mini|Wappen derer von/de Tubeuf

Beerbach (fränkisch: Baabach) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Dietersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Beerbach hat eine Fläche von 5,680 km². Sie ist in 715 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7944,47 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Pechhütte.

Geographie Das Dorf liegt am Brünnleinsbach und am Buchengraben, die 0,25 km nördlich des Ortes zum Beerbach zusammenfließen, einem rechten Zufluss des Schweinebachgrabens. Etwa 0,5 km südwestlich erhebt sich der Salzleckenkopf (), 0,75 km der Rothenberg (), 0,5 km nordwestlich der Kirschenbuckel. 0,25 km südlich liegt der Klosterwald, etwa 0,25 km östlich das Waldgebiet Hochstraße, 1 km nordwestlich das Flurgebiet Reutenfeld.

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dietersheim (2,5 km nordwestlich), an der Pechhütte vorbei nach Rimbach zur Kreisstraße NEA 24 (3 km südöstlich) und zur Kreisstraße NEA 6 (1 km nördlich).

Ortsname Der Ortsname „Beerbach“ wurde von mittelhochdeutsch ber, ‚Eber‘, ‚Schwein‘, „Saubär“ als ‚männliches Schwein‘, abgeleitet, woraus auch mundartlich Beier, Beir für das Geschlecht von Beirbach erklärt werden kann.Christoph Beck: Die Ortsnamen des Aischtales und der Nachbartäler. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1926, S. 5.

Geschichte In der Gründungsurkunde des Klosters Heilsbronn von 1132 wurde ein „Wignand von Beirbach“ erwähnt, womit erstmals auch der Ort urkundlich bezeugt ist. Das Heilsbronner Kloster war jedoch dort nicht begütert. Das ortsansässige Geschlecht wurde 1168 mit „Henricus de Beirbach“, 1235 mit „Heinricus de Beigerbach“ und 1253 mit „Fridericus de Beigerbach“ bezeugt. 1517 wurde der Ort in einer Urkunde des Zisterzienserklosters Birkenfeld erwähnt. 1699 kaufte Wilhelm von Witzleben Beerbach als freies, adeliges Rittergut, aber bereits 1703 kam es zum Haus Brandenburg zurück. 1724 wurde es Johann Heinrich von Stürzel überlassen, der es 1735 seiner Tochter Charlotte bei ihrer Heirat mit Ernst Ludwig von Holleben vermachte.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 75. Informationen teilweise übernommen von Karl Friedrich Hohn: Geographisch-statistisches Handbuch von Bayern. 2. Auflage, Nürnberg 1840, Sp. 130 f.

Das von 1700 bis 1706 durch Wilhelm von Witzleben erbaute Schloss mit 26 m Länge und 17 m Breite im Ortskern wurde 1802–1805 abgebrochen und nur einige Kellergewölbe und das Wappen derer von Tubeuf am Haus Herrnbergstraße 2 erinnern an die Feudalzeit.

Im Jahre 1769 erwarb Hofrat Charles Baron de Tubeuf das Rittergut Beerbach. Wenige Jahre nach dem Tode seiner Frau verkaufte er es für 60.000 Gulden an das Fürstentum Ansbach und zog nach Erlangen in das Palais in der Friedrichstraße. auf erlangen-virtuell.myfen.de 1786 wurde das Rittergut vom Neustädter Kastenamtmann im Auftrag des Markgrafen unter öffentlicher Aufsicht einzeln und stückweise an die Untertanen verkauft.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Beerbach 49 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die brandenburg-bayreuthische Administration Beerbach. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Administration Beerbach: Schloss, Wirtshaus mit Brauhaus, Branntweinbrennerei, Gemeindehaus, Gemeindehirtenhaus, Bäckerei, ehemalige Pechhütte, ehemalige Ziegelhütte, 22 Häuser, 10 Halbhäuser, 8 Viertelhäuser; Klosteramt Birkenfeld: 1 Hof).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 81.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Beerbach zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Oberroßbach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Oberroßbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Beerbach, zu der Pechhütte gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 222. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 183. Ab 1862 gehörte Beerbach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,687 km².

Von etwa 1837 bis 1967 gab es in Beerbach eine Einklassenschule, in der bis über 100 Schüler unterrichtet wurden.

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Beerbach am 1. Januar 1972 nach Dietersheim eingegliedert.

Bis Anfang der 1980er Jahre war Beerbach bis in den Großraum Nürnberg als „Kirschenmetropole“ bekannt.Siehe Website dietersheim.de

Baudenkmäler Dietersheimer Straße 2 (= Haus Nr. 6): Gasthaus Haus Nr. 14: Ehemalige Schäferei, 1727 als Kellergebäude errichtet, 1885 neu gebaut. Eingeschossiges Satteldachhaus auf Quadersockel. Zwei Dachgeschosse, Glockentürmchen. Rundbogige Kellertür war bezeichnet „J. H. v. St(ürzel) 1727“, modern verändert. Im Keller großes Tonnengewölbe.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 27. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 15: Ursprünglich Brauerei. An Neubau des 19. Jahrhunderts Bogenstein in Wiederverwendung: „L I E v“(on) „H“(olleben) / „1753“. In der Scheuer an der Nordseite im Putz „Erbaut von Johann Friedrich Hülf 1854“. Haus Nr. 50: Erstes Viertel 19. Jahrhundert. Zweigeschossiges Walmdachhaus, im Erdgeschoss teilweise verändert. Quadersockel, Ecklisenen, verkröpftes Gurtband. Obergeschoss verputztes Fachwerk. An der Westseite des Erdgeschosses Wappenstein der Tubeuf, zwei Löwen halten glattes Wappen, mit Devise „Deo et virtuti“. Das nach dem Ersten Weltkrieg am Ortsausgang Richtung Dietersheim errichtete Gefallenendenkmal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit zwei Steinplatten ergänzt.Gefallenendenkmal Beerbach in Denkmalprojekt.org

Bodendenkmäler In der Gemarkung Beerbach gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Beerbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 293 423 402 384 409 426 440 451 443 450 401 393 355 354 351 326 307 309 277 368 370 324 317 276HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 52 61 71 72 69 69 66 62 65 Quelle

Ort Beerbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2013 2014Einwohner 293 350 337 374 365 292 258 317 267 233 226 220 217Häuser 52 73 58 56 55 51 55 62 Quelle

Kirchengemeinde Beerbach gehört zum evangelisch-lutherischen Pfarramt Dottenheim. In der Dottenheimer St.-Markus-Kirche befinden sich die Grabstätten der früheren Rittergutsbesitzer von Tubeuf. Der Friedhof wurde 1934 angelegt. Bis dahin wurden die Verstorbenen auf dem Friedhof Dottenheim beigesetzt. Die neu errichtete Kapelle am Friedhof wurde 1974 geweiht.

Vereinsleben In Beerbach gibt es ein vielfältiges und lebendiges Vereinsleben.

Verein Gründungsjahr Zahl der Mitglieder 2013 Freiwillige Feuerwehr Beerbach e. V. 1888 45 Obst- und Gartenbauverein 1902 33 Männergesangverein Beerbach 1905 e. V. 1905 53 Dorfverein Beerbach e. V. 1999 54

Regelmäßige Veranstaltungen Kirchweih im Zelt Anfang Oktober Straßenfest der Dorfjugend im August

Persönlichkeiten Viktor von Holleben (1737–1808), preußischer Generalmajor

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Dietersheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1132 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim