Die Liste der geschützten Ensembles in Branzoll zeigt die sechs in der Gemeinde Branzoll (it. Bronzolo), Südtirol, geschützten Ensembles mit deren Einzelobjekten.comune.bronzolo.bz.it

Liste Historischer Dorfkern Der historische Dorfkern von Branzoll liegt an der südlichen Einfahrt der Reichsstraße, rund um den St.-Leonhard-Platz. Der Platz steigt leicht nach Osten an, wo er durch den bedeutendsten adligen Bau des Dorfes, das Palais Bossi-Fedrigotti, abgeschlossen wird. In der entgegengesetzten Richtung geht der Blick ungestört in die weite Landschaft, geprägt durch die mächtigen Porphyrfelsen des Mittelberges. Die heutige Platzgestaltung mit Porphyrwürfelpflasterung und neuem Kalksteinbrunnen geht auf die 1990er Jahre zurück. Die Fassaden der umliegenden Gebäude, abgesehen vom Haus Nr. 9, befinden sich in einem guten Erhaltungszustand. In der Alten-Kirchenstraße sind hingegen einige sanierungsbedürftige und halbverlassene Bauten zu verzeichnen.

FotoBestandteileBezeichnungBauparzelle / AdresseBeschreibung lt. EnsembleschutzplanSonstigesPrimäre Bestandteile 150px|zentriertweitere Bilder1St.-Leonhard-KircheBp. 1 150px|zentriertweitere Bilder2Ehemalige FriedhofskapelleBp. 3 150px|zentriertweitere Bilder3Haus KaufmannBp. 4/1 150px|zentriertweitere Bilder4Altes ZollhausBp. 11 150px|zentriertweitere Bilder5Haus Soini mit InnenhofBpn.14,5/4 - Reichsstraße 106Haus de FerrariBp. 16/1 150px|zentriertweitere Bilder7Palais Bossi-FedrigottiBp.19Sekundäre Bestandteile1 Ehem. Lager Haus Kaufmann mit InnenhofBpp. 4/1, 4612Haus St.-Leonhard-Platz Nr. 13 / Reichsstraße Nr. 8Bp. 4/23 Haus Reichsstraße Nr. 6Bp. 4/44 Ehem. Lager Haus KaufmannBp. 4/55WeingartenGp. 7/16 Häuser Reichsstraße Nrn. 9-11Bpp. 8/1/27“Brusinelli”-Häuser mit InnenhofBpp. 15/1/5/6/78 GartenGp. 15/29 Haus St.-Leonhard-Platz Nr. 2Bp. 15/810 Innenhof Haus De Ferrari mit NebengebäudenBpp. 16/2/5/6, 1711Ehemalige SeidenspinnereiBp. 16/312Haus St.-Leonhard-Platz Nr. 4/bBp. 16/413 Haus Alte-Kirchenstraße Nr. 1Bp. 1814Garten des Palais Bossi-FedrigottiGp. 1815Bauernhaus und Wirtschaftsgebäude im Garten des Palais Bossi-Fedrigotti Bp. 20/1/216 Ehemaliges WidumBp. 22/117 Haus Alte-Kirchenstraße Nr. 5Bp. 24/118 „Zur alten Kirche“Bp. 2/2119 Haus Alte-Kirchenstraße Nr. 3Bp. 24/320 Haus Reichsstraße Nr. 13Bp. 97Kleinere Objekte1BrunnenSt.-Leonhard-PlatzOktogonaler Brunnen aus Kalkstein. Eingravierte Jahreszahlen 1848 u. 19902UmfassungsmauerNord-Westseite St.-Leonhard-PlatzVerputzte Umfassungsmauer mit Mönch-und-Nonne-Ziegelabdeckung3ErkerSüd-West-Ecke des Hauses Reichsstraße Nr. 10Spätgotischer Viereckerker auf Kragsteinen 150px|zentriert4BildstockEcke Reichsstraße – EtschflösserstraßeBildstock mit Sandsteinfigur des Hl. Leonhard, 14. Jahrhundert (Kopie). Jahreszahlen 1663 und 1987 150px|zentriert5 - 6RundbogentürenWest- und Ostfassade Altes ZollhausZwei Rundbogentüren in Kalkstein. An der Westfassade Rustika-Rahmung und kunstvoll geschnitzte Renaissance-Motiven7MadonnenreliefWestfassade des Palais Bossi-FedrigottiMuttergottes mit Kind. Eingravierte Inschrift: "Ex Voto 1939-1943" 150px|zentriert8 - 9 - 10Portal mit WappenPalais Bossi-FedrigottiRustikaportal mit Wappenkartusche aus der Renaissance-Zeit. Zwei Porphyrschwellen und ein Eckstein11-12UmfassungsmauernAlte-Kirchenstraße und WidumgasseStütz- und Umfassungsmauern in teilweise verputztem Mauerwerk13GitterAlte-Kirchenstraße, Einfahrt zum Garten des Palais Bossi-FedrigottiEisengitter zwischen Porphypfeilern. Einfahrt zum Garten des Palais Bossi-Fedrigotti14Landwirtschaftliches GebäudeAlte-KirchenstraßeKleiner Bau mit Pultdach in teilweise verputztem Mauerwerk. Ehemaliger „Gemeindearrest“15PorphyrpfeilerBeim Haus Alte-Kirchenstraße 3Porphyrpfeiler mit dreieckigem Kopf

