Als Aviosuperficie wird in Italien gemäß dem Ministerialerlass vom 8. August 2003 ein nichtöffentliches Flugplatzgelände bezeichnet, das nicht als „Privatflughafen“ zertifiziert ist, das aber für die Landung und den Abflug von Leichtflugzeugen und Ultraleichtflugzeugen vorgesehen ist.Decreto 8 agosto 2003 in der Gazzetta Ufficiale della Repubblica Italiana vom 23. Dezember 2003 Diese Flugplätze sind in der Regel nicht nach ICAO-Richtlinien ausgerüstet. mini|hochkant=1.3|„Alisoriano“, Aviosuperficie bei Soriano nel Cimino, Latium mini|hochkant=1.3|Aviosuperficie „Alvaro Leonardi“ in Terni, Umbrien Grundlagen Die Aviosuperfici (Plural von Aviosuperficie) werden mit einer Sondergenehmigung der Luftfahrtbehörde durch private Grundstückbesitzer betrieben und können nur mit Genehmigung Prior Permission Required (PPR; wörtlich: vorherige Genehmigung erforderlich) genutzt werden. Dies geschieht in der Regel telefonisch, kann aber auch in einigen Fällen per Funk erfolgen. Auf diesen Plätzen gibt es normalerweise keine Luftaufsicht, die den Flugbetrieb verantwortlich regelt. Sofern diese Flugplätze keinen ICAO-Code haben, muss man in Flugplänen „ZZZZ“ angeben und dann im Feld „RMK/DEP“ beziehungsweise „RMK/DEST“ den entsprechenden Namen der Aviosuperficie eintragen.

Funkverfahren Der Funkverkehr zwischen den Flugzeugen, die sich im Anflug oder Abflug befinden, wird über eine einheitliche Frequenz, meist auf 130,00 MHz, abgewickelt. Die verantwortlichen Flugzeugführer teilen auf dieser Frequenz ihre Absichten mit. Positionsmeldungen oder Informationen der Piloten werden als Blindsendungen abgesetzt. Dabei ist wichtig, den Blindsendungen anderer Luftfahrzeuge aufmerksam zuzuhören, um diese Informationen in ein Lagebild des Luftverkehrs bezüglich der eigenen Position umsetzen zu können. Dabei ist auch der Luftraum aufmerksam zu beobachten. Der Einflug in die Platzrunde erfolgt unter Beachtung des anderen Platzverkehrs in den entsprechenden Abschnitten. Positionsmeldungen bzw. Informationen innerhalb der Platzrunde werden weiterhin als Blindsendungen abgegeben. Der Flugzeugführer entscheidet in eigener Verantwortung, ob die Aufgabe fliegerisch durchführbar ist. Dieses Verfahren gilt nicht bei Aviosuperfici mit eigener Luftaufsicht und entsprechender Frequenz.

Nutzungseinschränkung Die Aviosuperfici sind nach den gültigen Sichtflugregeln (VFR) am Tage zugelassen. Bei Dunkelheit und Nacht sind VFR-Flüge untersagt. Je nach Beschaffenheit der Piste gibt es auch Einschränkungen zur Start- und Landemasse der Flugzeuge.

Es dürfen nur solche Piloten Aviosuperfici benutzen, die eine gültige Pilotenlizenz besitzen, bereits mindestens fünf Starts und Landungen auf einer Aviosuperficie absolviert haben und innerhalb der letzten 90 Tage mindestens fünf Starts und Landungen (egal auf welchem Flugplatz) absolviert haben. Die Hubschrauberpiloten benötigen eine permanente Außenlandungsberechtigung.

Kontrollzonen Einige Aviosuperfici liegen innerhalb einer bis zum Boden reichenden Kontrollzone (CTR). In diesen Fällen muss beim Anflug rechtzeitig vor Einflug in die CTR zwecks Freigabe Kontakt mit der zuständigen Anflugkontrollstelle hergestellt werden, mit dem Hinweis, dass man auf der Aviosuperficie xy landen möchte. Die Controller kennen in der Regel alle innerhalb ihrer CTR liegenden Plätze und erteilen meist durch entsprechende Freigabe den Weiterflug.

Verzeichnis In Italien gibt es drei Kategorien von Flugplätzen: Verkehrsflughäfen, dem ICAO-Standard und bestimmten italienischen Standards entsprechende Flugplätze für die Allgemeine Luftfahrt sowie noch aktive (und oft zivil mitgenutzte) Militärflugplätze gehören allesamt zur Kategorie Aeroporto. Im Jahr 2016 gab es insgesamt 114 zivile und militärische Flughäfen. Aviosuperfici sind in der Regel nicht nach ICAO-Richtlinien ausgerüstet. Es gibt jedoch Aviosuperfici, die die ICAO-Standards erfüllen, einen ICAO-Code haben und dennoch nicht den Status eines Aeroporto haben oder auf ihn verzichten (in der Regel aus Kostengründen). Im Jahr 2016 gab es 213 von der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC zertifizierte zivile Aviosuperfici, die auf einer Liste veröffentlicht werden (es gibt auch einige nicht zertifizierte). Campi di Volo sind „Flugfelder“, für die im Vergleich zu den Aviosuperfici niedrigere Standards gelten. Ein Campo di Volo ist mit einem Ultraleichtfluggelände vergleichbar, Leichtflugzeuge sind jedoch nicht ganz ausgeschlossen. Es gibt derzeit (2016) rund 230 registrierte zivile Flugfelder dieser Art.

