Mott the Hoople war eine britische Rockband, die in den 1970er Jahren erfolgreich war. 1974 formierte sich die Band als Mott neu, 1976 als British Lions. 1980 löste sich die Gruppe auf. 2009 und 2013 traten die Gründer von Mott the Hoople wieder zusammen auf.
Geschichte Mick Ralphs (Gitarre), Dale „Buffin“ Griffin (Schlagzeug), Peter Overend Watts (Bass) und Verden Allen (Orgel) spielten zuerst unter dem Namen Silence zusammen. Mit dem Sänger Stan Tippins nahmen sie einige Stücke auf, die erst später veröffentlicht wurden. 1969 wurde Tippins durch Ian Hunter (Gesang, Klavier, Gitarre) ersetzt. Tippins blieb als Road Manager und Background-Sänger. Die Band wurde in Mott the Hoople (nach einem Buch von Willard Manus) umbenannt.
Mott the Hoople nahm vier relativ erfolglose Alben auf, hatte in England aber eine große Fangemeinde als Liveband. 1972 wollte sich die Band auflösen, wurde aber von David Bowie überredet, weiterzumachen. Bowies Unterstützung und das von ihm geschriebene Lied All the Young Dudes sowie die gleichnamige LP brachten die ersten Verkaufserfolge. Es folgten 1973 und 1974 eine Reihe von Singlehits und zwei erfolgreiche LPs namens Mott und The Hoople. Damit machte sich die Band auch in den USA einen Namen. Ihre USA-Tour 1974 wurde von der später sehr erfolgreichen britischen Rockband Queen als Vorgruppe begleitet, nachdem sie im Herbst 1973 schon gemeinsam durch Großbritannien getourt waren.
Mit dem Erfolg kam es zu Streitigkeiten. Das Image änderte sich in Richtung Glam Rock. Verden Allen und Mick Ralphs waren offenbar nicht damit einverstanden und verließen Mott the Hoople 1972 bzw. 1973. Ralphs gründete mit Paul Rodgers (Ex-Free) Bad Company. Neuer Gitarrist wurde Ariel Bender, der eigentlich Luther Grosvenor hieß und vorher bei Spooky Tooth gespielt hatte. Das Pseudonym ist eine Anspielung auf Mick Ralphs aus einem Stück von Lynsey de Paul. Für Verden Allen kam zunächst Mick Bolton, der kurze Zeit darauf durch Blue Weaver (Ex-The-Strawbs, danach Bee Gees), ersetzt wurde. Als Pianist kam Morgan Fisher (Ex-The-Love-Affair) hinzu, woraufhin Hunter in Konzerten hauptsächlich Gitarre spielte. In dieser Formation waren sie auch in den USA bei Live-Auftritten sehr erfolgreich. Trotzdem gab es immer wieder Probleme in der Gruppe. 1974 musste Bender gehen. Für ihn kam Ex-David-Bowie-Gitarrist Mick Ronson. Kurz darauf verließ Ian Hunter die Band, um eine Solokarriere zu beginnen, und nahm Mick Ronson mit.
Mit Nigel Benjamin (Gesang) und Ray Major (Gitarre) machte die Gruppe mit mäßigem Erfolg unter dem Namen Mott weiter. Nach zwei Alben in dieser Besetzung und einem weiteren mit Steve Hyams wurde aus Mott 1977, nachdem Benjamin gegangen war, zusammen mit John Fiddler (Ex-Medicine-Head) die Rockband The British Lions.
Ian Hunter und Mick Ralphs spielten später gelegentlich zusammen. 2009 und 2013 gab es Reunionkonzerte fast in Originalbesetzung. Der an Alzheimer erkrankte Dale Griffin konnte dabei 2009 nur für Zugaben auf die Bühne kommen. Dale Griffin starb am 17. Januar 2016.
2018 gab Ian Hunter bekannt, unter dem Namen Mott the Hoople '74 erneut mit den Ex-Mitgliedern Ariel Bender (Gitarre) und Morgan Fisher (Keyboards) auf Tour zu gehen. 2019 kam es zu weiteren Auftritten der Band. Eine Tour Ende 2019 wurde wegen einer Tinnitus-Erkrankung von Ian Hunter abgesagt. Die Band wurde auf der Tour häufig einfach unter dem Namen Mott The Hoople angekündigt.
Eng mit dem Erfolg von Mott the Hoople verbunden ist der Produzent Guy Stevens, der die Band seit 1969 betreute und den Namen erfand.
Musikstil Mott the Hoople war eine Hard-Rock-Formation, die während der erfolgreichen Zeit – nicht zuletzt wegen der Bühnenauftritte, aber vielleicht auch wegen des starken Keyboard-Einsatzes – zum Glam Rock gezählt wurde. Anfänglich schrieb Mick Ralphs die meisten Stücke, dann immer häufiger Ian Hunter. Offenbar unter seinem Einfluss entstanden auch viele balladenhafte Stücke. Ab 1974 wurde Peter Overends Watts zum Hauptautor der Stücke. Zahlreiche Texte, besonders auch die der Hits, enthielten starke Anspielungen auf die Rock-’n’-Roll-Zeit der 1950er Jahre.
Einfluss auf andere Musiker Brian May äußerte in einem Interview mit dem Rolling Stone, dass Mott the Hoople eine große Inspiration für seine Gruppe Queen und „in gewisser Weise [ihr] Mentor“ gewesen sei.
Diskografie
Studioalben
Weitere Alben 1971: Brain Capers 1976: Shouting and Pointing (als Mott) 1980: Two Miles from Heaven
Livealben
Weitere Livealben 1998: All the Way from Stockholm to Philadelphia-Live 71/72 1998: Live – Over Here and Over There ’75/’76 (2 CDs) 2000: Rock ’n’ Roll Circus – Live 2000: Greatest Hits Live 2001: Two Miles from Live Heaven 2006: Live Fillmore West, San Francisco 2006: Essential Young Dudes Live & More (2 CDs) 2007: All The Young Dudes: Demos and Live ’71-’74 2008: The Definitive Mott the Hoople Live (2 CDs) 2008: In Performance 1970-1974 (Box mit 4 CDs) 2009: Live at HMV Hammersmith Apollo 2009 (2 CDs) 2010: Live in Sweden 1971 2014: Live 2013 (2 CDs + DVD)
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1974: Pop Chronik (2 LPs) 1975: Golden Age of Mott the Hoople 1976: Greatest Hits 1979: Shades of Ian Hunter – The Ballad of Ian Hunter & Mott the Hoople (mit Ian Hunter) 1981: All the Way from Memphis 1982: Rock Greats 1987: The Collection (feat. Ian Hunter) 1990: Walkin’ with a Mountain: The Best of Mott the Hoople, 1969-1972 1990: Mott the Hoople 1993: The Ballad of Mott: A Retrospective 1994: Backsliding Fearlessly: The Early Years 1996: London to Memphis 1996: Original Mixed Up Kids 1997: Super Hits 1997: All the Young Dudes 1998: All the Young Dudes – The Anthology (3 CDs) 1999: Mott the Hoople, Friends and Relatives (2 CDs) 2000: Family Album 2003: Mojo Presents… Mott the Hoople 2004: Walkin’ with the Hoople (2 CDs) 2007: All the Young Dudes (2 CDs) 2008: Old Records Never Die: The Mott the Hoople Ian Hunter Anthology (2 CDs) 2009: The Very Best of Mott the Hoople 2009: Original Album Classics (Box mit 5 CDs) 2010: The Collection
Singles
Weitere Singles 1969: Rock and Roll Queen 1971: Midnight Lady 1971: Downtown 1972: Sweet Jane 1972: Lay Down 1975: Monte Carlo 1975: By Tonight 1975: It Takes One to Know One 1976: Roll Away the Stone 1992: All the Young Dudes (EP) 1993: World Cruise (feat. Steve Hyams)
Literatur Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3., überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 479f – ISBN 0-312-02573-4.
Quellen
Weblinks
Website von Mott the Hoople Mott the Hoople and Ian Hunter
Kategorie:Britische Band Kategorie:Glam-Rock-Band Kategorie:Hard-Rock-Band