Das k.u.k. Infanterieregiment „Ernst Ludwig Großherzog von Hessen und bei Rhein“ Nr. 14Volkstümlich auch „die Hessen“ oder „Hessenregiment“ genannt. Nicht zu verwechseln mit dem IR Nr. 49 Graf Hess, das „Hesser-Regiment“ genannt wurde wurde 1733 unter dem Kommando von Reichsgraf Nikolaus Leopold zu Salm-Salm als Infanterieregiment Graf Salm unter Kaiser Karl VI. in Dienst gestellt. Das Regiment bestand bis 1918 im Kaisertum Österreich bzw. in der österreich-ungarischen Monarchie fort. Seinen letzten Namen erhielt das Regiment 1892. Im Jahre 1915 wurden die Zusatzbezeichnungen abgeschafft, es sollte von da an nur noch „Infanterieregiment Nr. 14“ heißen.wahrscheinlich, um alle jetzt unliebsamen Ehren-Regimentsinhaber wie z. B. den König von Montenegro, den König von Italien oder den Zaren von Russland auf diese elegante Weise loszuwerden Dies ließ sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits hatte die sparsame k.u.k. Militäradministratur verfügt, zuerst alle vorhandenen Stempel und Formulare aufzubrauchen.gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512 Im Übrigen waren auch die Kurzbezeichnungen Infanterie Hessen-Homburg, Hessen-Infanterie, Linzer Hessen oder nur die Hessen geläufig.Vgl. etwa diese zeitgenössischen Berichte: Dem Hrn. Joseph Lego, Capellmeister bei Hessen-Homburg Infanterie, … Und Hessen Infanterie, ruhmbedeckt aus den J. 1809, 1813–1815, … Bei der Division Handel erhielten Herr Oberst v. Mumb von Hessen-Infanterie …
Während des Diners concertierte die Regimentsmusik von Hessen-Infanterie am Hauptplatze.
(Gedenkfeier der Schlacht von Magenta.) […] zur Ehre der Hessen-Infanterie […] In: Tages-Post, 5. Juni 1913, S. 5 … die Oberösterreicher von Hessen-Infanterie Nr. 14 … Die Helden der … Hessen-Infanterie verewigen schöne Denkmale; …
Geschichte Aufstellung des Regiments Durch den Tod des polnischen Königs August II. im Jahre 1733 und den dadurch ausbrechenden Polnischen Erbfolgekrieg sah sich Österreich genötigt, neue Truppen aufzustellen.
Mit Patent durch Kaiser Karl VI. vom 4. November 1733 stellte der Präsident des Hofkriegsrates, Prinz Eugen von Savoyen, einen Bestallungsbrief für Truppenaushebungenauf eigene Kosten – irgendwann sollte er das Geld zurückbekommen an den Obristen und somit ersten Regimentsinhaber Nikolaus Leopold Reichsgraf von Salm aus. Er erhielt die Order ein Regiment von 2300 Mann aufzustellen. Dieses Regiment hieß, gemäß den damaligen Gepflogenheiten „Regiment Graf Salm“.
Die als Unterscheidungsmerkmal dienende AbzeichenfarbeKragen und Ärmelaufschläge war bis 1748 blau und wurde dann in schwarz geändert.Die Abzeichenfarbe wurde ausgelost.
Name und Inhaber des Regiments Im Jahr 1769 wurde die bisherige Praxis, die Regimenter nach ihrem Inhaber zu benennen, ergänzt durch eine ständige Nummerierung. Das Regiment erhielt die Nummer 14 zugewiesen.Die Regimentsnummer wurde nicht willkürlich gewählt, sondern nach dem Gesichtspunkt der Protektion vergeben. Je höher das Ansehen des jeweiligen Regimentsinhabers oder seines Protektors, desto niedriger die Regimentsnummer
Von 1769 bis zum 16. Mai 1851 trug das Regiment lediglich die Bezeichnung Infanterieregiment Nr. 14.
Am 16. Mai 1851 erhielt das Regiment durch Allerhöchste Entschließung Kaiser Franz Josephs den hessischen Großherzog Ludwig III. als neuen Inhaber. Die Großherzogin Mathilde stiftete aus diesem Anlass am 18. Juni 1851 dem mit dem I. Bataillon in der Linzer Schlosskaserne stationierten Verband ein kostbares Fahnenband.
