Kläden ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Einheitsgemeinde und Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie Lage

Kläden, ein Straßendorf mit Kirche, liegt etwa vier Kilometer westlich der Stadt Arendsee im Norden der Altmark. Nördlich des Dorfes liegt das Baggerloch einer ehemaligen Sandgrube, landläufig „Imi-Ata-See“ genannt.

Nachbarorte sind Binde im Südwesten, Kaulitz im Nordwesten, Schrampe im Norden, Arendsee (Altmark) im Nordosten und Kraatz im Süden.

Ortschaftsgliederung Zur Ortschaft Kläden gehören die Ortsteile Kläden und Kraatz.

Geschichte Mittelalter bis 20. Jahrhundert Im Jahr 1271 wird Cloͤdene erwähnt, als die Markgrafen Otto und Albert das Dorf dem Kloster Arendsee schenkten. Kurz darauf, im Jahre 1283 wird das Dorf Kläden als villa Clodene in einer Disputation zwischen den Markgrafen Otto, Albert und Otto mit dem Kloster Arendsee erwähnt. Die Markgrafen schenkten dem St. Thomas-Altar der Klosterkirche Einkünfte aus Kläden.

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Cloden aufgeführt. Die Einkünfte waren an die St. Marien-Kirche in Salzwedel übergegangen.

Weitere Nennungen sind 1541 Kloden, 1687 Klöden, 1804 Kläden und Cläden, ein Dorf mit Krug und Windmühle. Sie stand im Süden des Dorfes an einer Weggabelung nach Kraatz.

Archäologie Aus der Flurbezeichnung „Steinberg-Stücke“ auf einem historischen Messtischblatt wird abgeleitet, dass es ein jungsteinzeitliches Großsteingrab Kläden gegeben hat, das im 19. Jahrhundert zerstört wurde.

Im Jahre 1935 wurde eine in Kläden im Kreis Osterburg gefundene Hohlaxt aus der Bronzezeit als Einzelfund dem Museum Arendsee übergeben.

Im Kreismuseum Osterburg ist eine weitmundige keramische Schale aus einem Urnengrab aus spätrömischer Zeit überliefert.

Quarzsandgrube Kläden mini|Scheuersand „Ata“ Die Gegend nördlich des Dorfes hieß früher „Hechfeldsche Busch“. Seinerzeit holten sich die Einwohner feinen Sand zum Ausstreuen ihrer Stuben aus der Gemeindekuhle hinter dem Gehöft von Friedrich Prange, so berichtete der Arendseer Heimatforscher Eckehard Schwarz. Nördlich des Dorfes entstand dann eine Sandgrube, in der ab 1929 bis 1995 Sand abgebaut wurde. Der feine Quarzsand wurde vom Grund der Grube mit einem schwimmenden Saugbagger durch eine Rohrleitung zum Grubenrand gefördert und zum Ablaufen des Wassers abgelagert. Nach dem Trocknen wurde der Sand auf Loren verladen und mit einer Sandgrubenbahn zum Haltepunkt Kläden an der Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg gebracht, wo er mit der Bahn abtransportiert wurde. Der Sand wurde unter anderem im Waschmittelwerk Genthin zur Herstellung von Ata und IMI sowie als Formsand in Gießereien verwendet, beispielsweise im Nähmaschinenwerk Wittenberge.

Im Jahre 2018 wurde der Plan zur Errichtung eines Photovoltaik-Parks auf dem Gelände im Ortschaftsrat diskutiert und verworfen.

Herkunft des Ortsnamens Heinrich Sültmann deutet den Ortsnamen als wendisch, abgeleitet von „klad“, „kloda“ für „Brett“, „Balken“, übersetzt „Blockhaus“ oder „Holzhaus“.

Aleksander Brückner erkennt im Ortsnamen das altslawische Wort „klada“, im Plural „kloda“ für „Hauklotz“.

Andere Ersterwähnungen Der Historiker Peter P. Rohrlach weist darauf hin, dass die Angabe von Hermes und Weigelt der Ort Kläden sei bereits urkundlich im Jahr 1151 erwähnt, nicht korrekt ist.

Im Jahre 1170 wird Clodene in einer Urkunde genannt. Hermann Krabbo deutet es irrtümlich als Klöden bei Arendsee, gemeint ist aber Kläden bei Bismark.

Die Angabe der Erwähnung 1238 clodene für Kläden durch Ernst Haetge ist zu lesen als Cudene und betrifft Chüden.

Eingemeindungen mini|Dorfstraße in Kläden mini|Fachwerkhaus in Kläden

Bis 1807 gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es ab 1807 bis 1813 im Kanton Arendsee auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehört die Gemeinde zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.

Am 1. April 1939 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Kläden und Kraatz zu einer Gemeinde mit dem Namen Kläden im Landkreis Osterburg.

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Kläden in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 erfolgte die Umgliederung in den Kreis Osterburg. Am 1. Juli 1994 kam die Gemeinde zum heutigen Altmarkkreis Salzwedel.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kläden am 14. Mai 2009, dass die Gemeinde Kläden in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.

Nach Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinde Kläden wurden Kläden und Kraatz Ortsteile der Stadt Arendsee (Altmark). Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kläden und künftigen Ortsteile Kläden und Kraatz wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kläden wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet. Später wurde die Zahl auf 6 Mitglieder erhöht.

Einwohnerentwicklung Gemeinde JahrEinwohner17341031774124178914117981191801114181812818401841864265187123218852611892300JahrEinwohner18952671900271190525719102581925250193933819465351964398197135919813311985327JahrEinwohner19903161993314199526919982712000273200225120052322006228200722920082272009219 Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006

Ortsteil JahrEinwohner201120020121882013187201418820151812016176JahrEinwohner20171722020172202116920221832023177 Quelle, wenn nicht angegeben, 2011–2017

Religion mini|Tor zum Kirchhof Die evangelische Kirchengemeinde und Pfarrei Kläden gehören zum Kirchspiel „Am Arendsee“ im Pfarrbereich Arendsee des Kirchenkreises Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Kläden bei Arendsee die Kirchengemeinden Kläden und Kraatz. Das Kirchenpatronat lag beim preußischen König.

Politik Ortsbürgermeister Jörg Benecke ist Ortsbürgermeister der Ortschaft Kläden. Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Kläden war Christian Streiter.

Ortschaftsrat Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 hat die Wählergemeinschaft „Pro Kläden und Kraatz“ alle 6 Sitze gewonnen.

Gewählt wurden 2 Frauen und 3 Männer. Die Wahlbeteiligung betrug 76,74 Prozent.

Wappen Das Wappen wurde am 27. November 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber über drei blauen Wellenleistenstäben im Schildfuß ein ausgerissener grüner Baum, dessen Stamm sich in zwei Hauptäste gabelt, die kranzartig einen silbernen Schild, darin ein golden bewehrter und gezungter roter Adler, einschließen.“

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Flagge Die Flagge der Gemeinde war grün-weiß (1:1) gestreift. Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt. Sie wird nach der Eingemeindung für den Ortsteil Kläden weiter geführt.

Die Farben der Ortschaft sind Grün-Weiß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Gefallenendenkmal in Kläden Die evangelische Dorfkirche Kläden ist ein romanischer Feldsteinbau aus dem 12. Jahrhundert. Der Ortsfriedhof ist der Kirchhof. Vor dem Eingangsportal zum Kirchhof steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Form eines dunklen Steines auf einem Sockel mit einem Stahlhelm darauf. Davor steht eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.

Veranstaltungen Der 1952 gegründete Klädener Karnevals Club organisiert Karnevalsveranstaltungen. Er ist bekannt für seinen Schlachtruf: „Kläden und Kraatz – IMI ATA“.

Sport Kläden gehört zu den Altmärkischen Wandernestern, die im Altmärkischen Wanderverein organisiert sind.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Das Dorf liegt an der B 190, die ins etwa 17 km entfernte Salzwedel führt. Der Haltepunkt Kläden (b Arendsee/Altm) lag an der Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg, auf der seit 2004 kein Verkehr mehr stattfindet.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

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nach Ernst Haetge:

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