Dorfzentrum Das Dorfzentrum wird in der Regel durch die Lage der Mittelpunkte des geistlichen (die Kirche) und des zivilen (das Rathaus) Lebens der Dorfbewohner bestimmt und ist in den meisten Fällen mit dem historischen Dorfkern zu identifizieren. Nicht jedoch in Branzoll: hier hat sich das Dorfzentrum, zumindest seit dem Bau der Brennerbahn, um das alte Gasthaus „Goldenes Kreuz“ an der Kreuzung der Bahnhofstraße mit der Reichstraße verlagert. An dieser Stelle wurde erst die neue Pfarrkirche und später das moderne Rathaus gebaut. Die Bahnhofstraße bildet eine wichtige Sichtachse: durch den Engpass zwischen dem „Goldenen Kreuz“ und dem Renaissancebau des Hauses Reichsstraße Nr. 55 richtet sich der Blick symbolhaft direkt auf den Kirchturm.

FotoBestandteileBezeichnungBauparzelle / AdresseBeschreibung lt. EnsembleschutzplanSonstigesPrimäre Bestandteile1RathausBp. 65 150px|zentriertweitere Bilder2Ehemaliges Gasthaus „Goldenes Kreuz“Bp. 66/2 150px|zentriertweitere Bilder3Haus PasolliBp. 68/1 150px|zentriertweitere Bilder4Pfarrkirche zum Herzen JesuBp. 106/1Sekundäre Bestandteile1Innenhof Haus PasolliBp. 68/12StadelBp. 68/13Innenhof Reichsstraße Nr. 51Bpp. 69/1/2/3, 70/1/2/3Kleinere Objekte1BildstockBahnhofstraßeBildstock mit Marienbild2HaustürHaus Bahnhofstraße Nr. 9Kunstvoll geschnitzte Haustür mit Oberlicht und einfacher Kalksteinfassung3GedenktafelHaus Bahnhofstraße Nr. 5Gedenktafel an Pater Constantin Amort4WirtshausschildOstfassade des Goldenen KreuzesSchmiedeeisernes Schild mit vergoldetem Kreuz des Gasthauses5Sonnenuhr und WappenSüd- und Ostfassade des Goldenen KreuzesSonnenuhr und kaiserlicher Wappen (Doppeladler) mit Rötelzeichnungen (Kreuze, stilisierte Menschenfiguren)6HaustürOstfassade Haus PasolliRundbogentür in skulptierter Steinfassung aus der Renaissance-Zeit7TorbogenReichsstraße Nr. 51Einfacher Torbogen in teilweise verputztem Mauerwerk

