Girnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwarzhofen im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf (Bayern).

Geographische Lage Das Dorf Girnitz befindet sich ungefähr zwei Kilometer nordwestlich von Schwarzhofen, an der Staatsstraße 2040 am Nordufer der Schwarzach.

Geschichte Anfänge bis 18. Jahrhundert Girnitz – auch: Chirnizzingen (unsicher), Goernz, Görnitz, Gürnitz, Girniz – gehört zu den slawischen Ortsnamen im Bereich des ehemaligen Landkreises Neunburg vorm Wald und ist sicher ab 1289 belegt.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 12, 14 Es zeugt von der frühen slawischen Besiedlung dieses Gebietes, speziell in den Tälern der Ascha und der Schwarzach, deren Bevölkerung etwa ab dem 10. Jahrhundert durch die vordringende deutsche Besiedelung nach und nach zurückgedrängt oder assimiliert wurde.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 6–19 Bereits um 1150 wurde Chirnizzingen (wahrscheinlich: Girnitz) im Zusammenhang einer Schenkung an das Kloster Prüfening erwähnt.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 50 In einer Urkunde vom 10. Juli 1289 wurde dokumentiert, dass Graf Rapoto IV. einen Hof und eine Mühle in Girnitz an Ulrich von Meischendorf und dessen Kinder gab.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 58

Andreas, der Sohn Sigmund Prackendorfers, saß auf dem adeligen Landgut Schönau. Er wurde 1467 mit der Mühle in Girnitz belehnt, die leuchtenbergisches Lehen war.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 201 Auch das Fischwasser in Girnitz war leuchtenbergisches Lehen. Es wurde 1506 an die Brüder Leonhard und Georg Prackendorfer zu Prackendorf, 1509 an Leonhard allein und 1585 an Hans Thomas von und zu Prackendorf verliehen.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 196 Girnitz wird in den Musterungsregistern 1522 mit 4 Mannschaften und 1572 mit 7 Mannschaften aufgeführt.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 111

1622 gab es in Girnitz 4 Höfe, 4 Güter und zwei Inwohner. 1631 waren in Girnitz zum inneren Amt Neunburg vorm Wald gehörig 5 Höfe, 2 Güter, ein Gütel, 6 Inwohner, 9 Rinder, 19 Schweine, 23 Schafe und ein Bienenstock, zur Landsasserei Schönau gehörig ein Hof, ein Gut, eine Mühle, 16 Rinder, 9 Schafe und 3 Ziegen.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 266 1661 nach Ende des Dreißigjährigen Krieges gehörten in Girnitz zum inneren Amt Neunburg 5 Höfe, 2 Güter, ein Gütel, 3 Inwohner (darunter ein Hüter), ein Pferd, 39 Rinder, 10 Schweine, 30 Schafe und 2 Ziegen und zur Hofmark Schönau gehörig ein Gut (abgebrannt und öd), eine Mühle und ein Rind.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 266

1762 wurden für Girnitz zum inneren Amt Neunburg gehörig 8 Anwesen und 6 Inwohner (darunter ein Hüter und eine Gänsehirtin) aufgeführt.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 266 Ende des 18. Jahrhunderts war ein Hof in Girnitz zum Kloster Walderbach grundbar.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 85

19. Jahrhundert bis Gegenwart Entsprechend einer Verordnung von 1808 wurde das Landgericht Neunburg vorm Wald in 55 Steuerdistrikte unterteilt. Dabei bildete Haag bei Schwarzhofen mit den Ortschaften Denglarn, Girnitz, Höfen bei Uckersdorf, Krimling, Laubenhof, Raggau und Uckersdorf einen Steuerdistrikt. Girnitz hatte zu dieser Zeit einen Müller, 11 Anwesen und 86 Einwohner.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 332, 359, 443

1830 bis 1972 bildete Uckersdorf zusammen mit den Ortschaften Girnitz, Höfen bei Uckersdorf und Schönau eine selbständige Gemeinde.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 434

Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) wurde Girnitz als Teil der Pfarrei Schwarzhofen mit 12 Häusern und 71 Einwohnern aufgeführt.Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 375 Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Uckersdorf in die Gemeinde Schwarzhofen eingegliedert, damit gelangte Girnitz in die Gemeinde Schwarzhofen.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 434

Am 31. Dezember 1990 hatte Girnitz 45 Einwohner und gehörte zur Pfarrei Schwarzhofen.Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 668

Literatur Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9

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Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Schwarzhofen) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung 1289