Bischberg ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg etwa fünf Kilometer westlich von Bamberg am Zusammenfluss von Regnitz und Main und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Der Ortsname leitet sich von Bischofsberg ab. Der Bischof von Würzburg soll dem Ortsgründer aufgetragen haben, am Zusammenfluss von Main und Regnitz einen Stützpunkt anzulegen.

Geografie Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Oberfranken-West.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bischberg (Pfarrdorf) Rothhof (Einödhof) Trosdorf (Kirchdorf) Tütschengereuth (Kirchdorf) Weipelsdorf (Dorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bischberg, Trosdorf und Tütschengereuth. Die Gemarkung Bischberg hat eine Fläche von 9,838 km². Sie ist in 2805 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3506,87 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Rothhof und Weipelsdorf.

Einwohnerzahlen Die Einwohnerzahlen am 1. Januar 2025Einwohnerzahlen im Amtsblatt Nr.3/2025 der Gemeinde Bischberg im Vergleich zum VorjahrEinwohnerstatistik auf der Homepage der Gemeinde Bischberg: Die Einwohnerzahlen in den Gemeindegliederungen Gemeindeteil Hauptwohnsitz +/- Nebenwohnsitz +/- Gesamt +/- Bischberg incl. Rothof 4.348(-29) 216(-5) 4.564(-34) Trosdorf 877(-15) 27(+3) 904(-12) Tütschengereuth 685(+22) 21(0) 706(+22) Weipelsdorf 218(+3) 19(+1) 237(+4) Gesamt 6.128(-19) 283(-1)6.411(-20)

Geschichte mini|Urkunde aus dem Jahr 1013, in der Bischberg erstmals erwähnt ist mini|Bevölkerungsentwicklung seit 1840Bayerisches Landesamt für Statistik: Genesis online Bis zur Gemeindegründung Bischberg wurde 1013 durch König Heinrich II. erstmals urkundlich als „Biscoffesberge“ erwähntHomepage Gemeinde Bischberg. Die erste Siedlung wurde wohl auf einer Anhöhe errichtet, wovon sich der Ortsname ableitet.

Bischberg gehörte vor der Säkularisation zum Hochstift Bamberg, ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Bedeutendster Grundherr war das Kloster Michelsberg, das im 18. Jahrhundert auch die Ortsherrschaft innehatte. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehörte der Ort wie weite Teile Frankens zum Königreich Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens). (PDF-Datei; 179 kB) Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Trosdorf am 1. Mai 1978 eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 5299 auf 6068 um 769 Einwohner bzw. um 14,5 %.

Flößerei Durch die Lage am Zusammenfluss von Main und Regnitz wurde der Ort für die Flößer aus dem Frankenwald zu einer wichtigen Station. Es war der zweite Halteplatz nach Schwürbitz für die aus der Kronacher Gegend kommenden Flöße. Weil dort die Regnitz den Main wesentlich verstärkte, wurden die Böden in Bischberg zu Mainflößen zusammengefügt, die etwa hundert Meter lang und acht Meter breit waren (PDF-Datei; 190 kB). Die Verkehrsentwicklung auf Straße und Schiene ließ die Flößerei aussterben.

Religion Laut Zensus 2022 waren 60,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 12,7 % evangelisch-lutherisch. 26,8 % hatten eine andere Religion oder waren konfessionslos.

Am 9. Mai 2011 waren laut Zensus 71,5 % der Einwohner römisch-katholisch und 14,4 % evangelisch-lutherisch. 14,1 % hatten eine andere Religion oder waren konfessionslos.

Politik Bürgermeister Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Michael Dütsch (Wählergemeinschaft Bürgerinitiative), der in der Kommunalwahl 2026 mit 80,01 % der Stimmen bei zwei Gegenkandidaten wiedergewählt wurde. Bei der Kommunalwahl 2020 musste er sich in einer Stichwahl mit 55,44 % der Stimmen gegen Georg Schmitt (CSU) durchsetzen. Sein Vorgänger war seit 1996 Johann Pfister von der gleichen Wählergemeinschaft. Dieser setzte sich zuletzt bei der Wahl 2014 bei drei Gegenkandidaten mit 54,49 % der Stimmen durch. + Bürgermeister seit 1978 Nr. Bild Name (Lebensdaten) Partei Amtsantritt Ende der Amtszeit Länge der Amtszeit 1 Alfred Wachter (1923–1997) CSU 1978 1990 12 Jahre 2 Andreas Will (* 1950) CSU 1990 1996 6 Jahre 3 Johann Pfister (1950–2020)BI 1996 2020 24 Jahre 4 Michael Dütsch (* 1976)BI 2020

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen Die Wahl am 8. März 2026 führte in der Gemeinde Bischberg zu folgendem Ergebnis Wahl des Gemeinderats 2026 - 8. März 2026, Gemeinde Bischberg, Zwischenergebnis - Ausgezählte Gebiete: 10 von 10, 13.03.2026, 09:07:45: Gemeinderatswahl 2026 Wählergruppen:(ohne Landesvereinigung Freie Wähler Bayern) BI: Wählergemeinschaft Bürgerinitiative AB: Aktive Bürger FFB: Forum für Bischberg

Sitzverteilung seit 1978 Jahr Gesamt BI CSU AB SPD Grüne FW FWG FFB BB WGr ÖDP 2026 20 7 5 3 2 2 1 2020 20 5 6 1 3 2 2 1 2014 20 6 5 3 2 2 1 1 2008 20 6 6 2 3 1 1 1 2002 20 7 5 2 3 1 1 1 1996 20 7 8 3 1 1 BI 1990 20 5 7 6 2 BI 1984 20 3 8 5 1 3 1978 16 7 4 3 2 AB: Aktive Bürger BB: Bürgerblock, 1990 und 1996 Listenverbindung mit BI BI: Wählergemeinschaft Bürgerinitiative FFB: Forum für Bischberg FWG: Freie Wählergemeinschaft WGr: Wählergruppen

Wappen

Städtepartnerschaften Seit August 1987 besteht eine Partnerschaft mit Montauban-de-Bretagne, Frankreich.Website Gemeinde Bischberg

Bildungseinrichtungen Die Gemeinde verfügt über folgende Bildungseinrichtungen: Grundschule Bischberg Mittelschule Bischberg

Freizeit- und Sportanlagen In den Gemeindeteilen gibt es jeweils Fußballplätze und unterhalb der Bischberger Hauptschule ein gemeindliches Hallenbad mit einem 25-Meter-Becken.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Dachverband der Bischberger Vereine ist der Ortskulturring Bischberg.

Sport und Sportvereine Die RKB Solidarität Bischberg 1925 e. V. ist mehrfacher Deutscher Meister im Rasenradball. Die erste Mannschaft des Fußballclubs 1. FC Bischberg 1926 e. V. spielt in der Kreisklasse Bamberg 1; die Jugendabteilung besitzt Mannschaften von der G- bis zur A-Jugend. Derzeit hat der Sportkegelklub 1. SKK Bischberg e. V. 95 Mitglieder, davon sind 40 aktiv. Die Erste Damenmannschaft spielt in der Regionalliga Oberfranken/Unterfranken, die Erste Herrenmannschaft in der Bezirksliga Süd und die Jugend in der Bezirksklasse Süd. Für den Verein gewannen mehrere Akteure die Deutsche Meisterschaft. TC Bischberg e. V. (5 Tennisplätze beim Ortsteil Weipelsdorf) Die Mannschaften des Basketballvereins Bischberg Baskets e. V.(U 10, U 12, U 14, U 16, Damen, Herren) spielen von der Kreisklasse bis zur Bezirksoberliga.

Museen Im Ort befindet sich das Fränkische Fischereimuseum.

