Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im November 2014.
Tagesgeschehen Samstag, 1. November 2014 Berlin/Deutschland: Der Ministerpräsident von Hessen Volker Bouffier (CDU) tritt sein Amt als Präsident des Bundesrates an. Ouagadougou/Burkina Faso: Aus innermilitärischen Machtkämpfen um das kommissarische Amt des Staatsoberhauptes und damit die Führung einer Übergangsregierung geht Oberst Isaac Zida, der Vizepräsident der Präsidialgarde, als Sieger hervor. Militärchef Honoré Traoré, der sich am Vortag selbst zum kommissarischen Staatsoberhaupt ernannt hat und über wenig Rückhalt in der Bevölkerung verfügt, akzeptiert dies in einer Erklärung und verzichtet auf eigene Ansprüche. Währenddessen flieht der gestürzte Präsident Blaise Compaoré in das Nachbarland Elfenbeinküste. Ausländische Politiker und Oppositionelle kritisieren den Putsch und fordern freie Wahlen. Weinheim/Deutschland: Auf dem NPD-Bundesparteitag wählen die Delegierten den ehemaligen Landesvorsitzenden des Saarlandes Frank Franz zu ihrem Bundesvorsitzenden.
Sonntag, 2. November 2014 Bukarest/Rumänien: Bei den Präsidentschaftswahlen hat keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht. In einer Stichwahl werden sich der amtierende Ministerpräsident Victor Ponta von den Sozialdemokraten und der bürgerliche Rumäniendeutsche Klaus Johannis von der Nationalliberalen Partei, Bürgermeister von Hermannstadt, gegenüberstehen. Donezk/Ukraine: In den von prorussischen Separatisten verwalteten Gebieten finden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Internationale Wahlbeobachter sind dabei nicht zugelassen. Nur die Russische Föderation möchte das Wahlergebnis anerkennen. Falludscha/Irak: Kanada fliegt erstmals Luftangriffe gegen die islamistische Organisation Islamischer Staat (IS). Von Kuwait startend sind IS-Ziele in der Region Falludscha bombardiert worden. Kopenhagen/Dänemark: Der Weltklimarat IPCC legt den Synthesebericht zum fünften Sachstandsbericht vor.IPCC-Report: Forscher warnen vor Erderwärmung um vier Grad. Auf: Zeit Online, 2. November 2014. Abgerufen am 15. November 2014. Lahore/Pakistan: Bei einem Selbstmordattentat während der Flaggenparade am pakistanisch-indischen Grenzübergang Wagah nahe Lahore in der Provinz Punjab werden 60 Personen in den Tod gerissen. Drei militante Gruppierungen bekennen sich zur Tat.
Montag, 3. November 2014 New York/Vereinigte Staaten: 13 Jahre nach den Terroranschlägen ziehen erste Mieter in das neue One World Trade Center auf dem Ground Zero ein, das mit 541 Metern Höhe das höchste Gebäude der USA ist. Sanaa/Jemen: Bei einem Terroranschlag wird der Wegbereiter der vor zwei Tagen beschlossenen Technokraten-Regierung zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und Sunniten in der Hauptstadt umgebracht. In der Hafenstadt al-Hudaida werden bei einem weiteren Anschlag auf das Militär 18 Soldaten getötet. Beide Anschläge werden als gezielte Angriffe auf die Regierungseinigung gewertet.
Dienstag, 4. November 2014 Bengasi/Libyen: Im Kampf gegen islamistische Milizen rückt das libysche Militär auf das Zentrum von Begasi vor. Mittlerweile kontrolliert die Armee 95 % des Stadtgebietes. Frankfurt am Main/Deutschland: Mit dem Einheitlichen Bankenaufsichtsmechanismus übernimmt die Europäische Zentralbank die Aufsicht über alle Großbanken in der Eurozone. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Bei den Halbzeitwahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat des 114. Kongress der Vereinigten Staaten bauen die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus aus und übernehmen die Mehrheit im Senat. Damit engen sie den Handlungsspielraum von US-Präsident Barack Obama stark ein. Zudem finden Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten statt.
