Konrad Albiez, auch Albietz (* 11. Oktober 1806 in Unteralpfen, Großherzogtum Baden; † 6. Oktober 1877 in Waldshut), war ein deutscher Orgelbauer, der im 19. Jahrhundert in Waldshut wirkte und für katholische Kirchen Orgeln mit mechanischer Schleiflade baute. Aus dieser Orgelbauerfamilie entstammte ebenfalls der Orgelbauer Winfried Albiez.
Leben und Werk mini|hochkant|Grabstein von Konrad und Anna Marie Albiez auf dem Alten Friedhof in Waldshut Konrad Albiez wurde am 11. Oktober 1806 in der damals noch eigenständigen kleinen badischen Gemeinde Unteralpfen geboren. Seine Eltern waren der Küfer Konrad Albiez (1766–1828) und dessen Ehefrau Katharina, geb. Flum (Fluemin, 1773–1843).Stadtarchiv Waldshut-Tiengen, Sterberegister 1877, Eintrag Nr. 67 vom 6. Oktober 1877, Scan des Originaldokuments eingesehen auf ancestry.de am 19. Oktober 2022. Er wuchs mit 14 weiteren Geschwistern auf und erlernte von 1825 bis 1830 den Orgelbau bei Blasius Schaxel in Herbolzheim. Nach erfolgreicher Meisterprüfung im Jahr 1833 erhielt er 1834 die Orgelbaukonzession und eröffnete 1839 in Waldshut eine eigene Werkstatt. Seine Orgelwerke gelten für die Orgelforscher Theodor Wohnhaas und Hermann Fischer als beachtlich.Fischer, Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. 1994, S. 13.
Konrad Albiez arbeitete zeitlebens mit seinem jüngeren Bruder Johann (Hans, 1808–1870), der ebenfalls Orgelbauer war,Baden: Großherzoglich badisches Verordnungsblatt für den Oberrhein-Kreis. Groos, 1851, S. 46 unten ().Stadtarchiv Waldshut-Tiengen, Sterberegister 1870, Eintrag Nr. 28 vom 12. Juli 1870, Scan des Originaldokuments eingesehen auf ancestry.de am 19. Oktober 2022. zusammen.Jakob Ebner: Aus der Geschichte des Hauensteiner Dorfes Unteralpfen. 2. Auflage. Leo Wetzel, Karlsruhe 1925, S. 54.
Konrad Albiez war in erster Ehe mit Agatha Weissenberger aus Herbolzheim und ab dem 18. Januar 1866 mit Anna Marie Albiez geb. Brutsche (1823–1900) aus Dogern verheiratet.Jakob Ebner: Aus der Geschichte des Hauensteiner Dorfes Unteralpfen. 2. Auflage. Leo Wetzel, Karlsruhe 1925, S. 55. Er starb nur wenige Tage vor Vollendung seines 71. Lebensjahres am 6. Oktober 1877 in Waldshut. Beide Ehegatten sind auf dem Alten Friedhof in Waldshut-Tiengen bestattet, wo ihr Grab erhalten ist. Seine unvollendete Orgel in Reiselfingen wurde nach seinem Tod im Auftrag seiner Witwe von Orgelbauer Wilhelm Schwarz fertiggestellt.
Werkliste Kursivschreibung zeigt an, dass die Orgel nicht mehr oder nur noch der Prospekt erhalten ist. In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand und zu Besonderheiten sowie Links mit weiterführender Information. Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1834 Waldkirch Maria Himmelfahrt I/P 12 Neubau; Prospekt erhalten 1835 Bremgarten (Hartheim am Rhein) St. Stephan I/P 11 Neubau; bis auf die 1917 abgelieferten Prospektpfeifen und die 1837 nachträgliche eingebaute Piffara 8 vollständig erhaltenOrgel in Bremgarten, abgerufen am 2. Januar 2023. um 1836 Bohlsbach St. Laurentius Neubau; nicht erhalten 1839 Erzingen (Klettgau) St. Georg I/P 11 Neubau 1840–1842 Rickenbach (Hotzenwald) St. Gordian und Epimachus 160x160px II/P 24 Neubau; 1853 Reparatur durch Albiez; 1888 Umbau durch August Merklin; bis auf einige Register erhaltenOrgel in Rickenbach, abgerufen am 2. Januar 2023. 1844 Hochsal St. Pelagius zentriert|160x160px I/P 10 NeubauOrgel in Hochsal, abgerufen am 2. Januar 2023. 1846 Dogern St. Clemens zentriert|160x160px I/P 13 Neubau 1848 Lahr/Schwarzwald St. Stephanus 160x160px II/P 25 Neubau; 1953 eingreifend umgebaut und erweitertOrgel in Reichenbach, abgerufen am 2. Januar 2023. 1853 Bonndorf im Schwarzwald St. Peter und Paul 160x160px Orgelgehäuse von Franz Joseph Simmler, Neubau, einige Pfeifen erhalten 1854 Kadelburg Kath. Kirche Neubau 1854 Lahr/Schwarzwald St. Peter und Paul zentriert|160x160px II/P 24 Neubau; erhalten 1856–1857 Schwörstadt St. Clemens et Urban 160x160px I/P 16 Neubau; erhalten, 1980 restauriert 1857 Geißlingen St. Katharina I/P 9 Neubau; erhalten, mehrfach verändert → Orgel 1858–1862 Konstanz St. Stephan 160x160px III/P 36 größter Neubau, im Gehäuse von Karl Joseph Riepp (1778); nicht erhaltenOrgel in Konstanz, abgerufen am 2. Januar 2023. 1862 Gutmadingen St. Konrad zentriert|160x160px I/P 15 Neubau
Literatur Jakob Ebner: Aus der Geschichte des Hauensteiner Dorfes Unteralpfen. 2. Auflage. Leo Wetzel, Karlsruhe 1925, S. 53–56.
Bernd Sulzmann: Historische Orgeln in Baden 1690–1890. Schnell & Steiner, München 1980, ISBN 3-7954-0421-5, bes. S. 284 (= Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde, 73).
Weblinks Konrad Albiez. Organ index.
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