Lauchhammer ()Manfred Starosta: Dolnoserbsko-nimski słownik / Niedersorbisch-deutsches Wörterbuch. Budyšyn/Bautzen: Ludowe nakładnistwo Domowina / Domowina-Verlag 1999. ist eine Stadt im Süden Brandenburgs im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Sie entstand 1950 als Großgemeinde aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Bockwitz, Lauchhammer, Mückenberg und Dolsthaida. Sowohl die Stadt selbst als auch die nähere Umgebung sind durch langjährige Bergbau- und Industrietätigkeit geprägt. Bereits 1725 wurde ein Raseneisenwerk auf Holzkohle- und Torfbasis an den Lauchteichen gebaut; dieser Hammer im Lauch gab der Stadt ihren heutigen Namen.

Geografie mini|hochkant=1.66|Lage Lauchhammers am Schraden

Geografische Lage Die Stadt wird heute zur Niederlausitz gezählt, gehörte aber mit all ihren ehemaligen Ortsteilen historisch bzw. politisch nie zu ihr. Lauchhammer befindet sich 45 Kilometer nördlich von Dresden. Cottbus ist rund 50 Kilometer entfernt. Die Entfernung zur Sängerstadt Finsterwalde beträgt etwa 20 Kilometer. Die Höhenlage reicht von 94 bis 160 m über NHN.

Die Stadt liegt an der Schwarzen Elster, einem Nebenfluss der Elbe.

Stadtgebiet mini|hochkant=1.66|Luftbild der Stadt, im Vordergrund Lauchhammer-Ost, oben links Lauchhammer-Mitte, oben rechts Kleinleipisch

Durch zahlreiche Eingemeindungen erstreckt sich das Stadtgebiet über mehr als 88 Quadratkilometer.

Zwischen den einzelnen Stadt- und Ortsteilen liegt eine Vielzahl großer Wald- und Wiesenflächen. Durch den Braunkohleabbau befinden sich sowohl im Stadtgebiet als auch außerhalb der Stadt zahlreiche Bergbaufolgelandschaften. Diese bestimmen weitgehend das Erscheinungsbild des Umlands der Stadt. Im Ortsteil Grünewalde liegt das Naherholungsgebiet Grünewalder Lauch. Der See wurde 1981 als ehemaliges Tagebaurestloch aufgefüllt und hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Naherholungsgebiet entwickelt.

Neben dem Grünewalder Lauch gibt es drei weitere Teiche: den Wolschinkateich, den Kuthteich und den Wehlenteich. Die beiden letzteren befinden sich in der auch als Grüne Mitte bezeichneten 16 ha großen Wald- und Wiesenfläche zwischen Lauchhammer-Mitte und Lauchhammer-Süd.

Nachbargemeinden Die Stadt Lauchhammer grenzt an folgende Städte und Gemeinden: Gliederung Name Grenze Landkreis Gemeinde Gorden-Staupitz NW EE Stadt Finsterwalde N EE Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf N EE Gemeinde Schipkau NO OSL Stadt Schwarzheide O OSL Stadt Ruhland SO OSL Gemeinde Frauendorf S OSL Gemeinde Tettau S OSL Gemeinde Schraden SW EE Gemeinde Plessa W EE Gemeinde Hohenleipisch W EE

Stadtgliederung mini|Mückenberg, Bockwitz und Grünewalde, heutiges Lauchhammer im Nordosten des Amtes Hayn, zur Zeit des Kurfürstentums von Sachsen

Die Kernstadt Lauchhammer gliedert sich in die vier bewohnten Gemeindeteile Lauchhammer-Mitte (ehemals Bockwitz), Lauchhammer-Ost (ehemals Lauchhammer und Naundorf), Lauchhammer-Süd (ehemals Dolsthaida) und Lauchhammer-West (ehemals Mückenberg) sowie die Wohnplätze Bärhaus, Mittelhammer, Unterhammer und Waldesruh.

Des Weiteren gehören zu Lauchhammer folgende Ortsteile: Grünewalde mit den Wohnplätzen Koyne und Welkmühle Kleinleipisch Kostebrau

Geschichte mini|hochkant|links|Stillgelegte Brikettfabrik des VEB Braunkohlenveredelung, 1990 mini|Werbung der Lauchhammer AG von 1913 für Rohrleitungen mini|Ehemalige Private Oberschule in Lauchhammer, heutige Nutzung als Ärztehaus

Das heutige Lauchhammer entstand am 1. Juli 1950 als Großgemeinde aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Bockwitz, Lauchhammer, Mückenberg und Dolsthaida.Historisches Gemeindeverzeichnis Oberspreewald-Lausitz Lauchhammer ist eine vergleichsweise junge Stadt und erhielt das Stadtrecht erst am 5. Juli 1953.

