mini|Köln 1946/47, zerstörter Altermarkt und Ruine Groß St. Martin Hermann Claasen (* 20. Dezember 1899 in Köln; † 19. Dezember 1987 ebenda) war ein deutscher Fotograf.
Leben Claasens erste Fotografien entstanden bereits vor dem Ersten Weltkrieg. Hierzu benutzte er eine aus einer Zigarrenkiste und Brillenglas selbst gebaute Kamera. Die fotografischen Kenntnisse hierzu erwarb er autodidaktisch. Erste Einkünfte erzielte er, nachdem das elterliche Geschäft, in dem er mitarbeitete, unter der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre litt, durch Fotografien des zugefrorenen Rheins in St. Goar. In den 1930er Jahren arbeitete er als Porträt- und Werbefotograf, ab den 1930er Jahren entstanden die ersten Farbfotografien. 1942 heiratete er die aus Köln stammende Fotografin Ria Dietz.
Werk Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Claasen durch seine Trümmerfotografien des zerstörten Kölns bekannt. Sein Œuvre umfasst jedoch ausweislich seines umfassenden Werkverzeichnisses weit mehr. Claasen war vor dem Ersten Weltkrieg stark von den malerischen Beispielen der deutschen Fotografie beeinflusst. Als freiberuflicher Fotograf arbeitete er für viele Auftraggeber, weshalb gute Beispiele für Porträts und Werbung zu seinem Nachlass gehören.
Neben seiner Dokumentation des zerstörten Rheinlandes setzte sich Claasen konsequent mit aktuellen Strömungen der Nachkriegsfotografie, aber auch mit den im Ausland vorangeschrittenen Entwicklungen der modernen Kunst auseinander und beteiligte sich an vielen Ausstellungen.
Titel der Einzelbände des Werkverzeichnisses sind: Trümmer, Experiment, Werbung, Portrait und Das Frühwerk. Mit dieser fünfbändigen Darstellung liegt das umfassendste Werkverzeichnis eines deutschen Fotografen vor. Die Vielfalt und die Qualität seiner fotografischen Arbeiten weisen ihn als einen der interessanten deutschen Fotografen des vergangenen Jahrhunderts aus.
Literatur Gesang im Feuerofen. Köln – Überreste einer alten Stadt. Düsseldorf, 1947 (1. Auflage) Karl Ruhrberg (Hrsg.): Zeitzeichen. Stationen Bildender Kunst in Nordrhein-Westfalen. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2314-X
Auszeichnungen und Ehrungen 1953: Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie 1953 Mitglied der Gesellschaft deutscher Lichtbildner
Ausstellungen Quelle: Goethe-Institut: Art Photography in Germany after 1945 abgerufen am 3. Dezember 2019. Einzelausstellungen 1947: Tragödie einer Stadt, Ausstellung von Trümmerfotografien 1950: Photokina 1995: Galerie ON, Köln 1999: Kölnisches Stadtmuseum, Köln 2003: Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk 2003: Galeria Helga de Alvear, Madrid Gemeinsame Ausstellungen 1997: Deutsche Fotografie – Der Einfluss eines Mediums 1870 -1970, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2000: Augenblick und Endlichkeit, Museum Ludwig, Köln 2001: Aspekte – Von der Kunstfotografie der Jahrhundertwende zur Subjektiven Fotografie der fünfziger Jahre, Rathausgalerie, Brühl 2002: Subjektive Fotografie, Saarlouis / Kuala Lumpur u. a. 2003: Dreams and Conflicts, La Biennale di Venezia, Venedig 2003: Photographische Diptychen, Edition Schellmann, München 2003: Neo Rauch und Europäische Gegenwartskunst, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen 2003: Berlin-Moskau Moskau-Berlin 1950-2000, Martin-Gropius-Bau, Berlin 2003: Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin 2003: Bonobos, Niels Borch Jensen, Berlin 2004: Doppelausstellung mit Brigitte March Stuttgart, Stuttgart
Weblinks
abgerufen am 3. Dezember 2019.
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (Köln) Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann