Breitenfeld ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geographie Breitenfeld liegt am Rande der Hellberge. Nördlich des als Straßendorf angelegten Ortes entspringt die Tarnefitzer Elbe. Westlich des Dorfs, auf dem Weg nach Quarnebeck liegt der Aussichtspunkt Breitenfelder Brockenblick. Bei klarer Sicht ist von hier aus der über 90 km entfernte Brocken zu sehen.

Geschichte mini|links|Friedhofskapelle Die erste urkundliche Erwähnung Breitenfelds erfolgte am 28./29. Februar 1258 als villa Bredeult, in einem von Markgraf Johann I. von Brandenburg zwischen den Herzögen Albrecht von Sachsen und Albrecht von Braunschweig vermittelten Vergleich. Der Vergleich betraf im Wesentlichen das Schloss Hitzacker und wurde in Breitenfeld unterzeichnet. Der Grund, wieso der Vergleich gerade in Breitenfeld zustande kam, ist unklar. Es gibt Vermutungen, wonach die streitenden Parteien zuvor eine militärische Auseinandersetzung in der Nähe Breitenfelds hatten und sich daher Breitenfeld als Ort der Verhandlungen ergab.Corrie Leitz in 750 Jahre Breitenfeld

Die Anlage Breitenfelds als Straßendorf und die bis heute überlieferten Orts- und Flurnamen lassen auf eine deutsche Gründung des Ortes schließen, die vermutlich im 12. Jahrhundert erfolgte. Südlich der heutigen Ortslage, zwischen Breitenfeld und Jeggau gab es die beiden wohl schon im 14. Jahrhundert wieder wüst gewordenen Orte Hohen-Heerde und Sieden-Heerde. Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1394 gehörte Breitenfeld zu diesem Zeitpunkt zum ursprünglich altmärkischen dann jedoch zu Braunschweig-Lüneburg gehörenden Schloss Klötze.

Das geteilte Dorf Zumindest seit 1430, möglicherweise bereits früher, gehörte das halbe Dorf Birdenfeld zum Lehen derer von Platen, die zeitweise auch mit dem Schloss Klötze und somit der anderen Hälfte des Ortes belehnt waren. Wann es zu dieser Aufteilung des Ortes zwischen Schlossherrschaft und Lehen einer Familie kam, ist unbekannt. Während die Burg Klötze zu diesem Zeitpunkt bereits als braunschweig-lüneburgisches Lehen zu betrachten ist, war das hälftige Lehen derer von Plates weiterhin ein brandenburgisches Lehen. Am 15. Juni 1434 veräußerten Gebhardt und Hilmar von Plate ihre Hälfte des Ortes (Breddenfelde) an Bernd und Matthias von der Schulenburg. Da sowohl die Familie von Plate und später auch die von Schulenburgs auch mit der Burg belehnt waren, könnte die entstandene Teilung des Orts unter die Hoheit zweier unterschiedliche Länder, Braunschweig-Lüneburg und Mark Brandenburg, zunächst wenig Auswirkungen auf das Alltagsleben gehabt haben. Ob es im 15. und zunächst auch im 16. Jahrhundert überhaupt eine verwaltungstechnische Trennung von Besitz des Amtes Klötze und des jeweiligen Familienbesitzes gab, ist unbekannt. Später ergaben sich jedoch teils erhebliche Probleme. So gab es im Dorf Streit darüber wer die Holzung auf dem beim Dorf gelegenen Bußberg nutzen darf. Nach brandenburgischer Sicht stand dieses Recht nur den brandenburgischen Einwohnern zu. Um 1580 verprügelten die brandenburgischen Breitenfelder ihre lüneburgischen Nachbarn und vertrieben sie vom Bußberg. Zwischen den Landesherren aufgenommene Verhandlungen ergaben, dass die Holzung nicht den Breitenfeldern, sondern dem Amt Klötze zustand. Schwierigkeiten ergaben sich auch bei der Frage des Einkaufs von Salz, welches als Konservierungsmittel in größeren Mengen eingesetzt wurde. Während die lüneburgischen Untertanen 1585 verpflichtet wurden, das Salz beim Amt Klötze und somit lüneburgisches Salz zu beziehen, hatten die Brandenburger einen eigenen Salzladen im Ort. Der Streit über die Salzproblematik zog sich über Jahrhunderte hin. 1698 wurde der Küster der Breitenfelder Schule verpflichtet, benötigtes Salz nicht im örtlichen, brandenburgischen Salzladen zu kaufen, da sich das Schulgebäude nicht auf brandenburgischer Seite befand. Auch für 1751 ist der Streit über den Einkauf von Salz noch urkundlich belegt. Allerdings ergaben sich auch Situationen gemeinsamen Vorgehens. So konnte sich die Gemeinde Breitenfeld 1597 gegen die Familie von der Schulenburg in einem Streit um Holznutzungsrechte auf dem Stakenberg durchsetzen. Unklar ist, ob Breitenfeld in der Zeit der Teilung einen oder zwei Dorfschulzen hatte. Da bis in das 17. Jahrhundert hinein die niedere Gerichtsbarkeit noch in Breitenfeld selbst ausgeübt wurde, wäre eine jeweilige Vertretung der beiden Grundherrschaft naheliegend. Die Existenz von zwei gleichzeitigen Schulzen ist jedoch nicht belegt. Möglicherweise wurde das Amt abwechselnd besetzt, wie es bei der Pfarrstelle üblich war. Die von der Bevölkerung an die jeweilige Herrschaft zu leistenden Abgaben unterschieden sich in den beiden Dorfhälften.