Mittwoch, 5. November 2014 Luxemburg/Luxemburg: In den internationalen Medien werden Dokumente aus Luxemburg-Leaks veröffentlicht. Die von Journalisten seit April 2014 ausgewerteten Dokumente deuten darauf hin, dass internationale Großkonzerne systematisch und über Jahre hinweg Schlupflöcher in Luxemburg dazu genutzt haben, ihre Steuerlast auf ein Minimum zu drücken. Namentlich genannt werden unter anderem der Getränkehersteller Pepsi, der Paketdienstleister FedEx oder der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble. Der Steuerschaden soll für die europäischen Nachbarstaaten gigantisch sein.n-tv: Luxemburg lockt Konzerne mit Steuertricks, abgerufen am 6. November 2014.Sueddeutsche.de: Luxemburg Leaks: Ärger im Steuer-Märchenland, abgerufen am 6. November 2014. Potsdam/Deutschland: Die Abgeordneten von SPD und Linke bestätigen Dietmar Woidke als Ministerpräsident von Brandenburg. Damit wird die dortige rot-rote Koalition fortgesetzt. Ulaanbaatar/Mongolei: Das Parlament setzt den mongolischen Premierminister Norowyn Altanchujag wegen Vetternwirtschaft und Korruption ab.
Donnerstag, 6. November 2014 Deutschland: Im Tarifstreit der Gewerkschaft der Lokführer mit der Deutschen Bahn beginnt der bisher längste Bahnstreik, der drei Tage dauert.
Freitag, 7. November 2014 Monaco/Monaco: Jürgen Stock, ehemaliger Vizepräsident des Bundeskriminalamts, wird zum Generalsekretär von Interpol gewählt.
Samstag, 8. November 2014 Iguala/Mexiko: Mutmaßliche Mitglieder der kriminellen Organisation Guerreros Unidos gestehen die Ermordung von 43 Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars.
Sonntag, 9. November 2014 Barcelona/Spanien: Bei einer symbolischen Volksabstimmung über die politische Zukunft von Katalonien sprechen sich über 80 % für die Unabhängigkeit von Spanien aus. Regionalpräsident Artur Mas fordert ein richtiges Referendum. Dieses hatte zuvor das spanische Verfassungsgericht untersagt. Basel/Schweiz: Der Roman Koala von Lukas Bärfuss gewinnt den Schweizer Buchpreis. Peking/China: Bei der Eröffnung des 22. APEC-Gipfels in der chinesischen Hauptstadt, bei der unter anderem die drei größten Volkswirtschaften der Welt, die Vereinigten Staaten, Japan und der Gastgeber, zugegen sind, regt Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die Schaffung einer asiatisch-pazifischen Freihandelszone an.
Montag, 10. November 2014 Arqalyq/Kasachstan: Der deutsche Geophysiker Alexander Gerst, der russische Kosmonaut Maxim Wiktorowitsch Surajew und der amerikanische Astronaut Reid Wiseman kehren mit der Sojus TMA-13M von der Internationalen Raumstation zur Erde zurück. Die Landung erfolgt um 04.58 Uhr MEZ in der kasachischen Steppe nahe der Stadt Arqalyq. Belgrad/Serbien: Beim ersten Besuch eines albanischen Ministerpräsidenten in Serbien seit sieben Jahrzehnten löst der albanische Ministerpräsident Edi Rama einen Eklat aus, als er erklärt, die Unabhängigkeit des Kosovo sei eine unumkehrbare Realität. Nach serbischer Sicht ist das Kosovo laut der Verfassung ein Teil Serbiens. Damaturu/Nigeria: Bei einem Sprengstoffanschlag eines Selbstmordattentäters der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram auf eine Schule in Potiskum im Bundesstaat Yobe kommen mindestens 47 Schüler um und 79 werden verletzt. Kairo/Ägypten: Bei einem Gipfeltreffen verkünden der ägyptische Präsident as-Sisi, der zyprische Präsident Anastasiadis und der griechische Ministerpräsident Samaras eine engere Zusammenarbeit bei der Erdgasförderung im östlichen Mittelmeer. Auch Israel möchte dieser Kooperation beitreten. Ab 2018 soll mit der Förderung von Erdgas vor Zypern begonnen werden. Dabei gibt es Schwierigkeiten bei der Festlegung der Wirtschaftszonen im Seegebiet zwischen Zypern und der Türkei. Wien/Österreich: Bei der 15. Verleihung des Nestroy-Theaterpreises werden Nicole Heesters als beste Schauspielerin und August Diehl als bester Schauspieler ausgezeichnet.
