mini|Ein elektro-pneumatischer Paintballmarkierer (Planet Eclipse Ego 8)
Der Paintballmarkierer oder Markierer ist eine Druckluftwaffe und der Hauptausrüstungsgegenstand beziehungsweise das Spielgerät im Paintball. Im Markierer wird ein hochverdichtetes Gas genutzt, um den Paintball im Lauf zu beschleunigen. Der Paintball ist meist eine hauptsächlich mit Lebensmittelfarbe und Polyethylenglycol gefüllte Gelatinekugel und wird von Spielern gelegentlich als „Paint“ bezeichnet.
Der Begriff Markierer leitet sich von der ursprünglichen Nutzung des Markierers, nämlich dem Kennzeichnen oder „Markieren“ von Bäumen durch Forstarbeiter und von Weiderindern durch Viehhüter, ab.
Der spielbereite Markierer besteht normalerweise aus vier Hauptkomponenten: Dem eigentlichen Markierer, dem Loader oder Hopper genannten Vorratsbehälter für die Paintballs und dem Lauf (). Ergänzt wird er durch das Gassystem, welches aus einem Drucktank mit einem Druckminderer () besteht.
Die Mündungsgeschwindigkeit der Paintballs beträgt im internationalen Sport rund 300 Fuß pro Sekunde (ft/s), kann bei vielen Markierern aber ohne große technische Hindernisse erhöht oder verringert werden. Auf den meisten Spielfeldern oder auch durch die Veranstalter wird aber die Mündungsgeschwindigkeit aus Sicherheitsgründen und zur Verringerung des Verletzungsrisikos auf 260 bis 300 ft/s (rund 79,2 bis 91,4 m/s; 285 bis 329 km/h) beschränkt. Aufgrund des erheblichen körperlichen Schadens, den ein Paintball gerade im Auge verursachen kann, ist beim Umgang mit Markierern im spielbereiten Zustand daher immer auf die relevanten Sicherheitsregeln zu achten und das Tragen einer Schutzmaske oder zumindest einer zugelassenen Schutzbrille Pflicht.
Geschichte Ursprung Nachdem die Nelson Paint Company vom United States Forest Service beauftragt wurde, eine andere Möglichkeit zu schaffen, Bäume aus größerer Entfernung zu markieren als mit der gängigen Sprühpistole, wurde die Firma Crosman mit unter Vertrag genommen, um eine Pistole für das Verschießen der neuen Farbkapseln zu entwickeln. Im Jahr 1965 kam die Crosman 707 auf den Markt; sie basierte auf der Crosman 150. Nach drei Jahren wurde die Produktion aufgrund von Absatzproblemen eingestellt.
Der Druckluftwaffenhersteller Daisy Manufacturing Company wurde dann 1972 von der Nelson Paint beauftragt, einen neuen Markierer für die Farbkapseln zu entwickeln. Daraufhin wurde der Daisy Splotchmarker entwickelt, der dann von Nelson unter dem Namen Nel-Spot 707 vermarktet wurde. Mit dem Nel-Spot 707 wurde im Jahr 1981 dann das erste Paintballspiel ausgetragen. Das Spiel fand am 27. Juni 1981 in Henniker (New Hampshire) statt und das zweite – und auch erste kommerzielle – wurde in Alabama im Oktober desselben Jahres abgehalten.
Weiterentwicklung zum Sport Mit dem wachsenden Erfolg des Paintballs kamen andere Unternehmen auf den Markt. So ließ sich 1982 PMI (Pursuit Marketing Inc.) den PMI-1 von der Benjamin Sheridan Air Rifle Company entwickeln, dem 1983 der PG folgte. In diesem Jahr starteten auch die ersten Modifikationen an den Markierern, die durch Griffe zum schnelleren Repetieren oder durch Erweiterungen der Magazine verbessert wurden. Mit der Sheridan PGP kam 1984 der erste Markierer mit serienmäßigem Repetiergriff auf den Markt. In dieser Zeit kamen auch die ersten Laufverlängerungen und einfache Schwerkraft-Feeder zum Einsatz, die meist nur aus einem einfachen Kunststoffrohr mit Anschlussstück bestanden. Bereits in der frühen Phase des Sports rückte die Druckluftversorgung in den Fokus, und so kamen früh kleine Druckgasflaschen als Ersatz für die bis dahin verwendeten 12-g-Kohlendioxid-Kapseln in den Sport.
