mini|Zeitleiste der Generationen, angelehnt an das Pew Research Centerhttps://web.archive.org/web/20190117172604/http://www.pewresearch.org/fact-tank/2019/01/17/where-millennials-end-and-generation-z-begins/ Die Generation Z, kurz Gen Z (engl. [dʒen ˈzed], US-engl. [dʒen ˈzi]),Gen Z Englische Aussprache. In: Dictionary.cambridge.org. Abgerufen am 30. Januar 2024. gelegentlich auch Zoomerhttps://www.netzwelt.de/abkuerzung/226371-bedeutet-zoomer-bedeutung-verwendung.html genannt, ist die Nachfolgegeneration der Generation Y (Millennials).

Je nach Autor werden leicht abweichende Geburtsjahre als zur Gen Z zugehörig diskutiert. McKinsey nennt grob definiert die Jahrgänge von 1995 bis 2010. Das US-amerikanische Pew Research Center sieht die Jahrgänge 1997 bis 2012 als zugehörig an.

Nachfolger ist die Generation Alpha, der insbesondere Personen zugerechnet werden, die etwa zwischen 2010 und 2025 geboren wurden.

Rahmenbedingungen der Sozialisation Zwischen den westlichen Industrieländern und dem Globalen Süden bestehen in Bezug auf den demografischen Bevölkerungsanteil und die allgemeinen Rahmenbedingungen der Generation Z erhebliche Unterschiede. Während sie in voll industrialisierten Staaten (mit sinkenden Geburtenraten) eine oft umworbene Minderheit bildet, stellt sie dort eine sehr große Bevölkerungsgruppe dar, die noch immer um Grundrechte kämpft. Dies wird u. a. im Rahmen der von der UN deklarierten Ziele für nachhaltige Entwicklung deutlich, sowie dem „World Youth Report“. Als kritische Faktoren für die jeweiligen Lebensbedingungen junger Menschen, betrachten die Vereinten Nationen, neben Sozialer Ungleichheit, insbesondere politische Instabilität und die Auswirkungen des Klimawandels.Department of Economic and Social Affairs. The generation that can change the world – if we let them. Vereinte Nationen, abgerufen am 29. November 2025

Umgang mit der digitalen Welt Je nach Geburtsort und Bildungsstand wirkt sich die Digitale Kluft insbesondere auf Angehörige Gen Z aus. Je nach Blickpunkt Ausgangssituation, kann es vorkommen, dass die gesamte Gen Z als Digital Natives verortet wird, die von frühester Jugend an mit Internet und sozialen Netzwerken vertraut sind und virtuelle mit Offline-Erfahrungen verbinden. Während dies bei in Industriestaaten Geborenen überwiegend zutrifft, sollten regionale und soziale Unterschiede zu Entwicklungs- und Schwellenländern jedoch nicht vernachlässigt werden. Ob jemand als „Digital Native“ oder Digital Outsider heranwächst, hängt – nach Aussage der United Nations VolunteersUnited Nations - World Youth Report (WYR). Vereinte Nationen, abgerufen am 29. November 2025 sowohl von regionalen als auch von sozialen Unterschieden ab.Digital natives call to end the digital divide.vom 8. August 2024 United Nations Volunteers, abgerufen am 29. November 2025

Nach der Sozialisationstheorie des deutschen Wissenschaftlers Klaus Hurrelmann, findet in der Jugendphase des Lebens eine intensive Auseinandersetzung mit Körper, Psyche, sozialer Umwelt und physischer Umgebung statt.Klaus Hurrelmann, Gudrun Quenzel: Lebensphase Jugend. Beltz Juventa, Weinheim 2016, S. 60. Die Angehörigen der Generation Z finden demnach deutlich andere wirtschaftliche, politische und kulturelle Bedingungen vor als die vorigen Generationen. Ein besonderer Einfluss war vor allem die Konfrontation mit digitalen Medien, die – je nach Alter – bereits in früher Kindheit stattfand, während Gen Y Technologien wie World Wide Web, MP3-Player, SMS, Mobiltelefone, Smartphones und Tabletcomputer erst in ihrer frühen oder späten Jugend kennenlernte. Deshalb seien Gen-Z-ler vorherigen Generationen auf diesem Gebiet intuitiv meist überlegen.

