mini|Eingang zur Hodschij-Jaqub-Moschee mini|Innenhof der Moschee

Die Hodschij-Jaqub-Moschee (; ), vor Ort auch schlicht als Madrasa () bekannt, ist eine historische Freitagsmoschee und ein islamisches Zentrum in Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan. Sie wurde nach Hodschij Jaqub benannt, einem einflussreichen tadschikischen religiösen Führer, der während der Sowjetzeit nach Afghanistan floh.

Der Gebäudekomplex dient als Hauptsitz des Islamischen Zentrums von Tadschikistan und des nationalen Ulema-Rates ().

Lage Die Moschee befindet sich im historischen Stadtkern (auf dem Areal des einstigen Dorfes Duschanbe) im Bezirk Ismoili Somoni, an der Kreuzung der Straßen Schodmoni und Chabib Achrori, unweit des zentralen Rudaki-Boulevards. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen das Hotel Avesto, der Istiqlol-Park sowie das Tadschikische Islamische Institut „Imam Azam“.

Geschichte Während volkstümliche Berichte die Ursprünge einer islamischen Gebetsstätte an diesem Ort rund 200 Jahre zurückdatieren, belegen wissenschaftliche Enzyklopädien den Beginn der dokumentierten Anlage um 1890 sowie deren systematischen Ausbau in den Jahren 1905–1910, zunächst als Stadtviertel-Moschee (Guzar), bevor sie zu einer zentralen Freitagsmoschee (Dschāmi) erweitert wurde. Der ursprüngliche Bau war bescheiden und umfasste lediglich den linken Flügel des heutigen Ensembles.

Zwischen 1920 und 1943 war der Gebetsbetrieb infolge der antireligiösen Repressionspolitik des Sowjetregimes eingestellt. Im Jahr 1944 wurde die Moschee wieder für den Gottesdienst geöffnet und ist seither durchgehend in Betrieb. Eine erste größere Restaurierung nach dem Zweiten Weltkrieg fand 1956 statt. In den 1980er-Jahren wurden ein zusätzlicher Betsaal (Chanaqah) sowie offene Säulenportiken (Iwane) angebaut.

Historisch beherbergte der Komplex die regionale islamische Justizbehörde (Qadijat) und später das Muftiat. Dem Areal ist eine Madrasa angegliedert; zudem befinden sich hier die Arbeitsräume des nationalen Islamischen Zentrums und des Ulema-Rates. Je nach Nutzung der Innenhofflächen fasst die Anlage zwischen 3.000 Besuchern im Hauptgebäude und bis zu 12.000 Gläubigen auf dem gesamten Gelände.

Architektur Der historische Kern bestand ursprünglich aus einem kompakten, viereckigen Betsaal mit einer einzelnen zentralen Holzsäule und zwei überdachten Iwanen an der Süd- und Ostseite. Der Pfeiler trug eine Balkendecke, die kreuzförmig (Tschortschilik) in vier Felder unterteilt und mit traditionellen Holzschnitzereien verziert war.

In den folgenden Jahrzehnten wurde der Innenhof vergrößert, neue Galerien errichtet und Wirtschaftsgebäude angefügt. Nördlich des alten Saals erstreckt sich ein L-förmiger Säulengang, hinter dem ein zweiter L-förmiger Balkensaal mit einer Pfeilerreihe liegt. An der Ostseite des Hofes steht ein zweistöckiger Verwaltungstrakt mit Gästezimmern und den Empfangsräumen des Imam-Chatibs sowie einer rituellen Waschanlage (Taharathana). Das Hofpflaster ist im Zickzackmuster (Fischgrät) verlegt. Das Torhaus wird von einem Rundbogen mit kunstvoll geschnitzten Holzgittern (Pandschara) bekrönt.

Das Ensemble gilt als bedeutendes Beispiel der traditionellen zentralasiatischen Sakralarchitektur, die überlieferte Holz- und Ziegelhandwerkskunst mit moderner Kommunikations- und Gebäudetechnik verbindet.

Umbau und Neugestaltung 1994, während der Amtszeit von Mufti Hodschij Fathullohchon Scharifzoda, wurde der baufällige historische Kernbau abgetragen und 1995 durch ein zweigeschossiges, überkuppeltes Zentralgebäude mit zwei Seitenflügeln ersetzt. Ab 1996 leitete der Baumeister Said Ikrom aus Konibodom die kunsthandwerkliche Ausgestaltung der Innenräume und Fassaden.

Unter dem Vorsitzenden des Islamischen Zentrums, Amonulloh Nemat-soda, wurden der untere Gebetsraum, das Bodenniveau und die Außenwände bis 2009 umfassend saniert. In den Jahren 2010 bis 2014 wurden unter Großmufti Saidmukarram Abdulqodirzoda die Arbeiten im Untergeschoss, auf der oberen Empore, an den Waschräumen sowie die Erneuerung der Dachkonstruktionen des Zentrums abgeschlossen.

Einzelnachweise

Weblinks Offizielle Website des Islamischen Zentrums der Republik Tadschikistan (tadschikisch)

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