1986 wurde Tippmann Pneumatics von Dennis Tippmann, Sr. gegründet. Noch im selben Jahr brachten sie die Tippmann SMG-60 (SubMachineGun, Kaliber 60) auf den Markt. Die SMG-60 war der erste vollautomatische Markierer und wurde später als SMG-68 auf das heute noch gängigste Kaliber .68 (17,3 mm) portiert. Tippmann entwickelte Mitte der 1980er-Jahre auch das Nadelventil für CO2 und verzichtete auf die Patentierung, um die weitere Verbreitung dieser Sicherheitstechnik nicht zu verhindern und so den Sport sicherer zu machen, als es mit den bisherigen provisorischen Lösungen möglich war. Im selben Jahr wurden auch die Laufstopfen zur Sicherung eingeführt. Von Bud Orr wurden 1987 der erste „Scharfschützen“-Markierer Sniper entwickelt, der der Sniper II folgte. Seine Firma WPG (Worr Game Products) brachte 1992 Autococker auf den Markt.
Die IPPA (International Paintball Players Association) wurde 1988 gegründet und konnte durch Russ Maynard die Begrenzung der Mündungsgeschwindigkeit auf 300 ft/s durchsetzen; sie wurde später durch die ASTM als Standard festgeschrieben.
Mit der Shocker von PneuVentures Inc. kam 1996 der erste elektro-pneumatische Markierer auf den Markt. Er wurde exklusiv von Smart Parts vertrieben. Nachdem PneuVentures und Smart Parts ihre Partnerschaft auflösten, stellte PneuVentures 1997 mit der Cyber 9000 den ersten Markierer mit eingebauter LCD-Anzeige vor.
Markierertypen Nach den grundlegenden Funktionsunterschieden des Abzugsmechanismus werden die Markierer in zwei Kategorien, die mechanischen und elektro-pneumatischen, eingeteilt: Bei mechanischen Markierern wird durch den Abzugsbügel ein Abzugsmechanismus freigegeben, der beispielsweise einen Kolben in Ruheposition hält. Es gibt eine Vielzahl mechanischer Systeme, deren am weitesten verbreiteter der „Blowback“-Markierer ist. Dieser nutzt einen federdruck-beaufschlagten Kolben, der nach dem Auslösen ein Stiftventil öffnet. Das unter Druck stehende Gas wird über das Ventil durch den Bolzen geleitet und damit der Schuss ausgelöst, gleichzeitig drückt das Gas den Kolben zurück und dieser wird wieder vom Abzugsmechanismus gefangen.
Elektro-pneumatische Markierer ersetzen den mechanischen Abzug durch eine elektronische Steuerung zur Kontrolle der Schussabgabe. Der Abzug löst durch einen Mikroschalter, Magnetschalter oder Optokoppler einen Schaltimpuls aus, eine elektronische Schaltung übernimmt die Steuerung der Gasströme über ein Magnetventil (Solenoid) und löst damit den Schuss aus. Durch die (in der Regel programmierbare) elektronische Steuerung erfolgt das Öffnen und Schließen des Magnetventils sehr schnell (moderne Markierer erreichen Schaltvorgänge im Bereich von zehntel Millisekunden), was eine präzise Steuerung und Dosierung der Gasströme während des Auslösens ermöglicht. Damit ist mit solchen Markierern auch das Spielen mit sehr brüchigen Paintballs möglich, wie sie im Turniersport Verwendung finden.
Markierer mini|Spieler mit Markierer und Schutzausrüstung Paintballmarkierer unterscheiden sich gemäß dem Einsatzgebiet beziehungsweise der Spielart teilweise äußerlich stark voneinander. Während „Turniermarkierer“ entfernt an eine Lackierpistole mit langer Spitze erinnern, orientieren sich sogenannte „Woodland-Markierer“ äußerlich eher an echten Waffen.
Das am häufigsten gespielte Kaliber der Paintballs ist .68 (0,68 Zoll = 17,3 mm), aber auch andere Kaliber wie .43 (10,9 mm) und .50 (12,7 mm) finden Verwendung. Die Versuche, das Kaliber .50 als neuen Standard durchzusetzen, zeigten bisher wenig Erfolg und so wird auf den meisten Spielfeldern und im Turniersport weiterhin fast ausschließlich mit Kaliber .68 gespielt. Hintergrund dürfte auch sein, dass auf dem Spielfeld zwar die Mündungsgeschwindigkeit beim Einstellen („Chronen“) gemessen wird, die eigentlich relevante Mündungsenergie aber außer Acht gelassen wird und sich so ein Nachteil für kleinere Kaliber ergibt.
Markierergehäuse Im Gehäuse () befinden sich die Hauptkomponenten des Markierers: Enthalten sind der Auslösemechanismus, der Großteil der Gasführung und die Aufnahmen für den Lauf und den Hopper. Bei elektro-pneumatischen Markierern befindet sich im Gehäuse in der Regel auch das steuernde Magnetventil und ein weiterer einstellbarer Druckminderer. Die Gehäuse der Markierer werden aus Gewichtsgründen meist aus Aluminiumlegierungen gefertigt und farbig eloxiert.