Nach dem Tod von Großherzog Ludwig III. im Jahre 1877 verblieb die Würde des Ehrenobersten dieses Regiments bis 1918 bei seinen Nachfolgern auf dem Thron des Großherzogtums Hessen: 1877 bis 1892 war dies sein Sohn Großherzog Ludwig IV., 1892 bis 1918 Großherzog Ernst Ludwig. Inhaber 1733: Rheingraf Nikolaus Leopold zu Salm-Salm, Feldmarschall 1770: Graf Joseph Johann von Ferraris Feldmarschall-Lieutenant 1775: Freiherr Joseph Maximilian von Tillier, Feldmarschall-Lieutenant 1788: Freiherr Wilhelm von Klebeck, Feldzeugmeister 1811: Erzherzog Rudolph (ab 1819 Kardinal-Fürst von Olmütz) 1832: Franz Richter von Binnenthal, Feldzeugmeister 1840: Freiherr Johann von Hrabowsky von Hrabova, Feldmarschall-Lieutenant 1849: Freiherr Ludwig von Wohlgemuth, Feldmarschall-Lieutenant 1851: Grossherzog Ludwig III. von Hessen und bei Rhein 1877: Grossherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein 1893: Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein
Zweite Inhaber 1811–1815: Paul von Radivojevich, Feldzeugmeister 1815–1832: Franz Richter von Binnenthal, Feldzeugmeister 1851–1867: Anton von Vogl, Feldmarschall-Lieutenant 1867–1871: Freiherr Carl von Baltin, Feldzeugmeister
Regimentsgeschichte 1779–1914 Nachdem im Frieden zu Teschen im Jahre 1779, bei dem das Innviertel zu Österreich geschlagen wurde, kam das Regiment Nr. 14 zum ersten Mal nach Oberösterreich. Es wurde nach Linz und Braunau in Garnison gelegt. Linz wurde zum ersten Mal Werbe- und Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments 14.
mini|Waffenrock eines Zugsführers des InfRgt Nr. 14 1798: Bewaffnung: 17,5 mm Kommissflinte mit Steinschloss, Muster 1798. 1805 wurde das Regiment in vier Füsilier- und ein Grenadierbataillon zu je 4 Kompanien umgewandelt.Das galt für alle Infanterieregimenter 1811: Neuer Regimentsinhaber wurde Oberst Erzherzog Rudolf 1817: Garnisonierung in Oberösterreich, dann Salzburg, Brescia, Mantua, Peschiera, Klagenfurt, Padua und Wien. Anschließend bis 1821 Garnisonierung in Oberösterreich und Salzburg. Am 19. September 1841 fand auf dem Hauptplatz in Linz die Weihe der den drei Feldbataillonen und dem ersten Landwehrbataillon verliehenen neuen Fahnen statt. 1849: Adjustierung: Tschako, weißer Waffenrock, blaue Pantalons, weiße Passepoils. Normierung der Rangsterne Am 27. Mai 1859 fand in Gegenwart des Armeekommandanten Graf Gyulay die Fahnenweihe des Grenadierbataillons statt. 1860–1871: Garnisonierung in Oberösterreich u. a. in Wien, in Niederösterreich und Pressburg 1861: Weihe der Bataillonsfahne des I. Bataillons in Linz, diese war dann bis 1918 die Regimentsfahne 1867: Einführung der allgemeinen Wehrpflicht – als Ergänzungsbezirkskommando und Ersatzkader wird Linz zugewiesen 1868: Ausrüstung mit dem Einzellader System Wänzl (Lorenzgewehr aptiert), 13,9 mm. Der Waffenrock wird dunkelblau, Pantalons hellblau, Feldkappe blau 1872: Ausrüstung mit dem Einzellader System Werndl (Tabernakelverschluss), 11 mm 1872–1901: Garnison in Oberösterreich, Wien, Cattaro, Budua, Třebenice, Innsbruck, Bozen, Sillian, Franzensfeste, Cles Am 16. Mai 1876 wurde das 25-jährige Jubiläum von Großherzog Ludwig III. von Hessen als Inhaber und Namenspatron des Hessenregimentes gefeiert. Aus diesem Grund reiste eine Offiziersabordnung unter Führung des Regimentskommandanten Oberst Ludwig Edler von Cornaro nach Darmstadt, um Großherzog Ludwig III. zu beglückwünschen. 1888: Neue Bewaffnung mit dem Mannlicher Repetiergewehr M 88 – 8 mm 1908: Aufstellung der ersten Maschinengewehrabteilung (2 MG), System Schwarzlose M 07 – 8 mm 1909: II./14 auf Kriegsstand in Mostar (Bosnische Annexionskrise) MonturUniform erstmals in Hechtgrau 1910: Affäre Hofrichter – Der Oberleutnant Adolf Hofrichter wird wegen Mordes und mehrfachen Mordversuches verurteilt. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 1909 war Hofrichter Angehöriger des InfRgt 14 und in Linz stationiert.blofelds-wallace Wien 1909 – Die „Affäre Hofrichter“ 1914: Das InfRgt 14 ist eines der wenigen rein „deutschen“ Regimenter der Habsburgermonarchie. Der Anteil der Soldaten mit deutscher Muttersprache beträgt 98 %.
Organisation Garnisonen Nachdem bis 1903 lediglich das I. Bataillon in Linz stationiert gewesen war, wurde in diesem Jahr der Regimentsstab aus Bregenz ebenfalls nach Linz verlegt. 1908 führte man das komplette Regiment dann in Linz zusammen. Dazu kamen das II. Bataillon aus Innsbruck, das III. Bataillon aus Bregenz und das IV. Bataillon aus Schwaz. Genutzt wurde neben der „Schlosskaserne“ die sogenannte „Fabrikskaserne“, das Hauptgebäude der ehemaligen Wollzeugsfabrik, das 1856 zu einer Kaserne umgebaut wurde und ein Bataillon des Regiments aufnahm.
