Der Hafen Maputo (englisch: Port of Maputo; portugiesisch: Porto de Maputo, früher Porto de Lourenço Marques) ist ein Tiefwasserhafen in Mosambik. Er liegt an der Küste des Indischen Ozeans, innerhalb der Maputo-Bucht und verfügt über zwei separate Zonen in zwei Städten, in Maputo und Matola. Der Hafen nimmt für den Warenumschlag von und nach Südafrika eine bedeutende Stellung ein und ist eine der größten Anlagen an der Ostküste Afrikas. Seine wirtschaftliche Entwicklung war eng mit dem Phänomen massiver Wanderarbeit mosambikanischer Bergarbeiter auf dem Territorium Südafrikas verbunden.

Der zentrale Hafenbetreiber ist die Maputo Port Development Company / Companhia de Desenvolvimento do Porto de Maputo (MPDC), ein Gemeinschaftsunternehmen mehrerer in- und ausländischer Firmen. (englisch)

Hauptbetreiber Die Maputo Port Development Company (MPDC) besteht aus folgenden Gesellschaftern: Mozambique Ports & Railways Company/Portos e Caminhos de Ferro de Mocambique (CFM), als staatliches Unternehmen, mit 49 % Anteilen, Portus Indico, getragen von drei Gesellschaftern mit zusammen 51 % Anteilen, der südafrikanischen Logistikgruppe Grindrod, DP World (48,5 %) und der mosambikanischen Investmentgruppe Mozambique Gestores Sarl. (3 %).

Die Maputo Port Development Company erhielt am 15. April 2003 für einen Zeitraum von 15 Jahren die Konzession zur Betreibung der Hafenanlagen. 2010 wurde der Konzessionsvergabe um weitere 15 Jahre erweitert und eine Option von weiteren 10 Jahren eingeräumt. (englisch) (englisch, portugiesisch)

Die einzelnen Terminals befinden sich in der Regie anderer Unternehmen, die dabei als Subkonzessionäre tätig sind.

Lage und Hafenstruktur Allgemein mini|Hafenanlage von Lourenco Marques (heute Maputo) im Jahr 1896

Die beiden Verladebereiche des Hafens entstanden im gemeinsamen Ästuar der vier Flussläufe Tembe, Matola, Umbeluzi und Infulene in der Baia de Maputo. Zusammen bilden sie im Mündungsbereich der Bucht den Río Espírito Santo.Port Maputo: The city of Maputo. auf www.portmaputo.com (englisch) Lizenziat-Thesis (portugiesisch)

Alle Verladekais besitzen eine eigene Straßenanbindung und die meisten von ihnen auch einen Gleisanschluss. An allen Kais gibt es Schiffsreparatureinrichtungen, Treibstoffbunker und Trinkwasserversorgungsanlagen.Maputo. auf ports.co.za (englisch) Im Jahr 2011 war die Ausbaggerung der Kanäle und Anlegeplätze abgeschlossen. Seitdem können Frachtschiffe der Panamax-Klasse hier anlegen. (englisch) Zwei privat betriebene Marinas bieten Liegeplätze für Yachten.

Unweit des Hafens, nahe dem Stadtzentrum, befinden sich der Hauptbahnhof und der Zentralmarkt von Maputo.

Maputo Cargo Terminals In den Maputo Cargo Terminals werden Frachtgüter aus landwirtschaftlicher, industrieller und montanwirtschaftlicher Produktion verladen. Schwerpunktmäßig handelt es sich dabei um Zitrusfrüchte, Zucker und Containerfracht sowie um Kohle, Magnetit, Ferrochrom, Nickel, Vermiculit und Schrott. (englisch)

Bulk Sugar Terminal Das Bulk Sugar Terminal des Betreibers Sociedade Terminal de Açucar de Maputo Lda. (STAM) dient der Verladung von Zuckerrohstoffen in Form von Massengut.Port Maputo: Bulk Sugar Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch) Beteiligte Partner sind dabei Eswatini Sugar Association, Zimbabwe Sugar Sales Ltd. (ZSS), Cucar Nacional und South African Sugar Association (SASA).

