Machine Head ist eine US-amerikanische Metal-Band aus Oakland, Kalifornien, die häufig dem Subgenre Neo-Thrash zugeordnet wird. Die Band wurde im Jahre 1991 gegründet und steht seit 2013 bei Nuclear Blast Entertainment, einem Sublabel von Nuclear Blast unter Vertrag. Die Diskografie von Machine Head umfasst elf Studioalben. Weltweit haben Machine Head mehr als 2,4 Millionen Tonträger verkauft. Im Jahre 2007 wurde die Band für den Grammy in der Kategorie Best Metal Performance nominiert.

Der Bandname bezieht sich nach Angaben der Band nicht auf das gleichnamige Album der britischen Hardrockband Deep Purple; der Sänger und Gitarrist Robb Flynn habe den Namen Machine Head gewählt, weil er ihm gefiel.

Bandgeschichte 1991–1994: Die frühen Jahre Im Jahre 1987 trat der Gitarrist Robb Flynn der Thrash-Metal-Band Vio-lence bei. Nachdem die Band Anfang der 1990er Jahre zwischenzeitlich vertragslos war, wuchs bei Flynn die Unzufriedenheit. Die von ihm geschriebenen Lieder Death Church und Blood for Blood wurden von den anderen Bandmitgliedern abgelehnt, da sie den Sound der Band in Richtung Grunge verändern wollten. Am 12. Oktober 1991 besuchte Flynn zusammen mit seinem Freund Adam Duce das Musikfestival Day on the Green. Während Metallica spielten, beschlossen Flynn und Duce, ein neues musikalisches Projekt zu starten. Vier Monate später verließ Flynn nach einer Schlägerei Vio-lence, um sich ganz auf sein neues Projekt zu konzentrieren.

Flynn und Duce schrieben die ersten Lieder für die neue Band. Eines davon war I′m Your God Now, dessen Eröffnungsriff von Duces Freund Logan Mader stammt. Mader und der Schlagzeuger Tony Costanza komplettierten die Band, die sich zu ersten Jamsessions in einem lokalen Lagerhaus trafen. Ihr erstes Konzert spielten Machine Head im August 1992 bei einer Party in Oakland. Während sich die Band durch ihre Liveauftritte im Vorprogramm von Rancid oder den Deftones schnell einen Namen in der San Francisco Bay Area machte, kam es bei Konzerten regelmäßig zu Schlägereien. In drei Clubs wurde die Band daraufhin mit einem Hausverbot belegt.

Ihr erstes Demo nahm die Band mit einem Budget von 800 Dollar in einem Schlafzimmer auf. Costanza musste später seinen Platz für den ehemaligen Verbal-Abuse-Schlagzeuger Chris Kontos räumen. Im Februar 1993 nahmen Machine Head ein weiteres Demo mit sechs Liedern auf, welches im Underground großen Anklang fand. Verschiedene Plattenfirmen wurden im Folgenden auf Machine Head aufmerksam, die Band unterschrieb schließlich bei Roadrunner Records ihren ersten Plattenvertrag. Auch wenn die Band zum damaligen Zeitpunkt noch kein Album veröffentlicht hatte, ging Machine Head mit Napalm Death und Obituary auf US-Tournee.

1994–1998: Burn My Eyes und The More Things Change… mini|links|Robb Flynn beim Sonisphere-Festival 2009 Das im Sommer 1994 erschienene Debütalbum Burn My Eyes war bis zur Veröffentlichung des selbstbetitelten Slipknot-Albums das meistverkaufte Debütalbum der Roadrunner-Geschichte. Zusammen mit Pantera und Fear Factory wurden Machine Head zu den Vorreitern des so genannten „Neo-Thrash“. Gemeinsam mit Slayer und Biohazard ging Machine Head auf US-Tournee. Im Winter des gleichen Jahres spielte die Band im Vorprogramm von Slayer erstmals in Europa, wo sich das Album zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 150.000 Mal verkauft hatte.

Während sich der Erfolg in Europa schnell einstellte – Burn My Eyes belegte Platz 26 in den britischen und Platz 44 in den deutschen Albumcharts – tat sich die Band in den USA schwer. Das Debütalbum schaffte es nicht in die US-amerikanischen Charts, MTV boykottierte das Musikvideo zum Lied Davidian, welches inhaltlich von der Waco Siege handelt. Die Textzeile war in diesem Zusammenhang der Grund für den MTV-Boykott.