Regimentskommandanten mini|Die Stadt Linz ehrt einen der Regimentskommandanten I. II. III. 1733–1734 Obrist Nikolaus Leopold Rheingraf von Salm 1734–1738 Obrist Graf Heinrich IV. Reuß-Plauen 1739–1745 Obrist Ernst von Milner 1745–1752 Obrist Josef Kessel 1752–1758 Oberst Adam Ferdinand Freiherr Krammer von Obereck 1758–1762 Oberst Christian Freiherr von Beffendorf 1758 Oberst Maximilian Prinz zu Salm-Salm (2. Oberst) 1762–1771 Oberst Maximilian August Zorn von Plombsheim 1771–1783 Oberst Maximilian Graf Baillet de Latour 1794 Oberst Eduard Jamez 1794–1797 Oberst Franz Marquis de Lusignan 1797–1800 Oberst Franz Freiherr von Kattlinsky 1800 Oberst Karl Graf Paar 1800–1807 Oberst Franz Marziani von Sacile 1807–1809 Oberst Albert de Best 1809–1814 Oberst Martin von Steinmann 1814–1828 Oberst Joachim Ritter von Puteany 1828–1832 Oberst Ludwig Freiherr von Schönermark 1832–1838 Oberst Wenzel Eliatschek 1838–1846 Oberst Franz Ullrich von Ullrichsthal 1846–1848 Oberst Josef Bartsch 1846–1848 Oberst Anton Tauber von Taubenberg (2. Oberst) 1848–1849 Oberst Josef Tham 1849–1853 Oberst Josef Freiherr Reichlin von Meldegg 1852–1857 Oberst Erzherzog Heinrich s.k.H. (2. Oberst) 1853–1857 Oberst Josef Freiherr Jablonsky del Monte Berico 1857–1859 Oberst Ferdinand Mumb von Mühlheim 1859–1866 Oberst Adolf Schütte Freiherr von Warensberg 1866–1874 Oberst Peter Narancic 1869 Oberst Gustav Edler von Gautta (2. Oberst) 1872–1874 Oberst Hugo Ritter Taulow von Rosenthal (2. Oberst) 1874–1877 Oberst Ludwig Edler von Cornaro 1877–1879 Oberst Arnold König 1879–1880 Oberst Josef Großman von Stahlborn 1880–1883 Oberst Gustav Scharinger Ritter von Olosy 1883–1888 Oberst Karl Kostersitz 1888–1893 Oberst Oskar Negrelli Ritter von Moldelbe 1893–1898 Oberst Sigmund Klug Edler von Klugenwald 1898–1903 Oberst Wilhelm Lahausen Edler von Vivremont 1903–1908 Oberst Heinrich Polaczek 1908–1909 Oberst Johann Linhart 1909–1913 Oberst Alfred Ritter von Hinke 1912 Oberst Dioniys Rabatsch (2. Oberst) 1913–1914 Oberst Friedrich Edler von Löw 1914 Oberst Thomas Benesch 1914–1917 Oberst Richard von Vittorelli 1915–1918 Oberst Artur von Böschmann (2. Oberst) 1918 Oberst August von Ontl
Gefechte und Kampfhandlungen Vor dem Ersten Weltkrieg →Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1736–1739) 1739 – Feuertaufe der Salm-Infanterie im Gefecht bei Pancova südlich von Belgrad
→Österreichischer Erbfolgekrieg 1743 – Schlacht bei Dettingen (Main) 1746 – Gefecht an der Saar 1747 – Schlacht bei Lauffeldt; Schlacht bei Bergen op Zoom
→Siebenjähriger Krieg 1756 marschiert das Regiment von Luxemburg nach Böhmen. 1757 – Angriff auf Gabel, Angriff auf Zwittau, Kanonade bei Witzendorf, Schlacht bei Moys, Schlacht bei Kolin 1758 – Gefecht bei Zwittau 1759 – Treffen bei Saalfeld, Arrieregardegefecht über Haslau gegen Eger 1760 – Schlacht bei Landeshut, Erstürmung von Glatz 1762 – Vorpostengefecht bei Zaunhauss, Erstürmung der Redouten von Brand, Gefecht bei Freiberg
→Russisch-Österreichischer Türkenkrieg 1788 – Erstürmung von Novi an der Una. 1789 – Erstürmung von Belgrad. mini|Schlacht bei Marengo →Koalitionskriege 1792 – Gefecht bei Trier 1793 – Kapitulation von Le-Quesnoy, Gefecht bei Hesperingen, Gefecht bei Maubeuge, Schlacht bei Wattignies 1794 – Gefechte bei Beaumont, Sivry, Bousignies, Hantes, Kapitulation von Landrecies, Gefecht bei Thuin und Lobdes 1795 – Kampf um den Hartberg bei Mainz, Einschließung von Mannheim, Erstürmung des Galgenberges bei Mannheim, Gefecht bei Sankt Martin