mini|200px|Aidenbach vom Friedhof aus gesehen Aidenbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau sowie Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aidenbach und staatlich anerkannter Erholungsort. Der Ort ist durch die Schlacht von Aidenbach im Jahr 1706 bekannt, die den letzten Widerstand der revoltierenden bayerischen Bauern gegen die kaiserlich-habsburgische Besatzung brach.
Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald südlich der Donau im westlichen Teil des Klosterwinkels und am Rand des Holzlandes. Der Markt ist in ein kleines Seitental der Vils inmitten der typisch niederbayerischen Hügellandschaft eingebettet. Vilshofen an der Donau liegt zehn Kilometer entfernt, Pfarrkirchen 20 Kilometer und Passau 35 Kilometer, wobei das umliegende Straßennetz keine ausgebauten Bundesstraßen aufweist.
Gemeindegliederung Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Gemarkungen sind Aidenbach, Aldersbach und Haidenburg.
Nachbargemeinden Egglham (Landkreis Rottal-Inn) Aldersbach Beutelsbach Vilshofen
Geschichte mini|200px|Marktplatz von Aidenbach Bis zur Gemeindegründung In den Jahren 817 und 837 ist ein gewisser Haito als Stifter von Ländereien in unmittelbarer Nähe von Aidenbach urkundlich belegt. Vermutlich leitet sich der Ortsname von diesem ab, ergänzt um das althochdeutsche pah (auch bah oder pach) für Bach. 1072 wurde die Pfarrei Aidenbach erstmals in einer Stiftungsurkunde des Passauer Bischofs Altmann unter dem Namen Etinbach erwähnt. Sie war von 1076 bis zur Säkularisation dem Augustinerchorherrenstift St. Nikola zu Passau inkorporiert.
Ab 1120 war Aidenbach Sitz eines Herrengeschlechts; aus dieser Zeit ist der Name Atinpach belegt. Im 13. Jahrhundert war es im Besitz der Grafen von Hals und erhielt in dieser Zeit auch seine Marktfreiheit. In der Folgezeit kam Aidenbach an die Landgrafen von Leuchtenberg, 1423 an Frauenberg sowie 1508 gemeinsam mit Haidenburg an Alban von Closen.
An der Stelle des Gunzingerhauses lokalisiert man die mittelalterliche abgegangene Burg Aidenbach.
Schlacht von Aidenbach
mini|hochkant|Bauernkämpfer-Statue in Aidenbach Am 8. Januar 1706 fand hier im Rahmen der Bayerischen Volkserhebung während des Spanischen Erbfolgekrieges die Schlacht von Aidenbach statt, die den letzten Widerstand der revoltierenden bayerischen Bauern gegen die kaiserlich-habsburgische Besatzung brach. Es gab etwa 4000 Gefallene.
Im Jahr 2021 wurde die Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO beantragt.
18./19. Jahrhundert In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vererbte sich Aidenbach an die Grafen von Taufkirchen und wurde zuletzt von der Freifrau von Aretin erworben.
Aidenbach konnte lange Zeit als Teil der Herrschaft Haidenburg nur geringe Teile seiner Marktrechte ausüben. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige politische Gemeinde, die mit der Auflösung der Patrimonialgerichte 1848 volle Selbstständigkeit erhielt.
20. Jahrhundert Im Jahr 1967 wurde dem Markt Aidenbach das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort verliehen. Mit der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Januar 1972 Teile der aufgelösten Gemeinde Haidenburg nach Aidenbach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 2332 auf 2948 Einwohner bzw. um 26,4 %.