Im Mai 1995 kehrten Machine Head mit den schwedischen Bands Mary Beats Jane und Meshuggah als Vorgruppen nach Europa zurück, dessen Höhepunkt ein Auftritt beim Dynamo Open Air in den Niederlanden war. Insgesamt verbrachte die Band 17 Monate am Stück auf Tournee. Wegen gesundheitlicher Probleme von Chris Kontos musste die Band einige Konzerte in Australien sowie zwei Festivals in Europa absagen. Drei Tage vor dem Auftritt beim Monsters of Rock meldete sich Kontos erneut krank und wurde kurz darauf gefeuert. Kontos heuerte später bei der Band Konkhra an. Will Carroll sprang für die restlichen Konzerte der US-Tour ein, wurde aber nicht zum festen Bandmitglied. Die Wahl fiel indessen auf Empfehlung des Sepultura-Schlagzeugers Igor Cavalera auf den in Frankfurt am Main geborenen Dave McClain, der zuvor unter anderem schon bei Sacred Reich gespielt hatte.

Im Sommer 1996 begann die Band unter der Regie von Colin Richardson, der auch schon das Debütalbum produziert hatte, mit den Aufnahmen zum zweiten Studioalbum. Es sollte ursprünglich im Herbst erscheinen, doch eine Reihe von unglücklichen Umständen sorgte für eine Verzögerung. So wurden der Band Instrumente gestohlen, Gesangs- und Gitarrenspuren verschwanden auf ungeklärte Art und Weise und ein Autounfall setzte Dave McClain monatelang außer Gefecht. Mit dem fertigen Mix war die Band unzufrieden, so dass man zu Colin Richardson nach Liverpool flog, um die Gitarren- und Bassspuren erneut einzuspielen. Auch mit dem zweiten Mix war die Band nicht zufrieden und Flynn mischte die Platte daraufhin in Los Angeles selbst ab. Das fertige The More Things Change… erschien schlussendlich im März 1997. Eine limitierte Version enthält Coverversionen von Ice-T und Discharge. Flynn bezeichnete Jahre später in einem Interview The More Things Change… als einzigen Versuch der Band, die erfolgreiche Burn My Eyes-Rezeptur zu kopieren.Matthias Weckmann: „Kämpferherz“. In: Metal Hammer, November 2003, Seite 33ff.

Auf der folgenden Welttournee spielten Machine Head über 200 Konzerte und teilten sich die Bühne mit Bands wie Megadeth, Pantera oder Skinlab. In den USA nahmen Machine Head am ersten Ozzfest teil. Probleme mit Alkohol und anderen Drogen führten zum Ausstieg des Gitarristen Logan Mader, der sich zunächst der Band Soulfly anschloss und später die Band Medication gründete. Als sein Nachfolger kam Ahrue Luster zu Machine Head, der zuvor bei Man Made God spielte. Flynn begab sich derweil in eine Therapie.

1998–2002: The Burning Red und Supercharger mini|Adam Duce beim Sonisphere-Festival 2009 Im März 1998 kehrte die Band ins Studio zurück, um unter der Regie des Produzenten Ross Robinson das dritte Studioalbum The Burning Red aufzunehmen. Flynn begann auf diesem Album damit, seine persönlichen Probleme in den Texten zu verarbeiten. In Liedern wie Five oder dem Titelsong geht es um Flynns Kindheit und seine eigene Adoption. From This Day entwickelte sich zu einem Clubhit und mit Message in a Bottle war eine Coverversion von The Police auf dem Album vertreten. Musikalisch wagten Machine Head einige Experimente. So übernahm die Band Elemente des Nu Metal, außerdem war erstmals Rapgesang zu hören.

Von Seiten der Presse wurde das Album gut aufgenommen und wurde z. B. im deutschen Metal Hammer zum „Album des Monats“ gekürt. Viele Fans der ersten Stunde warfen der Band jedoch Trendanbiederung und Ausverkauf vor. Insbesondere die Band Korn wurde als Vergleich zu den neuen musikalischen Versuchen herangezogen. Flynn verwies darauf, dass der Rapgesang nur einen kleinen Teil des Albums ausmachen und Bassist Adam Duce bezeichnete das Album gar als

Machine Head konnten ihre Fanschar weiter ausbauen. The Burning Red verkaufte sich innerhalb von drei Jahren genau so oft wie Burn My Eyes in acht Jahren. Die Band spielte erneut viele Konzerte, darunter erstmals in Südkorea und Japan.

