mini|Monica Bleibtreu bei der Premiere von Max Minsky und ich am 2. September 2007 Monica Bleibtreu (* 4. Mai 1944 in Wien; † 13. Mai 2009 in Hamburg) war eine österreichische Schauspielerin, Schauspieldozentin und Drehbuchautorin.
Leben Monica Bleibtreu war die Tochter des Schriftstellers und Theaterdirektors Renato Attilio Bleibtreu, der nach 1945 ein privates, immer kurz vor dem Bankrott stehendes Kleintheater, die Wiener Zimmerbühne, in Mödling bei Wien leitete. Er war der Sohn der Schauspielerin Maximiliane Bleibtreu (1870–1923), einer Schwester der ebenfalls als Schauspielerin bekannten Hedwig Bleibtreu. Mit der aus Königsberg stammenden Helene Buchholt hatte er in zweiter Ehe die Töchter Monica und Renate Bleibtreu, die als Übersetzerin, Schauspielerin und Schauspielpädagogin tätig ist. Das Theater des Vaters ging pleite, als Monica Bleibtreu vierzehn Jahre alt war. Daraufhin musste sie die Schule verlassen und in ihren ersten frühen Lebensjahren als Hilfsarbeiterin zum Einkommen der Familie beitragen. Ihrer Beziehung mit dem Schauspieler Hans Brenner entstammt ihr Sohn, der Schauspieler Moritz Bleibtreu. Eine Zeit lang war sie mit dem Schauspieler Malte Thorsten liiert.Interview mit Moritz Bleibtreu bei spirit-fanzine.de. Anfang der 1980er Jahre war sie einige Jahre mit dem Schauspieler Hans Peter Korff verheiratet.„Mein Leben – Monica Bleibtreu“: Porträtreihe, Deutschland, 2008, Film von Ulrike Bremer. mini|hochkant|Grab von Monica Bleibtreu auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg Monica Bleibtreu starb im Mai 2009 nach zweieinhalbjähriger Lungenkrebserkrankung in Hamburg.Schauspielerin Monica Bleibtreu gestorben. In: Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2009.Martina Kaden: Krebs-Drama – Monica Bleibtreu ist tot. In: B.Z., 15. Mai 2009 (Online-Fassung; abgerufen am 16. Mai 2009). Bleibtreu lebte bis zu ihrem Tod in einer Wohnung in Hamburg-St. Georg.Töchter und Söhne vom 16. Juni 2012. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf (U7 362).knerger.de: Das Grab von Monica Bleibtreu. Der Bürgerverein zu St. Georg schlug im Jahr nach ihrem Tod vor, das Teilstück der Kirchenallee zwischen der Verbraucherzentrale und Sankt-Georg-Straße im Stadtteil St. Georg zu Ehren von Monica Bleibtreu umzubenennen.buergerverein-stgeorg.de: Monica Bleibtreu.
Wirken Bleibtreu ging im Alter von sechzehn Jahren nach Hamburg, wo sie erstmals Schauspielunterricht nahm. Später studierte sie am Max Reinhardt Seminar in Wien und spielte in ihren ersten Berufsjahren ausschließlich Theater. Sie blieb neben Rollen in Film- und Fernsehproduktionen hauptsächlich Theatern wie dem Berliner Schillertheater, der Freien Volksbühne in Berlin, den Münchner Kammerspielen oder dem Burgtheater in Wien verbunden. Von 1993 bis 1998 war sie Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Ihre erste Fernseharbeit war 1972 die Rolle einer Ausbrecherin aus einer Fürsorgeanstalt in der Fernsehserie Der Kommissar (Folge 51, Fluchtwege). Zu ihrem 65. Geburtstag wurde 2009 der Fernsehfilm Ein starker Abgang mit Bruno Ganz im ZDF wiederholt.„Ein starker Abgang“: Zum 65. Geburtstag von Monica Bleibtreu. Pressemappe ZDF vom 30. April 2009 Ihre letzten Kinoauftritte hatte sie postum in Bettina Oberlis Drama Tannöd (Kinostart: 19. November 2009) nach dem gleichnamigen Roman von Andrea Maria Schenkel und in Fatih Akıns Komödie Soul Kitchen (Kinostart: 25. Dezember 2009).
Filmografie (Auswahl) 1969: Die Dame vom Maxim 1969: Amerika oder der Verschollene 1971: Merkwürdige Geschichten [Folge 8: Drei Stunden meines Lebens] 1972: Adele Spitzeder 1972: Der Kommissar: Fluchtwege 1973: Liebe leidet mit Lust 1974: Tatort: Der Mann aus Zimmer 22 1976: Tatort: … und dann ist Zahltag 1978: Der Unbekannte 1978: Auf Achse (Fernsehserie, vier Folgen) 1979: Lemminge – Teil 2 1979: Die Alpensaga – Folge 5, Der deutsche Frühling 1979: Fallstudien 1979: Tatort: Alles umsonst 1979: Ein Mord, den jeder begeht 1981: Obszön – Der Fall Peter Herzl 1982: Tatort: Blaßlila Briefe 1982: Das Dorf an der Grenze 1983: Der Zappler 1984: Gesichter des Schattens 1984: Der Beginn aller Schrecken ist die Liebe 1985: Der Fahnder – Eine Tasche voller Geld 1986: Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland? 1986: Die Wilsheimer 1986: Mit meinen heißen Tränen 1987: Der Joker 1988: Killing Blue 1988: Der Alte – Kein gutes Ende 1991: Tatort: Tod eines Mädchens 1991: Tatort: Tod im Häcksler 1992: Mau Mau 1992: Derrick – Ein seltsamer Ehrenmann 1992: Die große Freiheit (Fernsehserie) 1993: Die Männer vom K3 – Made in Hongkong 1993: Das Dorf an der Grenze 1995: Kinder des Satans 1997: Tatort: Das Totenspiel 1997: Es geschah am hellichten Tag 1998: Lola rennt 1999: No Sex 1999: Der Hurenstreik – Eine Liebe auf St. Pauli 1999: Ein einzelner Mord 2000: Die Nichte und der Tod (Fernsehfilm) 2000–2005: Der Pfundskerl (Fernsehserie, fünf Folgen) 2000: Abschied. Brechts letzter Sommer 2000: Tatort: Mauer des Schweigens 2000: Marlene 2000: Polt muss weinen 2001: Blumen für Polt 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman (Fernsehdreiteiler) 2001: Siska: Letzte Zuflucht 2002: Verlorenes Land 2002: Tatort: Der Passagier 2002: Himmel, Polt und Hölle 2002: Der Stellvertreter 2002: Tattoo 2002: Bibi Blocksberg 2003: Polterabend 2003: Eine Liebe in Afrika 2003: Der Alte: Der Albtraum 2003: Gefährliche Gefühle 2003: Donna Leon – Feine Freunde 2004: Liebe ist die beste Medizin 2004: Wilsberg: Tödliche Freundschaft 2004: Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen 2004: Der Wunschbaum (Fernsehdreiteiler) 2004: Tatort: Abschaum 2005: Wellen – Regie: Vivian Naefe 2005: Donna Leon – Endstation Venedig 2005: Marias letzte Reise 2006: Ein starkes Team: Zahn um Zahn 2006: Der Tote am Strand 2006: Maria an Callas 2006: Eine Liebe in Saigon 2006: Vier Minuten 2006: Bella Block: Mord unterm Kreuz 2007: 4 gegen Z 2007: Muttis Liebling (Fernsehfilm) 2007: Max Minsky und ich 2007: Das Herz ist ein dunkler Wald 2008: Ein starker Abgang 2008: Die zweite Frau 2008: Was wenn der Tod uns scheidet? 2009: Hilde 2009: Soul Kitchen 2009: Ladylike – Jetzt erst recht! 2009: Tannöd
Hörspiele (Auswahl) 1998: Diane Samuels: Überlebensbilder: Kindertransport (Lil) – Regie: Ulrike Brinkmann (Hörspielbearbeitung – NDR) 2005: Witi Ihimaera: Whale Rider – Regie: Annette Kurth (WDR)
Hörbücher (Auswahl) 2005: Nuala O’Faolain: Nur nicht unsichtbar werden. Random House Audio, ISBN 978-3898309677. 2006: Andrea Maria Schenkel: Tannöd. Hörbuch Hamburg, ISBN 978-3899032703. 2007: Klaus Pohl: Nachtgespräche mit meinem Kühlschrank: Monica Bleibtreu spricht und singt vom Leben auf St. Pauli. Ein Theatermonolog. Hörbuch Hamburg, ISBN 978-3899034103.