Jahr19611970198719911995200020052010201520202025Einwohner22312368232324212790297631343069296330283006
Politik mini|Rathaus von Aidenbach mini|Der Bürgermeister von Aidenbach Karl Obermeier auf einem Traktor während eines Oldtimerumzugs am 14. August 2011
Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat setzt sich wie folgt zusammen:
2008 2014 2020Gemeinderatswahl 2020. CSU 8 8 6 Freie Wähler 5 4 3 SPD – Parteifreie Wählergemeinschaft 1 2 1 Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜW) 1 1 1 Die Unbequemen – 1 – Innovative Aidenbach 1 – – Grüne – – 2 FDP – – 1 Gesamt 16 16 14 Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2392 stimmberechtigten Einwohnern 1516 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 63,38 % lag.Gemeinderatswahl 2020
Bürgermeister Der erste Bürgermeister Karl Obermeier (CSU) verstarb am 17. Juli 2023 im Alter von 68 Jahren. Bis zur Neuwahl und Amtseinführung des Nachfolgers Robert Grabler wurden die Amtsgeschäfte von einem der weiteren Bürgermeister geführt. Karl Obermeier war seit dem 1. Mai 2008 im Amt, nachdem er am 2. März 2008 mit 54,8 % der gültigen Stimmen erstmals gewählt worden war. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 72,54 % der Stimmen wiedergewählt.
Wappen mini|100px|Bannerflagge von Aidenbach
Gemeindepartnerschaften Volyně, Tschechien Kopfing im Innkreis, Österreich
Kirchen mini|200px|Marktplatz von Aidenbach mit der Pfarrkirche St. Agatha (Foto: Martin Ortmeier), 2023 Pfarrei Aidenbach im Pfarrverband Aldersbach (Dekanat Vilshofen): Katholische Pfarrkirche St. Agatha, erbaut 1900 von Johann Baptist Schott, mit den Bronze-Glocken St. Agatha (Guss 1960, 1565 kg), Michael (1960, 1330 kg), Maximilian (1948, 950 kg), Valentia (1948, 675 kg) und NN (1928, 425 kg)Website des Bistums Passau, abgerufen am 5. März 2023. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Aidenbach: Kreuzkirche, eingeweiht 1956
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Denkmal am Handlberg In Erinnerung an die Bauernschlacht von Aidenbach kann das Denkmal am Handlberg besichtigt werden. Vom Marktplatz aus kann dieses in einem kurzen Fußmarsch erreicht werden.
Festspiele Traditionell findet in den Sommermonaten Juli und August das Freilichttheaterstück Lieber bairisch sterben …Aidenbach 1706 zur Erinnerung an die verlorene Bauernschlacht statt. Außerdem gibt es einen Bauernmarkt. Der Kultur und Festspielverein Aidenbach e. V. erhielt 2017 den Heimatpreis Bayern.
Freizeitmöglichkeiten Im Umkreis von etwa 15 Kilometer befinden sich folgende Freizeitmöglichkeiten: Museum Quintana Künzing: Die Dauerausstellung gliedert sich in die Abschnitte Jungsteinzeit, Metallzeiten, Römische Kaiserzeit, Spätantike und frühes Mittelalter. Vogelpark Irgenöd: vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 9–19 Uhr geöffnet Wildpark Schloss Ortenburg: vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 9–18 Uhr geöffnet der „Dom des Vilstals“ – das 1803 säkularisierte Zisterzienserkloster und die Brauerei mit dem Brauereimuseum in Aldersbach
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2021 gab es nach der amtlichen Statistik 789 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnort Aidenbach gab es 1218. Damit hatte die Gemeinde um 429 Personen mehr Aus- als Einpendler.
Im Jahre 2020 existierten 23 landwirtschaftliche Betriebe. 2021 waren 1075 Hektar (62,9 %) der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, 379 Hektar (22,2 %) waren Wald. Die Siedlungsfläche betrug 161 Hektar (9,4 %).
Verkehr mini|Bahnhof Aidenbach Aidenbach war früher der Endpunkt der Lokalbahn Vilshofen–Aidenbach. Heute führt eine Staatsstraße durch die Ortsmitte, um die sich die ganze Siedlung gruppiert.
Bildung 2022 gab es folgende Einrichtungen: Kindertagesstätte mit 112 genehmigten Plätzen und 95 Kindern, davon elf unter drei Jahren Mittelschule mit zehn Klassen, 18 Lehrern und 201 Schülern
Söhne und Töchter des Ortes
Wolfgang von Closen (1503–1561), Bischof von Passau Franz Wilhelm Kick (1925–2012), Lehrer und Politiker (SPD) Ferdinand Reinhard Gahbauer (1945–2011), Mönch und Theologe
Weblinks
Homepage (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Passau Kategorie:Markt in Niederbayern Kategorie:Bayerisches Alpenvorland Kategorie:Gemeindegründung 1818