mini|Zeichen für die Autobahn mini|Aktuelles Autobahnnetz in Kroatien Die Autobahnen (kroatisch: Autoceste, singular Autocesta) sind ein Straßentyp in Kroatien und bilden einen Teil des nationalen Fernstraßennetzes. Sie dienen dem überregionalen und internationalen Verkehr.

Derzeit existieren Autobahnen mit einer Länge von etwa 1434 Kilometern, ungefähr 35 Autobahnkilometer werden gebaut. Das geplante Autobahnnetz beträgt rund 1800 Kilometer. Die wichtigste und längste Autobahnverbindung ist die A1. Weitere wichtige Verbindungen sind die A2, A3, A4 und A6.

Für fast alle Autobahnen werden Gebühren (kroatisch: Cestarina) erhoben und es gilt ein Tempolimit von 130 km/h.

Geschichte mini|Die A1 an der Anschlussstelle Karlovac mini|Die A1 zwischen Zagreb und Split (2013)

Der Autobahnbau in der kroatischen Teilrepublik der SFR Jugoslawien begann 1970. Bis Ende der 1960er Jahre wurden gar keine Autobahnen gebaut. Nach dem sogenannten kroatischen Frühling erfolgten 1971/72 die Freigaben der ersten insgesamt 50 Kilometer bei Rijeka sowie von Zagreb nach Karlovac. Allerdings wurden danach bis 1980 mit Ausnahme eines kurzen Abschnittes keine Autobahnkilometer mehr fertiggestellt und die wenigen Neubauten der 1980er Jahre beschränkten sich bis zur Unabhängigkeitserklärung 1991 fast ausschließlich auf die Strecke von Zagreb nach Slavonski Brod (als Teil des Autoput Bratstvo i jedinstvo, heute die Autobahn A3). Darüber hinaus wurde der Weiterbau der Autobahn Zagreb-Karlovac zur zweitgrößten Stadt Split (heute die Autobahn A1) sowie zur wichtigsten Hafenstadt Rijeka (heute die Autobahn A6) stets von der regierenden kommunistischen Partei verhindert. Wegen des Kroatienkriegs kamen bis 1996 zu den 284,4 km Autobahnen sowie weiteren 23,8 Kilometer Halbautobahnen keine Neubauten hinzu.

Zu Beginn der 2000er Jahre wurde der Autobahnbau beschleunigt. Die Gründe dafür lagen vor allem daran, dass die kroatische Regierung Konzessionen für bestimmte Autobahnprojekte vergab.

Das wichtigste Autobahnprojekt war die 467 km lange Autobahn A1 von Zagreb über Split bis Vrgorac. Es wurde am 26. Juni 2005 vollständig ausgebaut, das heißt, durchgehend zweispurig in beiden Richtungen (zweiröhrige Tunnel sind auf der gesamten Strecke vorhanden). Die A1 verbindet den kontinentalen Teil Kroatiens mit dem mediterranen Dalmatien. Das wichtigste Bauwerk stellt der Sveti-Rok-Straßentunnel (5.687 m) durch das Velebit Gebirgsmassiv dar, der praktisch zwei Klimazonen miteinander verbindet (das Gebirgsklima Zentralkroatiens mit dem mediterranen Klima Dalmatiens). Der modernste und gleichzeitig längste Tunnel Kroatiens befindet sich ebenfalls auf der A1-Trasse. Es ist dies der Tunnel durch den Gebirgszug Mala Kapela (5.780 m). 2013 erfolgte die Weiterführung bis zur wichtigen süddalmatinischen Hafenstadt Ploče.

Im Frühjahr 2004 wurde das letzte noch verbleibende Teilstück der Autobahnverbindung A6 zwischen Rijeka und Zagreb fertiggestellt. Seit Oktober 2008 ist die Autobahn durchgehend mit zwei Fahrbahnen befahrbar. Im Juni 2005 existierten ab der slowenischen Grenze die Autobahn A9 bei Umag in Richtung Süden nach Rovinj bzw. Pula und die Autobahn A7 vom Grenzübergang Rupa bis Rijeka. Im Juni 2006 erfolgte die Eröffnung des letzten Abschnittes der Autobahn A3 von Županja (Ost-Slawonien) nach Serbien. Im Mai 2007 erfolgte die Fertigstellung der Autobahn A2 Zagreb–Krapina (Grenzübergang Macelj, südlich von Maribor).

