Kaulitz ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie

Kaulitz, ein Straßendorf mit Kirche, ist entstanden aus einem nach Süden erweiterten Angerdorf. Es liegt sechs Kilometer westlich der Stadt Arendsee (Altmark) in der Altmark unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen und grenzt an das Wendland. Im Osten fließt der Mahnsteingraben, der in den Landgraben mündet. Im Süden liegt der Haltepunkt Binde-Kaulitz der Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg.

Geschichte Mittelalter bis 20. Jahrhundert Kaulitz wurde 1183 erstmals urkundlich erwähnt, als que dicitur Kaulitz, als Markgraf Otto einige Dörfer dem Nonnenkloster Arendsee überließ. Weitere Nennungen sind 1208 Koawlitz, 1309 Cowlitz, 1345 Cauwelitz. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Cauwelitz aufgeführt, es gehörte dem Kloster Arendsee. 1541 heißt der Ort Kabelitz, 1687 Kaulitz, sowie 1804 Kaulitz und Caulitz, ein Dorf mit Windmühle und Krug.

Im Norden des Dorfes lag das Vorwerk Kaulitz, kurz davor liegt der ca. 21 Meter hohe Klosterhorst. Südlich des Dorfes am Waldrand stand eine Windmühle.

In einem Waldstück in der Nähe des Ortes befindet sich das Grab eines unbekannten sowjetischen Kriegsgefangenen, der während des Zweiten Weltkrieges ein Opfer von Zwangsarbeit wurde.

Burgberg Etwa zwei Kilometer nordwestlich des Dorfes liegt eine geringe natürliche Anhöhe (20 Meter) im sumpfigen Wiesengelände, eine völlig eingeebnete „Burgstelle“ ohne Funde. Sie trägt heute den Namen „Burgberg“. In ihrer Nähe wird im Jahre 1208 eine villa slavica Burchstede genannt.

Herkunft des Ortsnamens Heinrich Sültmann deutet den Ortsnamen als wendisch, der entweder zurückgeht auf „Kawel“ für „kleine Ackerstücke“ oder „Kobyla“, „die Stute“.

Aleksander Brückner erkennt im Ortsnamen die slawische Silbe „kob-“, die als altslawisch „kobь“ für „Wahrsagung“ oder „kobyla“ für „Stute“ oder aber mit „kovalь“ für „Schmied“ übersetzt werden könnte.

Eingemeindungen Bis 1807 gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es ab 1807 bis 1813 zum Kanton Arendsee auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde in den Kreis Osterburg, den späteren Landkreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.

Am 15. Juni 1950 wurde die Gemeinde in den Landkreis Salzwedel umgegliedert. Am 25. Juli 1952 kam Kaulitz zum Kreis Salzwedel und am 1. Juli 1994 zum heutigen Altmarkkreis Salzwedel.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kaulitz am 19. Mai 2009, dass die Gemeinde Kaulitz in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kaulitz wurde Kaulitz Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark). Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kaulitz und künftige Ortsteil Kaulitz wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kaulitz wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung Dorf und Vorwerk Jahr 1734 1774 1789 1798 1801 1818 1840 1864 1871 1885 1892 1895 1900 1905 Dorf Kaulitz 183 194 186 248 238 212 268 326 314 273 292 276 255 255 Vorwerk Kaulitz 13 22 20 21

Gemeinde JahrEinwohner19102271925304193927419464661964342197129319812271985230JahrEinwohner19902171993222199525020002092006207200721620082052009223 Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006

Ortsteil JahrEinwohner201120920122082013195201419320152022016200JahrEinwohner20171822020185202118720221802023175 Quelle, wenn nicht angegeben, 2011–2017

Religion Die evangelische Kirchengemeinde Kaulitz, die früher zur Pfarrei Binde gehörte, wird heute betreut vom Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Kaulitz stammen aus dem Jahre 1826.

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.

Politik Ortsbürgermeister Uwe Lahmann ist Ortsbürgermeister der Ortschaft Kaulitz.

Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Horst Bretschneider.

Ortschaftsrat Die Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 lieferte diese Sitzverteilung (in Klammern Ergebnisse der Wahl 2019): 4 Sitze Neue Wählergemeinschaft Kaulitz (2 Sitze) 1 Sitz Einzelbewerber Tietsche-Mustroff kein Sitz: Die Linke

Gewählt wurden 2 Frauen und 3 Männer. Die Wahlbeteiligung betrug 66,67 Prozent.

Wappen Blasonierung: „Geviert von Silber und Blau; Feld 1: ein linksgekehrter roter Kuhrumpf; Feld 2: drei steigende goldene Ähren balkenweise; Feld 3: drei goldene Kugeln (2:1); Feld 4: ein roter Pferderumpf.“

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge Die Flagge der ehemaligen Gemeinde Kaulitz ist Gelb – Blau gestreift mit mittig aufgelegtem Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche in Kaulitz Die evangelische Dorfkirche Kaulitz, ein Feldsteinbau, ist in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden.

Verkehrsanbindung Die Kreisstraße K 1008 führt nach Binde.

Es verkehren Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.

Durch das Dorf führt der Fernradweg Altmarkrundkurs.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

(Jahr anklicken)

nach Ernst Haetge:

Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003

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