Der Theodor-Haecker-Preis wurde von der Stadt Esslingen am Neckar ab 1995 alle zwei und wird seit 2017 alle drei Jahre an Personen vergeben, die sich durch „besonderen politischen Mut und Aufrichtigkeit“ ausgezeichnet haben. Er ist nach dem deutschen Schriftsteller Theodor Haecker benannt und derzeit mit € 10.000 dotiert.

Der Preis wurde bisher an folgende Personen vergeben: 1995 – Sergei Kowaljow, russischer Dissident und Politiker 1997 – Jehan Sadat, ägyptische Präsidentengattin, für politischen Mut und Aufrichtigkeit 1999 – Salima Ghezali, algerische Journalistin 2000 – Wiktar Hantschar, seit 1999 verschwundener belarussischer Oppositionspolitiker (außerordentliche Preisverleihung) 2001 – Vesna Pesić, serbische Menschenrechtlerin und Friedensforscherin 2003 – Laurien Ntezimana, Theologe aus RuandaLaurien Ntezimana: Gefühl, Gewissen und Verstand, abgerufen am 27. Februar 2020 2005 – Eren Keskin, türkische Menschenrechtlerin 2007 – Judith Galarza, mexikanische MenschenrechtlerinTheodor-Häcker-Preis der Stadt Esslingen für mexikanische Menschenrechtlerin In: Terre des Femmes vom 22. Juli 2007, abgerufen am 27. Februar 2020 2009 – Kitwe Mulunda Guy, aus der Demokratischen Republik Kongo stammender MenschenrechtlerKitwe Mulunda Guy ist Theodor Haecker-Preisträger 2009, abgerufen am 27. Februar 2020 2011 – Shiva Nazar Ahari, aus dem Iran stammende Menschenrechtlerin, Pressemitteilung der Stadt Esslingen vom 17. April 2011, abgerufen am 27. Februar 2020. 2013 – Leyla Yunus, Bürgerrechtsaktivistin aus Aserbaidschan 2015 – Laísa Santos Sampaio, Umweltaktivistin aus Brasilien 2017 – Urmila Chaudhary, Menschenrechtlerin aus Nepal 2020 – Rugiatu Neneh Turay, Menschenrechtlerin aus Sierra Leone 2022 – Maryja Kalesnikawa, Menschenrechtlerin aus Belarus 2023 – Seyran Ateş, Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin und Gründungsinitiatorin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee 2026 – Philip Obaji, Journalist aus Nigeria

Der Esslinger Gemeinderat beschloss aufgrund der Verleihung 2011 an Shiva Nazar Ahari am darauffolgenden Tag einstimmig eine Resolution, mit der er die deutsche Bundesregierung ersuchte auf die iranische Regierung einzuwirken, dass die unmittelbar drohende Strafe für Ahari – 74 Peitschenhiebe und 4 Jahre Haft – ausgesetzt wird. Ahari konnte den Menschenrechtspreis nicht persönlich entgegennehmen.TOP Resolution des Gemeinderats am 18. April 2011, abgerufen am 27. Februar 2020

Im Vorfeld der Verleihung an Leyla Yunus 2013 versuchte der aserbaidschanische Honorarkonsul und ehemalige Sprecher der deutschen Bundesregierung, Otto Hauser, vergeblich, durch einen Anruf beim Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger diese Auszeichnung zu verhindern.. In: Südwestrundfunk, 8. Juli 2021. Abgerufen am 8. Juli 2021. Hauser weigerte sich auch später, sich für Yunus einzusetzen.

Zusätzlich zum Hauptpreis kann eine Person oder eine Gruppe mit der „Theodor-Haecker-Ehrengabe“ ausgezeichnet werden. Bislang waren dies mehrheitlich Wissenschaftler oder Privatpersonen, die sich um die Erforschung des Lebens und Werks von Theodor Haecker verdient gemacht haben. Erstmals als Gruppe wurde 2007 das Fanprojekt des SV Babelsberg 03 mit der Ehrengabe bedacht. Als Grund wurde das herausragende Beispiel gelungener Arbeit mit Jugendlichen gegen Gewalt, Rassismus und neonazistische Tendenzen genannt. Weitere Preisträger waren das Jugendtheater Stage Divers(e), der lokale Club von Soroptimist International, Heroes (Projekte zur Gewaltprävention) sowie die „Esslinger Suppkultur“. 2001 erhielt eine Schülerin die Ehrengabe für ihre Erzählung über die Deportation eines jüdischen Mädchens in ein Konzentrationslager.

Weblinks Seiten der Stadt Esslingen zum Theodor-Haecker-Preis Präsentation aller Preisträgerinnen und Preisträger in Wort und Bild.

Einzelnachweise

Kategorie:Menschenrechtspreis Kategorie:Kultur (Esslingen am Neckar) Kategorie:Auszeichnung (Baden-Württemberg) Kategorie:Erstverleihung 1995