mini|Klebeband. Transparent auf 1-Zoll-Kunststoffkern. Mit brauner Haftklebmasse auf 3-Zoll-Kartonkern. mini|Gewebeklebeband: Schwarz und silbergrau, Rollenkern innen bedruckt.

Klebeband ist eine Sammelbezeichnung für ein- oder beidseitig mit Haftklebstoffen beschichtete streifenförmige Trägermaterialien wie Folien, Schaumstoffe oder Textilgewebe.

Klebebänder werden zum Befestigen und Verbinden unterschiedlicher Materialien verwendet und können durch Bedrucken und Stanzen auch zu selbstklebenden Etiketten verarbeitet werden.

Geschichte 1901 entwickelten Isaak Lifschütz und Oscar Troplowitz für das Unternehmen Beiersdorf AG den Klebeverband, für den man den Begriff Leukoplast erfand."Dank Heftpflaster-Patent zum Weltkonzern" in Zeit online, 29. März 2012. 1923 erfuhr Richard Gurley Drew, Ingenieur bei 3M, von dem Problem, fertiggestellte Teile bei zweifarbigen Autolackierungen abzudecken. Zwei Jahre lang experimentierte er unter anderem mit pflanzlichen Ölen, Harzen und Gummi. 1925 präsentierte er sein erstes Ergebnis. Das nur an den Rändern mit Klebmasse beschichtete Trägermaterial aus Krepp-Papier haftete jedoch nicht ausreichend. Drew verbesserte sein Klebeband, indem er das Trägermaterial vollständig beschichtete. Fünf Jahre später erfand er das erste transparente Klebeband. Gedacht war es für den Verschluss von Cellophan-Verpackungen.

Physikalische Eigenschaften

Die Kraft, die notwendig ist, einen Klebestreifen abzuziehen, heißt Klebkraft. Oft wird sie an einem 25 mm breiten Klebestreifen gemessen und trägt die Einheit N/25mm. Die Reißkraft sagt aus, welche Belastung ein Band tragen kann. Die Reißkraft ist unabhängig von der Klebkraft. Einheiten sind N/cm oder N/25mm. Die Reißdehnung gibt an, um wie viel Prozent sich ein Klebeband unter Belastung verlängert, bevor es reißt.

Folienbänder mini|Motiv-Klebeband

Folienklebebänder bestehen aus einer Kunststoff-, Metall-, Zellulose- oder Verbundfolie, welche mit einem Gewebe verstärkt sein kann, und meist einseitig mit einem Klebstoff aus Acrylatdispersion, natürlichem oder synthetischem Kautschuk beschichtet ist. Die Trägerfolie besteht häufig aus PVC oder PP.

1998 benutzten Forscher der Universität Mannheim Filmband als Medium zur Datenspeicherung und sahen in der „Tesa-ROM“ die Ablösung der CD-ROM.

Haushalts- und Büroklebeband, Paketband Diese Bänder werden in Haushalt, Büro und Handwerk verwendet, um Pakete zu verschließen (Paketband), Papier und Pappe zu verkleben (Tixo/Tesafilm), oder kleinere Reparaturen durchzuführen. Die Bänder bestehen meist aus PE (Polyethylen) oder PP (Polypropylen) und sind ungefähr 50 µm dick.

Doppelseitiges Klebeband Doppelseitig klebende Bänder bestehen aus einem zugfesten Trägerband mit beidseitiger Klebeschicht. Anwendungen sind das Verlegen von Teppichboden; in der Papierverarbeitung zum Spleißen (Zusammenfügen) großer Rollen und beim Erstellen von Displays, Mailings und Prospektmappen; im Baubereich zum Verkleben von Dampfsperren; in der Industrie und im Haushalt zu Montagezwecken, besonders Im Automobilbereich.

Isolierband Isolierbänder werden verwendet, um elektrische Leitungen zu isolieren und bestehen aus Weich-PVC (Polyvinylchlorid).

Dichtungsband für Dampfbremsen Zum Abkleben von Dampfbremsen und anderen diffusions- oder wasserdichten Folien im Bauwesen werden zertifizierte Folienklebebänder mit besonders starker und dauerhafter Klebkraft zum luftdichten Verschließen der Folienstöße und Randanschlüsse verwendet. Diese bestehen oft aus Verbundfolien wie etwa mit Aluminium bedampfter Polypropylen-Folie.

Aluminiumklebeband Aluminiumklebebänder bestehen aus einer dünnen, selbstklebenden Aluminiumfolie, die beispielsweise verwendet werden, um mit Aluminiumfolie beschichtete Dämmstoffe und Lüftungskanäle luftdicht abzudichten. In der Elektrotechnik können mit Aluminium elektrische Felder abgeschirmt werden. Wenn die verwendete Klebmasse hitzebeständig ist, kann das Band zur Abdichtung von Abgasleitungen im Heizungsbau dienen.

