Das Klinikum Wolfsburg (ursprünglich Stadtkrankenhaus Wolfsburg, anschließend Klinikum der Stadt Wolfsburg) ist das Krankenhaus der Stadt Wolfsburg in Niedersachsen. Mit seinen rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt es nach dem Volkswagenwerk zu den größten Arbeitgebern in der Stadt.Porträt des Klinikums auf seiner Website, abgerufen am 12. Februar 2020.

Geschichte Die Stadt Wolfsburg wurde – zunächst unter dem vorläufigen Namen Stadt des KdF-Wagens – im Juli 1938 gegründet. Zunächst wurden Schwerkranke in Braunschweiger Krankenhäusern versorgt. Bereits im März 1940 begann man mit dem Bau des Stadtkrankenhauses, das 1941 eröffnet wurde. Am 27. März 1941 wurde der erste Patient aufgenommen.Stadtchronik. Die Geschichte der Stadt. wolfsburg.de, abgerufen am 21. April 2020. Es befand sich nördlich der Reislinger Straße, ungefähr zwischen den heutigen Straßen Kiebitzweg und Pirolweg. Es bestand anfangs aus zwölf HolzbarackenStadtkrankenhaus, Allerzeitung am 30. März 1940. In: 50 Jahre Wolfsburg im Spiegel der Presse. Stadt Wolfsburg, Wolfsburg 1988, S. 13. und verfügte über maximal 120 Betten für die rund 12.000 Einwohner.Chronik des Klinikums, abgerufen am 19. Januar 2014. In den Folgejahren wurde seine Kapazität auf bis zu 352 Betten erweitert. Vom 1. Mai 1944 bis Juni 1945 gehörte das Krankenhaus vorübergehend zum Volkswagenwerk, da das Werk als Rüstungsbetrieb über bessere Bezugsmöglichkeiten für Lebensmittel und Medikamente verfügte.http://autogramm.volkswagen.de/04_11/wolfsburg/wolfsburg_08.html

Im Herbst 1950 diente die Baracke der Volksschule III. (die heutige Friedrich-von-Schiller-Schule) im Stadtteil Steimker Berg vorübergehend als Behelfskrankenhaus, da aufgrund vieler an Scharlach Erkrankter die Kapazität des Stadtkrankenhauses nicht mehr ausreichte.Hans Karweik: 1950: Schulen wegen Scharlach geschlossen. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 2. April 2020.

Bereits 1948 wurde als Standort für einen Krankenhaus-Neubau der Südhang des Klieversberg ausgewählt.Dietrich Kautt: Wolfsburg im Wandel städtebaulicher Leitbilder. Stadtarchiv Wolfsburg, Steinweg-Verlag, Texte zur Geschichte Wolfsburgs Band 11, ISBN 3-925 151-29-X, Braunschweig 1989, S. 179. Im Sommer 1950 ließ die Stadtverwaltung Entwürfe für einen Krankenhausneubau anfertigen, die jedoch nicht umgesetzt wurden. Daraufhin wurde das von Harald Kruschewsky geleitete Stadtbauamt beauftragt, die Planung und Umsetzung des neuen Krankenhauses durchzuführen. Am 20. Februar 1952 entschied sich der Rat der Stadt Wolfsburg für den Bauplatz am Klieversberg.Als Wolfsburg ein Stadtkrankenhaus baute. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 21. November 2018. Am 11. April 195380 Jahre Wolfsburg. In: Wolfsburger Nachrichten. Wolfsburg 2018. erfolgte im Stadtteil Klieversberg auf dem gleichnamigen Berg die Grundsteinlegung für den Neubau des Stadtkrankenhauses durch Oberbürgermeister Arthur Bransch,Blumengebinde für Arthur Bransch. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 3. März 2019. Ende Oktober 1954 war der Rohbau vollendet. Am 2. November 1955 erfolgte die Einweihung des neuen Krankenhauses, am 3. November 1955 wurde es in Betrieb genommen. Anfangs hatte der aus vielen einzelnen Häusern bestehende Neubau 533 Betten, Wolfsburg hatte inzwischen rund 49.000 Einwohner. Die Baracken des bisherigen Krankenhauses wurden abgerissen, an ihrer Stelle entstanden Wohnhäuser.

Seither wurde das Krankenhaus regelmäßig erweitert und modernisiert. 1980 bis 1984 wurde der Funktionstrakt neu gebaut. 1996 erhielt das „Zentrum für Entwicklungsdiagnostik und Sozialpädiatrie“ (ZEUS) ein eigenes Gebäude am Rand des Klinikgeländes. 1999 wurde das Stadtkrankenhaus Wolfsburg in „Klinikum der Stadt Wolfsburg“ umbenannt.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland wurde vom 3. April 2020 an das Wolfsburger Hotel Global Inn im Stadtteil Stadtmitte als Ergänzungskrankenhaus für Patienten mit leichten bis mittelschweren COVID-19-Krankheitsverläufen bereitgehalten, das jedoch nicht genutzt wurde.Markus Kutscher: Ergänzungskrankenhaus ist einsatzbereit. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 8. April 2020.Eva Nick: Mehr Corona-Tests - weniger Bettenbedarf. In: Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 13. Mai 2020.

