Friedrich Wilhelm Theodor Heyser (* 12. September 1857 in Gnoien; † 7. September 1921 in Dresden) war ein deutscher Porträt-, Landschafts- und Historienmaler.
Leben mini|Grabstätte Heyser (Grab von Friedrich Heyser links hinten) auf dem Friedhof Bad Harzburg Friedrich Heyser studierte von 1880 bis 1883 an der Königlichen Kunstakademie in Dresden als Schüler von Leon Pohle und Paul Mohn. Von 1883 bis 1885 studierte er bei Ferdinand Keller an der Großherzoglich Badischen Kunstschule in Karlsruhe. 1890 besuchte er kurz die Académie Julian in Paris. Er lebte und arbeitete in Berlin, Bad Harzburg und Dresden.
Heyser verstarb 1921 in Dresden und wurde im Krematorium Tolkewitz eingeäschert. Die Urne verblieb bei der Familie und wurde 1942 im Familiengrab Heyser auf dem Friedhof Bad Harzburg beigesetzt.Friedrich Wilhelm Theodor Heyser. In: Stadtarchiv der Landeshauptstadt Dresden: Städtisches Friedhofs-und Bestattungswesen-Krematorium Tolkewitz und Urnenhain; Einäscherungsbücher Dresden 1911–1952, Urkunde 8055. ancestrylibrary.de, abgerufen am 3. November 2025. Das Grab ist erhalten.
Wirken Heyser war Mitglied der Allgemeinen Deutschen KunstgenossenschaftWladimir Aichelburg: Mitglieder der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft im Jahre 1899, als sich zum letzten Mal der Hauptvorstand in Wien befand, abgerufen am 16. März 2014. und der um 1910 entstandenen Künstlergruppe Grün-Weiß. Grün und Weiß sind die Landesfarben von Sachsen. Die Gruppe Grün-Weiß präsentierte als fortschrittliche Gruppierung innerhalb der Dresdner Kunstgenossenschaft ihre Werke ab dem 29. Oktober 1910 im Kunstsalon Emil Richter. Mitglieder der Gruppe Grün-Weiß waren die Maler Max Frey, Josef Goller, Friedrich Heyser, Georg Jahn, Walther Illner, Georg Lührig, Max Pietschmann, Paul von Schlippenbach, Bernhard Schröter, Johann Walter-Kurau, die Bildhauer Richard Guhr, Hans Hartmann-MacLean, Heinrich Wedemeyer, und die Architekten Rudolf Bitzan, Georg Heinsius von Mayenburg und Martin Pietzsch. Die Künstlergruppe Grün-Weiß war aus heutiger Sicht ein gemäßigter Versuch, Bewegung in die konservativen Strukturen der Dresdner Kunstgenossenschaft zu bringen.
Friedrich Heyser schuf zahlreiche Porträts bekannter Persönlichkeiten sowie genrehafte Darstellungen, oft in Anlehnung an deutsche Dichtungen. In den letzten Lebensjahren schuf er einige Landschaftsbilder u. a. von der Insel Föhr und von Friesland.
Im Jahr 2025 erlangten Heysers Gemälde Ophelia und das Museum Wiesbaden, in dem das Gemälde hängt, internationale Aufmerksamkeit, als es von der Sängerin Taylor Swift in einem Video-Clip zu ihrem Song The Fate of Ophelia im Album The Life of a Showgirl verwendet wurde, in dem sie gemäß der Vorlage des Gemäldes posiert. Heyser bezog sich mit seiner Ophelia auf das gleichnamige Gemälde des britischen Malers John Everett Millais von 1852.
Werke (Auswahl) mini|Ophelia, Sammlung Ferdinand Wolfgang Neess, Museum Wiesbaden (1900) Genrehafte Darstellungen 1886: Der Fischer (nach Goethe) 1887: Der Blumen Rache (nach Freiligrath) 1891: Die Peri an der Himmelspforte Gloria in Excelsis 1900 (ca.): Ophelia Das Gemälde Ophelia war Teil einer Trilogie und wurde in den Dreißigerjahren durch einen Kölner Sammler als Einzelstück erworben, weil ihm die Frauen auf den anderen beiden Werken zu nackt waren. Am 31. Mai 2014 wurde das Gemälde in der Sendung Kunst und Krempel besprochen. Im Juli 2017 wurde das Werk in einer Auktion vom Sammler Ferdinand Wolfgang Neess für 12.700 Euro erworben. Die Sammlung Ferdinand Wolfgang Neess gelangte kurz danach als Schenkung ans Museum Wiesbaden. Seitdem hängt das Gemälde Ophelia von Friedrich Heyser im Landesmuseum Wiesbaden. (Siehe Nils Minkmar, Später Hype um Ophelia: Taylor Swift inszeniert in einem Video ein Gemälde von Friedrich Heyser - und das Museum Wiesbaden wird überrannt, in: Süddeutsche Zeitung vom 22. Oktober 2025, S. 1.)