mini|Kinder in der Schule vor einem Laptop, 2008

Rahmenbedingungen in industrialisierten Ländern In Industrieländern mit niedriger Geburtenrate und florierender Wirtschaft profitieren Angehörige der Generation Z vom Fachkräftemangel, welcher aufgrund des Mangels an nachrückenden Schulabgängern entstand. Hurrelmann zufolge haben sich der Ausbildungs- und der Arbeitsmarkt „deutlich verändert“, so dass Arbeitssuchende frei wählen können und nicht mehr wie Bittsteller auftreten müssen. Immer mehr sind es die Firmen, die um ihre Gunst als künftige Mitarbeiter werben müssen. Dies kann sich langfristig auf die Motivation am Arbeitsplatz sowie das Arbeitsklima auswirken.Klaus Hurrelmann: Nicht ohne meine Eltern. Die Generation Z. In: Die Zeit 48, 2018, S. 76–77. Die Verwandlung des „Arbeitgebermarktes“ in einen „Arbeitnehmermarkt“ wirkt sich in den 2020er Jahren auf Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in allen Generationen positiv aus; sie ist kein generationsspezifisches Epochenmerkmal.

In deutschen Schulen macht sich die Tatsache bemerkbar, dass Bestnoten und ein ausgezeichneter Abschluss nur noch in wenigen Bereichen von hoher Relevanz sind, da eine gut benotete Hochschulreife keine Notwendigkeit und keine Voraussetzung mehr für ein gutes Einkommen darstellt, welches zunehmend auch z. B. in Handwerksbetrieben und im Dienstleistungsbereich erzielt werden kann. Marc Goergen vom Stern leitete hieraus 2019 eine Erklärung für das hohe politische Engagement der Gen-Z-ler ab: „Die Optimierung des Lebenslaufs ist nicht mehr das alleinige Ziel, sondern auch: die Welt zu verbessern. Dank Facebook und Whatsapp sind zumindest Demonstrationen dafür binnen weniger Stunden organisiert.“ Diese Interpretation wurde durch die Analyse bestätigt, die Hurrelmann und Erik Albrecht in ihrem Buch „Generation Greta“ (2020) vorlegten.Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht: Generation Greta. Was sie denkt, wie sie fühlt und warum das Klima erst der Anfang ist. Beltz, Weinheim 2020, ISBN 978-3-407-86623-3.

Eine 2018 durchgeführte Studie zeigte, dass in den USA bereits 37 % dieser Altersgruppe in therapeutischer Betreuung waren. In keiner vorherigen Generation war der Wert so hoch. Allerdings lag dies seinerzeit mehr an der Bereitschaft, sich Hilfe zu suchen, als an einem Anstieg von psychischen Erkrankungen. Für die Zeit ab 2020 wurde weltweit eine Zunahme von psychischen Erkrankungen nachgewiesen, und zwar nicht nur unter Angehörigen der Generation Z. Laut einem Bericht der WHO nahmen im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie weltweit sowohl Angststörungen als auch Depressionen um mehr als 25 Prozent zu.„Among its many impacts, the COVID-19 pandemic has created a global crisis for mental health, fuelling short- and long-term stresses and undermining the mental health of millions. For example, estimates put the rise in both anxiety and depressive disorders at more than 25 % during the first year of the pandemic.“ In:

Die COVID-19-Pandemie bedeutete für viele in dieser Generation durch Schul- und Universitätsschließungen und Kontaktverbote eine Reduzierung der sozialen Kontakte. Dies wurde zum Teil durch die Nutzung von sozialen Medien ausgeglichen. Man tauschte sich auch viel über psychische Probleme aus und redete offener darüber (Entstigmatisierung).

Mentalität und Verhalten Erwerbstätigenrolle Über Verhalten und Wert der Angehörigen der Generation Z im Arbeitsleben liegen noch zu wenige empirische Studien vor, die mehr als Momentaufnahmen darstellen.

Ein entscheidendes Merkmal der Generation Z sei es, dass ihre Angehörigen überwiegend erkannt hätten, „dass die Träume der Älteren nur selten Realität werden“.Christian Scholz: Generation Y plus Generation Z. humanressourcemanager.de. 27. August 2018 Deshalb schätzten Z-ler angeblich einen ehrlichen, moralisch integren Chef, gern auch in einem traditionellen mittelständischen Unternehmen, eher als einen ehrgeizigen Start-up-Visionär als Vorgesetzten. Nur sechs Prozent der Z-ler planen, sich selbstständig zu machen.5 Mythen über 16- bis 25-Jährige – Die abgeklärte Generation Z. In: tecchannel.de, 2018

So scheint es für Gen Z auch schwerer zu sein, sich langfristig auf ein Unternehmen einzulassen, was die mangelnde Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber, welche in der Zeitschrift Computerwoche charakterisiert wird, erklärt. Gen Z wünscht sich im Leben eine klare Trennung zwischen Privatleben und Beruf, weshalb das sogenannte „Work-Life-Blending“ immer schlechter funktioniert.