Dienstag, 11. November 2014 Dresden/Deutschland: Heinrich Bedford-Strohm wird als Nachfolger von Nikolaus Schneider zum Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Madinat as-Sadis min Uktubar/Ägypten: Die CAF entzieht Marokko seine Gastgeberrolle der Fußball-Afrikameisterschaft 2015 und schließt das Land von der Teilnahme an diesem Wettbewerb aus. Marokko hat wegen der Ebolafieber-Epidemie in Westafrika eine Verlegung des Wettbewerbs auf 2016 beabsichtigt, da man katastrophale Auswirkungen befürchte. Die Weltgesundheitsorganisation teilt diese Einschätzung nicht. Mögliche Neuausrichter sind Angola, Nigeria und Gabun. Sukkur/Pakistan: Bei einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Reisebus und einem Kohle-Schwertransporter kommen in Südpakistan 58 Personen ums Leben.
Mittwoch, 12. November 2014 mini|150px|Teilnehmer des APEC-Gipfels mini|150px|Komet Tschurjumow-Gerassimenko von der Raumsonde Rosetta aus gesehen Dresden/Deutschland: Stanislaw Tillich wird erneut zum Ministerpräsidenten von Sachsen gewählt. In seinem neuen Kabinett leitet die CDU sieben und die SPD drei Ministerien. Peking/China: Auf dem 26. Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC verabschieden die Teilnehmer eine „Roadmap“ zur Schaffung der seit 1989 anvisierten Freihandelszone. Peking/China: US-Präsident Barack Obama fordert bei bilateralen Gesprächen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping transparente und freie Wahlen in Hongkong und reagiert damit auf die seit Wochen andauernden prodemokratischen Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone. China verbittet sich eine Einmischung in innere Angelegenheiten und macht ausländische Kräfte mitverantwortlich für die Demonstrationen in Hongkong. In einer gemeinsamen Pressekonferenz geben Barack Obama und Xi Jinping ihre Klimaschutzziele bekannt. Weltall: Im Rahmen der Rosetta-Mission landet mit dem Sondenlabor Philae erstmals ein Raumfahrzeug auf einem Kometen, es handelt sich um 67P/Tschurjumow-Gerassimenko.
Donnerstag, 13. November 2014 Berlin/Deutschland: Der Bundestag beschließt eine Grundgesetzänderung zum Thema BAföG.
Freitag, 14. November 2014 Auckland/Neuseeland: Ein Kurzbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Premierminister John Key in der neuseeländischen Wirtschaftsmetropole Auckland dient der Vertiefung der ökonomischen Beziehungen beider Länder. Bagdad/Irak: Die irakische Regierung teilt nach Auswertung von bei einer Razzia gefundenen Dokumenten mit, dass die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) staatsähnliche Strukturen mit Verwaltung und Sozialleistungen geschaffen habe und plane, eine eigene Währung auszugeben. Unterdessen hat die irakische Armee die strategisch wichtige Raffineriestadt Baidschi vom IS zurückerobert. Madinat as-Sadis min Uktubar/Ägypten: Die CAF gibt Äquatorialguinea als neuen Ausrichter der Fußball-Afrikameisterschaft 2015 bekannt. Als neuer Gastgeber darf damit das ursprünglich in der Qualifikationsrunde disqualifizierte äquatorialguineische Team beim Wettbewerb teilnehmen. Nouakchott/Mauretanien: Die mauretanische Regierung lässt den Menschenrechtsaktivisten und Präsidenten der dortigen Anti-Sklaverei-Bewegung Biram Dah Abeid sowie neun weitere Mitstreiter wegen Anstiftung zum Aufruhr verhaften, da diese mit einer Informationskampagne die Bevölkerung im Süden Mauretaniens über Sklaverei und Landraub aufklären wollten. Offiziell ist die Sklaverei in Mauretanien abgeschafft, die Realität sieht dagegen oft anders aus. Zudem hat Abeid eine Partei gegründet und fordert damit den autoritären Präsidenten Mohamed Ould Abdel Aziz heraus.
Samstag, 15. November 2014 Brisbane/Australien: In Brisbane beginnt das Gipfeltreffen der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Gastgeber Tony Abbott möchte als Hauptfokus die Wirtschaft stärken. Weitere Themen des Gipfels sind der Klimaschutz, der Kampf gegen Ebola und inoffiziell auch die Ukraine-Krise sowie die Terrormiliz Islamischer Staat.
Sonntag, 16. November 2014 mini|150px|Klaus Johannis