Struktur und Daten Das Klinikum bedient ein Einzugsgebiet von rund 180.000 Menschen in und um Wolfsburg. Es verfügt über 547 stationäre Betten und ist damit eines der größten Krankenhäuser Niedersachsens. Pro Jahr werden rund 50.000 Notfälle behandelt und 13.000 Operationen durchgeführt. Über 1.800 Neugeborene erblicken pro Jahr im Klinikum Wolfsburg das Licht der Welt. Das Krankenhaus dient der Zentralversorgung mit der Versorgungsstufe 4. (PDF), abgerufen am 20. Januar 2014. Klinikumsdirektor ist André Koch.

Seit 1948 bildet das Klinikum Wolfsburg in der Gesundheits- und Krankenpflege aus. Seit 2020 werden im Klinikum Wolfsburg Pflegefachleute ausgebildet. Die Berufsfachschule Pflege ist in einem separaten Gebäude auf dem Gelände des Klinikums untergebracht und verfügt derzeit über insgesamt 150 Ausbildungsplätze.

Für Auszubildende der Berufsfachschule Pflege, die über entsprechende Zugangsvoraussetzungen verfügen und anhand eines Auswahlverfahrens ausgewählt werden, besteht seit 2010 die Möglichkeit, am Standort Wolfsburg an der Ostfalia – Hochschule für angewandte Wissenschaften ein ausbildungsbegleitendes Studium zu absolvieren. Der Studiengang „Angewandte Pflegewissenschaften im Praxisverbund“ vertieft parallel zur Berufsausbildung wissenschaftliche Erkenntnisse der Pflege.

Zum Klinikum gehört das Schwefelbad im Stadtteil Fallersleben. alternativtext=Luftaufnahme Klinikum Wolfsburg|mini|Luftaufnahme vom Klinikum Wolfsburg

Kliniken Zentrum für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie mit Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Klinik für vaskuläre und endovaskuläre Gefäßmedizin Klinik für Anästhesie, Notfallmedizin, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie Frauenklinik Geriatrie Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, plastische Kopf- und Halschirurgie (HNO) Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Psychosomatik Medizinische Klinik I (Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie, Pulmologie, Nephrologie und Internistische Intensivmedizin) Medizinische Klinik II (Allgemeine Innere Medizin mit dem Schwerpunkt auf gastroenterologische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen sowie die Behandlung von Stoffwechsel- und Infektionserkrankungen) Klinik für Neurologie Klinik für Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie Klinik für bildgebende Diagnostik und interventionelle Radiologie Abteilung für Sportmedizin/-traumatologie Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie Unfallverletzung / BG-Versorgung Klinik für Urologie Zentrale Notfallaufnahme

Institute und Zentren Institut für Klinische Chemie, Laboratoriums- und Transfusionsmedizin Institut für Klinische Pathologie Zentrum für Entwicklungsdiagnostik und Sozialpädiatrie (ZEUS) Frühförderstelle am ZEUS Cancer Center Prostatazentrum Gynäkologisches Krebszentrum Dysplasieeinheit Brustzentrum Darmzentrum Pankreaszentrum Traumazentrum EndoProthetikZentrum Perinatalzentrum Level 1

Weitere unabhängige Praxen und Zentren amO – ambulantes Onkologiezentrum MVZ am Klinikum Wolfsburg Praxis für Pathologie Gemeinschaftspraxis für Ergotherapie und Logopädie Kinderwunsch-Zentrum Langenhagen-Wolfsburg Neurologische Praxis am Klieversberg Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Zentrum für ambulante Rehabilitation

Ein Raum der Stille umfasst eine christliche Kapelle und eine muslimische Gebetsecke.

Das Klinikum liegt im Stadtteil Klieversberg in rund 100 Meter Höhe über NHN. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Stadtwald sowie in einem stillgelegten Kalksteinbruch das „Tiergehege“. Eine Buslinie der Wolfsburger Verkehrs GmbH verbindet das Klinikum mit der Stadtmitte und dem Stadtteil Wohltberg.

Kunstwerke Wandmosaik von Rudolf Mauke (Wolfsburg) Study for Third Watcher (1959) von Reginald Butler (Berghamstedt) Figur nach Links – Relief (1964) von Andreas Urteil (Wien) Der erste Schritt (1967) von Jürgen Weber Keramisches Wandrelief (1968) von Rudolf Mauke (Wolfsburg) Gib mir meinen Ball (1980) von Harald Isenstein (Kopenhagen)

Literatur Adolf Köhler: Wolfsburg. Eine Chronik. 1938–1948. Wolfsburg 1974, S. 67. Adolf Köhler: Wolfsburg. Aufbau einer Stadt. 1948–1968. Wolfsburg, undatiert (um 1976), S. 43.

Weblinks Offizielle Website Chronik des Klinikums

Einzelnachweise

Wolfsburg Kategorie:Bauwerk in Wolfsburg Kategorie:Unternehmensgründung 1941