mini|The Strawbs, 2012 The Strawbs waren eine britische Rock- und Folkrock-Band, die seit Mitte der 1960er Jahre zusammenspielte. Sie lösten sich 2023 auf.
Bandgeschichte Bandleader, Gitarrist und wichtigster Songschreiber der Strawbs war Dave Cousins (1945–2025), der die Band im Jahr 1964 mit Tony Hooper (Gitarre) und Ron Chesterman (Kontrabass) unter dem Namen „The Strawberry Hill Boys“ gründete. Anfangs eher zum Bluegrass tendierend, entwickelte sich das Trio allmählich zu einer akustischen Folkgruppe, die jedoch im Unterschied zu vergleichbaren englischen Gruppen jener Zeit darauf verzichtete, traditionelle Songs in ihr Repertoire aufzunehmen. 1967 produzierten die Strawbs in Dänemark zusammen mit der späteren Fairport-Convention-Sängerin Sandy Denny das Album All Our Own Work, das lange unbeachtet blieb und erst 1973 veröffentlicht wurde. Als erste offizielle Langspielplatte gilt somit Strawbs von 1969, der im nächsten Jahr Dragonfly folgte. Danach kam es zur Umbesetzung mit einer Hinwendung zum Folkrock. Der neue Bassgitarrist John Ford löste Ron Chesterman ab, und Rick Wakeman (Keyboards) sowie Richard Hudson (Schlagzeug) erweiterten die Gruppe zum nunmehr fünfköpfigen Ensemble. Ihren Einstand auf dem Plattenmarkt gab die neue Strawbs-Formation 1970 mit dem viel beachteten Livealbum Just a Collection of Antiques and Curios.
Bis 1978 erschien jedes Jahr eine neue Plattenproduktion, wobei zunehmend progressive Elemente und Anleihen beim Art Rock den Musikstil prägten. Bandmitglieder in dieser Zeit waren Blue Weaver, der auch bei Amen Corner, Mott the Hoople und den Bee Gees mitspielte, sowie Dave Lambert, Brian Willoughby, Chas Cronk und John Hawken (auch bei The Nashville Teens, Renaissance, Spooky Tooth und Vinegar Joe).
Den größten kommerziellen Erfolg erreichte die Gruppe 1973 (in der Besetzung Cousins, Lambert, Hudson, Ford und Weaver) mit dem Album Bursting at the Seams und dem ausgekoppelten Single-Hit Part of the Union, der in Großbritannien Platz 2 der Charts belegte und in Deutschland bis Platz 31 kam.
Die zeitgenössische Kritik sah darin keinen künstlerischen Fortschritt. Carmen Doyle nannte das Album in der Musikzeitschrift Sounds ein „cleveres Machwerk auf Hitparadenniveau“, mit dem man rasch vertraut, ihrer aber ebenso rasch wieder überdrüssig werde. Die Melodien seien weniger sorgfältig gearbeitet als auf den früheren Alben, und das ironisch-politische Part of the Union wirke innerhalb des Albums wie ein Fremdkörper. Wer sich mit der Gruppe bekannt machen wolle, solle nach wie vor zum Vorgänger Grave New World greifen, der die Strawbs endgültig über die Grenzen Großbritanniens hinaus bekannt gemacht habe.
Anfang 2005 war die Gruppe als Acoustic Strawbs auf Tour durch England in der mittlerweile 24. Besetzung mit Cousins, Lambert, Hudson, Ford, Weaver und Willoughby.
2023 gaben sie ihr letztes Konzert und lösten sich anschließend auf.
Cousins, der Kopf hinter der Gruppe, verstarb im Juli 2025.
Diskografie
Alben
Weitere Alben 1969: Strawbs 1969: Strawberry Music Sampler No. 1 1970: Dragonfly 1973: All Our Own Work (mit Sandy Denny) 1978: Deadlines 1987: Don’t Say Goodbye 1990: Preserves Uncanned 1991: Ringing Down the Years 1995: Heartbreak Hill 2001: Baroque and Roll 2001: Strawberry Music Sampler No.1 2002: Blue Angel 2005: Painted Sky 2006: A Taste of Strawbs (Box mit 5 CDs) 2007: Alive in America 2008: The Broken Hearted Bride 2009: Dancing to the Devil’s Beat 2011: Hero & Heroine in Ascencia 2012: Of a Time Livealben 1992: Greatest Hits Live! 1995: In Concert 1999: Concert Classics – Volume 6 2005: Live at Nearfest 2004 2010: Live at the BBC Vol. One: In Session 2010: Live at the BBC Vol. Two: In Concert (2 CDs) 2011: Acoustic Gold (Acoustic Strawbs Live) 2013: Recollection: Live 1970 2026: A Glimpse of Heaven: Radio & TV Sessions 1966-1984 (5 CDs + 1 Blu-ray)
Kompilationen 1973: Strawbs & Dave Cousins (mit Dave Cousins) 1974: Strawbs by Choice 1974: Early Strawbs (2 LPs) 1977: Classic Strawbs (2 LPs) 1978: The Best of Strawbs 1983: Strawbs 1992: A Choice Selection of Strawbs 1997: Halcyon Days – The Very Best of the Strawbs 1998: Ringing Down the Years / Don’t Say Goodbye … (2 CDs) 2002: The Collection 2002: Tears and Pavan – An Introduction to Strawbs
Singles
Weitere Singles 1968: The Man Who Called Himself Jesus 1968: Oh How She Changed 1968: Or Am I Dreaming 1968: Poor Jimmy Wilson 1970: Forever 1971: Witchwood 1971: Where Is This Dream of Your Youth 1972: Benedictus 1972: Here It Comes 1974: Hero and Heroine 1974: Round and Round 1974: Hold On to Me (The Winter Long) 1974: Grace Darling 1975: Lemon Pie 1975: Little Sleepy 1976: I Only Want My Love to Grow in You 1976: So Close and Yet so Far Away 1976: Charmer 1977: Back in the Old Routine 1977: Keep On Trying 1977: Heartbreaker 1978: Joey and Me 1978: New Beginnings 1978: I Don’t Want to Talk About It 1979: The King (mit Maddy Prior) 1988: Let It Rain
Videoalben 2002: Complete Strawbs: The Chiswick House Concert 2003: Strawbs Lifve in Tokyo / Grave New World, the Movie 2004: Acoustic Strawbs Live in Toronto 2009: Acoustic Strawbs – Live at Hampton Court Palace
Weblinks https://www.strawbsweb.co.uk https://www.blueweaver.com/ Rezension der ersten sieben Studioalben
Einzelnachweise
Kategorie:Folk-Rock-Band Kategorie:Britische Band