Adlkofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut.
Geografie Geografische Lage mini|Ortsschild Adlkofen
Der Ort Adlkofen liegt rund acht Kilometer östlich von Landshut und südlich über dem Tal der Isar. Die vier Gemeinden Kumhausen, Geisenhausen, Kröning und Niederaichbach des Landkreises Landshut sowie die Stadt Landshut selbst grenzen daran.
Zu erreichen ist der Hauptort von Landshut aus über die Staatsstraße 2045. Über die Kreisstraße LA 31 erreicht man in südlicher Richtung Geisenhausen und in nördlicher Richtung Niederaichbach. Von Geisenhausen aus hat man Anbindung über die B 299 nach Vilsbiburg.
In östlicher Richtung gelangt man über die Staatsstraße 2045 nach Frontenhausen.
Gemeindegliederung
Adlkofen hat 96 Gemeindeteile:
Nachbargemeinden
Geologie Adlkofen ist innerhalb des Naturraumes „Unterbayerisches Hügelland“ (oft auch „Niederbayerisches Hügelland“ genannt) mit der Kennziffer 06 (Haupteinheit) der Untergliederung 060 A „Isar-Inn-Hügelland“ (auch „Tertiärhügelland zwischen Isar und Inn“) zuzuordnen und ist damit Teil des hydrogeologischen Teilraumes Tertiär-Hügelland. Der Landschaftstypus entspricht einer Gehölz- bzw. waldreichen ackergeprägten Kulturlandschaft und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Daher ist der Anteil naturnaher Lebensräume stark reduziert. Charakteristisch ist ein engmaschiges dichtes Talnetz mit asymmetrischen Talquerschnitten und Streusiedlungskultur. Der Grund ist hauptsächlich aus Süßwassermolasse aufgebaut. Adlkofen liegt etwa 500 m über Normalnull. Zerteilt wird die Landschaft durch die Zuflüsse der Vils. Die flachen südlichen Hänge sind mit Löss und Lösslehm bedeckt. In den Hanglagen und auf den Kuppen dominiert die Fichte in den Wäldern. Relevante Lebensräume sind z. B. Magerrasen, Streuwiesen, Hecken und Feldgehölze, Quellfluren, Abbaustellen und naturnahe Wälder. Online auf www.bfn.de
Klima Großklimatisch betrachtet befindet sich Adlkofen am Übergang zwischen atlantischem und kontinentalem Klima. Die jährlichen durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen bei 700 bis 750 mm. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 7,5 bis 8 °C.
Im 30-jährigen Mittel regnet es an 174 Tagen. Die an Niederschlag reichsten Monate sind dabei Juni, Juli und August. Ebenfalls hohe Niederschläge weisen die Monate März, Mai, November und Dezember auf. Die geringsten Niederschläge gibt es üblicherweise im Februar und im April.Deutscher Wetterdienst: . PDF. Online auf regierung.niederbayern.bayern.de, 9. März 2014
Gewässer Auf dem Gemeindegebiet entspringen zahlreiche Bäche oder durchziehen dasselbe, bevor sie in die Isar oder die Kleine Vils einmünden. Die Länge der Gewässer III. Ordnung beträgt 73,8 km.
Zuflüsse der Isar: Wildgraben (im weiteren Verlauf Schweinbach) Wolfsbach Pfarrwiesgraben (im weiteren Verlauf Aichbach) Musbacher Graben (im weiteren Verlauf Aichbach)
Zuflüsse der Kleinen Vils: Fimbach Bettenbach Kirmbach Flieserbach Höllgraben (im weiteren Verlauf Wippenbach)
Als rechtsseitige Zuflüsse der Isar von Landshut bis MammingBayerisches Landesamt für Umwelt: IS374 – Steckbriefkarte zum Flusswasserkörper / IS375 – Steckbriefkarte zum Flusswasserkörper. PDF. Online auf www.bis.bayern.de. Abgerufen am 22. September 2014. sind der Wolfsbach und der Pfarrwiesgraben als Gewässer 3. Ordnung Teil des Maßnahmenprogramms im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie.Bayerisches Landesamt für Umwelt: IS374 – Rechtsseitige Zuflüsse der Isar von Landshut bis Mamming (ohne Aichbach) / Wasserkörper-Steckbrief / IS375 – Aichbach / Wasserkörper-Steckbrief. Online auf www.bis.bayern.de. Abgerufen am 22. September 2014.
