Das Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit (, kurz MASE) ist das Umwelt- und Energieministerium Italiens und Teil der Regierung Italiens. Das an der Via Cristoforo Colombo in Rom ansässige Ministerium wurde am 1. August 1986 gegründet.

Amtierender Minister ist Gilberto Pichetto Fratin.

Geschichte Das Ministero dell’Ambiente wurde 1986 unter dem Kabinett Craxi II gegründet; davor hatte das Ministerium für Kulturgüter und seit 1983 ein Umweltressort ohne Geschäftsbereich Umweltfragen bearbeitet. Im Zuge einer Reform der Ministerialbürokratie (Riforma Bassanini) wurde es 1999 in Ministero dell’Ambiente e della Tutela del Territorio (Ministerium für Umwelt- und Landschaftsschutz) umbenannt. 2001 übernahm es Teile der Aufgaben des ehemaligen Ministeriums für öffentliche Arbeiten. 2006 wurde der Name auf Ministero dell’ambiente e della tutela del territorio e del mare (Ministerium für Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz) erweitert. Unter dem Kabinett Draghi nahm es im Februar 2021 auf Wunsch des Koalitionspartners Movimento 5 Stelle die Bezeichnung Ministero della transizione ecologica (Ministerium für den ökologischen Übergang) an. Dabei wurden die Zuständigkeiten des Ministeriums hinsichtlich einer ökologischen Neuausrichtung der italienischen Wirtschafts- und Energiepolitik erweitert. Die Regierung Meloni gab dem Ministerium seinen aktuellen Namen.

Aufgaben Das Ministerium ist zuständig für Grundsatzfragen der Umweltpolitik, für Naturschutz und Landschaftspflege, Bodenschutz, Hochwasserschutz, Meeresschutz und Klimaschutz sowie für Umweltverträglichkeitsprüfungen. Seit 2021 ist es auch für die Rohstoff- und Energiepolitik zuständig, unter anderem in folgenden Bereichen: Erneuerbare Energien (Kraftwerksbaugenehmigungen im staatlichen Zuständigkeitsbereich), Liberalisierung der Energieversorgung und deren Sicherheit, Richtlinien für die nationalen Energieversorgungsnetze (Strom und Gas) und deren Weiterentwicklung, Verwaltung der strategischen Reserven und Notfallplanung, Schutz vor radioaktiver Kontamination und Entsorgung von radioaktivem Abfall, Grundsatzangelegenheiten der Abfallwirtschaft und der Kreislaufwirtschaft. Beim Amt des Ministerpräsidenten tagt periodisch das „Interministerielle Komitee für Umwelt und Energiesicherheit“, das unter Vorsitz des Ministerpräsidenten die umwelt- und energiepolitischen Richtlinien festlegt und diesbezüglich die Arbeit der Ministerien koordiniert.

Organisation Die politische Führung besteht aus dem Minister und zwei oder drei Staatssekretären. Letztere sind in Italien keine Beamte, sondern Politiker. Seit 2021 gliedert sich das Ministerium im Wesentlichen in drei Hauptabteilungen (dipartimenti) mit insgesamt zehn Abteilungen (Generaldirektionen):

Hauptabteilung für Personal, Natur, Boden und Mittelmeer Abteilung für Naturschutz Abteilung für Meer und Küsten Abteilung für Boden- und Gewässerschutz Abteilung für Innovation und Personal Hauptabteilung für den ökologischen Übergang und grüne Investitionen Abteilung für Kreislaufwirtschaft Abteilung für nachhaltiges Wachstum Abteilung für Umweltsanierung Hauptabteilung für Energie und Klima Abteilung für Energieversorgung, Energieeffizienz und Wettbewerb Abteilung für Infrastruktur und Sicherheit im Energie- und Minenwesen Abteilung für Klima, Energie und Luft

Zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehört unter anderem das Forschungsinstitut Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA) sowie Verwaltungseinrichtungen von Nationalparks in Italien und anderen Naturschutzgebieten soweit diese in nationaler Zuständigkeit sind. Zugeordnet sind dem Ministerium besondere Dienststellen oder Einheiten nationaler Polizeibehörden, insbesondere der Carabinieri, der Guardia Costiera und der Guardia di Finanza.

Dienstsitz mini|Sitz des Ministeriums in der Via Cristoforo Colombo Das Ministerium hat seinen Sitz derzeit in einem angemieteten Gebäude an der Via Cristoforo Colombo im Süden von Rom. Seit 2026 wird im Stadtteil EUR am Viale Boston 25 () das 1956 errichtete Gebäude des ehemaligen Außenhandelsministeriums entkernt und teilabgerissen und für das Umweltministerium neu gestaltet.Roma EUR: al via il progetto per la nuova sede del MASE. Agenzia del Demanio, 14. November 2025Nuova sede del Ministero dell’Ambiente, bando da 5,7 milioni di euro. edilportale.com, 22. Januar 2025

Bisherige Minister Minister Amtszeit KabinettAlfredo Biondi1983–1984Kabinett Craxi IValerio Zanone1984–1986Kabinett Craxi IFrancesco De Lorenzo1986–1987Kabinett Craxi IIMario Pavan1987Kabinett Fanfani VIGiorgio Ruffolo1987–1992Goria, De Mita, Andreotti VI, Andreotti VIICarlo Ripa di Meana1992–1993Kabinett Amato IFrancesco Rutelli1993Kabinett CiampiValdo Spini1993–1994Kabinett CiampiAltero Matteoli1994–1995Kabinett Berlusconi IPaolo Baratta1995–1996Kabinett DiniEdoardo Ronchi1996–2000Prodi I, D’Alema I, D’Alema IIWiller Bordon2000–2001Kabinett Amato IIAltero Matteoli2001–2006Berlusconi II, Berlusconi IIIAlfonso Pecoraro Scanio2006–2008Kabinett Prodi IIStefania Prestigiacomo2008–2011Kabinett Berlusconi IVCorrado Clini2011–2013Kabinett MontiAndrea Orlando2013–2014Kabinett LettaGian Luca Galletti2014–2018Kabinett Renzi, GentiloniSergio Costa2018–2021Kabinett Conte I, Conte IIRoberto Cingolani2021–2022Kabinett DraghiGilberto Pichetto Fratinseit 2022Kabinett Meloni

Siehe auch Politisches System Italiens Ministerium (Italien)

Weblinks Comando Carabinieri per la tutela dell’Ambiente Istituto Superiore per la Protezione e Ricerca Ambientale (Institut für Umweltschutz und -forschung)

Einzelnachweise

Umwelt und Energiesicherheit Italien Kategorie:Organisation (Rom) Kategorie:Umweltpolitik (Italien) Kategorie:Politik (Rom) Kategorie:Behördengründung 1986