Die boot Düsseldorf, kurz boot (Eigenschreibweise boot; offizieller Name Internationale Bootsausstellung Düsseldorf), ist eine internationale Messe für Boote und Wassersport. Sie wird jährlich im Januar von der Messe Düsseldorf auf deren Gelände am Düsseldorfer Rheinufer veranstaltet und gilt als die weltweit größte Veranstaltung ihrer Art. Gezeigt werden Boote und Yachten aller Größen ebenso wie Ausrüstung, Wassersportgeräte und Angebote rund um Tauchen, Surfen, Paddeln und Wassertourismus. Die boot verbindet den Charakter einer Fachmesse für die maritime Wirtschaft mit dem einer Publikumsmesse für Wassersportler.

Geschichte mini|Blick in eine Ausstellungshalle (2007)

Gründung Die Messe geht auf eine Initiative des Bootsjournalisten Horst Schlichting und des Messechefs Kurt Schoop zurück, die 1969 die erste größere Bootsausstellung im deutschen Binnenland ins Leben riefen. Veranstalterin war die Nordwestdeutsche Ausstellungs-Gesellschaft (NOWEA), die heutige Messe Düsseldorf. Die erste boot wurde am 27. November 1969 auf dem damaligen Messegelände an der Fischerstraße eröffnet. An sechs Messetagen beteiligten sich 116 Aussteller aus sieben Nationen; rund 34.000 Menschen besuchten die in einer einzigen Halle untergebrachte Schau. Eine Bootsausstellung fern der Küste galt zu dieser Zeit als ungewöhnlich.

Entwicklung zur Leitmesse Bereits im zweiten Jahr stieg die Zahl der Aussteller auf 183 Unternehmen aus 25 Ländern, bei verdoppelter Ausstellungsfläche. 1972 zog die boot auf das neu errichtete Messegelände im Düsseldorfer Norden um und erhielt zugleich ihren bis heute gültigen Termin im Januar, mit dem sie die Messesaison des Jahres eröffnet. Mit dem größeren Gelände wuchs auch das Angebot: Die Laufzeit wurde auf neun Tage ausgedehnt, und erstmals entstand ein Regattabecken, in dem in der Halle gesegelt werden konnte. 1973 wurden auf der boot die ersten Surfbretter gezeigt.

Ab Mitte der 1970er Jahre stellte die Messe jährlich wechselnde Partnerländer vor, beginnend mit Kanada im Jahr 1976. Aus der ursprünglichen Boots- und Zubehörausstellung entwickelte sich über die Jahrzehnte eine Leitmesse für den gesamten Wassersport. Prägend war das früh eingeführte Konzept, einzelne Hallen jeweils einem Themenbereich zuzuordnen; auf diese Weise entstanden eigene Bereiche für Segeln, Motorboote, Tauchen, Trendsport und Wassertourismus. Superyachten wurden erstmals Anfang der 1990er Jahre ausgestellt; 1998 war die Weltausstellung Expo 98 in Lissabon Partnerin der Messe, unter dem gemeinsamen Thema „Die Weltmeere – ein Erbe für die Zukunft“. Mit ihrer 40. Ausgabe im Jahr 2008 erreichte die boot erstmals eine Ausstellungsfläche von rund 220.000 Quadratmetern in 17 Hallen.

Pandemie und Rückkehr Wegen der COVID-19-Pandemie fiel die Messe zweimal in Folge aus. Die für Januar 2021 geplante Ausgabe wurde zunächst auf April verschoben und dann vollständig abgesagt; die boot 2022 untersagte die Landesregierung Nordrhein-Westfalens wenige Wochen vor Beginn im Zuge der Omikron-Welle. Im Januar 2023 kehrte die boot zum regulären Messebetrieb zurück.

Aktuellere Entwicklungen Nach der Pandemie pendelten sich die Teilnehmerzahlen wieder ein. Zur boot 2025 verzichteten mit Bavaria und Hanse zwei der größten deutschen Serienwerften auf eigene Exponate; beide kehrten 2026 mit Segelyachten zurück. Ebenfalls 2025 wurde mit der Foiling World ein eigener Hallenbereich für das Foilen eingerichtet. Die boot 2026 fand vom 17. bis 25. Januar statt und zählte knapp 200.000 Besucher.

Konzept mini|Ehemaliges Logo (2008) mini|Ehemaliges Logo (2010)

Zielgruppen Die boot richtet sich an zwei Gruppen. Als Fachmesse spricht sie Hersteller, Werften, Händler, Vercharterer und Dienstleister der maritimen Wirtschaft an, dazu Einkäufer etwa großer Charterunternehmen, die das Marktangebot vergleichen. Als Publikumsmesse erreicht sie daneben ein breites Freizeitpublikum aus Seglern, Motorbootfahrern, Tauchern, Surfern und Reiseinteressierten.

Themenwelten Das Angebot ist in thematische Hallenbereiche gegliedert und deckt nahezu alle Sparten des Wassersports ab. Vertreten sind neben dem Segel- und Motorbootsport unter anderem Yachtsport, Tauchen, Angeln, Rudern, Kanu- und Kajaksport, Wasserski, Wakeboarden, Wind- und Kitesurfen, Wellenreiten und Jetski; hinzu kommen Themen wie Wassertourismus, Meeresschutz und maritime Kunst.

