Ahorntal ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bayreuth. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Kirchahorn. Einen Ort namens Ahorntal gibt es nicht. Die Gemeinde liegt etwa 14 Kilometer südwestlich von der Kreisstadt Bayreuth.

Geografie Geografische Lage Ahorntal liegt im Becken des Ahorntales und des oberen Ailsbachtales im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura.

Gemeindegliederung Es gibt 26 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöde Schöchleinsmühle wurde am 1. März 2020 nach Mistelgau umgegliedert. Fuchshof und Oberailsfelder Mühle gehören zum Gemeindeteil Oberailsfeld. Fuchshof hat die Postleitzahl 91344.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Adlitz, Christanz, Freiahorn, Kirchahorn, Körzendorf, Langweiler Wald (Gemarkungsteil 0), Oberailsfeld, Poppendorf, Poppendorfer Wald, Reizendorf und Volsbach.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Die Gemeinde Mistelgau, das gemeindefreie Gebiet Glashüttener Forst, die Gemeinden Hummeltal, Pottenstein, Gößweinstein und Waischenfeld.

Geotope Aufschluss im Posidonienschiefer bei Hintergereuth (Geotop-Nummer 472A011). Sophienhöhle bei Rabenstein (Schauhöhle) (Geotop-Nummer 472H009).

Geschichte Das Gebiet der Gemeinde Ahorntal, die am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform aus den ehemaligen Gemeinden Adlitz, Freiahorn, Kirchahorn (mit der am 1. April 1971 eingegliederten Gemeinde Christanz), Körzendorf, Oberailsfeld, Reizendorf und Volsbach entstand, gehörte verschiedenen Reichsrittern (Kirchahorn: Grafen von Schönborn, Oberailsfeld: Freiherren von Rabenstein). Mit der Rheinbundakte kam das Gebiet 1806 zu Bayern.

Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Poppendorf eingegliedert. Am 1. März 2020 wurden Flurstücke aus dem ehemaligen gemeindefreien Gebiet Langweiler Wald eingegliedert. Aus der Gemeinde Ahorntal wurde der Gemeindeteil Schöchleinsmühle in die Gemeinde Mistelgau eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2073 auf 2162 um 89 Einwohner bzw. um 4,3 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1996 mit 2304 Einwohnern erreicht. 1961: 2034 Einwohner 1970: 2108 Einwohner 1987: 2077 Einwohner 1991: 2140 Einwohner 1995: 2252 Einwohner 2000: 2290 Einwohner 2005: 2219 Einwohner 2010: 2236 Einwohner 2015: 2175 Einwohner 2018: 2162 Einwohner

Politik Rathaus mini|Rathaus der Gemeinde AhorntalDie Gemeinde Ahorntal verfügt über ein neu errichtetes Rathaus im Sophienweg, Ortsteil Kirchahorn, welches am 22. September 2024 feierlich eingeweiht wurde.

Die Errichtung eines neuen Rathauses wurde notwendig, da das alte Rathaus Mitte der 80er Jahre bei einer Sanierung aufgrund von damaligen baulichen Auflagen mit PCB und Lindan kontaminiert wurde.

In einem Bürgerentscheid im Jahr 2018 hatten sich die Ahorntaler Bürger mehrheitlich für einen Neubau ausgesprochen.

In der Zwischenzeit war die Gemeindeverwaltung sieben Jahre in einer Containeranlage untergebracht.

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit Februar 2019 Florian Questel (Bündnis 90/Die Grünen). Dessen Vorgänger war von 2014 bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen im September 2018 Gerd Hofmann (Freie Bürger Ahorntal, Freie Wählergemeinschaft Ahorntal). Zwischenzeitlich übernahm Johannes Knauer (Christliche Wählerunion) als 2. Bürgermeister die Amtsgeschäfte. Bis 2014 war Herbert Dannhäußer (Christliche Wählerunion) 26 Jahre lang Erster Bürgermeister.