Bauwerke mini|Katholische Pfarrkirche St. Markus mini|Altarraum von St. Markus Auffälligstes Bauwerk neben der Kirche ist das Untere Schloss, 1743 von Carl Maximilian Zollner von Brand anlässlich seiner Vermählung errichtet. Heute wird es als Standesamt genutzt und dient verschiedenen Vereinen für Proben und Veranstaltungen. Bis 2020 beherbergte das Gebäude ein griechisches Speiselokal, welches sich räumlich umorientierte. Über die zukünftige Nutzung des Unteren Schlosses berät aktuell der Gemeinderat.

Regelmäßige Veranstaltungen Die Bischberger Kirchweih findet jährlich von Freitag bis Montag um den ersten Sonntag im September statt.

Kulinarische Spezialitäten Durch die örtliche Fischerzunft gefangene und vermarktete Main- und Regnitzfische.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehrsanbindung Bundesstraße 26 von Riedstadt (Groß-Gerau) nach Bamberg Maintalautobahn Bundesautobahn 70 von Schweinfurt nach Bayreuth Kreisstraße BA 36, Ortsverbindung nach Bamberg VGN-Stadtbusanbindung Linie 906 Bamberg (früher: Linie 6) und Linie 995 Viereth-Trunstadt (früher: OVF-Linie 601) sowie Linie 994 Priesendorf (früher: OVF-Linie 641) nach Bamberg sowie OVF-Linie 8229 Eltmann-Knetzgau (VGN-Bereich: Linie 952) Nächstgelegene Bahnstationen sind die Bahnhöfe in Bamberg, Hallstadt und Oberhaid.

20px|Bus Busverbindung in der Gemeinde VGN-Linie Betreiber Fahrtverlauf 906 Stadtwerke BambergVerkehrs- und Park GmbH Bamberg (ZOB) – Bischberg (– Trosdorf Industriegebiet) 952 Basel Reisen GmbH & Co. KGim Auftrag von OVF Linienbündel 7:Bamberg (Bahnhof/Markusplatz) – Bischberg – Viereth-Trunstadt – Eltmann – Sand (– Knetzgau) 988 BusClassic GmbH Linienbündel 6: Schülerverkehr:Viereth-Trunstadt – Bischberg – Stegaurach – Stappenbach 994 Green Mobility Connection GmbH Linienbündel 8:Bamberg (Bahnhof/ZOB/Markusplatz) – Bischberg – Priesendorf (– Lisberg) 995 Basel Reisen GmbH & Co. KG Linienbündel 7:Bamberg (Bahnhof/ZOB/Markusplatz) – Bischberg – Viereth-TrunstadtSchülerverkehr: Bischberg Grundschule – Viereth Schule – Trunstadt Schule Stand: 1. Aug 2024

Highspeed Internet Bischberg ist seit 2011 weitgehend mit schnellen DSL-Anschlüssen versorgt. Im März 2017 wurde zudem ein Vertrag mit dem Stadtnetz Bamberg unterzeichnet, der die Versorgung des Industriegebietes der Gemeinde Bischberg mit Glasfaserleitungen bis in die Gebäude vorsieht. Das Vorhaben wird vom Freistaat Bayern gefördert.

Brauereien Auf dem Gemeindegebiet besteht noch die Brauerei zur Sonne in Bischberg. Bis 1995 gab es die Brauerei Zellmann im Gemeindeteil Tütschengereuth. Heute lässt sie ihr Bier bei der Schlossbrauerei Reckendorf brauen. In Trosdorf war die Brauerei Steuer bis 1968 und die Brauerei Wachter bis 1975 ansässig.

Freiwillige Feuerwehren Freiwillige Feuerwehren bestehen in Bischberg, Trosdorf und Tütschengereuth. In Weipelsdorf gibt es eine Löschgruppe.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Leicht (1868–1940), Politiker (Zentrum, BVP) Philipp Kröner (1908–1964), katholischer Theologe, Landescaritasdirektor, Mitglied des Bayerischen Senats Mit Bischberg verbunden Walter Sage (1930–2017), deutscher Mittelalterarchäologe, lebte und starb in Bischberg

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde Bischberg (PDF; 1,24 MB)

Einzelnachweise

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