Montazeau (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Montaigne Montravel et Gurson. Die Einwohner werden Montazelais und Montazelaises genannt.

Geografie

Montazeau liegt etwa 56 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 28 Kilometer westnordwestlich von Bergerac und etwa 29 Kilometer ostsüdöstlich von Libourne im Südwesten des Départements in der Landschaft des Bergeracois und im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Ihr Gebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Lidoire, die es im Norden begrenzt, vom Estrop, der es im Süden begrenzt, vom Flüsschen Tord und von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montazeau liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine mit einzelnen Weinbergen durchzogene, besonders in der Nordhälfte bewaldete, gewellte, Landschaft. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe befindet sich östlich des Zentrums. Die tiefsten Punkte mit Höhe befinden sich im äußersten Nordwesten und im äußersten Südwesten jeweils beim Austritt der Lidoire und des Estrop aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa Höhe.

Rund 60 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 40 % sind bewaldet (Stand: 2018).

Montazeau ist von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Klima Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Montazeau sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. Es ist bemerkenswert, dass die Gemeinde das ganze Jahr über eine beträchtliche Niederschlagsmenge aufweist, einschließlich des Monats Juli mit der geringsten Luftfeuchtigkeit. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Montazeau beträgt 13,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6,1 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 821 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montazeau Naturrisiken manifestieren sich in Montazeau als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Da das Gemeindegebiet vielfach mit Wald bedeckt ist, besteht in einem größten Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein Département- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitaler Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft, das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das Gemeindegebiet am südwestlichen Rand unterquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes war ursprünglich verbunden mit dem Schutzpatron seiner Kirche in Sanctus Martinus de Montazeux (1122), die an diesem Datum als Schenkung an die Abtei von Uzerche im Département Corrèze ging. Immer noch im 12. Jahrhundert sind Montazeus im Jahr 1145 und in der falschen Schreibweise Montescuys im Jahr 1178 belegt, später in der Variante Montazet im Jahr 1382. Das okzitanische mont stammt vom lateinischen mons ab, das einen erhöht gelegenen Ort bezeichnet. Das Wort wird begleitet von einem gallorömischen Personennamen, Asellus, den es als Spitznamen im antiken Rom gab und der „kleiner Esel“ bedeutete.Siehe Tanet, Hordé, Seite 232

Das Vorhandensein zahlreicher lateinischer Ortsnamen sowie einer Brücke, die als „Römische Brücke“ bekannt ist, deutet darauf hin, dass der Ort bereits im ersten Jahrhundert n. Chr. besiedelt war. Diese Hypothese wird durch die Entdeckung zahlreicher gallorömischer Überreste in der Region, insbesondere in Montcaret, untermauert. 1921 wurden zudem römische Münzen und Ziegelsteine beim Weiler Fons du Parc gefunden.

Im Spätmittelalter unterstanden die Pfarreien des Kantons der Kastellanei Montcaret, ehemals Montravel. Laut einer Urkunde aus dem Jahr 1365 bildete die Pfarrei Montazeau jedoch eine Ausnahme, ebenso wie Ponchapt, die der Kastellanei Gurson unterstanden. Die Messe wurde damals in einer Kirche gefeiert, deren Bau auf das 12. Jahrhundert zurückgeht.

Im Tal zeugt die Anordnung der zahlreichen Taubenschläge und Mühlen von der Aufteilung des Landes in Lehen, deren Herrschaft bis zur Französischen Revolution anerkannt war. Unter diesen Anwesen ist das Schloss Ségur zu erwähnen, ein Wohnhaus aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das einst von einer Enkelin von Michel de Montaigne, Claude de Lur-Saluce, bewohnt wurde.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche Saint-Martin ist ein eher unscheinbarer mittelalterlicher Bau mit sowohl romanischen als auch gotischen Elementen und einem im 19. Jahrhundert hinzugefügten neoromanischen Westturm. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche steht ein eher einfaches Schloss aus dem 17. Jahrhundert, welches sich in Privatbesitz befindet. Das Schloss Les Moulins mit vier viereckigen Türmen stammt aus dem 16./17. Jahrhundert

mini|Grundschule (École élémentaire) Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire) mit 23 Schülerinnen und Schülern in zwei Klassen (2025).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 137 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Montazeau erwerbstätig, entsprechend 84,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (86,8 %) höher war als bei den Frauen (82,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 17 Personen im Jahr 2023 höher als im Jahr 2017 (15). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 11,7 % (2017) auf 12,1 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen stieg in diesem Zeitraum von 18,3 % auf 40,1 %.

Branchen und Betriebe 30 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Montazeau wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien310,0 %Baugewerbe310,0 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie413,3 %Information und Kommunikation13,3 %Finanzen und Versicherungen310,0 %Immobilien516,7 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten413,3 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln310,0 %Andere Dienstleistungen413,3 %Gesamt30

Landwirtschaft Montazeau liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge, Côte de Bergerac blanc und rouge, Côte de Montravel, Haut-Montravel und Montravel blanc und rouge.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 30 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 10 im Jahr 2010 und auf 7 im Jahr 2020, ein Rückgang von 76,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 492 Hektar im Jahre 1988 auf 170 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 16,4 Hektar auf 24,3 Hektar.

Verkehr Montazeau liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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