Christoph Quest (* 8. Oktober 1940 in Berlin; † 18. Januar 2020 ebenda, deutschlandfunkkultur.de, erschienen und abgerufen am 21. Januar 2020.) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller.
Leben Ausbildung und frühe Theaterstationen Der Sohn des Schauspielers und Regisseurs Hans Quest und der Schauspielerin Charlotte Witthauer wuchs in München auf und erhielt dort seine künstlerische Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Sein erstes Theaterengagement brachte ihn nach Freiburg. Es folgten Verpflichtungen, die ihn zunächst nach Kiel und Wuppertal führten. In Berlin sahen Zuschauer ihn am Schillertheater und an der Freien Volksbühne, in Hamburg trat Quest am Thalia-Theater und am Schauspielhaus auf. Es folgten Engagements an das Schauspielhaus Düsseldorf und das Schauspielhaus Zürich. Zu seinen wichtigsten Theaterrollen zählten der Prospero in William Shakespeares Der Sturm, der Helmer in Henrik Ibsens Nora, der Konsul Bernick in Stützen der Gesellschaft desselben Autors sowie die Titelrollen in Othello, Nathan der Weise und Faust. Zu seinen Regisseuren zählten Peter Zadek, George Tabori, Jürgen Flimm und Hans Hollmann.
Opernengagements Seit 1999 trat Christoph Quest auch an der Oper auf und führte dort Regie. Einen frühen Erfolg feierte er mit dem Bassa Selim in Mozarts dreiaktigem Singspiel Die Entführung aus dem Serail. Für zwei Fernsehfassungen (2000 und 2011) nahm er diese Rolle erneut auf. An der Oper Frankfurt inszenierte er in den 2000er Jahren auch mehrfach, so etwa im März 2007 Udo Zimmermanns Weiße Rose. Operngastspiele führten Quest zur La Monnaie nach Brüssel, ans Genfer Opernhaus, an den Covent Garden nach London, an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona sowie an die Oper von Atlanta. Ein heimisches Engagement brachte Quest auch an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin.
Film- und Fernseharbeit Seit seinem Debüt mit dem kleinen Part des Offiziers von Gebsattel in der Mann-Verfilmung Wälsungenblut (1964) stand Quest auch regelmäßig vor der Kamera. Bereits im Jahr darauf trat er erstmals gemeinsam mit seinem Vater Hans auf: in Peter Schulze-Rohrs NDR-Produktion Über Deutschland. Christoph Quest spielte seitdem, vor allem für das Fernsehen, in einer Fülle von Einzelproduktionen, später, nunmehr kahlköpfig geworden, auch immer wieder gastweise in Serien. In der Serie SK Kölsch war er der Kriminalkommissar Heinrich Haupt. Neben zahllosen Nebenrollen verkörperte er 1989 mit dem Jesus in Es wäre gut, dass ein Mensch würde umbracht für das Volk auch eine seiner wenigen Hauptrollen vor der Kamera.
Weitere Aktivitäten Bereits seit frühen Jahren nahm Christoph Quest auch an zahlreichen Hörfunksendungen teil. Anfang der 1970er-Jahre hat er überdies mehrfach Filme synchronisiert.
Als Schriftsteller veröffentlichte er 1995 den Gedichtband Das Morgentor, 2009 den Erzählband Menschenkinder sowie 2012 den Gedichtband Ein Glockenton und das Theaterstück Wie ein Hauch.
Privates Aus der Ehe mit der Malerin Doris Quest hatte Christoph Quest zwei Söhne. Seit 2009 lebte er mit seiner Familie in einem nach seinen Entwürfen gestalteten Haus in Wilhelmshorst. Aus seiner vorherigen Ehe mit Frauke Quest hatte er ebenfalls zwei Söhne.
Quest starb am 18. Januar 2020 im Alter von 79 Jahren, zwei Wochen nach seiner Ehefrau Doris, in der Berliner Charité an den Folgen eines Herzleidens. Am 24. Januar 2020 wurde das Paar gemeinsam beerdigt.
Filmografie als Schauspieler beim Fernsehen, wenn nicht anders angegeben 1964: Wälsungenblut (Kino) 1965: Niemandsland 1965: Die eigenen vier Wände 1965: Über Deutschland 1969: Goya 1970: Tartuffe oder Der Betrüger 1970: Der Besuch 1972: Flint 1972: Das Klavier 1974: Hamburg Transit (eine Folge) 1974: Ein ganz perfektes Ehepaar 1975: Polly oder Die Bataille am Bluewater Creek 1975–1978: PS (mehrere Folgen) 1978: Union der festen Hand 1978: Das Wunder der Erziehung 1978: Geschichten aus der Zukunft (Fernsehserie) 1979: 1 + 1 = 3 (Kino) 1980: Sonntagskinder (Kino) 1982: Muttertreu 1983: Die Geschwister Oppermann 1983/1984: Matt in 13 Zügen (Serie) 1985: Lindhoops Frau 1986: Wanderung durch die Mark Brandenburg 1986: Väter und Söhne (Mehrteiler) 1988: Spielergeschichten (mehrere Folgen) 1988: Tatort – Spuk aus der Eiszeit 1989: Die Staatskanzlei 1991: Es wäre gut, daß ein Mensch würde umbracht für das Volk 1993: Stadtklinik (mehrere Folgen) 1995: Eine Frau wird gejagt 1995: Balko (eine Folge) 1995: Hallo, Onkel Doc! (eine Folge) 1996: SK Babies (eine Folge) 1997: Post Mortem – Der Nuttenmörder 1997–1999: Tanja (Serie) 1998: Parkhotel Stern (eine Folge) 1998: Der König: Folge Dr. med. Mord 1998: Nicht von schlechten Eltern (eine Folge) 1998, 2004: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (zwei Folgen) 1999: Rosa Roth (eine Folge) 1999: Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen – Leben und Freiheit 1999: Der Clown (eine Folge) 1999: S.O.S. Barracuda: Der Tod spielt Roulette (Fernsehfilm) 1999–2006: SK Kölsch (Serie) 2000: Gefährliche Träume – Das Geheimnis einer Frau 2000: Ben & Maria – Liebe auf den zweiten Blick 2000: Die Entführung aus dem Serail 1999–2002: Herzschlag – Das Ärzteteam Nord (42 Folgen) 2001–2006: SOKO Leipzig (drei Folgen) 2002: Tatort – Zartbitterschokolade 2002: Edgar Wallace – Die vier Gerechten 2002: Der kleine Mönch (eine Folge) 2002: Boat Trip (Kino) 2004: Edel & Starck (zwei Folgen) 2005: Im Namen des Gesetzes (eine Folge) 2006: Pfarrer Braun: Kein Sterbenswörtchen 2011: Die Entführung aus dem Serail 2011: Die Frau ohne Schatten
Hörspiele 1969: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald – Regie: Raoul Wolfgang Schnell (Hörspiel – BR/WDR) 1970: Helmut Heißenbüttel: Zwei oder drei Porträts – Regie: Heinz Hostnig (Hörspiel – BR/NDR/SR) 1978: Alfred Andersch: Die Brandung von Hossegor – Regie: Otto Düben (Hörspiel – NDR/HR/SR/WDR) 1986: Arno Schmidt: Massenbach. Historische Revue – Regie: Jörg Jannings, Hörspielbearbeitung: Erwin Neuner (Hörspiel – NDR) 2001: Detlef Bluhm: Das Geheimnis des Hofnarren – Regie: Ulrike Brinkmann (Hörspiel – DeutschlandRadio Berlin)
Weblinks
Christoph Quest Homepage
Einzelnachweise
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