Der östliche und westliche „Flügel“ des sogenannten „istrischen Ypsilons“, die Autobahnen A8 und die A9 (Autobahnverbindung in Istrien) sind seit Anfang Juni 2005 für den Verkehr geöffnet. Zurzeit wird das istrische Ypsilon ausgebaut, so dass es in beide Richtungen zwei Spuren gibt. Bis auf die letzte Etappe vom Učka-Tunnel bis zur Verzweigung mit der Autobahn A7 bei Matulji ist bereits das gesamte istrische Ypsilon zweispurig in beide Richtungen ausgebaut. Die letzte Etappe des Ausbaus ist in Bau.

Der Ausbau des europäischen Nord-Süd-Korridors 5c zwischen der ungarischen Grenze bei Beli Manastir, Osijek und der bosnischen Grenze in Richtung Sarajewo wurde als Autobahn A5 realisiert. Am 9. November 2007 wurde das Teilstück der A5 von Sredanci bis Đakovo feierlich für den Regelverkehr freigegeben. Weitere Abschnitte wurden in den Jahren 2009, 2015 und 2021 freigegeben. Der letzte ca. 5,9 km lange Abschnitt von Beli Manastir zur ungarischen Grenze wurde im Oktober 2025 freigegeben.

Von 1996 bis 1999 wurden zunächst 126,8 Autobahnkilometer freigegeben, sodass sich das Autobahnnetz auf 381,9 km als Voll- und 53,1 km als Halbausbau vergrößerte. In der ersten Hälfte der 2000er Jahre wurden Abschnitte mit einer Länge von 444,5 km, davon 14,4 km als Halbautobahnen, freigegeben. Das Autobahnnetz betrug Ende 2005 879,5 km, davon waren 67,5 km als Halbautobahnen eröffnet. Im Zeitraum von 2006 bis 2010 konnten 252,4 km fertiggestellt werden. Ende 2010 betrug das fertiggestellte Autobahnnetz 1106,3 km. Dabei wurde die 1000 km-Marke mit der Eröffnung des 40,3 km langen Abschnittes der Autobahn A1 zwischen Šestanovac und Ravča am 22. Dezember 2008 überschritten. Ab 2011 wurden weitere 104,7 Autobahnkilometer fertiggestellt und eröffnet. Das aktuelle Autobahnnetz beträgt daher 1211 km.

Ende 2012 gab die kroatische Regierung bekannt, das gesamte staatlich betriebene Netz mit den beiden öffentlichen Betreibern HAC und ARZ privatisieren zu wollen.

Bis zum Beitritt Kroatiens zur Eurozone zu Jahresbeginn 2023 war die Kroatische Kuna als Landeswährung Hauptzahlungsmittel der Streckenmaut. Zahlungen in Euro wurden angenommen, Rückgeld aber wurde immer in Kuna ausgegeben. Im Übergang zum Euro wurden bis Mitternacht des 14. Januar 2023 (also für zwei Wochen) noch Kuna angenommen. Seitdem erfolgen alle Mautzahlungen in Euro.

Verkehrsfreigabe 1972 – 1991 Abschnitt der A6: Orehovica – Kikovica (10,5 km; eröffnet am 9. September 1972) Abschnitt der A1: Zagreb – Karlovac (39,3 km; eröffnet am 29. Dezember 1972) Abschnitt der A3: Jankomir (Zagreb) – Lučko (5,9 km; eröffnet 1979) Abschnitt der A2 als Halbautobahn: Jankomir – Zaprešić (8,2 km; eröffnet 1980) Abschnitt der A3: Ivanja Reka – Lipovljani (76,5 km; eröffnet 1980) Abschnitt der A3: Lučko – Ivanja Reka (22,1 km; eröffnet 1981) Abschnitt der A6 als Halbautobahn: Kikovica – Oštrovica (7,3 km; eröffnet 1982) Abschnitt der A3: Lipovljani – Okučani (35,8 km; eröffnet 1985) Abschnitt der A3: Okučani – Prvča (7,5 km; eröffnet 1986) Abschnitt der A7 als Halbautobahn: Diračje – Orehovica (8,3 km; eröffnet im Juli 1988) Abschnitt der A3: Prvča – Brodski Stupnik (40,6 km; eröffnet 1988) Abschnitt der A3: Brodski Stupnik – Slavonski Brod-zapad (8,8 km; eröffnet 1989) Abschnitt der A7: Matulji – Diračje (4 km; eröffnet 1990) Abschnitt der A2: Zaprešić – Gubaševo (17,5 km; eröffnet 1991) Abschnitt der A3: Slavonski Brod-zapad – Slavonski Brod-istok (8,8 km; eröffnet 1991) Abschnitt der A7: Jušići – Matulji (7,1 km; eröffnet 1991)

Verkehrsfreigabe 1996 – 2005 Abschnitt der A2: Gubaševo – Krapina (15,7 km; eröffnet 1996) Abschnitt der A3: Slavonski Brod-istok – Oprisavci (10,9 km; eröffnet 1996) Abschnitt der A6 als Halbautobahn: Oštrovica – Delnice (21,4 km; eröffnet 1996) Abschnitt der A4: Čakovec – Goričan (16 km; eröffnet 1997) Abschnitt der A6 als Halbautobahn: Delnice – Kupjak (7,9 km; eröffnet 1997) Abschnitt der A4: Popovec – Komin (22,4 km; eröffnet 1998) Abschnitt der A4: Varaždin – Čakovec (15,6 km; eröffnet 1998) Abschnitt der A3: Oprisavci – Velika Kopanica (16,9 km; eröffnet 1999) Abschnitt der A3: Jankomir – Staatsgrenze HR/SI (13,7 km; eröffnet 2000) Abschnitt der A4: Komin – Breznički Hum (12,3 km; eröffnet 2000) Abschnitt der A4: Ivanja Reka – Popovec (6 km; eröffnet 2000 als Halbautobahn und 2003 als Vollautobahn) Abschnitt der A1: Karlovac – Vukova Gorica (18,2 km; eröffnet 2001) Abschnitt der A3: Velika Kopanica – Županja (26 km; eröffnet 2002) Abschnitt der A1: Vukova Gorica – Bosiljevo – Mala-Kapela-Tunnel (39,4 km; eröffnet am 30. Juni 2003) Abschnitt der A1: Gornja Ploča – Tunnel Sveti Rok – Zadar (54,4 km; eröffnet am 30. Juni 2003) Abschnitt der A4: Breznički Hum – Varaždin (23,3 km; eröffnet 2003) Abschnitt der A6: Kupjak – Vrbovsko (19,8 km; eröffnet 2003) Abschnitt der A1: Zadar – Pirovac (37 km; eröffnet am 30. Juni 2004) Abschnitt der A1: Vrpolje – Dugopolje (44,7 km; eröffnet am 30. Juni 2004) Abschnitt der A1: Mala-Kapela-Tunnel – Gornja Ploča (100,8 km; eröffnet am 24. Juli 2004) Abschnitt der A7: Jurdani – Jušići (3,7 km; eröffnet 2004) Abschnitt der A6: Bosiljevo – Vrbovsko (14,4 km; eröffnet als Halbautobahn 2004, als Vollautobahn 2007) Abschnitt der A1: Pirovac – Vrpolje (33,5 km; eröffnet am 26. Juni 2005) Abschnitt der A7: Staatsgrenze HR/SI – Jurdani (11 km; eröffnet 2005)

Verkehrsfreigabe ab 2006 mini|Das vollausgebaute, zukünftige Autobahnnetz nach aktuellem Planungsstand