So wirkt der Satz „Bei uns haben wir ein flexibles Arbeitszeitsystem“ genauso wie das Wort „Homeoffice“ eher negativ und abschreckend, da diese meist als System gesehen werden, in dem der Arbeitgeber seine Mitarbeiter ausnutzen möchte. Die Generation Z bevorzugt so vor allem ihre Familie und ihr Privatleben. Der Beruf steht erst an zweiter Stelle. Und auch hier möchten sie tendenziell eher in einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter, also mit anderen Gen Zs, zusammenarbeiten. Des Weiteren haben sie kein Interesse daran, sich außerhalb ihrer Arbeitszeiten mit Problemen, die diese betreffen, zu beschäftigen.Christian Scholz: Junge Berufseinsteiger ticken anders – Auf Generation Y folgt Generation Z. In: computerwoche.de, 4. Februar 2015 Dieser Haltung kann man auch positive Seiten abgewinnen. So sagt Christian Scholz: Dies wird durch viele Praxisberichte bestätigt, die Klaus Hurrelmann und Wolfgang Kring aus Unternehmen gewonnen haben.Wolfgang Kring, Klaus Hurrelmann: Die Generation Z erfolgreich gewinnen, führen, binden. Herne: Kiehl In anderen Umfragen kam das Bild einer in sich sehr gespaltenen Generation zu Tage. Das Verhältnis der Gen Z zum eigenen Arbeitsrhythmus ist von außen betrachtet komplex und nicht immer ganz schlüssig. Zwischen dem Wunsch nach festen Arbeitszeiten (50 %) und dem Bedürfnis nach Flexibilität (50 %) im Hinblick auf ihren zukünftigen Arbeitsalltag. Zwar wollen 78 % der Gen Z (Millennials 81 %) Berufliches und Privates trennen, ist es gleichzeitig aber für 70 % unter ihnen (Millennials 58 %) kein Problem, auch im Urlaub erreichbar zu sein.

Nach den Ergebnissen einer deutschen Metastudie aus dem Jahr 2021 ist die Generation Z die sicherheitsbewussteste, erfolgsorientierteste, wissbegierigste, digital affinste und autonomste erzogene Kohorte am Arbeitsmarkt, aber auch die sensibelste, ängstlichste und im psychisch schlechtesten gesundheitlichen Zustand. Darüber hinaus ist sie stark von sozialen, hedonistischen, materialistischen und individualistischen Werten beeinflusst, geprägt mit starkem Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit, Sinnerfüllung und Selbstverwirklichung. Zudem ist Harmonie, Altruismus (Hilfsbereitschaft, Toleranz, Empathie) und das Gefühl der Gerechtigkeit (Gleichheitsprinzip) sowie Ganzheit (als Teil des Unternehmens) bei vielen von ihnen massiv ausgeprägt. Zu ihren wichtigsten Lebenszielen gehören: Zeit mit der Familie, Freunden oder Hobby zu verbringen, ein gesundheitsbewusstes Leben, ein hoher Lebensstandard, gute Bildung sowie ein sicherer Arbeitsplatz. Sie bevorzugen einzigartige Arbeitserfahrungen, bei denen die Arbeit Spaß macht, sinnvoll, abwechslungsreich, spannend und herausfordernd ist sowie den eigenen Neigungen bzw. Fähigkeiten entspricht. Gleichzeitig wollen sie eigene Ideen mit einbringen, kreativ und innovativ intrinsisch motiviert arbeiten. Viele von ihnen erwarten orts- und zeitunabhängiges Arbeiten (Flexibles Arbeiten – Flexibilisierung aus Sicht der Arbeitnehmer) bei zugleich festem Arbeitsplatz im Unternehmen. Generell gilt: jede Art von Wahlfreiheit (z. B. Arbeitstätigkeit, Flexibles Arbeiten, Benefits und Teamauswahl) dient als Begeisterungs- und Motivationsfaktor.

Konsumentenrolle