Hinsichtlich der Wasserflugplätze entspricht dem Aeroporto der Idroscalo oder „Wasserflughafen“. Es gab in Italien bis zum Zweiten Weltkrieg über 50 zivile und militärische Einrichtungen dieser Art. Wasserflugplätze werden heute offiziell als Idrosuperfici bezeichnet und entsprechen den Aviosuperfici. Derzeit gibt es weniger als zehn Wasserflugplätze dieser Art, wobei sich zum Teil die Bezeichnung Idroscalo weiterhin hält, einerseits weil einige dieser Einrichtungen eine lange, ungebrochene Geschichte haben, andererseits weil in der Umgangssprache Idroscalo oft stellvertretend für Idrosuperficie verwendet wird. Sogenannte Idrosuperfici occasionali sind Gewässerflächen, auf denen Wasserflugzeuge in ausschließlicher Verantwortung der Piloten starten und wassern. Diese Gewässerflächen werden nirgends registriert und entsprechen nur im weitesten Sinn den Campi di Volo.

Bei den Hubschrauberlandeplätzen wird analog zu Aeroporto und Aviosuperficie zwischen Eliporto und Elisuperficie unterschieden. Oft werden Elisuperfici als Heliport oder Eliporto bezeichnet, obwohl sie einen solchen Status nicht haben. Es gibt in Italien nur wenige Hubschrauberlandeplätze, die als Eliporto zertifiziert sind; Elisuperfici sind die Regel. Wie die Aviosuperfici entsprechen auch die Elisuperfici meist nicht dem ICAO-Standard.Contesto Normativo ENAC Decreto Ministeriale 8 agosto 2003 Im Jahr 2017 waren in den regionalen ENAC-Listen insgesamt 526 Elisuperfici angegeben. Die im Gesetz definierten Elisuperfici occasionali können wiederum im weitesten Sinn mit den Campi di Volo in Bezug gesetzt werden, diese improvisierten Hubschrauberlandeplätze werden jedoch nirgends registriert.

Nachstehend eine unvollständige Liste der zertifizierten und nicht zertifizierten Aviosuperfici (mit Hinweisen auf Idrosuperfici und, als Ergänzung und zur Orientierung, auf Campi di Volo und „Flughäfen“ für die Allgemeine Luftfahrt), sortiert nach Regionen (alle Angaben ohne Gewähr und nicht für Navigationszwecke):

Abruzzen Bezeichnung Stadt/Gemeinde Lage Höhe (m) Bahn (m) Richtung Art Anmerkung Celano Celano 680 830 08/26 Asphalt Corfinio Airfield Corfinio 730 14/32 Gras auch Parchi d’Abruzzo genannt Il Pratone Carsoli 500 17/35 Gras L’Aquila L’Aquila 571 650 11/29 Gras nicht Flugplatz L’Aquila; aeroclublaquila.it La porta delle aquile Alanno 119 410 15/33 Gras

Campi di Volo befinden sich bei Civitella del Tronto, Corropoli, Elice, Loreto Aprutino, Mosciano Sant’Angelo, Notaresco, Ofena, Penne, Rocca Pia, Sant’Omero und Vasto.

Aostatal Neben dem Flughafen Aosta gibt es im Aostatal den auf 1700 m gelegenen Gebirgsflugplatz (Aviosuperficie in pendenza) Chamois (, 300 × 20, 07/25, Gras) und einen Campo di Volo bei Nus (Chatelair, ). Darüber hinaus gibt es einige Gletscherpisten, unter anderem bei der Sassière- und Rutor-Gruppe, beim Mont Dolent, beim Mont Gelé und beim Monte Rosa (Lys).

Die Aviosuperficie Montalto Dora liegt nicht im Aostatal, sondern wenige Kilometer jenseits der Grenze im Piemont.

Apulien Bezeichnung Stadt/Gemeinde Lage Höhe (m) Bahn (m) Richtung Art Anmerkung Aerotre Manduria 89 400 × 18 18/36 Gras aerotre.it Ali sul castello Andria 300 1000 12/30 Gras Antares San Pietro Vernotico 37 420 15/33 Gras aeroclubbrindisi.it Ceraso Altamura 459 900 12/30 Gras auch Nido delle Aquile genannt Corte Melpignano 80 985 × 20 15/33 Gras ICAO-Code: LINB; aviosuperficielecce.it Esperti Cellino San Marco 60 600 × 30 18/36 Gras Fondone Lecce 40 720 15/33 Schotter vegaulm.it Melendugno Sant’Andrea Melendugno 20 600 16/34 Gras volaresalento.com Macrì Supersano 110 700 × 40 14/32 Gras aviosuperficiemacri.it Monticchio Pulsano 30 700 18/36 Gras

Campi di Volo befinden sich bei Alberobello, Andrano, Apricena, Carmiano, Copertino, Foggia (Ponte Albanito), Gallipoli, Ischitella, Oria (Laurito), San Giovanni Rotondo (Macerone), Surbo, Toritto und Ugento. Erwähnenswert ist wegen seiner Lage der Heliport San Domino.