Aufgrund der sehr guten UV- und Witterungsbeständigkeit kann Aluminiumklebeband im Außenbereich eingesetzt werden, beispielsweise zur Abdichtung von transparenten Hohlkammerplatten als Gewächshausverglasung.

Polyisobutylenband mini|Kabelabdichtung durch überlappende Lagen Butylenklebeband Polyisobutylenband ist dauerplastisch. Es wird auch selbstvulkanisierendes oder selbstverschweißendes Klebeband genannt. Es besitzt oft keine Klebschicht, so dass es nicht auf anderen Werkstoffen klebt. Wird es mehrschichtig aufgebracht, verschweißt es innerhalb weniger Minuten zu einer zusammenhängenden, plastischen Schicht, vergleichbar mit Knetgummi. Manche Bänder müssen beim Aufbringen gedehnt werden, bis sie sich auf etwa der ursprünglichen Breite zusammenziehen, um die Selbstverklebung zu aktivieren.Datenblatt Vulkan Tape. Makra Chemie GmbH

Eingesetzt wird Polyisobutylenband beispielsweise als Isoliermaterial. Jeweils um die Hälfte überlappende Umwicklungen um elektrische Leitungen bieten einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit. Die Durchschlagfestigkeit liegt bei mindestens 10 kV·mm−1, der spezifische elektrische Widerstand bei mehr als 1010 Ω·m.

Weitere typische Kennwerte: Klebkraft: – (bei fehlender Klebschicht keine oder geringe Klebkraft mit anderen Materialien) Reißkraft: 8 N/cm Reißdehnung: 400 % Temperaturbeständigkeit: −40 bis 90 oder 100 °C; optimale Verarbeitungstemperatur 0–30 °C Wasseraufnahme: 0,4 % Dehnung: 600–800 % Durchschlagsfestigkeit: 20–40 kV Salzwasser-, Weichmacher- und UV-beständig Überstreichbar mit Acryllack

Magnetklebeband mini|Handelsübliches Magnetklebeband

Magnetklebeband besteht aus einem extrudierten Magnetband, das mit einem doppelseitigen Klebeband selbstklebend ausgerüstet wurde. Durch das Entfernen des Schutzpapiers oder der Schutzfolie wird die Haftklebmasse offengelegt und das Band kann verklebt werden.

Magnetbänder sind mehrpolig streifenmagnetisiert. In der Regel sind sie drei- oder fünfpolig magnetisiert. Von jedem Band gibt es zwei Varianten, die entgegengesetzt gepolt sind (SNS – NSN; SNSNS – NSNSN). Dadurch lassen sich beide Bänder exakt und kantengenau zusammenbringen.

Als besondere Variante des Magnetbandes gibt es auch stirnseitig magnetisierte Bänder. Diese ziehen sich nicht auf der breiten flachen Seite an, sondern im Bereich der Kanten. Dadurch lassen sich Einzelelemente großer grafischer Flächen faltenfrei und ohne Luftspalt zusammenbringen.

Putzklebeband Gipser und Stuckateure benutzen zum Abkleben ein 50 mm breites Kunststoffklebeband. Es ist feuchtigkeitsbeständiger und reißfester als Malerkrepp, so dass es nach dem Abbinden des Putzes wieder abgezogen werden kann. Die Rollen haben gewöhnlich eine Länge von 33 Metern.

Polyimid-Klebeband mini|Polyimid-Klebebänder unterschiedlicher Breite Klebebänder aus Polyimid werden in Elektrotechnik und Elektronik wegen der elektrisch isolierenden und wärmeleitenden Eigenschaften eingesetzt. Umgangssprachlich werden diese Klebebänder auch als Kapton-Band bezeichnet, benannt nach dem Handelsnamen Kapton für Polyimid-Folien von dem Chemieunternehmen DuPont. Zudem ist der breite Temperaturbereich von −269 °C bis über 200 °C bei Verwendung eines Silikonklebers für anspruchsvolle technische Anwendungen von Vorteil. Des Weiteren besitzt Polyimid eine erhebliche Widerstandsfähigkeit gegenüber radioaktiver Strahlung.

Selbstverschweißendes Band Selbstverschweißendes Klebeband gibt es aus Polyisobutylen (PIB; siehe Polyisobutylenband), Silikonkautschuk oder EPR.

Weichelastisches Silikonklebeband trägt in der Regel keine Klebeschicht. Kabel, Schläuche und Rohre lassen sich mit dem Band elektrisch isolierend sowie luft- und wasserdicht umwickeln. Silikonklebeband ist deutlich beständiger gegenüber Hitze, UV-Licht und Bewitterung als die meisten anderen Klebebänder. Es ist relativ weich und wenig zug- und abriebfest.Robinson Rubber – Polymer & Material Selection Guide, 2005, (PDF) – Limitations in performance of silicone rubber includes abrasion resistance, impact resistance, and tear resistance. Mit zugesetztem Eisenoxid ist es gut wärmeleitend. Aufgrund der Hitzebeständigkeit wird selbstverschweißendes Silikonklebeband auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt.