Den Kern bilden Segelyachten und Jollen, Motorboote mit klassischen wie alternativen Antrieben sowie Luxusyachten. Einen großen Raum nimmt die technische Ausrüstung ein, darunter Motoren, Getriebe, Elektrik und Elektronik, Navigation sowie Decks- und Innenausstattung, ergänzt um Bekleidung und Zubehör. Daneben stellen sich Wassersport-Reviere und Charterunternehmen vor.

Kennzeichnend sind die in den Hallen aufgebauten Wasserbecken, in denen einzelne Disziplinen vorgeführt und ausprobiert werden können. Dazu gehören ein Tauchturm im Tauchbereich sowie ein großes Becken, auf dem Wettbewerbe und Mitmachaktionen des Surf- und Trendsports stattfinden.

Aussteller und Besucher mini|hochkant|Petros Michelidakis (2022) Die boot belegt regelmäßig rund 220.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in 16 Messehallen. Es beteiligen sich etwa 1.500 Aussteller aus 65 bis 70 Nationen; ein Großteil reist aus dem Ausland an, wobei Italien, die Niederlande und Frankreich zu den teilnehmerstärksten Herstellerländern zählen. Die Messe zieht etwa 200.000 Besucher aus mehr als 100 Ländern an und gilt damit als internationaler Treffpunkt der Branche.

Die höchsten Besucherzahlen erreichte die boot in den frühen 2000er-Jahren; 2002 kamen rund 354.000 Gäste. Seither sind die Zahlen tendenziell rückläufig und pendelten sich in den 2010er-Jahren bei etwa 240.000 bis 250.000 ein. Die meisten Aussteller verzeichnete die Messe 2019 mit 1.973 Unternehmen. Nach der pandemiebedingten Unterbrechung liegt der Zuspruch bei rund 200.000 Besuchern und etwa 1.500 Ausstellern.

Direktor der boot ist seit 2016 Petros Michelidakis; von 2008 bis 2016 leitete Goetz-Ulf Jungmichel die Messe.boot.de:

JahrTerminBesucherAussteller 2002 19.–27. Januar 354.000 1.682 2003 18.–26. Januar 309.000 1.700 2004 17.–25. Januar 309.000 1.650 2005 15.–23. Januar 283.000 1.659 2006 21.–29. Januar 292.000 1.650 2007 20.–28. Januar 273.000 1.644 2008 19.–27. Januar 279.000 1.699 2009 17.–25. Januar 238.000 1.641 2010 23.–31. Januar 240.200 1.568 2011 22.–30. Januar 252.441messe-duesseldorf.de: 1.582 2012 21.–29. Januar 246.700boot.de: 1.656 2013 19.–27. Januar 226.300 1.674 2014 18.–26. Januar 248.600 1.661 2015 17.–25. Januar 240.200 1.741 2016 23.–31. Januar 247.000 1.800 2017 21.–29. Januar 242.000 1.800 2018 20.–28. Januar 247.000 1.923 2019 19.–27. Januar 247.789 1.973 2020 18.–26. Januar 250.000boot.de Abschlussmeldung 2020 1.900 2021 abgesagt - -2022abgesagt - -202321.–29. Januar 237.000 1.500202420.–28. Januar214.0001.500202518.–26. Januar200.0001.500202617.–25. Januar198.9881.500 Alle Daten aus dem Archiv der boot.

Rahmenprogramm Die Ausstellung wird durch ein Rahmenprogramm aus Vorträgen, Seminaren, Workshops und Bühnenveranstaltungen ergänzt. Im Refit Center geht es um Reparatur, Wartung und Bootsbau; im Surf- und Trendsportbereich tragen internationale Sportler auf einem Indoor-Becken Wettbewerbe etwa im Wakeboarden, im Stand-Up-Paddling sowie im Wing- und Pumpfoilen aus. Der Tauchbereich bietet an einem Tauchturm Vorführungen und Schnupperangebote. Für Kinder gibt es eigene Programmpunkte, darunter die Kid’s World, Workshops zum Meeresschutz und einen Hochseilgarten an der Kanustrecke.

Hinzu kommen Sonderschauen und Aktionsflächen, unter anderem zu nachhaltigem Wassersport, zur Inklusion im Segelsport und zu Reisezielen. In Zusammenarbeit mit Verbänden wie dem Deutschen Segler-Verband und dem Deutschen Motoryachtverband werden außerdem Informations- und Ausbildungsangebote bereitgestellt.

Auszeichnungen Auf der boot werden die Branchenpreise „European Yacht of the Year“ für Segelyachten und „European Powerboat of the Year“ für Motorboote verliehen. Der „European Yacht of the Year“ geht auf eine Initiative der deutschen Zeitschrift Yacht zurück; über die Vergabe beider Preise entscheidet eine Fachjury aus Testleitern und Chefredakteuren führender europäischer Segel- und Motorboot-Magazine.

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