Von seiner Eingemeindung im Jahr 1974 bis zur Umwidmung im September 2014 wurde der Ortsteil Kleinleipisch als fünfter Stadtteil unter dem Namen Lauchhammer-Nord geführt. Im Jahr 1993 wurden die Dörfer Kostebrau und Grünewalde als neue Ortsteile in die Stadt eingemeindet.

mini|Tagebau-Gebiet nördlich von Lauchhammer, 1990

Lauchhammer zählt mit seiner langen Bergbautradition zu den ältesten Industriestandorten des Landes Brandenburg. Die Industriegeschichte im Gebiet der jetzigen Stadt begann bereits 1725 mit dem Bau eines Raseneisenwerkes auf Holzkohle- und Torfbasis bei einer abgelegenen Mühle. Dieses an den Lauchteichen gelegene Werk – der Hammer im Lauch – gab der Stadt ihren heutigen Namen.

Am 17. Juli 1725 erteilte der sächsische Kurfürst August der Starke der Freifrau von Löwendal das Privileg zur Errichtung eines Eisenhammerwerkes in Lauchhammer mit einem Hochofen und einer kleinen Gießerei. Nach dem Tod der Gründerin im Jahr 1776 ging es in den Besitz ihres Patenkindes, des Grafen Detlev Carl von Einsiedel, über. 1784 entstand eine Kunstgießerei, 1785 wurde mit dem Emaillieren eiserner Geschirre begonnen.Landesarchiv Sachsen-Anhalt Mitteldeutsche Stahlwerke AG Riesa, Werk Lauchhammer

1789 wurde bei Bockwitz – dem heutigen Lauchhammer-Mitte – das erste Kohleflöz angebohrt. Dies ist auch der erste schriftliche Hinweis auf die Niederlausitzer Braunkohle. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Kohlengruben, unter anderem die Grube Milly. Um das Jahr 1900 setzte eine verstärkte Industrialisierung des heutigen Stadtgebietes ein. In diesem Jahr wurde auch die Braunkohlen- und Brikett-Industrie Aktiengesellschaft (BUBIAG) gegründet. In der Folgezeit entstanden im Bergbau und in der verarbeitenden Industrie zahlreiche Arbeitsplätze. Dies führte zu einem verstärkten Wachstum der Einwohnerzahl und zur Gründung neuer Wohngebiete. Ab 1906 setzte die Bubiag ein erstes Siedlungsprogramm für die Arbeiter und ihre Familien um. 1919 wurde der heute unter Denkmalschutz stehende Grundhof errichtet.

mini|hochkant|Mast der ersten Hochspannungsleitung mit über 100 kV in Europa

1912 wurde zwischen Lauchhammer und Gröba bei Riesa die erste Hochspannungsleitung Europas (110 kV) gebaut.

Ab 1898 wurden in der ersten Brikettfabrik Briketts produziert. Insgesamt standen in der Stadt acht Brikettfabriken und eine Kokerei. In der Kokerei Lauchhammer gelang 1952 der weltweit erste Versuch, aus Braunkohle hüttenfähigen Koks (Braunkohlenhochtemperaturkoks) herzustellen. 1993 wurde die letzte Fabrik stillgelegt.

Einen Beleg für den früheren Braunkohleabbau stellt das imposante Bauwerk der Abraumförderbrücke F60 (Baureihe der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt) bei Lichterfeld dar. Sie wurde im Schwermaschinenbau Lauchhammerwerk des Kombinats TAKRAF hergestellt.

Lauchhammer gilt auch als Stadt des Kunstgusses. Er hat ebenfalls eine sehr lange Tradition in der Stadt. Der erste Eisenkunstguss wurde 1784 durchgeführt. In der Stadt wird auch heute noch eine Kunst- und Glockengießerei betrieben.

Seit 1880 werden in Lauchhammer Badewannen hergestellt. Zwischen 1968, als eine neue Badewannengießerei errichtet wurde, und 1989 wurden sämtliche Badewannen für den DDR-Markt im Werk Lauchhammer gefertigt. Während die Wannen bis Mitte der 1990er Jahre noch aus Gusseisen bestanden, wird heute das wesentlich leichtere Acryl benutzt.