Elektro-pneumatische Markierer lassen sich gemäß ihrem Funktionsprinzip grob in „Rammer“ und „Spooler“ einteilen.
Griff mit Abzug Der Griff ist in der Funktion vergleichbar mit dem einer Schusswaffe. Er stellt die Verbindung zum Gehäuse dar und der Markierer wird am Griff während des Spiels geführt. Bei elektro-pneumatischen Markierern befindet sich im Griff meist die Batterie, die Steuerelektronik und Leuchtdioden, welche den Betriebszustand anzeigen und auch zur Programmierung genutzt werden. Bei manchen Markierern ist auch ein Display eingebaut, welches heute meist aus organischen Leuchtdioden (OLED) besteht.
Der eigentliche Abzug () ist bei Paintballmarkierern normalerweise sehr leichtgängig, teilweise kugelgelagert und weist einen nur kurzen Auslöseweg und praktisch keinen Auslösewiderstand auf. Im Turnierbereich ist der Trigger meist so weit verlängert, dass er mit zwei Fingern im Wechsel betätigt werden kann, um so eine höhere Schussfrequenz zu erreichen. Bei Turniermarkierern wird am Griff unten normalerweise die Druckluftflasche angeschraubt.
Hopper Der Vorratsbehälter für die Paintballs wird im Allgemeinen als Hopper bezeichnet. Als Haupttypen werden Schwerkraft-, angetriebene und sogenannte Force-Feed-Hopper unterschieden. Stangenmagazine, wie sie in Woodland-Markierern verwendet werden, werden normalerweise nicht als Hopper bezeichnet.
Schwerkrafthopper Schwerkrafthopper sind die einfachsten und günstigsten Typen, die im Spiel eingesetzt werden. Sie bestehen nur aus einem Kunststoffbehälter mit Deckel und werden oben auf den Markierer geklemmt. Durch das Funktionsprinzip rollen die Farbkugeln einfach in den Markierer beziehungsweise werden durch die Kinetik des Schusses nach unten geschüttelt. Die Fördergeschwindigkeit ist durch die Schwerkraft bestimmt, liegt aber normalerweise unter 12 Bällen pro Sekunde (bps). Schwerkrafthopper funktionieren bei Verkanten des Markierers schlechter und neigen zum Verklemmen der Farbkugeln, was sich durch Schütteln beheben lässt („Schüttelhopper“). Sie werden heute praktisch nur noch im Verleih oder bei günstigen Markierern eingesetzt.
Angetriebene Hopper Angetriebene Hopper werden durch Elektromotoren oder Druckluft angetrieben und fördern die Paintballs aktiv in den Markierer. Sie nutzen dazu meist eine Art Rührwerk um ein gleichmäßiges Fördern der Farbkugeln zu gewährleisten. Es gibt hierbei eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme und Funktionsprinzipien. Während manche Systeme mit einer Drucksteuerung („Forcefeed“) arbeiten, nutzen andere akustische Sensoren um den Fördervorgang zu steuern. Viele dieser Hopper sind in der Lage selbstständig verklemmte Farbkugeln zu lösen beispielsweise durch eine Laufrichtungsänderung des Antriebes. Die Fördergeschwindigkeit liegt hier bei bis zu 45 bps. Die Kapazität solcher Hopper liegt meist zwischen 150 und 200 Farbkugeln.
Stangen- und Röhrchenmagazine Stangen- und Röhrchenmagazine sind in der Funktion mit den Magazinen von normalen halbautomatischen Schusswaffen vergleichbar. Hier werden die Paintballs mit Federdruck gefördert. Die Kapazität liegt hier bei maximal 20 Farbkugeln.
Paintballs Die verwendeten Paintballs werden grundsätzlich anhand mehrerer Gesichtspunkte unterschieden. Zu den Unterschieden gehören wie oben genannt die Größe, aber auch die Art der Füllung, die Form und die Brüchigkeit. Diese Faktoren, aber auch andere nicht aufgeführten Punkte, bestimmen wiederum den Einsatzzweck, die Kosten und die Performance der Paintballs auf dem Spielfeld.
Größe Die Standardgröße von Paintballs ist Kaliber .68 (0,68 Zoll = 17,3 mm). Wie bereits im Unterpunkt Markierer erwähnt, gibt es auch andere Kaliber innerhalb des Paintballsports, welche aber nicht dieselbe Popularität besitzen.