Geschichte Der Name Adlkofen taucht zum ersten Mal als Grafschaft (pago) Adalahkevva in einer Urkunde auf, die Kaiser Otto der Große kurz vor seinem Tod 973 in Merseburg ausstellte. Er schenkte damit sein Eigengut in Beutelhausen, in der Grafschaft Adlkofen gelegen, dem Reichsstift in Niedermünster von Regensburg.Der Landkreis Landshut, Hrsg. Landratsamt Landshut, September 1996, Seite 75 Der Siedlungsname Aetelkouen dagegen tauchte erstmals in einer Urkunde von 1252 auf. Seit 1782 wird nachweislich die Schreibweise Adlkofen verwendet. Der Name leitet sich von dem Personennamen Adelo (oder Adalhoh) ab, der mit dem Grundwort -hofen (Ansiedlung, Hof) verbunden wurde. In Adlkofen war die weltliche Herrschaft schon sehr früh präsent. 1687 wurde das sogenannte Schergenamt von Wolfstein nach Adlkofen verlegt, wo es unter der Leitung eines Amtmanns des Landgerichtes Teisbach bis 1803 verblieb. Der Amtmann übte richterliche Funktionen über alle Leute aus, die nicht Untertanen eines Hofmarksherren waren. Ihm unterstanden vier Obmannschaften, nämlich Reichersdorf, Frauenberg, Günzkofen und Hohenegglkofen. Aus diesen alten Verwaltungseinheiten sind 1812 die politischen Gemeinden gebildet worden. Hofmarken bestanden zu dieser Zeit in Deutenkofen, Göttlkofen und Günzkofen. Lediglich in Deutenkofen wurde im 17. Jahrhundert ein dreigeschossiges Schloss erbaut. Dauerhaft hat darin jedoch nie eine Adelsfamilie gewohnt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden maßgebend vom Pfarrer geprägt.Der Landkreis Landshut, Hrsg. Landratsamt Landshut, September 1996, Seite 76
Schreibweisen von Adlkofen im Laufe der Geschichte 973 Adalahkevva 1252 Aetelkouen 1318 Aetelchofen 1350 Atelchouen 1600 Atlkouen 1665 Adelkhouen 1723/24 Adlkoven 1782–1787 Adlkofen
Im Zuge des Erlasses der bayerischen Gemeindeordnung im Jahr 1818 durch König Max I. Josef wurde noch im selben Jahr die Ruralgemeinde Adlkofen errichtet. Von ihrer Gründung bis 1971 bestand Adlkofen aus 29 Ortschaften.Ernst J. Schröder: Adlkofen – Bilder und Texte aus der Gemeinde. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1998, ISBN 3-89570-403-2, Seite 33
Eingemeindungen Mit der Gemeindegebietsreform in den Jahren 1970 bis 1978 schlossen sich am 1. April 1971 die Gemeinden Deutenkofen, Jenkofen und Oberaichbach (teilweise) mit Adlkofen zusammen. Am 1. Juli 1974 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Frauenberg hinzu. Teile der Gemeinde Kröning folgten am 1. Mai 1978.Baugebiete der Gemeinde Adlkofen; verschiedene Präsentationen der Gemeinde Adlkofen zu Baugebieten aus den Jahren 2007 bis 2009
Einwohner Im Jahr 2013 (2012) gab es 109 (288) Wegzüge, 28 (74) Umzüge innerhalb der Gemeinde, 145 (285) Zuzüge, 22 (15) Eheschließungen, 33 (37) Geburten und 31 (20) Sterbefälle.Information (An alle Haushaltungen!). Hrsg. Gemeinde Adlkofen; Nr. 74/03 – 2013. 2011 betrug der Ausländeranteil 3,3 %.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung:
mini|Entwicklung der Einwohnerzahl, sowie Geburten und Sterbefälle + Altersstruktur der Bevölkerung Adlkofens gemäß Zensus 2011 Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: jünger als 18 17,0 % 18 bis 29 14,7 % 30 bis 49 30,2 % 50 bis 64 21,6 % älter als 65 16,5 %
mini|Adlkofen Bevölkerungsfluktuation
Das Durchschnittsalter hat sich von 38,4 Jahren im Jahr 2000 auf 42,3 Jahre im Jahr 2010 erhöht.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Durchschnittsalter der Bevölkerung: Gemeinde, Geschlecht, Stichtage. Online auf statistikdaten.bayern.de. Mit einem Durchschnittsalter von 43,1 Jahren im Jahr 2017 setzt sich der Trend einer alternden Bevölkerung weiter fort.Hrsg. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2018 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Gemeinde Adlkofen 09 274 111. Mai 2019, PDF, online auf statistik.bayern.de.
2011 setzte sich die Bevölkerung je zur Hälfte aus Männern und Frauen zusammen.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Bis 2017 hat sich das Verhältnis nur leicht verschoben auf 51 zu 49 Prozent.
1970 betrug die Bevölkerungsdichte 50 Einwohner pro Quadratkilometer und erhöhte sich bis 2011 um 60 Prozent auf 80 Einwohner pro Quadratkilometer. Adlkofen zählt damit zu den dünn besiedelten Gemeinden des Landkreises Landshut (Durchschnitt 111 Einwohner pro Quadratkilometer).Hrsg. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Gemeindedaten 2012 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für alle Gemeinden Bayerns, März 2013 Bis 2017 veränderte sich der Wert auf 90 Einwohner pro Quadratkilometer (Landkreis Landshut: 118).
mini|Entwicklung der Geburten im Verhältnis zur Einwohnerzahl
Die Einwohnerzahlen haben sich wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner Stand 1840 1737 01.12.1840Hrsg. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2012 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Gemeinde Adlkofen 09 274 111, April 2013, PDF, online auf statistik.bayern.de. 1871 2045 01.12.1871 1900 2152 01.12.1900 1910 1349 01.12.1910 Summe Einwohner von Adlkofen, Jenkofen und Deutenkofen. 1925 2320 16.06.1925 1939 2134 17.05.1939 1950 2970 13.09.1950
Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 2173 1965 2272 1970 2400 1975 2647 1980 2876 1985 3028 1990 3234 1995 3517 2000 3797 2001 3826 2002 3912 2003 3923 2004 3935 Jahr Einwohner 2005 3891 2006 3885 2007 3887 2008 3899 2009 3864 2010 3850 2011 3793 2012 3774 2013 3880 2014 3949 2015 4078 2016 4134 2017 4220 Jahr Einwohner 2018 4321 2019 4407 2020 4378
Jahr Einwohner nach Gemeinde AdlkofenEinwohner. Gemeinde Adlkofen. Online auf www.adlkofen.de, abgerufen am 20. Juni 2019.INFORMATION (An alle Haushaltungen!). Hrsg. Gemeinde Adlkofen; Nr. 74/03 – 2013.INFORMATION (An alle Haushaltungen!). Hrsg. Gemeinde Adlkofen; Nr. 61/03 – 2009b.INFORMATION (An alle Haushaltungen!). Hrsg. Gemeinde Adlkofen; Nr. 61/03 – 2009a.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006 1999 3913 2000 3936 2001 3945 2002 4057 2003 4068 2004 4086 4089INFORMATION (An alle Haushaltungen!). Hrsg. Gemeinde Adlkofen; Nr. 41/03 – 2004. 2005 4087 2006 4091 4075INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. 45/03 – 2007 2007 4090 Jahr Einwohner nach Gemeinde Adlkofen 2008 4083 2009 4053 2010 4038 2011 4055 2012 4036 2013 4152 2014 3909 2015 4033 2016 4379 2017 4449 2018 4552 mini|Adlkofen – Entwicklung der Einwohnerzahlen 2003–2012 Mit dem Kriegsende 1945 stieg die Bevölkerung bis 1950 wegen der Flüchtlinge sprunghaft an, um dann bis Ende der fünfziger Jahre wieder abzunehmen. Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 1573 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 62,79 Prozent. Der größte Einwohnerzuwachs fand dabei zwischen 1980 und 2004 statt. Seit 2008 war sowohl durch eine gestiegene Anzahl Gestorbener als auch durch stärkeren Wegzug als Zuzug ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Dieser Trend hat sich 2012 wieder umgekehrt. In den letzten zehn (fünf) Jahren (von 2017 ab gerechnet) wuchs die Einwohnerzahl um 8,23 (8,76) Prozent.
Die nebenstehende Grafik mit Einwohnerzahlen von 2003 bis 2012 zeigt, dass der bisherige Höhepunkt zwischen 2004 und 2008 erreicht wurde mit einer leicht sinkenden Tendenz in den Folgejahren. Die Grafik zur Bevölkerungsentwicklung der Jahre 1972 bis 2017 zeigt, dass im Zuge der Ausweisung neuer Wohngebiete (siehe Kapitel Bauen und Wohnen) die Bevölkerungszahl derzeit wieder ansteigt; 2017 hat sie vorerst einen Höchststand erreicht. Dieses Wachstum generiert sich durch Zuzug von außen, da der Saldo aus Geburten und Sterbefällen inzwischen in der Tendenz negativ ist. Mit dem Wachstum der Einwohnerzahlen hat aber auch die Fluktuation der Bevölkerung (Zu- und Fortzüge über die Gemeindegrenzen) zugenommen. Betrug die durchschnittliche Fluktuation in den Jahren 2000 bis 2007 im Schnitt 430 Personen, so nahm sie im Zeitraum von 2010 bis 2017 auf durchschnittlich 603 Personen zu. Im Jahr 2017 betrug die Fluktuation z. B. 710 Personen. Bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl sind dies knapp 18 Prozent.