Obwohl die Teilung des Orts über lange Zeit durchaus von praktischer Bedeutung war, ist der Verlauf der Grenze heute nicht sicher bekannt. Wahrscheinlich ist, dass es keine klare durch den Ort verlaufende Grenze gab, sondern die einzelnen Höfe jeweils dem einen oder anderen Landesherren unterstanden. Preußen schlug 1784 eine Bereinigung der unklaren Situation vor, wozu es jedoch scheinbar nicht kam. Trotz dieser Situation bestand in Breitenfeld zeitweise eine Zollstation in der auch Wegezoll erhoben wurde. Möglicherweise bestand an dieser Station sogar eine Schranke. Eine Karte des Jahres 1794 gibt als Anmerkung zu Breitenfelde an, dass dort 13. Lünebl. 8. Altmärck. Höfe vorhanden wären und stellt die einzelnen Höfe farblich dar. Auf Karten des 18. Jahrhunderts wurde Breitenfeld im Übrigen jeweils in der Fläche als zum braunschweig-lüneburgischen Amt Klötze gehörig dargestellt, was folgerichtig erscheint, da Breitenfeld ursprünglich zur Burg Klötze gehörte und lediglich feudale Rechte an die Familie von Plate und letztendlich zur Altmark und dem späteren Preußen gelangten. Das Ende der Teilung des Ortes deutete sich dann ab dem Ende des 18. Jahrhunderts an. Immer wieder gab es Streitigkeiten zwischen Preußen und der hannoverschen Seite, zu welcher das Amt Klötze und mit ihm die Hälfte Breitenfelds als Exklave gehörte. 1791 verbot Preußen den Import von Waren aus dem Amt Klötze nach Preußen, was für große wirtschaftliche Schäden in Klötze sorgte. Während der Koalitionskriege zogen 1792 preußische Truppen auch durch das Amt Klötze. Ende Dezember 1792 erfolgte eine Einquartierung des preußischen Regiments des Hauptmann Kosel mit 126 Soldaten, 48 Trainknechten und 36 Frauen in beiden Teilen Breitenfelds. Auch 1793 kam es zu Truppenbewegungen und Einquartierungen. 1796 schloss Preußen seine Grenze und es ergab sich ein längerer Streit über Zollfragen, der erst im November 1796 beigelegt wurde. 1798 verbot Preußen den Import von weißen Bohnen und Getreide aus dem hannoverschen Gebieten. 1800 verschärfte sich die Lage nach einigen Vorfällen weiter. Einwohner des Amtes Klötze durften nur noch mit einem Pass die Grenze nach Preußen passieren. Im Jahr 1801 besetzte Preußen das Kurfürstentum Hannover. Damit kam das Amt Klötze unter preußische Kontrolle, so dass beide Teile des Dorfes faktisch von Preußen kontrolliert worden.

1803 marschierten französische Truppen in Hannover ein. Nachdem diese im September 1805 die Region wieder verließen, besetzten preußische Truppen ab November 1805 das Land. Zum 1. April 1806 wurde das gesamte Gebiet und damit auch das Amt Klötze zum preußischen Territorium erklärt. Beide Teile Breitenfelds gehörten damit zu Preußen. Diese Situation dauerte jedoch nur kurz an. Frankreich schlug Preußen im Oktober 1806 bei Jena und Auerstedt. Die Hannoverschen Gebiete wurden am 4. November 1806 zu einer Provinz Frankreichs erklärt. Nach dem Frieden von Tilsit wurden die Territorien in das neu gebildete französisch dominierte Königreich Westphalen eingegliedert, welches auch die westelbischen Gebiete Preußens umfasste. Breitenfeld war als Teil des Elbedepartment des Königreich Westphalen damit wiederum vereint. Es wurde französisches Geld und ab 1808 auch der Code Napoléon eingeführt. Alte feudale Dienstverpflichtungen wurden aufgehoben, trotzdem wurde die französische Fremdherrschaft von der Bevölkerung abgelehnt und als Belastung betrachtet.

Nach der französischen Niederlage im Russlandfeldzug von 1812 waren bereits ab Mitte März 1813 erste russische Kosaken in der Region aktiv. Sich zurückziehende napoleonische Einheiten durchquerten das Gebiet und wurden kurzzeitig einquartiert. Im Mai 1813 zogen dann die französischen Truppen ab. Der Breitenfelder Joachim Nicolaus Schmidt nahm an den Kämpfen der Jahre 1812 bis 1815 teil. Mit der Auflösung des Königreich Westphalen wurden die alten Landesgrenzen wiederhergestellt. Ab Oktober 1813 gehörte das Amt Klötze und somit die Hälfte Breitenfelds wieder zu Hannover. Die alten Gesetze wurden wieder eingeführt. Selbst die alten Zollstreitigkeiten zwischen Preußen und Hannover lebten wieder auf.

Mit der Schlussakte des Wiener Kongress vom 9. Juni 1815 einigten sich das Königreich Hannover und Preußen auf einen Gebietstausch, wonach das Amt Klötze im Austausch gegen preußische Besitzungen zum 1. Januar 1816 an Preußen fiel. Ab diesem Zeitpunkt waren beide Ortshälften wieder in einem Land vereint. Gegen den Wechsel nach Preußen setzten mehrere Bürger des Amtes Klötze eine letztlich jedoch erfolglose Petition auf, die auch von fünf Breitenfeldern unterschrieben wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde zeitweise die Colonie Eigenthum an der Straße nach Jeggau als zu Breitenfeld gehörig geführt.

Katastrophen und Epidemien Wiederholt kam es in der Region zu Ausbrüchen der Pest, die auch für Breitenfeld Auswirkungen gehabt haben dürften. Die Epidemie wird für die nähere Umgebung für die Jahre 1428, 1438, 1463/64, 1483, 1566, 1598 und 1613. Benachbarte Städte wie Klötze und Gardelegen verloren hierbei teilweise einen Großteil ihrer Bevölkerung. Für Juli 1441 wird für das Amt Klötze ein Hagelunwetter mit Hagelkörnern groß wie ein Gänseei berichtet. 1460 bestand in der Gegend eine Hungersnot infolge einer starken Preissteigerung. Infolge ungünstiger Witterungen ausbleibende oder stark verminderte Ernten hatten wiederholt schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung. 1468 war die Witterung auch im Sommer dermaßen kühl und feucht, dass das Korn nicht reifte. Auch Obst und Heu konnten kaum geerntet werden. Bäche traten über die Ufer. Der Winter brachte so viel Schnee, dass Hausdächer eingedrückt wurden. Im Jahr 1473 war der Sommer hingegen so trocken, dass Waldbrände ausbrachen und die Feldpflanzen vertrockneten. Ähnliches galt für 1480. Für dieses Jahr ist überliefert, dass die Mühle des Amtes Klötze wegen des Austrocknen des Baches nicht mehr arbeiten konnte. 1560 und 1588 kam es in Breitenfeld zu einer Überschwemmung. Im gleichen Jahr vernichtete Hagel die Breitenfelder Roggenernte. Große Ernteausfälle gab es im Bereich des Amtes Klötze auch in den Jahren 1608 und 1609. Im Juni 1610 wurde der Roggen wieder durch Hagel zerstört. Eine weitere Missernte folgte dann bereits 1613 und verursachte eine mit vielen Toten einhergehende Hungersnot sowie den Ausbruch der Pest. 1619 setzten bereits Anfang August Nachtfröste, gefolgt von einer Dürre ein. Eine erneute Hungersnot war die Folge. Im Jahr darauf sah sich das Amt Klötze veranlasst aus der Region Magdeburg geholtes Saatgut frei an die Bauern zu verteilen, um eine Wiederaufnahme der Landwirtschaft überhaupt zu ermöglichen.

Dreißigjähriger Krieg