Bagged Sugar Terminal Im Bagged Sugar Terminal des Betreibers EDF Man Mocambique Lda. werden verpackte Zuckerlieferung für den Exporthandel verladen.Maputo: Bagged Sugar Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)

Bulk Liquids/Tank Storage Terminal Das Bulk Liquids/Tank Storage Terminal des Betreibers Maputo Liquids Storage Company Lda. dient der Verladung von Pflanzenölen. Im Terminalbereich können in sechs beheizbaren Tanks insgesamt bis zu 10.000 Kubikmeter Pflanzenöle gelagert werden. Der Terminalbetreiber ist ein Unternehmen der African Tank Terminals Limited, die zur Unternehmensgruppe der malaysischen Equatorial Trading Limited gehört. (englisch)

Car Terminal Das Car Terminal seines Betreibers Grindrod dient dem Import und Export von Automobilen. Es existieren hier Stellflächen für 1.455 Fahrzeuge. Hauptlieferregion für den Import ist die südafrikanische Provinz Gauteng. Das Terminal arbeitet seit 2007.Port Maputo: Car Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)

Citrus Terminal Das von FTP (Moçambique) Lda. betriebene Citrus Terminal dient dem Versand von Zitrus- und anderen Früchten. Im Terminalbereich bestehen Kühlanlagen und zwei Anlegestellen für Frachtschiffe.Maputo: Citrus Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch) Investitionen in diesem Bereich stammen von der südafrikanischen Industrial Development Corporation und privaten Anlegern. (englisch)

Coastal Terminal Im Coastal Terminal des Betreibers Terminal de Cabotagem de Maputo Sarl. stehen offene und überdachte Lagerflächen zur Verfügung. Ferner gibt es hier Reparaturmöglichkeiten für Container, mechanische Werkstätten und eine Betriebsstätte zur Holzverarbeitung.Port Maputo: Coastal Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)

Container Terminal Das Containerterminal wird von DP World Maputo betrieben. Auf einer Fläche von 8 Hektar können bis zu 520 Container gelagert werden. Im jährlichen Durchschnitt kommen hier 50.000 Container zur Verladung, obwohl dafür die doppelte Kapazität besteht. Die Kailänge beträgt 300 Meter bei einer Wassertiefe von 11 Metern.

Typische Waren der Containerfracht sind in diesem Terminalbereich Fischprodukte, Zucker, Reis, Obst, Haushaltswaren, Baumaterial und Fahrzeuge. Schwerpunktregionen für hier abgehende Lieferungen in Afrika sind die südafrikanische Provinz Gauteng, Eswatini, Botswana, Simbabwe und Malawi.Port Maputo: Container Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch) (englisch)

Für die Containerverladung stehen zwei stationäre und zwei bewegliche Krane zur Verfügung.Port Maputo: FAQs. auf www.portmaputo.com (englisch)

Ferrochrome Terminal Der Bau des Terminals zur Verladung von Ferrochromprodukten begann 2007.Maputo port expands ferrochrome terminal. Meldung vom 1. Juni 2007 auf miningweekly.com (englisch) Dieser Bereich gehört zu den Terminals mit den größten Warenumschlagsvolumina im Hafen Maputo. Die erste Verladung von Ferrochrom erfolgte hier 2004, 2006 kam es zu Erweiterungsbauten. (englisch)

Molasses Terminal Das Molasses Terminal des Betreibers Agrimol dient der Verladung flüssiger Melasseprodukte. Eine Pipeline gewährleistet den Transfer zwischen hier vorhandenen Lagertanks und den Verladeeinrichtungen am Pier.Port Maputo: Molasses Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)

Petroleum Terminal Im Petroleum Terminal können Leicht- und Schweröle sowie weitere Mineralölprodukte gelagert und verladen werden. Es steht ein eigenständiger Verladekai mit einer Länge von 230 Metern und einer Wassertiefe von 10,5 Meter zur Verfügung. Die jährliche Verladekapazität liegt bei 350 Millionen Tonnen.Port of Maputo. auf www.worldportsource.com (englisch)

Matola Bulk Terminals mini|Holzlager in Matola um 1929

Das etwa sechs Kilometer stromaufwärts liegende Hafengelände von Matola, die Matola Bulk Terminals, besitzt vier Anlegeplätze im Tiefwasserbereich, in dem Massengutfrachter anlegen können und Schüttgüter zur Verladung kommen. Zu den umgeschlagenen Produkten gehören Kohle, Magnetit, Aluminiumrohstoffe und Getreide. (englisch) Ferner existieren hier umfangreiche Lagerflächen.

