mini|hochkant|Otto von Dewitz. Stich von Heinrich Senefelder (1840).

Otto Ludwig Christoph von Dewitz (* 18. Dezember 1780 in Neustrelitz; † 5. September 1864 ebenda) war ein deutscher Politiker und Minister in Mecklenburg-Strelitz.

Leben Otto von Dewitz (Nr. 475 der Geschlechtszählung) war Sohn des herzoglich mecklenburg-strelitzschen Geheimen Rats und Oberhofmarschalls Bodo (Christoph) Balthasar von Dewitz (#422; 1734–1792) und dessen Frau Auguste (Christiane), geb. von Brauchitsch (1753–1820). Der preußische Landrat Friedrich (Christian August) von Dewitz (#468; 1770–1818) war sein älterer Bruder.

Otto von Dewitz besuchte das Pädagogium Halle und studierte danach Rechtswissenschaften an der Universität Erlangen, wo er sich 1799 der Berliner Gesellschaft (Erlangen) anschloss.Ernst Meyer-Camberg: Die Berliner oder Märkische Gesellschaft in Erlangen. in: Einst und Jetzt. Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung. Band 25 (1980), Würzburg 1980, S. 129–140 (S. 134.) mit einem Verweis auf einen Stammbucheintrag im Stammbuch Wilhelm Blumenhagen. Als Vormund gab er bei der Immatrikulation in Erlangen den Landschaftsrat von Hagen zu Reselkow an.

Nach dem Studium wurde er 1803 bis 1806 Kammerjunker und Auditor am Hof von Herzog Karl II. Seine Karriere im Verwaltungsdienst des Teil(groß)herzogtums Mecklenburg-Strelitz verlief rasant: 1806 Kammerherr, 1811 Regierungsrat, 1827 Geheimer Regierungsrat. 1827 wurde Otto von Dewitz (neben August von Oertzen) Wirklicher Staatsminister und wirkte an der Regierung in Neustrelitz mit.Datum der Berufung unbekannt. Ersterwähnt als Wirklicher Staatsminister im Grosherzglich Staatskalender Mecklenburg-Strelitz 1828 (= Berichtsjahr / Stand Dezember 1827), Hofbuchdruckerei, Schwerin 1828. Er vertrat als Kommissar seinen Landesherrn Großherzog Georg auf den mecklenburgischen Landtagen in Malchin und Sternberg und unterschrieb für ihn im Mai 1841 den Ehevertrag zwischen Herzogin Caroline zu Mecklenburg und dem dänischen Kronprinz Frederik. In seine Regierungszeit fallen die Chausseebauten in beiden Landesteilen des Herzogtums. 1848 wurde er unter dem Druck der Revolution in Mecklenburg (1848) aus dem Amt gedrängt. Er übernahm fortan diplomatische Aufgaben für Großherzog Georg.Entgegen Grewolls war er 1848 nicht Abgeordneter für den Wahlkreis Basedow; Abgeordneter war vielmehr der Oberhauptmann Otto Ernst von Dewitz auf Krumbeck (1788–1858).

Otto von Dewitz war seit 1804 mit Henriette von Wedel a.d.H. Silligsdorf (1784–1868) verheiratet. Das Paar hatte sieben Kinder, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichten. Von seinen Söhnen wurde Gustav von Dewitz (1807–1835) königlich preußischer Regierungsassessor in Frankfurt/Oder, Karl von Dewitz (1814–1853) großherzoglich mecklenburg-strelitzscher Kammerherr und Kammerassessor sowie Georg von Dewitz (1817–1893) wurde königlich preußischer Oberappellationsgerichtsrat. Die Tochter Auguste von Dewitz (1812–1886)1841 hatte Auguste von Dewitz (* 11. April 1812 in Neustrelitz; † 23. August 1886 ebenda) auf einer Hochzeit in Neustrelitz den mecklenburgischen Gutsbesitzer und Herrenreiter Karl von Maltzahn (#975; 1797–1868) kennengelernt, woraus sich eine viel Aufsehen erregenden Ehe-Scheidungs-Affaire entwickelte. Maltzahn ging, nachdem Auguste ihn abgewiesen hatte, auf Reisen und versuchte mit seiner geschiedenen Frau 1851 einen familiären Neubeginn, der scheiterte und 1855 mit deren Selbstmord endete. Theodor Fontane ließ sich durch diesen Stoff zu seinem Roman „Unwiederbringlich“ inspirieren., heiratete, nachdem sie Hofdame der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz gewesen war, den großherzoglich mecklenburg-strelitzschen Kammerherrn und Staatsminister Wilhelm von Bernstorff (1806–1861).

Von einem Privatnachlass von Otto von Dewitz ist nichts bekannt. Sein politischer Nachlass befindet sich im Landeshauptarchiv Schwerin. Ein Portrait seiner Ehefrau befindet sich im Besitz des Familienverbandes und wurde 2013 veröffentlicht.Michael, Bodo, Werner von Dewitz (Hrsg.): "... die machen wieder in Familie." Neugier auf Vergangenheit. Die Geschichte der Familie von Dewitz in Bildern. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2013, ISBN 978-3-940207-75-3, S. 276. u. r.

Schon 1812 fand er als Ritter (der Ballei/Balley Brandenburg) Aufnahme im Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden, war somit ab 1852/1853 im Johanniterorden Ehrenritter und mit Otto Victor 2. Fürst zu Schönburg (Waldenburg) dienstältestes Mitglied der Kongregation.Johanniterorden (Hrsg.): Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. . Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 12.Vgl. C. Herrlich: Wochen-Blatt der Johanninter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 41 (1900), Carl Heymanns Verlag, Druck Julius Sittenfeld, Berlin 1900, S. 127, (Nr. 1038).

Ehrungen Ehrenmitglied des Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde (1838) Großkreuz des Danebrog-Ordens (1840) 7. Januar 1841: Roter Adlerorden 1. KlasseMit Ludwig von Lützow: Uebersicht der im Jahre 1841 im Geschäftskreise der General-Ordens-Kommission eingetretenen Veränderungen. Berlin 1842, S. 23.

Literatur Ludwig Wegner: Familiengeschichte der von Dewitz. Band 1 [mehr nicht ersch.]. Naugard 1868, S. 472–474. Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (DAG), Vaterländische Verlagsanstalt, W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 475. u. S. 478–479. Roderich Schmidt: Dewitz, von., In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 629.

Weblinks

Einzelnachweise

Otto Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Korporierter (18. Jahrhundert) Kategorie:Landesminister (Mecklenburg-Strelitz) Kategorie:Träger des Großkreuzes des Dannebrogordens Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1780 Kategorie:Gestorben 1864 Kategorie:Mann