Haus „Schwarzer Adler“ Dieses Ensemble bildet nach dem historischen Dorfkern um den St.-Leonhard-Platz und dem Dorfzentrum um das Goldene Kreuz die dritte historische Ansiedlung entlang der Reichsstraße. Sie hat sich um das historische Gasthaus „Schwarzer Adler“ entwickelt, bei einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt an der Kreuzung der Reichstraße mit der alten Wegführung, über die das Aldeiner Holz bis zum Einschiffungshafen befördert wurde. Durch die neuere Straßengestaltung mit Porphyrwürfelpflasterung und neuem Gehsteig hat sich den fast platzartigen Charakter dieser Straßenkreuzung deutlich verstärkt. Gegen Norden ist ein hochinteressanter Baukomplex bestehend aus miteinander verbundenen Höfen, Durchgängen und malerischen Ansichten zu verzeichnen. Er wird durch die Wassermauer begrenzt, die einst diesen Dorfteil vor den Überschwemmungen des Aldeiner Baches schützte.

FotoBestandteileBezeichnungBauparzelle / AdresseBeschreibung lt. EnsembleschutzplanSonstigesPrimäre Bestandteile 150px|zentriertweitere Bilder1Haus “Schwarzer Adler”Bp. 57/1Sekundäre Bestandteile1Baukomplex Reichsstraße Nrn. 50-60Bpp. 50/1, 54/1/2/3/4/5/6/72Haus Schwarz-Adler-Straße Nr. 3Bpp. 47/1/23GartenGp. 52/34Haus in der Straße Zur Lende Nr. 1Bp. 585Wohn- und landwirtschaftliches GebäudeBp. 57/2/36Verwaltungsgebäude Weingut Lentsch (ehem. Stadel)Bp. 597Haus Reichsstraße Nr. 42 (ehem. Ansetz und Keller)Bp. 608Haus Reichsstraße Nr. 40Bp. 639Haus Reichsstraße Nr. 36Bp. 64/1Kleinere Objekte150px|zentriertweitere Bilder1FreskoSüdfassade Haus „Schwarzer Adler“Barockes Fresko (Sonnenuhr, Mariahilf zwischen den Heiligen Sebastian und Florian)2PortalWestfassade Haus „Schwarzer Adler“Portal in skulptierter Steinfassung aus der Renaissance-Zeit150px|zentriertweitere Bilder3InschriftenErker Haus „Schwarzer Adler“Inschriften „Lorenzo Rosso 1557“, vermutlicher Urheber des Umbaus4HaustürSüdfassade Haus „Schwarzer Adler“Haustür in skulptierter Steinfassungaus der Renaissance-Zeit5WirtshausschildWestfassade Haus „Schwarzer Adler“Schmiedeeisernes Schild des Gasthauses „Schwarzer Adler“6PorphyrsteinBeim Haus Schwarz-Adler-Straße 3Porphyrstein mit eingraviertem Monogramm7PorphyrsteineSüd- und Westfassade Haus „Schwarzer Adler“Zwei bearbeitete Porphyrsteine als Sitzbänke8MetallplaketteWestfassade Haus „Schwarzer Adler“Metallplakette mit der Inschrift: "Südtiroler Porphyr Werke / von / Johann Lentsch / Pflastermeister / in Innsbruck"9UmfassungsmauerAm nordöstlichen Rand des EnsemblesUmfassungsmauer in teilweise verputztem Mauerwerk10PavillonIm Gutshof LentschKleiner Bau aus Holz und Ziegelmauerwerk mit Pyramidendach und Mönch-und-Nonneziegeleindeckung. An der Wetterfahne Inschrift HL 193211ZeichnungNordfassade Haus Schwarz-Adler-Straße 46Unleserliche Zeichnung auf älterer Putzschicht12Inschrift/ZeichnungNordfassade Haus Schwarz-Adler-Straße 58Zeichnung mit Inschrift FATF 1792 RC713TorgglBeim ehemaligen StadelgebäudeTorggl aus Porphyrstein14TorbotenNordeingang des Gutshofes LentschTorbogen aus Porphystein. Am Schlussstein eingravierte Jahreszahl 1948 (?)15BrunnenAm Eingang der Straße Zur LendeRechteckiger Brunnen aus Kalkstein aus dem Jahr 1980

Thomsen Von hochstammigen Bäumen flankiert, steigt die Schwarz-Adler-Straße gegen Osten bis zum Von-Ferrari-Platz hinauf und setzt sich nach der Kreuzung mit der Staatsstraße als Aldeiner Straße fort. Sämtliche Bauten und Grundstücke, sowie der Park gehörten hier einst den Von Ferrari-Thomsen, einer Familie die ihren Name besonders im 19. Jahrhundert mit der Geschichte Branzolls eng verbunden hat. Diese Zone hat – trotz der heutigen Vielfalt an Eigentümern und Zweckbestimmungen – einen einheitlichen und von anderen Dorfteilen unterschiedlichen Charakter beibehalten, den es heute zu schützen gilt.

FotoBestandteileBezeichnungBauparzelle / AdresseBeschreibung lt. EnsembleschutzplanSonstigesPrimäre Bestandteile 150px|zentriertweitere Bilder1Palais Thomsen (von Ferrari)Bp. 31Sekundäre Bestandteile1Ehemaliges Haus der Landarbeiter und StadelBp. 282Nebengebäude Palais ThomsenBpp. 31, 32/13Haus OssannaBp. 334Parkanlage Palais ThomsenGp. 375„Ochsenfeld“Gp. 50/16NeubauBp. 467Kleinere Objekte1Nische mit FreskoInnenhof Palais ThomsenStark übertünchte Landschaftsmalerei mit Figuren2BrunnenInnenhof Palais ThomsenAchteckiger Brunnen aus Trientner Marmor, errichtet 1849 150px|zentriert3ZedernPark ThomsenDrei hohe Zedern, Naturdenkmäler4GedenktafelOstfassade Haus OssannaGedenktafel an Johann Baptist von Ferrari († 1856): “Bene merenti / Joanni de Ferrari / comunitas grata / Branzoll 1858 / Non licet immemores muneris esse tui!”5WegkreuzBeim Haus OssannaWegkreuz6BrunnenVon-Ferrari-Platz Nr. 8Achteckiger Gemeindebrunnen aus Trientner Marmor, errichtet 1846

Etschhafen Die Beförderung der Waren über die Etsch hat die Wirtschaft Branzolls bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein weitgehend bestimmt. Die ausgewiesenen Objekte, so wie das kleine Freilichtmuseum beim alten Hafen, erinnern heute noch an diese nunmehr vergangene Tätigkeit.

FotoBestandteileBezeichnungBauparzelle / AdresseBeschreibung lt. EnsembleschutzplanSonstigesPrimäre Bestandteile1Alte LendeBpp. 85/1/2/3/4, 1242EtschhafenGpp. 242, 243Sekundäre Bestandteile1FreilichtmuseumGpp. 244/1/2/32Hydrometrische MessstelleGp. 2423Pfattner BrückeGp. 674/3Kleinere Objekte1PortalAlte LendePortal mit Doppelbogen aus Porphyr2PorphyrtreppeUnter der neuen WassermauerReste der alten Treppe zur Lende3MarterlAm rechten BrückenkopfMarterl aus Porphyrstein mit eingraviertem Kreuz

Steinbrüche Vom Bau der Brennerbahn bis zu den 1970er-Jahren war die Gewinnung von Porphyrstein vom Göllerberg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Branzoll. Die beeindruckenden Porphyrwände, die verlassenen Werkzeuge und die einfachen Behausungen der Arbeiter erinnern heute noch an diese vom Gemeindegebiet Branzolls verschwundene Tätigkeit.