Franco Barberis (besser bekannt als Barberis;Harold S. Sharp: Handbook of pseudonyms and personal nicknames. Band 1. Scarecrow Press, 1972, S. 96. * 2. August 1905 in Lugano; † 13. Januar 1992 in Locarno) war ein Schweizer Karikaturist, (Werbe-)Grafiker, und Modeschöpfer, der für seine Sportcartoons und die Sportlerfigur Tschutti bekannt war.
Leben Barberis war der Sohn von Pietro Barberis. 1934 heiratete er Carla Bruggisser, eine Tochter des Hoteliers Arturo Fedele. Als Grafiker war Barberis zunächst Autodidakt. Er zog 1922 in die Deutschschweiz, wo er bis 1926 als Grafiker für die Schuhfabrik Bally in Schönenwerd und von 1927 bis 1933 bei Bally-Arola in Zürich arbeitete. Ab 1934 arbeitete Barberis selbstständig. Von 1940 bis 1951 betätigte er sich bei seiner Schwester Elsa Barberis als Modeschöpfer. Neben seiner Laufbahn als Werbegrafiker hatte er sich als Erfinder der Sportlerfigur Tschutti während 45 Jahren eine treue Leserschaft in der Schweizer Zeitschrift Sport erworben. (Ein in der Zeitschrift Sport erschienenes Cartoon über den Fall Ewa Kłobukowskas wurde wegen seines undifferenzierten Bildes der Intersexualität kritisiert.Stefan Wiederkehr: Frauensport und Männerwelt im Kalten Krieg. Beitrag zum Themenschwerpunkt „Europäische Geschichte – Geschlechtergeschichte“. In: Themenportal Europäische Geschichte, 2009.)
Auch etwa 45 Jahre lang erfreute er die Leser des Nebelspalters mit seinen Beiträgen.
Serien wie Bar-beris und Homo und sein Werk, das viele Porträt-Karikaturen bekannter Persönlichkeiten umfasste, wurden mit nationalen und internationalen Preisen honoriert.
Werke (Auswahl) Berühmte Zeitgenossen. Rorschach: Nebelspalter-Verlag, 1960. Deutschschweizerische Sprichwörter. Rorschach: Nebelspalter, 1960. Das Fussballspiel. Zürich: Jean Frey, 1961. Ich schenk dir einen Papagei! Bilderbuch für Jugendliche. Zürich, Diogenes, 1964 und 1967. Übersetzung: auf Englisch: Would you like a parrot? New York: Scroll Press, 1964 und 1967. Que veux-tu? Albums Bonne nuit. Paris: Editions des Deux coqs d’or, 1964. Mit N. O. Scarpi: Fabeln. Nicht von La Fontaine, sondern von dessen Schüler. Zürich/Stuttgart: Werner Classen, 1970. Alle träumen. Aarau/Frankfurt: Sauerländer, 1972. ISBN 3-7941-0157-X Sport-Prominenzen[: Karikaturen in Bild und Wort]. Derendingen: Habegger 1973 und/oder 1974. ISBN 3-85723-042-8 Wem gehört dieser Schwanz? Aarau/Frankfurt: Sauerländer, 1974. ISBN 3-7941-0428-5 Übersetzungen auf Afrikaans: Wie se stert is die? Kaapstad: HAUM, 1976. ISBN 0-7986-0254-6 auf Spanisch (mehrere Auflagen u. a.): De quién es este rabo? Valladolid: Editorial Miñón, 1975. Übersetzung von Alberto Martin Baro. ISBN 84-355-0454-9 De quién es este rabo? Colección Duende. Madrid: Susaeta, 1991. ISBN 84-305-7193-0 Mit Eros Bellinelli: Barberis: [disegni umoristici] Serie „Collana Vanini“ Band 7. Caslano: S. Vanini, 1975. Auf Japanisch: しっぽのぽ: ドイツのえほん. 1984. ISBN 4-87029-021-9
Literatur Mit Hans Neuburg: Franco Barberis: Grafiker, Karikaturist, Künstler zum 70. Geburtstag: Eine Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Grafiker, Ortsgruppe Zürich, im Kunstgewerbemuseum der Stadt Zürich vom 18. Oktober bis 16. November 1975. Zürich: Das Museum, 1975. Mit einer Laudatio von Alberto Camenzind.eMuseum Ausstellungsdokumentation Zürcher Hochschule der Künste Jürg Spahr: Sammlung Karikaturen und Cartoons Basel. Merian, Basel 1985.
Weblinks Objekte von Franco Barberis im eMuseum für Gestaltung Zürich
Franco Barberis. In: recherche.sik-isea.ch. Abgerufen am 22. November 2024.
Einzelnachweise
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