Abschnitt der A7: Orehovica – Sveti Kuzam (6,4 km; eröffnet im Mai 2006) Abschnitt der A2 als Vollautobahn: Jankomir – Zaprešić (eröffnet 2006) Abschnitt der A3: Županja – Staatsgrenze HR/RS (30,4 km; eröffnet 2006) Abschnitt der A2: Krapina – Macelj (HR/SI) (19,4 km; eröffnet am 29. Mai 2007) Abschnitt der A1: Dugopolje – Šestanovac (36,9 km; eröffnet am 27. Juni 2007) Abschnitt der A5: Sredanci – Đakovo (23 km; eröffnet am 9. November 2007) Abschnitt der A6 als Vollautobahn: Kikovica – Oštrovica (eröffnet 2007) Abschnitt der A6 als Vollautobahn: Oštrovica – Delnice – Kupjak (eröffnet am 22. Oktober 2008) Abschnitt der A4: Goričan – Staatsgrenze HR/HU (1,4 km; eröffnet am 22. Oktober 2008) Abschnitt der A1: Šestanovac – Ravča (40,3 km; eröffnet am 22. Dezember 2008) Abschnitt der A5: Đakovo – Osijek (32,5 km; eröffnet 17. April 2009) Abschnitt der A11: Velika Gorica – Buševec (9 km; eröffnet am 9. Mai 2009) Abschnitt der A7 als Vollautobahn: Diračje – Orehovica (8,3 km; eröffnet im Dezember 2009) Abschnitt der A9: Kanfanar – Pula (27,5 km; eröffnet am 20. Juni 2010) Abschnitt der A9: Umag – Kanfanar (49 km; eröffnet am 14. Juni 2011) Abschnitt der A1: Ravča – Vrgorac (10,3 km; eröffnet am 30. Juni 2011) Abschnitt der A8: Kanfanar – Rogovići (Pazin) (18,1 km; eröffnet am 29. Oktober 2011) Abschnitt der A7: Sveti Kuzam – Hreljin (5,3 km; eröffnet am 16. Juli 2013) Abschnitt der A7: Hreljin – Križišće (5,2 km; eröffnet am 16. Juli 2013 als Halbautobahn und Ende Dezember 2013 als Vollautobahn) Abschnitt der A1: Vrgorac – Ploče – Metković (12,2 km; eröffnet am 20. Dezember 2013) Abschnitt der A10: Metković (A1) – Staatsgrenze HR/BA (4,6 km; eröffnet am 20. Dezember 2013) Abschnitt der A5: Sredanci – Svilaj (2,6 km; eröffnet am 2. März 2015) Abschnitt der A11: Buševec – Lekenik (11,4 km; eröffnet am 22. April 2015) Abschnitt der A11: Velika Gorica - Jakuševec (Zagreb) (9 km; eröffnet am 3. November 2015) Abschnitt der A8: Rogovići – Cerovlje (11 km; eröffnet am 5. November 2020) Abschnitt der A8: Cerovlje – Lupoglav (14,4 km; eröffnet am 26. Juli 2021) Abschnitt der A5: Svilaj – Staatsgrenze HR/BA (2,3 km; eröffnet am 30. September 2021) Abschnitt der A5: Osijek – Beli Manastir (24,5 km; eröffnet am 2. Dezember 2022) Abschnitt der A8: Lupoglav - Vranja (4 km; eröffnet im April 2023) Abschnitt der A8: Zweite Röhre des Učka-Tunnels (5 km; 13. September 2024) Abschnitt der A5: Lekenik - Sisak (11 km; eröffnet am 10. Oktober 2024)

Liste der Autobahnen

Maut Mautsystem Mautpflicht besteht auf allen kroatischen Autobahnen, mit Ausnahme der Umfahrungsautobahn rund um Zagreb. Das kroatische Autobahnnetz ist, mauttechnisch gesehen, ein sternförmig-geschlossenes System mit dem Zentrum Zagreb. Die meisten Autobahnverbindungen enden bei der Hauptstadt Zagreb, weshalb jeweils vor Erreichen dieses Zentrums Mautbarrieren überquert werden müssen. Ab Zagreb erreicht man ohne weitere Stops die jeweilige Zielausfahrt.