Aislingen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Holzheim.
Geographie Am Austritt des Aislinger Baches aus der Iller-Lech-Platte, Teil der Donau-Iller-Lech-Platte, breitet sich der Markt Aislingen aus. Die Stadt Lauingen liegt in sieben Kilometer Entfernung.
Die Gemeinde hat vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Aislingen (Hauptort) Baumgarten (Kirchdorf) Rieder (Dorf) Windhausen (Dorf)
Die vier Orte bilden zugleich die vier Gemarkungen, die es auf dem Gemeindegebiet gibt.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung.
Auf den südlichen Höhen befand sich das römische Erdkastell Aislingen, unter dem Kaiser Tiberius errichtet, das etwa 68/69 n. Chr. zerstört wurde. In der Nähe wurde 1989/90 ein römisches Lagerdorf ergraben. An der heutigen westlichen Flurgrenze verlief auf rund drei Kilometer eine römische Straße, die bei Haldenwang von der römischen Straße Augsburg/Oberhausen-Günzburg abzweigte und nach Faimingen führte.
Eine Doppelschanzenanlage auf dem Sebastiansberg stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Reihengräberfunde sprechen dafür, dass Aislingen wohl eine alemannische Gründung ist. Die erste urkundliche Nennung als „Eigislinga“ ist für 1063 überliefert.
Aislingen war der Sitz einer adeligen Herrschaftsfamilie, die sich nach dem Ort als Herren von Aislingen bezeichnete. Die Herrschaft Aislingen kam an die Markgrafen von Burgau und schließlich von 1291 bis 1489 an die Grafen von Werdenberg. Wann der Ort zum Markt erhoben wurde, ist nicht nachweisbar. In Aislingen waren auch die Herren von Westernach und die Herren von Eggenthal begütert. Sitz der Herrschaft war ein Schloss, das 1860 abgebrochen wurde. 1489 verkauften die Grafen von Werdenberg ihre Güter in Aislingen an das Hochstift Augsburg, das ein Pflegamt in Aislingen errichtete. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern und wurde dem neugebildeten Landgericht Dillingen zugeteilt.
mini|hochkant|Luftaufnahme von Aislingen mit Blick nach Osten.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Baumgarten eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 1324 1323 1395 1348 1384 1374 1407 1352 1307
Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1368 auf 1299 um −69 Einwohner bzw. um −5 %.
Religionen Aislingen ist Sitz einer alten Pfarrei mit dem Patrozinium St. Georg. Heute gehört zur Pfarrei Baumgarten, Rieder und Windhausen. Die heutige Pfarrkirche St. Georg wurde im Kern in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Balthasar Suiter baute von 1736 bis 1738 den Chor und das Langhaus um.
Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat zwölf Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2026 verteilen sich die Sitze wie folgt: Parteien und Wählergemeinschaften202620202014%Sitze%Sitze%Sitze Unabhängige Wählergemeinschaft Aislingen57,1773,2974,29 Freie Wählervereinigung Baumgarten 23,3326,8325,83 CSU19,62––––Gesamt100,012100,012100,012Wahlbeteiligung in %74,477,766,6 Bürgermeister Bürgermeister war seit 2008 Jürgen Kopriva (UWG); er wurde am 15. März 2020 mit 56,7 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Bei der Kommunalwahl 2026 wurde Christian Högel (UWG) mit 91,5 % ins Amt gewählt.
Wappen
Baudenkmäler
Katholische Pfarrkirche St. Georg in Aislingen Katholische Filialkirche St. Margareta in Aislingen Katholische Kapelle St. Sebastian in Aislingen Katholische Filialkirche St. Leonhard in Baumgarten Katholische Kapelle St. Isidor in Rieder
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2018 gab es im Ort 203 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (2014: 164), davon 156 im produzierenden Gewerbe (2014: 116), 5 in der Land- und Forstwirtschaft (2014: 0) sowie 17 bei Unternehmensdienstleistern (2014: 9). Von der Wohnbevölkerung standen 567 Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis (2014: 571 Personen). Die Zahl der Auspendler überwog die der Einpendler um 364 (2014: 407). 2016 gab es 47 landwirtschaftliche Betriebe (2010: 46). 1662 ha des Gemeindegebietes waren landwirtschaftlich genutzt (2010: 1461 ha), davon 1490 ha als Ackerland (2010 1272 ha).Amtliche Statistik 2019.
Ansässige Unternehmen Die größten Unternehmen (Stand 2020) sind: Kerner Maschinenbau Zimmerei Oberlander Mayershofer Mühle
Bildung Es gibt einen Kindergarten mit 50 Plätzen.
Literatur Georg Wörishofer, Alfred Sigg, Reinhard H. Seitz: Städte, Märkte und Gemeinden. In: Der Landkreis Dillingen a. d. Donau in Geschichte und Gegenwart. Herausgegeben vom Landkreis Dillingen a. d. Donau, 3. neu bearbeitete Auflage, Dillingen an der Donau 2005, S. 127–133.
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Einzelnachweise
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