The Amityville Horror ist ein amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1979 und der erste Film der Amityville-Horror-Reihe. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Romanbestseller von Jay Anson. Eine Neuverfilmung wurde im Jahr 2005 produziert.

Die Geschichte basiert auf dem Fall von Ed und Lorraine Warren aus dem Jahre 1976.

Handlung

In den frühen Morgenstunden des 13. November 1974 erschießt Ronald DeFeo Jr. seine gesamte Familie in ihrem Haus in der 112 Ocean Avenue in Amityville, New York.

Dieses Haus beziehen ein Jahr später die frisch verheirateten George und Kathy Lutz mit Kathys Kindern Greg, Matt und Amy. George ist nicht religiös, aber die getaufte Katholikin Kathy bittet den Jesuitenpater Delaney, das Haus zu segnen. Delaney trifft in Abwesenheit der Familie ein und betritt das Haus. Sofort wird er von Fliegen umschwärmt und eine feindselige Stimme befiehlt ihm, das Haus zu verlassen, woraufhin er flieht. Am nächsten Tag besucht Kathys Tante Helena, eine Nonne, das Haus, wird aber schwer krank und reist abrupt ab, was Kathy sehr verwirrt.

Die Lebensqualität der Mittelschichtfamilie verschlechtert sich in den folgenden Wochen spürbar. George wird untypisch launisch und ausfallend und ist besessen davon, das Haus mit Brennholz warm zu halten, obwohl es Kathy nie zu kalt ist. George wacht immer wieder um 3:15 Uhr morgens auf – zur gleichen Zeit, zu der die DeFeos ermordet wurden – und Kathy leidet unter beunruhigenden Albträumen. Vor der Verlobungsfeier von Kathys Bruder verschwinden die für den Caterer bereitgelegten 1.500 Dollar, und Amys Babysitter wird von einer unsichtbaren Macht in einem Schlafzimmerschrank eingeschlossen. Weitere unerklärliche Vorfälle ereignen sich, als ein Schiebefenster einem der beiden Jungen eine schmerzhafte Handverletzung zufügt, und Amy einen imaginären Freund, Jody, hat, der von böser Natur zu sein scheint. Eines Nachts erblickt Kathy zwei rote, schweineähnliche Augen vor Amys Schlafzimmerfenster im zweiten Stock.

Delaney unternimmt mehrere Versuche einzugreifen, die jedoch durch ungewöhnliche Unfälle und Vorkommnisse vereitelt werden: Seine Telefongespräche mit dem Haus werden von Kathy häufig als statisches Rauschen wahrgenommen, und einmal hat sein Auto auf dem Weg zum Haus eine Fehlfunktion, die beinahe einen tödlichen Unfall verursacht. Der Priester sieht dämonische Kräfte am Werk und ist frustriert über die mangelnde Unterstützung durch seine Diözese. In der Zwischenzeit beginnt Georges Landvermessungsgeschäft unter seiner mangelnden Anwesenheit zu leiden, was seinem Geschäftspartner Jeff missfällt. Jeffs Frau Carolyn, die hellseherische Neigungen hat, ist von den Dingen, die sie im Haus spürt, sowohl abgestoßen als auch fasziniert.

Im Keller kratzt Familienhund Harry immer wieder an einer Wand. Die Eheleute reißen sie ein und legen einen kleinen Raum mit roten Wänden frei. Carolyn schreit entsetzt, dass sie „den Durchgang... zur Hölle“ gefunden haben, wobei ihre Stimme der von Pater Delaney ähnelt. Später in der Nacht betet Delaney leidenschaftlich auf seiner Kanzel, dass Gott die Familie retten möge, bevor er auf unerklärliche Weise sein Augenlicht verliert und in Katatonie verfällt.

Kathy recherchiert die Geschichte des Anwesens in der Bücherei. Alte Katasterunterlagen zeigen, dass das Haus auf einem Shinnecock-Friedhof erbaut wurde und dass der bekannte Satansanbeter John Ketchum einst dort lebte. Auf Zeitungsausschnitten über die DeFeo-Morde bemerkt sie die Ähnlichkeit zwischen Ronald DeFeo und George.

Die paranormalen Ereignisse kulminieren in dieser Nacht während eines Regenschauers: Blut sickert von den Wänden und die Treppe hinunter; Jody, die als großes, rotäugiges Schwein erscheint, wird durch ein Fenster gesehen; und ein scheinbar besessener George versucht, die Kinder mit einer Axt zu töten, kommt aber wieder zu sich, als Kathy eingreift. Nachdem er bei der Rettung von Harry durch die Kellertreppe in eine Grube mit schwarzem Schlamm gestürzt ist, fahren George und der Rest der Familie weg und lassen ihr Haus und ihre Sachen zurück. Ein abschließender Zwischentitel lautet: „George und Kathleen Lutz und ihre Familie haben ihr Haus und ihr persönliches Hab und Gut nie zurückerhalten. Heute leben sie in einem anderen Bundesstaat.“

Synchronisation Es existieren zwei deutsche Synchronfassungen. Die erste entstand bei der Deutsche Synchron Filmgesellschaft mbH & Co. Karlheinz Brunnemann Produktions KG, West-Berlin. Michael Richter führte Dialogregie. +RolleDarstellerSynchronsprecher (Kino 1980)Synchronsprecher (DVD)George LutzJames BrolinNorbert LangerErich RäukerKathy LutzMargot KidderUrsula Heyer oder Evamaria MinerJudith BrandtPater DelaneyRod SteigerHorst SchönBodo WolfPater BolenDon StroudRolf SchultNicolas BöllPater RyanMurray HamiltonHorst NiendorfReinhard KuhnertPater NuncioJohn LarchWolfgang VölzHelmut GaußJeffMichael SacksNorbert Gescher?CarolynHelen ShaverLiane Rudolph?Sgt. GionfriddoVal AveryEdgar OttJan SpitzerMrs. TownsendElsa RavenTilly Lauenstein?

Kritik Das Lexikon des internationalen Films urteilte, der Film sei „stilsicher und spannend inszeniertes okkultes Trivial-Kino“ und schmücke „sich mit verworrenen metaphysischen Spekulationen“. Der Fischer Film Almanach 1981 befand, es handele sich um einen die Stimmung des Exorzisten aufgreifenden, jedoch „mäßig unterhaltsame[n] Trivialfilm“, der „Aberglaube und Mystizismus“ huldige.

Der Schriftsteller Stephen King beschrieb in seinem Sachbuch Danse Macabre den Film als einen Vertreter einer wirtschaftlichen HorrorgeschichteStephen King: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Joachim Körber), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 291. und folgert, dass sich „hinter der Fassade einer Gespenstergeschichte in Wirklichkeit ein Derby des finanziellen Zusammenbruchs befindet.“Stephen King: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Joachim Körber), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 303. Er bezeichnet die Geschichte des Films als „einfach und schnörkellos, wie die meisten Horrorfilme“ und meint, er habe den Film in einem Artikel für den Rolling Stone im Jahr 1979 eine „dumme Geschichte“ genannt und ihn als „vereinfachend und durchschaubar“ bezeichnet; beides sei er auch, aber diese Bezeichnungen gehen in der Nachbetrachtung am Wesentlichen vorbei: „Dumm, vereinfachend und durchschaubar sind auch vollkommen angemessene Worte […], aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Geschichte ein beständiger Klassiker ihrer Art ist – vielleicht erklären diese Worte vielleicht sogar zum Großteil, warum sie ein Klassiker ihrer Art ist.“Stephen King: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Joachim Körber), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 294–295. Amity Horror sei „das perfekte Beispiel einer Geschichte, die man am Lagerfeuer erzählt. Der Erzähler [müsse] lediglich den Katalog unerklärlicher Ereignisse in der richtigen Reihenfolge bringen, sodass aus dem Unbehagen richtige Angst wird.“ King erklärt den Erfolg des Films damit, dass der Regisseur hier das wirtschaftliche Unbehagen als ständig präsenten Subtext und als Sprungfeder nutzt, wobei der Film perfekt in eine Zeit gesetzt worden sei, in der wirtschaftliche Ängste vor dem Hintergrund von 18 % Inflation und steigenden Lebenskosten allgegenwärtig waren.Stephen King: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Joachim Körber), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 300. Das böse Haus mit seinen Geistern ruiniere die Familie nach und nach finanziell und King habe sich am Ende, als das Haus sich buchstäblich selbst zerreißt, nicht gefragt, „ob die Familie Lutz lebend herauskommt, sondern ob sie eine ausreichende Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat.“Stephen King: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Joachim Körber), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 302.

Preise 1980: Oscar- und Golden-Globe-Nominierung als beste Filmmusik (für Lalo Schifrin)

Fortsetzungen Nach dem Erfolg dieses Filmes gab es insgesamt 41 weitere Filme der Reihe, darunter sind 7 offizielle Fortsetzungen und eine Neuverfilmung des ersten Teils. Seit den 2010ern wird der nicht geschützte Titel 'Amityville' für eine Vielzahl von Low-Budget-Filmen genutzt, unabhängig davon, ob der Inhalt des Films etwas mit den Geschehnissen um das Haus in Amityville zu tun hat oder nicht. Weitere Produktionen befinden sich laut Internet Movie Database in der Mache.

Fortsetzungen 1982: Amityville II – Der Besessene (Amityville 2 – The Possession), Regie: Damiano Damiani 1983: Amityville 3 (Amityville 3-D / Amityville 3 – The Demon), Regie: Richard Fleischer 1989: Amityville Horror 4 / Amityville 4 (Amityville Horror 4 – The Evil Escapes / Amityville 4), Regie: Sandor Stern 1990: The Amityville Curse – Der Fluch (The Amityville Curse), Regie: Tom Berry 1992: Amityville – Face of Terror (Amityville 1992 – It's about time), Regie: Tony Randel 1993: Amityville – A New Generation (Amityville – A New Generation / Amityville 1993: The Image of Evil), Regie: John Murlowski 1996: Amityville – Das Böse stirbt nie (Amityville Dollhouse), Regie: Steve White

Remake 2005: Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (The Amityville Horror), Regie: Andrew Douglas (Remake des Originalfilmes)

Weitere Filme 2011: The Amityville Haunting, Regie: Geoff Meed 2013: The Amityville Asylum, Regie: Andrew Jones 2015: Amityville Death House, Regie: Mark Polonia 2015: The Amityville Playhouse, Regie: John R. Walker 2016: Amityville: Vanishing Point, Regie: Dylan Greenberg 2016: The Amityville Legacy, Regie: Dustin Ferguson and Michael Johnson 2016: The Amityville Terror, Regie: Michael Angelo 2016: Amityville: No Escape, Regie: Henrique Couto 2016: Amityville: Evil Never Dies, Regie: Dustin Ferguson 2016: Against the Night, Regie: Brian Cavallaro 2017: Amityville Exorcism, Regie: Mark Polonia 2017: Amityville: The Awakening, Regie: Franck Khalfoun 2018: Amityville Horror – Wie alles begann (The Amityville Murders), Regie: Daniel Farrands 2018: Amityville: Mt. Misery Road, Regie: Chuck Morrongiello und Karolina Morrongiello 2020: Amityville Island, Regie: Mark Polonia 2020: Amityville Vibrator, Regie: Nathan Rumler 2020: Witches of Amityville Academy, Regie: Rebecca Matthews 2020: The Amityville Harvest, Regie: Thomas J. Churchill 2021: An Amityville Poltergeist, Regie: Calvin Morie McCarthy 2021: The Amityville Moon, Regie: Thomas J. Churchill 2021: Amityville Cult, Regie: Trey Murphy 2021: Amityville Vampire, Regie: Tim Vigil 2022: Amityville Scarecrow, Regie: Peter Jack Mundy 2022: Amityville Uprising, Regie: Thomas J. Churchill 2022: Amityville Gas Chamber, Regie: Michael Stone (Parodie auf die Flut an extrem Low-Budget-Produktionen, die den Titel aus Marketinggründen missbrauchen) 2022: Amityville in Space, Regie: Mark Polonia 2022: Amityville Hex, Regie: Tony Newton 2022: Amityville In The Hood, Regie: Dustin Ferguson 2022: Amityville Karen, Regie: Shawn C. Phillips 2022: Amityville Christmas Vacation, Regie: Steve Rudzinski 2022: Amityville Thanksgiving, Regie: Will Collazo Jr. 2022: Ghosts Of Amityville, Regie: Jt Kris

Weblinks

Amityville Horror – Drehorte bei Movie & More Übersicht über die Fortsetzungen (englisch) Amityville Horror in der Filmwelt von SF-Radio.net Großer Bericht zum angeblich realen Hintergrund von Amityville bei GeisterNet.com

The Amityville Horror bei History vs. Hollywood (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1979 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Independent-Film Kategorie:Geisterfilm Kategorie:Thriller Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Filmreihe Kategorie:Amityville Kategorie:Horrorfilm