Die beiden Dampflokomotiven der Baureihe 04 waren Mitteldruck-Versuchslokomotiven der Deutschen Reichsbahn, die aus den Einheitsdampflokomotiven der Baureihe 03 abgeleitet wurden.
Geschichte Im Jahr 1932 versuchte die Deutsche Reichsbahn durch die Verwendung hochfester Stähle den Kesseldruck von 16 atü (15,7 bar) auf 25 atü (24,5 bar) zu steigern. Um eine möglichst effizienten Energieverbrauch zu erzielen, wurden dazu zwei Versuchslokomotiven mit Vierzylinderverbund-Triebwerken in Auftrag gegeben, abweichend von der sonstigen Bevorzugung des einfacheren Zweizylinder-Antriebs bei den Einheitsdampflokomotiven.
Da Krupp als Erbauer auf früher bei Maffei mit dem Bau von Verbundlokomotiven beschäftigte Fachleute und die damit erworbenen Erkenntnisse zurückgreifen konnte, erwies sich der Antrieb im Vergleich mit der misslungenen Verbundlokomotive der Baureihe 02 als effizient und sparsam.Alfred Gottwaldt: Wagners Einheitslokomotiven. Die Dampflokomotiven der Reichsbahn und ihre Schöpfer. EK-Verlag, Freiburg 2012, ISBN 978-3-88255-738-1, S. 85 Dies zeigte sich bei der Untersuchung der Maschinen durch das LVA Grunewald. Mit einem spezifischen Dampfverbrauchswert von 5,2 kg/PSh in Bezug auf die indizierte Leistung unterschritten die Loks den bereits recht niedrigen Dampfverbrauchswert der Baureihe 03 um über 1 kg/PSh deutlich. Der Kohlenverbrauch betrug bezogen auf die effektive Leistung am Zughaken 0,96 kg/PSh im Vergleich zu 1,13 kg/PSh bei der 03.Autorenkollektiv Johannes Schwarze, Werner Deinert, Lothar Frase, Heinz Lange, Oskar Schmidt, Georg Thumstädter, Max Wilke: Die Dampflokomotive. Entwicklung, Aufbau, Wirkungsweise, Bedienung und Instandhaltung sowie Lokomotivschäden und ihre Beseitigung. Reprint der 2. Auflage von 1965 durch Transpress Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-344-70791-4, Tabelle in Anlage 1.1
Die Mitteldruckkessel erwiesen sich jedoch auf die Dauer aufgrund des verwendeten Kesselbaustahls nicht als standfest, es traten bereits nach kurzer Zeit Schäden an der Feuerbüchse auf. Da die Lokomotiven auch nach Umbauten und Reparaturen nicht die Erwartungen erfüllten, setzte man den zulässigen Kesselüberdruck schließlich 1935 auf 20 bar herab und reihte sie mit den Betriebsnummern 02 101 und 02 102 in den Betriebsbestand ein. Sie sollten sodann vom Bw Hamburg-Altona aus im regulären Zugdienst eingesetzt werden, doch da man dort keine Erfahrung mit Vierzylinderverbundlokomotiven hatte, wurden sie 1936 an das Bw Hof abgegeben. Infolge Wassermangels explodierte der Kessel der 02 101 am 3. April 1939 bei Rothenstadt, http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/lokdaten15/lokdet154319.shtml daraufhin musterte man beide Maschinen aus. 1940 wurden sie verschrottet.
Die Lokomotiven waren mit Einheitstendern der Bauart 2’2’ T32 gekuppelt.
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks Foto im Bildarchiv der Eisenbahnstiftung Filmmaterial über die 04 002 von British Pathé
DR 04 04 Kategorie:Schienenfahrzeug (Krupp)