Bereits im September 2000 begannen die Aufnahmen für das vierte Studioalbum Supercharger. Als Produzent holte die Band Colin Richardson zurück ins Boot. Trotz überwiegend guter Plattenbesprechungen von Musikkritikern konnte das Album viele Fans nicht überzeugen. Der Videoclip zur ersten Single Crashing Around You wurde von MTV und anderen Musiksendern nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 aus dem Programm genommen, da im Video einstürzende Gebäude zu sehen sind. Auch wenn das Album Platz 115 der US-amerikanischen Albumcharts erreichte, ist Supercharger mit insgesamt ca. 250.000 verkauften Einheiten das am wenigsten verkaufte Album der Machine-Head-Diskographie.

2002–2006: Hellalive und Through the Ashes of Empires Im Mai 2002 stieg Ahrue Luster aufgrund kreativer Differenzen aus und wechselte zu Ill Niño. Für die Tour im Sommer 2002 wurde Phil Demmel verpflichtet, der schon mit Flynn zusammen in der Band Vio-Lence gespielt hatte. Die Auftritte beim deutschen Festival With Full Force sowie in der Brixton Academy in London, wo Machine Head vor 5.000 Zuschauern spieltenmusicomh.com: , wurden mitgeschnitten und unter dem Namen Hellalive veröffentlicht. Der Titel des Livealbums wurde von einem Fan über die Website der Band vorgeschlagen. Aufgrund anderweitiger Verpflichtungen verzichtete Demmel zunächst darauf, festes Bandmitglied zu werden. Im März 2003 stieg er schließlich doch bei Machine Head ein.

Ende 2002 sah die Zukunft für Machine Head nicht gut aus. Die Band und Roadrunner Records America lösten die Zusammenarbeit im beiderseitigen Einvernehmen auf. Die Suche nach einer neuen Plattenfirma für den nordamerikanischen Raum gestaltete sich als schwierig. Die Band nahm ein Demo mit vier Liedern auf, das ihr mehr als 30 Absagen einbrachte. Nachdem sich Flynn einer weiteren Therapie aufgrund seiner Probleme mit Alkohol und anderen Drogen unterzogen hatte, spielte er lange Zeit mit dem Gedanken, als Sänger der Band Drowning Pool beizutreten. Schließlich verwarf er diese Pläne und konzentrierte sich wieder auf Machine Head. mini|links|Phil Demmel beim Sonisphere-Festival 2009

Zwischen Juni und August 2003 nahm die Band das Album Through the Ashes of Empires auf. Stilistisch kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück, wobei die Lieder insgesamt länger als früher ausfielen. Das Album erschien im Oktober des Jahres und wurde von der Presse mit Lob überschüttet. Der deutsche Metal Hammer kürte das Album erneut zum „Album des Monats“. Durch die sehr guten Verkaufszahlen in Europa erhielt die Band einen neuen Vertrag bei Roadrunner Records America.

Es folgen zwei Tourneen in Europa und drei in Nordamerika. Machine Head spielten bei Rock am Ring und Rock im Park, beim Download-Festival und auf dem Wacken Open Air, wo sie von den Zuschauern zur besten Band des Festivals gewählt wurden, sowie beim Rock Hard Festival. In Nordamerika spielten Machine Head die „Roadrage Tour“ zusammen mit Chimaira und Trivium. Ein Konzert in der Londoner Brixton Academy wurde für die DVD Elegies mitgeschnitten, die im Oktober 2005 erschien. Anfang 2005 traten Machine Head auf einem Festival in Dubai, dem einzigen Metalfestival in der arabischen Welt, auf. Robb Flynn nahm zum Jubiläum von Roadrunner Records als einer von vier „Teamcaptains“ als Songwriter am Projekt Roadrunner United teil. Außerdem spielte die Band beim Abschiedskonzert der Böhsen Onkelz auf dem EuroSpeedway Lausitz.

2006–2010: The Blackening Im August 2006 begann die Band mit den Aufnahmen zum sechsten Studioalbum The Blackening. Produziert wurde das Werk von Robb Flynn, abgemischt wurde es von Colin Richardson. Das Album enthält die längsten und komplexesten Lieder der Bandgeschichte. So sind beispielsweise zwei Stücke über zehn Minuten lang. Flynn unterstrich in vielen Interviews die Wichtigkeit des Albums und verglich das Werk damit mit dem Album Master of Puppets von Metallica.Anzo Sadoni: „Betonbrocken“. In: Metal Hammer, April 2007 Der deutsche Metal Hammer kürte The Blackening zum „Album des Monats“. Während der Aufnahmen entstand eine Coverversion des Metallica-Songs Battery für ein Metallica-Tributalbum des britischen Kerrang!-Magazins.

mini|Robb Flynn beim Konzert als Vorband bei der Death Magnetic Tour von Metallica in Rotterdam 2009