Klebebänder aus Silikon und EPR sind durchschlagfester als Bänder aus PIB und können bei höherer elektrischer Spannung eingesetzt werden.

Gewebebänder Besonders beanspruchbare Klebebänder werden mit Textilgewebe bzw. Gewebe aus besonders reißfesten Kunststoffen verstärkt. Die Verstärkung ist in der Regel anisotrop mit Hauptwirkung in Längsrichtung. Oft können die Bänder in Querrichtung mit der Hand abgerissen werden, was die Verarbeitung erleichtert.

Heftpflaster mini|Verschiedene Rollenpflaster

Ein Heftpflaster ist ein klebendes Textilband in Breiten von 1,25 bis 5 cm auf Rollen zur Fixierung von Verbänden oder zur Befestigung verschiedener Artikel auf der Haut. Fixiert werden damit in der Regel Mull, Mullbinden oder Kompressen, um in Kombination mit diesen die Wunde abzudecken. Vielfach werden auch Katheter damit befestigt, um ein Verrutschen oder versehentliche Fehllage zu vermeiden.

Zur Herstellung des aus dem Heilpflaster hervorgegangenen Heftpflasters wurde ursprünglich eine Masse aus Fett, Öl, Wachs und Terpentin auf eine Unterlage aus Leinwand oder Cretonne gestrichen. Für das reine medizinische Klebeband ist das Begriffsmonopol Leukoplast verbreitet. Je nach gewünschten Eigenschaften (zum Beispiel Elastizität, Reißfestigkeit oder Hautfreundlichkeit) werden auch andere medizinische Klebebänder verwendet.

Das mit einer Wundauflage kombinierte Pflaster heißt auch Wundschnellverband. Pflaster zur Erweiterung der Nasenflügel werden als Nasenpflaster bezeichnet. Ein eingängiger Markenname ist Hansaplast.

Das selbstklebende Heftpflaster ist eine deutsche Erfindung: Am 8. November 1882 erhielt Paul Beiersdorf das Patent. Die Entwicklung wurde durch Oscar Troplowitz zur Serienproduktion gebracht.ABC der Deutschen Erfindungen. Reportage von Dorothee Ott und Kristine von Soden. Hessischer Rundfunk, 23. Dezember 2010.

Ehemals als Klebmasse verwendete Bleiseife wurde der Giftigkeit wegen ersetzt. Ein Markenname, der die weiße Klebmasse am sandfarbenen Gewebe widerspiegelt, der zum Gattungsbegriff wurde, ist Leukoplast – leuko, griech. weiß.

Heftpflaster sind heute häufig aus etwas dehnbarer Kunststofffolie, die für das Durchtreten von Wasserdampf (aus Schweiß) perforiert ist. Früher wurde nur Rollenware in 4, 6, 8 und 10 cm Breite (mit einem Wundpolster als endloser Mittelstreifen) individuell nach Bedarf oder auf Vorrat abgeschnitten. Heute sind einzeln gefertigte Pflaster mit abgerundeten Ecken die Regel. Bunte Motive als Aufdruck erfreuen Kinder.

Duct Tape, Duck Tape mini|Das in den USA handelsübliche Gewebe-Klebeband oder Duck Tape Duct Tape oder Duck Tape (deutsch Universalklebeband, Panzerband oder Industrieklebeband) ist der Begriff für ein oft silbergraues, selbstklebendes und wasserdichtes Gewebeband. Typische Kennwerte sind: Klebkraft: 13 N/25 mm Reißkraft: 100 N/cm Reißdehnung: 18 % Temperaturbeständigkeit: max. 60 °C

Ursprünglich wurde das Gewebe-Klebeband von Johnson & Johnson für das amerikanische Militär entwickelt, um Feuchtigkeit von Munitionskisten fernzuhalten. Die Begriffsentwicklung ist unklar. Schon um 1900 wurden dünne Streifen aus cotton duck (Canvasgewebe) noch ohne Klebefläche als duck tapes bezeichnet. Eine andere Erklärung für die Bezeichnung ist die einem Entengefieder (duck, dt. Ente) gleichende wasserabweisende Wirkung. Als das Klebeband zunehmend an Lüftungskanälen (engl. ductwork) zum Einsatz kam, soll sich der Begriff Duct Tape etabliert haben, wobei fraglich ist, welches Wort zuerst verwendet wurde. Das zunächst olivgrüne Duct Tape wurde bald für alle möglichen Aufgaben genutzt und ist heute vor allem in silberner Farbe bekannt.