Porträts 1886: Gustav Gans zu Putlitz Friedrich von Bodenstedt 1888: Joseph Joachim 1890: Hermann Wislicenus 1895 (ca.): Julius Stinde 1898 (ca.): Georg Schumann 1906 (ca.): Claire von Glümer 1906: Albrecht von Preußen 1909: Richard Schleinitz (Architekt) 1910 (ca.): Armbruster (Bildhauer) Adolf Fischer-Gurig Prinz und Prinzeß Johann Georg von Sachsen
Ausstellungen (Auswahl) mini|Wald-Elfe (vor) 1884 mini|Dorflandschaft 1898 1884: 57. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, gezeigt: Wald-Elfe. 1886: Jubiläums-Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, gezeigt: Bildniss Sr. Excellenz des Herrn Gustav zu Putlitz. Der Fischer (Namensvariante: Fischer und Nixe). 1887: 59. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, gezeigt: Der Blumen Rache. Frühlingsgruss. 1887: Frühjahrs-Ausstellung Hamburg, gezeigt: Der Blumen Rache. 1888: 60. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, gezeigt: Portrait des Herrn Professor Dr. Josef Joachim. Studienkopf, Pastell (zum Portrait in Öl). 1888: III. Internationalen Kunstausstellung (Münchener Jubiläums-Ausstellung) im Königlichen Glaspalaste zu München, gezeigt: Sommernachtstraum. 1889: Erste Münchener Jahres-Ausstellung, gezeigt: Bildnis des Herrn Professor Dr. Jos Joachim. 1890: II. Internationale Ausstellung von Aquarellen, Pastellen, Handzeichnungen und Radierungen in Dresden, gezeigt: Zwei Studienköpfe, Pastell. 1890: 62. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin 1891: Internationale Kunst-Ausstellung Berlin, gezeigt: Portrait, Peri an der Himmelspforte. 1892: III. Internationale Ausstellung von Aquarellen, Pastellen, Handzeichnungen und Radierungen in Dresden, gezeigt: Bildnisstudie, Pastell. Reitertod, Tuschzeichnung. 1892: 63. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, gezeigt: Porträt des Herrn v. H. 1894: Akademische Kunst-Ausstellung Dresden, gezeigt: Herr Professor Wislicenus (Portrait). 1895: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Bildnis des Herrn Dr. Julius Stinde 1896: Internationale Kunst-Ausstellung Berlin, gezeigt: Damenbildnis, Tempera. 1897: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Frühling, Tempera. Damenbildnis, Tempera. 1898: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Herrenbildnis. 1901: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Dame in Rot, Pastell. 1901: Internationale Kunstausstellung Dresden 1903: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Bildnis (Charlotte Huhn), Rötelzeichnung. 1903: Sächsische Kunstausstellung Dresden 1904: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Selbstbildnis, Tempera. Guck in die Welt, Rötelzeichnung. 1904: Große Kunstausstellung Dresden 1904: Weltausstellung 1904 in St. Louis, gezeigt: Portrait of Prof. Wislicenus. 1905: Münchener Jahres-Ausstellung im königlichen Glaspalast, gezeigt: Kinderstudie, Zeichnung. Selbstbildnis, Skizze, Zeichnung. 1906: Münchener Jahres-Ausstellung im königlichen Glaspalast, gezeigt: Damenbildnis, Öl. Eva, Pastell. Kopf einer jungen Dame, Rötelzeichnung. 1906: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Bildnis der Schriftstellerin Claire von Glümer. Herrenbildnis. Prof. Georg Schumann, Zeichnung. Retrospektive Ausstellung: Bildnis des Schriftstellers Gustav zu Putlitz. Waldelfe. 1907: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Damenbildnis. 1908: Große Kunstausstellung Dresden 1908: Münchener Jahres-Ausstellung im königlichen Glaspalast, gezeigt: Selbstbildnis, Öl. Bildnis der Gattin des Künstlers, Pastell. 1909: Kunstausstellung Dresdner Kunstgenossenschaft 1909: Große Aquarell-Ausstellung Dresden, gezeigt: Klein-Eva. 1910: Ausstellung der Gruppe Grün-Weiß in Dresden, gezeigt: Studienbild Sr. K. H. des Prinzen Johann Georg. Damenbildnis. Herrenbildnis. In der Kirche zu Ostro. 1910: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Bildhauer Armbruster. 1911: Kunstverein Hamburg, Kollektivausstellung des Ortsvereins Dresden der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft 1911: Jubiläums-Ausstellung der Münchener Künstler-Genossenschaft, gezeigt: Bildnis des Bildhauers Armbruster, Öl. 1911: Kunstausstellung Dresdner Kunstgenossenschaft, gezeigt: Fischauktionshalle. 1912: Große Kunstausstellung Dresden 1913: Große Berliner Kunstausstellung, gezeigt: Bauer mit Urnenfund. 1913: Große Aquarell-Ausstellung Dresden, gezeigt: Kinderbildnis. Himmelschlüssel. Markthalle. 1915: Ausstellung Sächsischer Kunstverein in Dresden 1917, 1918, 1919: Kunstausstellung Dresdner Kunstgenossenschaft
Auszeichnungen Preis des akademischen Senats zur Ausführung zweier Wandgemälde im Sitzungssaal des Gewandhauses zu Bautzen (ex aequo Georg Schwenk). 1901: Kleine goldene Plakette, Internationale Kunstausstellung Dresden 1901.
Literatur
Heyser, Friedrich. In: Friedrich Jansa: Deutsche Bildende Künstler in Wort und Bild. Verlag Friedrich Jansa, Leipzig 1912, S. 264 mit Ill.
Weblinks
Todtraurig und traumschön, Besprechung des Gemäldes „Ophelia“ von Friedrich Heyser in der Sendung „Kunst und Krempel“ des Bayerischen Fernsehens vom 31. Mai 2014, abgerufen am 16. Dezember 2014
Anmerkungen
Einzelnachweise
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