fünfzehn Siedler in Osterholz waren noch freie Hüfner also Vollbauern. Sie hatten stattliche Höfe die um 40 Hektar groß waren. Die Kirche und der Adel folgten in die großen Landgebiete. Die freien Bauern verloren über die Jahrhunderte ihre Freiheit und gerieten in ein meierrechtliches Abhängigkeitsverhältnis der adligen Grundherren. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts besserte sich die rechtliche Situation. Nun waren es die besitzenden Bauern, die Osterholz beherrschten.

Nach dem Klassenwahlrecht in Bremen (siehe hier) von 1854 hatten die 32 Wähler der ersten beiden Klassen (15 Vollbauern, 11 Halbbauern, 1 Eindrittelbauer, 5 Kötner) 530 Stimmen und die 183 Wähler der dritten und vierten Klasse (68 Brinksitzer und 115 Häusler) nur 251 Stimmen.

Entwicklung der Infrastruktur 1670 gab es in Osterholz erstmals eine eigene Schule. 1812 lebten nur 433 Einwohner in Osterholz. Von 1810 bis 1813 wurde die den Ortsteil erschließende aber später trennende Osterholzer Heerstraße ausgebaut. Südlich der Straße blieben die ländlichen Gebiete erhalten, nördlich hingegen entwickelten sich zunehmend bebaute, städtische Strukturen. 1836 entstand eine Windmühle, die 1935 teilweise abbrannte und mit Motorkraft bis Ende des 20. Jahrhunderts betrieben wurde. Von 1847 an bestand auch eine Öl- und Papiermühle.