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern. Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

20022008201420202026 Christlich-Soziale Union (CSU)33324Bündnis 90/DIE GRÜNEN – Bündnis Zukunft Ahorntal (Grüne/BZA)n. a.n. a.n. a.22 Christliche Wählerunion (CWU)34333 Freie Wählergemeinschaft Ahorntal (FWA)34333 Freie Bürger Ahorntal (FBA)33322Junge Ahorntaler (JA)n. a.n. a.22n. a.Wahlgemeinschaft2n. a.n. a.n. a.n. a.

Wappen und Flagge

Die Flagge ist weiß-rot mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Religion mini|hochkant|Kirche Oberailsfeld Ahorntal ist überwiegend römisch-katholisch. auf statistik.bayern.de. Die alljährlich stattfindende Lichterprozession in Oberailsfeld am 20. Dezember und in Volsbach am 23. Dezember sind sehenswerte Ereignisse. Es gibt mehrere Kirchen in den Ortsteilen.

Katholische Kirchen Kirchahorn (Heilig Kreuz) Oberailsfeld (St. Burkard) Poppendorf (St. Ulrich) Volsbach (Mariä Geburt) Adlitz (Marienkapelle) Freiahorn (Kapelle) Körzendorf (Kapelle Mariä Aufnahme in den Himmel) Poppendorf (Kapelle St. Josef)

Evangelische Kirchen Klausstein-Kapelle (St. Nikolaus) Kirchahorn (St. Michaels- und Jakobuskirche)

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=1.2|Burg Rabenstein mini|hochkant=1.2|Klaussteinkapelle im Ailsbachtal In Ahorntal gibt es die Sophienhöhle unter der Burgstelle der ehemaligen Burg Ahorn und die Ludwigshöhle, auch Kühloch genannt. Erstere kann mit Führungen besucht werden. Sie gilt als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen von Deutschland. Letztere ist frei zugänglich und befindet sich an der gegenüberliegenden Talseite. Die Burg Rabenstein ist mit der Sophienhöhle in Privatbesitz. Auf dem Burggelände befindet sich die Falknerei Burg Rabenstein mit einem Greifvogel- und Eulenpark. Dort werden auch Flugvorführungen durchführt. Die Landschaft (Frankenjura) bietet sich zum Wandern und Klettern an. Das Schloss Adlitz und das Schloss im Ortsteil Weiher sind in Privatbesitz und können nicht besichtigt werden. Die römisch-katholische Kirche Mariä Geburt im Ortsteil Volsbach.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 112 und im Bereich Handel und Verkehr 55 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort keine Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es 753. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es einen, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Im Jahr 1999 gab es 145 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1983 Hektar. Davon waren 832 Hektar Ackerfläche und 1146 Hektar Dauergrünfläche.

Brauereien Im Gemeindegebiet Ahorntal gibt es die Brauerei Held-Bräu in Oberailsfeld seit 1680 und die Brauerei Stöckel in Hintergereuth seit 1866.

Bildung In der Gemeinde Ahorntal gibt es folgende Einrichtungen: Kindergarten St. Burkard mit 75 Kindergartenplätzen, Träger ist die Katholische Kirchenstiftung Oberailsfeld. Grundschule verfügt über neun Lehrern mit rd. 90 Schülern. Der Schulsprengel des bisherigen Schulverbandes Ahorntal – Waischenfeld wurde zum 1. August 2021 aufgelöst. Sachaufwandsträger ist nunmehr die Gemeinde Ahorntal. Kinderkrippe mit Kinderhort in Kirchahorn umfasst einen Krippenbereich für insgesamt 36 Kinder ab dem ersten bis zum dritten Lebensjahr, sowie einen Hortbereich für 50 Kinder zwischen der ersten und vierten Klasse.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Burchard II. von Ahorn († 1149), Bischof von Worms (1115–1149) Franz Schrüfer (1823–1909), Schachkomponist

Literatur

Wilhelm Müller: Das Ahorntal. Landschaft und Siedlung. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Bd. 37, 1955, S. 42–161, . H. Bernhard Hofmann, Georg A. H. Strobel: Wissenswertes über das Ahorntal (Fränkische Schweiz). Bd. 1, Nürnberg 1973.

Weblinks

Gemeinde Ahorntal Foracheim: Klaussteinkapelle Gemeinde Ahorntal bei www.frankenjura.com

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Gemeindegründung 1972