Auszeichnungen und Ehrungen 1972: Goldene Kamera für die Rolle einer Jugendlichen in der Fernsehserie Der Kommissar 2002: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für die Rolle der Katja Mann im Fernsehfilm Die Manns – Ein Jahrhundertroman (zusammen mit Heinrich Breloer, Horst Königstein, Gernot Roll, Armin Mueller-Stahl, Jürgen Hentsch, Veronica Ferres, Sebastian Koch und Sophie Rois) 2002: Rita-Tanck-Glaser-Schauspielpreis der Hamburgischen Kulturstiftung 2005: Deutscher Fernsehpreis für die Rolle einer krebskranken Bäuerin im Fernsehfilm Marias letzte Reise 2005: Bayerischer Fernsehpreis; Sonderpreis für Marias letzte Reise (zusammen mit Nina Kunzendorf und Michael Fitz) 2006: Adolf-Grimme-Preis mit Gold stellvertretend für das Schauspielerteam des Fernsehfilms Marias letzte Reise (zusammen mit Ariela Bogenberger und Rainer Kaufmann) 2007: Bayerischer Filmpreis (Beste Hauptdarstellerin) für 4 Minuten 2007: Deutscher Hörbuchpreis als „Beste Interpretin“ für Tannöd 2007: Deutscher Filmpreis als „Beste Schauspielerin“ 2007: Goldene Feder für „ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen“ 2007: CORINE-Weltbild-Leserpreis zusammen mit Andrea Maria Schenkel für das Hörbuch Tannöd 2008: Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich 2009: Romy als „Beliebteste Schauspielerin“ 2009: Signierte Bodenplatte vor dem Theatermuseum Meiningen 2014: Benennung des Monica-Bleibtreu-Weges in München-Aubing
Monica-Bleibtreu-Preis Der Monica-Bleibtreu-Preis ist ein Preis der Privattheatertage, der seit 2012 in den drei Kategorien (Moderne) Klassiker, Komödie und (zeitgenössisches) Drama vergeben wird. Zusätzlich gibt es noch einen Publikumspreis. Die Auswahl der jeweils vier nominierten Stücke pro Kategorie erfolgt durch eine neunköpfige Jury, die quer durch Deutschland gereist ist. Das beste Stück in jeder Kategorie wird im Rahmen der Abschlussgala prämiert. Hierfür wird die Expertenjury um prominente Persönlichkeiten ergänzt.Was ist der Monica-Bleibtreu-Preis? In: Privattheatertage › Festival. Auf Privattheatertage.de, abgerufen am 9. Mai 2025.
Literatur
Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 81. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 74.
Weblinks
Franz Josef Görtz: Porträt Monica Bleibtreu: Boulevard frei für eine komische Alte; in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Dezember 2006 Christiane Kopka: 14.05.2009 – Todestag der Schauspielerin Monica Bleibtreu WDR ZeitZeichen (Podcast).
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Romy-Preisträger Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Hochschullehrer (HfMT Hamburg) Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Darstellender Künstler (Hamburg) Kategorie:Österreicher Kategorie:Österreichischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Frau