mini|Rathaus Clamart Clamart ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Hauts-de-Seine, die zum Großraum von Paris gehört. Sie liegt zehn Kilometer südwestlich des Zentrums der Hauptstadt an der D 906.
Die Stadt besteht aus zwei Teilen, die durch den Bois de Clamart (Clamart-Wald) weitgehend voneinander getrennt sind: Bas-Clamart, welches das historische Zentrum bildet, und Petit-Clamart, wo sich der Großteil der moderneren Bebauung befindet. Vor den 1960er-Jahren befanden sich hier Erbsenfelder, die überbaut wurden.
Geschichte Das älteste Zeugnis, das auf eine Besiedlung der Region hinweist, ist ein Megalithgrab aus der Zeit 6000 v. Chr.
Die erste Erwähnung des Ortes stammt vom Ende des 7. Jahrhunderts, damals noch in der Form „Claumar“ oder „Clanmar“. In der heutigen Form erscheint der Name erstmals in Urkunden des 11. Jahrhunderts.
Am 27. März 1794 wurde der berühmte Philosoph und Akteur der Französischen Revolution Condorcet auf der Flucht vor einem Haftbefehl der Jakobiner in einer Kneipe in Clamart festgenommen.
Die ersten Luftbilder der Welt, von Nadar 1858 aus einem Ballon aufgenommen, waren Ansichten von Petit-Clamart (das damals noch Petit-Bicêtre hieß).
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kam es hier am 13. Oktober 1870 und 10. Januar 1871 während der Belagerung von Paris zu Gefechten.
Am 22. August 1962 führte die OAS das fehlgeschlagene Attentat von Petit-Clamart gegen Charles de Gaulle aus, der sich bereit erklärt hatte, zur Beendigung des Algerienkrieges Algerien in die Unabhängigkeit zu entlassen. Der Bestseller-Roman Der Schakal von Frederick Forsyth stellt die Umstände des Attentats dar.
1961 kam es zu einer katastrophalen Bodensenkung aufgrund des Einsturzes unterirdischer Kalksteinbrüche mit 21 Toten.Bericht über das Unglück
Städtepartnerschaften Clamart ist Partnerstadt von Lüneburg (Deutschland) seit 1975 Scunthorpe (Vereinigtes Königreich) seit 1976 Majadahonda (Spanien) seit 1988 Artashat (Armenien) seit 2003 Penamacor (Portugal) seit 2006
Kultur
Arp-Museum (), Rue des Châtaigners 21, der ehemalige Wohnort des Künstlers Rathaus aus dem 17. und 19. Jahrhundert „Runde Bibliothek“, früher Jugendbibliothek Cité de la plaine, eine zwischen 1950 und 1965 vom Architekten Robert Auzelle entworfene Siedlung von 77 Wohnhäusern mit insgesamt 1993 Wohnungen. Sie ist insgesamt 22,25 Hektar groß, davon sind 12 Hektar Grünflächen.
Sonstiges À la clamartoise bezeichnet ein Gericht, das als Beilage frische grüne Erbsen hat. Clamart besaß früher große Erbsenfelder, deren Qualität berühmt war.
Clamart war Drehort mehrerer Filme, darunter Die fabelhafte Welt der Amélie.
Im Krankenhaus Antoine-Béclère in Petit-Clamart wurde am 24. Februar 1982 das erste französische Retortenbaby, Amandine, geboren.
1985 wurde ein Park in der deutschen Partnerstadt Lüneburg Clamart-Park benannt.
Bas-Clamart wurde im Jahre 2004 bekannt durch das in der Stadt gelegene Militärkrankenhaus Percy, in dem Jassir Arafat am 11. November nach schwerer Krankheit verstarb.
Persönlichkeiten Alphée Dubois (1831–1905), Medailleur Henri Senfftleben (1910–1955), Autorennfahrer Emmanuel Laroche (1914–1991), Professor für Anatolische Sprachen Raymond Bernard (1920–2005), Komponist, Pianist und Orchesterleiter Raymond Goussot (1922–2015), Radrennfahrer Georges Senfftleben (1922–1998), Bahnradsportler Yves Bescond (1924–2018), römisch-katholischer Geistlicher und Weihbischof in Meaux Dany Robin (1927–1995), Schauspielerin Gilles Berquet (* 1956), Fotograf Amos Bairoch (1957–2025), Schweizer Bioinformatiker Francis Varis (* 1957), Akkordeonist Claire Angotti (* 1974), Historikerin Christel Heydemann (* 1974), Ingenieurin und Unternehmerin Adrienne Pauly (* 1977), Filmschauspielerin und Rocksängerin Julien Desprès (* 1983), Ruderer Eva Hamzaoui (* 1985), Volleyball- und Beachvolleyballspielerin Hélène Defrance (* 1986), Seglerin Hatem Ben Arfa (* 1987), französischer Fußballspieler tunesischer Abstammung Paul Lafargue (* 1988), Autorennfahrer Gabriel Attal (* 1989), Politiker Kilian Le Blouch (* 1989), Judoka Chloé Ridel (* 1991), Politikerin Maxime Pauty (* 1993), Florettfechter Jean-Charles Castelletto (* 1995), kamerunischer Fußballspieler Jean-Philippe Mateta (* 1997), Fußballspieler Romane Dicko (* 1999), Judoka Jemima Kabeya (2003–2025), Handballspielerin Noah Edjouma (* 2005), Fußballspieler
Literatur Le Patrimoine des Communes des Hauts-de-Seine. Flohic Éditions, 2. Auflage, Charenton-le-Pont 1993, ISBN 2-908958-95-3, S. 138–149.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Île-de-France Kategorie:Ersterwähnung im 7. Jahrhundert Kategorie:Stadt in Frankreich