Coal Terminal Das Matola Coal Terminal (TCM) bzw. Terminal de Carvão da Matola (TCM) dient vorrangig dem Kohleexport. Weitere mineralische Rohstoffe kommen hier zur Verladung. Der Terminalbereich auf dem Gebiet der Gemeinde Matola wird durch die Unternehmensgruppe Grindrod betrieben. Die im Flachlager vorrätig gehaltene Kohle stammt überwiegend aus Bergwerken in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga, den traditionellen Abbauregionen auf dem Gebiet des früheren Osttransvaal. Im Terminal werden jährlich 3 Millionen Tonnen Kohle auf Frachtschiffe verladen. Das Warenumschlagvolumen könnte mit einer verbesserten Leistungsfähigkeit des Schienenverkehrs verdoppelt werden. Mit den Ausbauplänen ist beabsichtigt, schließlich eine Kapazität von 26 Millionen Tonnen zu erreichen.Port Maputo: Coal Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)

STEMA Grain Terminal Mit dem Getreideterminal (STEMA Grain Terminal) werden jährlich 90.000 Tonnen Weizen und Mais aus Simbabwe auf Frachtschiffe verladen. Der Terminalbetreiber ist die 1996 gegründete STEMA (Silos e Terminal Graneleiro da Matola SA), ein Staatsunternehmen Mosambiks. Dessen Anteile werden mit 44 Prozent vom National Treasure Directorate (deutsch etwa: Nationale Finanzdirektion) und mit 56 Prozent durch das IGEPE (Gestão das Participações do Estado / States Shares Management Institute, deutsch etwa: Staatliches Institut für Beteiligungsmanagement) gehalten.Silos e Terminal Graneleiro da Matola SA. auf www.stema.co.mz (englisch, portugiesisch)Port Maputo: Grain Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)

Aluminium Terminal Das im März 2000 eröffnete Aluminium Terminal führt Import- und Exportaufträge aus. Dessen Betreiber ist der einheimische Aluminiumhersteller Mozal. Im Terminal werden Lieferungen aus Aluminiumoxid für die Aluminiumproduktion in Mosambik sowie Rohstoffe zur Herstellung von Petrolkoks und Pech umgeschlagen. Es besteht insgesamt eine Verladekapazität von 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr. Etwa 506.000 Tonnen Aluminium verlassen jährlich den Hafen zu ihren Abnehmern. Es werden dagegen 1,2 Millionen Tonnen Aluminiumoxid eingeführt. Im Terminal steht dafür ein Schiffsanlegeplatz mit einer Länge von 210 Metern zur Verfügung.Port Maputo: Aluminium Terminal. auf www.portmaputo.com (englisch)Mozal: Welcome to Mozal: The Harbour. auf www.bhpbilliton.com, PDF-Dokument S. 23 (englisch)

Entwicklung Im Dezember 2013 begann im Hafenareal Maputo auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern der Bau eines weiteren Massengutlagers. Es ist für den Export von jährlich 500.000 Tonnen angelieferter Phosphatrohstoffe vorgesehen. Vertragspartner sind dabei Agro Alfa, Mota-Engil und ACEL.Port Maputo: New bulk shed inaugurated. auf www.portmaputo.com (englisch) (englisch)

Infolge des großen Interesses von Südafrika an der Entwicklung des Hafens Maputo kam es im Juni 2013 zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen den Hafenbehörden der beiden Staaten. Die Transnet National Ports Authority (TNPA) und die Maputo Ports Development Company (MPDC) vereinbarten die Zusammenarbeit bei der Entflechtung in den Aufgabenbereichen Hafenbehörde und Hafenbetrieb am Standort Maputo/Matola, die Verlagerung weiterer Frachtanteile vom Straßentransport auf die Schiene sowie eine gemeinsame Bearbeitung nautischer Angelegenheiten.

Verkehrsanbindungen Allgemein Der Hafen Maputo ist mit seinen beiden Standorten in Maputo und Matola landwärts durch über Jahrzehnte ausgebaute Straßen- und Schienenverbindungen erschlossen, die das Anliefern von Containern, Stückgut und Massengütern aus dem mosambikanischen Inland und den benachbarten Staaten ermöglichen. Deren Erhalt und die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit liegt besonders im Interesse der afrikanischen Lieferländer.

Der Hauptfrachtaufkommen auf dem Landwege stammt nicht aus Mosambik. Wichtigstes Exportland ist Südafrika, das mit leistungsfähigen Straßen und Schieneninvestitionen sein strategisches Interesse am Hafen Maputo seit Jahrzehnten zielstrebig verfolgt. Weitere vom Hafen erheblich partizipierende Staaten sind Eswatini, Zimbabwe, Botswana und Sambia.Amanda Driver, João Gabriel de Barros: The impact of the Maputo Development Corridor on freight flows: An initial investigation. Development Policy Research Unit, Cape Town und Centre for Strategic and International Studies, Maputo, Working Paper 00/38, Kapstadt März 2000, ISBN 0-7992-2003-5. auf , PDF. S. 27 (englisch)

Maputo Development Corridor mini|Bahnhofsgebäude in Ressano Garcia