In Verbindung mit Orkan Kyrill zog am 18. Januar 2007 ein Tornado der Stärke F3 auf der Fujita-Skala durch die Stadtteile Lauchhammer-West und Lauchhammer-Süd, wobei viele Gebäude schwer beschädigt, Bäume entwurzelt oder abgeknickt wurden. Insgesamt verursachte der Tornado einen Schaden von etwa 2 Millionen Euro.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Lauchhammer und die später eingegliederten Gemeinden gehörten seit 1817 zum Kreis Liebenwerda in der preußischen Provinz Sachsen (ab 1947 im neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt). Mit der Verwaltungsreform von 1952 kam Lauchhammer zum Kreis Senftenberg im Bezirk Cottbus. 1990–1993 gehörte die Stadt zum Land Brandenburg, seit der Kreisreform 1993 liegt sie im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Die Zuordnung Lauchhammers zur alten Provinz Sachsen bzw. zum Kreis Liebenwerda, spiegelt sich noch heute in der Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland bzw. zu dem Bistum Magdeburg wider.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 – 1890 530 1910 741 1925 4.088 1933 4.333 1939 5.179 Jahr Einwohner 1946 6.401 1950 22.012 1964 28.024 1971 27.420 1981 24.497 1985 24.295 Jahr Einwohner 1990 22.768 1995 23.948 2000 20.769 2005 18.697 2010 16.956 2015 15.084 Jahr Einwohner 2020 14.070 2021 13.930 2022 14.443 2023 14.264 2024 14.042 2025 13.801 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), von 2011 bis 2021 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Lauchhammer besteht aus 22 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahlen am 9. Juni 2024.

Partei / Wählergruppe Ergebnis2024 Sitze2024 Ergebnis2019 Sitze2019 Pro Lauchhammer 33,8 % 7 29,8 % 7 AfD 28,5 % 6 17,1 % 4 CDU 13,8 % 3 14,0 % 3 Die Linke 10,9 % 2 13,4 % 3 Die Heimat (bis 2023 NPD) 4,2 % 1 2,7 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 2,7 % 1 – – FDP 2,5 % 1 1,9 % – Einzelbewerber Paul Fischer 2,2 % 1 – – Wählergruppe Hurraß 1,4 % – – – SPD – – 8,6 % 2 Verein der Selbständigen Lauchhammer – – 5,6 % 1 Alternatives Bürgerforum Lauchhammer – – 5,3 % 1 Lauchhammer PUR – – 1,5 % –

Bürgermeister 1953–1966: Max Baer, seit 1945 Bürgermeister von Bockwitz, seit 1950 Bürgermeister der Großgemeinde Lauchhammer und seit 1953 erster Stadtbürgermeister 1966–1989: Werner Pohl 1989–1990: Reinhard Piskol (PDS) 1990–1992: Christian Häntzka (CDU) 1992–1994: Wolfgang Conrad 1994–2002: Rainer Schramm (parteilos) 2002–2010: Elisabeth Mühlpforte (parteilos)Kommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 27 2010–2021: Roland Pohlenz (parteilos) In: Lausitzer Rundschau, 10. Januar 2010. seit 2021: Mirko Buhr (Pro Lauchhammer)

Pohlenz war 2018 für eine weitere Amtszeit bis 2026 gewählt worden.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 21. Januar 2018. Er bat 2021 mit Erreichen des Rentenalters um eine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. In: rbb24.de, 31. Mai 2021.

Mirko Buhr wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. September 2021 mit 51,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74 zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. September 2021

Wappen Das erste Stadtwappen wurde im Frühjahr 1953 vom Rat der Stadt Lauchhammer genehmigt. Das Wappen zeigte einen schwarzen Hammer in einem roten Kreis und einen schwarzen Brikettstein auf goldenem Schild, vor einem blauen Tuch. Darüber waren zwei Ähren zu sehen.

Der Hammer stand für das Eisenwerk, der Brikettstein für den Braunkohlenbergbau, die Ähren für die Bedeutung der Landwirtschaft für die Stadt. Das blaue Tuch stand in Beziehung zum gelben Schild und sollte gleichzeitig Jugend und Friedenskampf symbolisieren.

Nach der politischen Wende sollte ein neues Wappen entworfen werden. Bürgermeister Christian Häntzka beauftragte damit Bürger der Stadt. Das neue Wappen, zunächst noch mit einer Krone versehen, wurde von Rudolf Armer entworfen und nach Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung am 3. Juni 1992 verbindlich genehmigt. Eine geänderte Version ohne Krone ist seit dem 24. Oktober 2001 genehmigt.

Städtepartnerschaften Lauchhammer unterhält eine Städtepartnerschaft mit der rumänischen Stadt Târgu Jiu.

Sehenswürdigkeiten und Kultur