Weder Aviosuperficie noch Campo di Volo ist der Flugplatz Lecce-San Cataldo.

Basilikata Bezeichnung Stadt/Gemeinde Lage Höhe (m) Bahn (m) Richtung Art Anmerkung Enrico Mattei Pisticci 55 1440 × 30 13/31 Asphalt basilicata-airport.eu Falcone Lavello 152 750 05/23 Gras Grumento Grumento Nova 650 1100 07/25 Asphalt amicidelvolo.it Pantano di Pignola Pignola 800 600 × 40 07/25d Gras centroicaro.it

Campi di Volo befinden sich bei Pisticci (Bernalda; nicht Enrico Mattei) und Policoro. In der Region Basilikata gibt es keine weiteren Flugplätze.

Emilia-Romagna Bezeichnung Stadt/Gemeinde Lage Höhe (m) Bahn (m) Richtung Art Anmerkung Aero Club Piacenza Gragnano Trebbiense (Casaliggio) 70 800 01/19 Gras aeroclubpiacenza.it Ali di Classe Ravenna (Lido di Classe) 1 660 × 24 15/33 Gras auch Avios. “Ennio Tarantola” alidiclasse.info Banda Bassotti Concordia sulla Secchia 13 500 × 25 03/21 Gras cortevanina.it Castellazzo Reggio nell’Emilia (Castellazzo) 43 585 × 18 02/20 Gras Aeroclub Tricolore Conte Guido Guidi Alseno 800 01/19 Gras auch Avios. Cortina di Alseno Deltaland San Possidonio 14 600 12/30 Gras derzeit geschlossen ulm.it Estense Aer Club Finale Emilia (Canaletto) 18 500 04/22 Gras derzeit geschlossen ulm.it Guglielmo Zamboni Ozzano dell’Emilia 32 840 × 18 03/21 Asphalt auch Avios. Ozzano, ICAO-Code: LIKO; hat Heliport aviozzano-guglielmozamboni.com Molinella Molinella 7 1000 03/21 Gras Aeroclub Bologna Reno Air Club Argelato 25 440 × 25 09/27 Gras renoairclub.it Rubbiano Solignano 700 03/21 Gras Santarcangelo Santarcangelo di Romagna 60 500 × 25 03/21 Gras aviosuperficiesantarcangelo.it Sassuolo Sassuolo 90 940 18/36 Gras aeroclubsassuolo.it Tabularia Poviglio 400 02/20 Gras nicht Campo di Volo Poviglio (S. Sisto) Valle Gaffaro Codigoro 1 900 16/34 Gras nicht Campo di Volo Codigoro (Corbetta di Contarini); volodelta2000.net Voloclub Ultraleggeri Medicina 30 1000 04/22 Gras Vraglia Imola 320 02/20 Gras daneben 2 Campi di Volo bei Imola

Bei Comacchio (Lido delle Nazioni) ist der Wasserflugplatz Idroscalo Francesco Agello (, 1100 × 80, 03/21). Einen weiteren Wasserflugplatz gab es in Porto Corsini bei Ravenna.

Campi di Volo befinden sich in Agazzano, Albareto, Argenta (Filo), Bazzano, Bertinoro, Bondeno (Scortichino), Busseto, Campogalliano, Carpi (nicht Flugplatz Carpi), Castelfranco Emilia (Gaggio di Piano), Cavriago (Codemondo), Cesena, Codigoro (nicht Avios. Valle Gaffaro), Conselice, Crevalcore, Faenza (Sant’Andrea), Felino, Fontanellato (2 Campi di Volo), Forlì (Villafranca), Granarolo dell’Emilia, Imola (3 Campi di Volo, nicht Avios. Vraglia), Lugo (Belricetto, nicht Flugplatz Lugo), Mercato Saraceno, Piacenza (nicht Aero Club Piacenza in Gragnano; weiterer Campo di Volo in Borghetto), Polesine Zibello, Portomaggiore, Poviglio (San Sisto, nicht Avios. Tabularia), Salsomaggiore Terme (2 Campi di Volo), San Felice sul Panaro, San Pietro in Casale, Serramazzoni (San Dalmazio), Sissa, Soragna, Vigarano Mainarda und Zola Predosa.

Weder Aviosuperficie noch Campo di Volo sind die Flugplätze Carpi, Ferrara, Lugo, Modena, Pavullo nel Frignano, Ravenna und Reggio Emilia.

Friaul-Julisch Venetien