mini|Schokoladenfabrik Hartwig & Vogel in Dresden, Freiberger Str. mini|Tell-Werbe-Schild mini|Blechei aus einem Verkaufsautomaten für Schokolade (vermutlich um 1940) mini|Aktie über 1000 RM der Hartwig & Vogel AG vom August 1942 Hartwig & Vogel (kurz Tell) war ein Unternehmen, das von 1870 bis 1948 in Dresden Süßwaren wie Schokolade, Kakao, Konfitüren und Bonbons herstellte. Die Produkte wurden in Anlehnung an Wilhelm Tell unter Tell-Chocolade Cacao vermarktet. Das berühmteste Produkt ist der Tell-Apfel (1960 bis 1969 auch Schokoapfel genannt). Weitere Marken waren Silva und Diana.
Firmengeschichte bis 1900 mini|Betriebsgelände an der Ammonstr./Freiberger Str. und Rosenstraße im Jahr 1898 Hartwig & Vogel ging aus der Zuckerwarenfabrik Friedrich Hartwig auf der Dresdner Rosenstraße hervor. In der Rosenstraße Nr. 32 begann 1870 der Aufstieg der „Cacao-, Chocoladen-, Confecturen-, Marzipan- und Waffelfabriken“ Hartwig & Vogel, als Heinrich Vogel (1844–1911)http://www.stadtwikidd.de/wiki/Heinrich_Vogel in die Conditoreiwaren-Fabrik F. HartwigAdreß- und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden für das Jahr 1869 seines Onkels Friedrich Johann Christoph Hartwig eintrat.Jochen Mueller, Dresden Bereits 1871 verarbeitete die Firma Kakao und Zucker für 300.000 Mark und hatte 100 Mitarbeiter. Im Jahr 1873 waren es 150 BeschäftigteChristoph Sandler: Handbuch der Leistungsfähigkeit der gesammten Industrie Deutschlands, Oesterreichs, Elsass-Lothringens und der Schweiz, 2. Band, Verlag von Herm. Wölfert’s Buchhandlung (1874), 2. Serie, Königreich Sachsen, S. 3 und dann 1893 etwa 1200 Mitarbeiter in den Fabriken Dresden und Bodenbach (seit 1945 Děčín).
Verkaufsautomaten 1887 wurde von Hartwig & Vogel die Aktiengesellschaft für automatischen Verkauf in Dresden gegründet. Die Verkaufsautomaten hatten Schilder „Eigentum der Hartwig & Vogel AG Abteilung Automaten Dresden“.. Im Original publiziert auf bdsi.de am 17. Dezember 2013.
Zerlegbare Tell-Gegenstände mini|Gelände der Hartwig & Vogel AG in Dresden-A, Freiberger Str. und Bodenbach um 1893 mini|hochkant|Anzeige um 1900 1928 hatte Hartwig & Vogel 21 zerlegbare Tell-Gegenstände im Sortiment. Das waren Vögel, Bären, Marienkäfer, Riesen-Erdbeeren, Mini-Ananas, Flaschen nach Vorbild von Odol, Autos und der Apfel.Ich bin schockiert – Dem Nikolaus kann geholfen werden: in der Schokoladenstadt Dresden. In: Sächsische Zeitung, 7./8. Dezember 2013, Beilage Magazin, Seite M3
Zweiter Weltkrieg Während des Zweiten Weltkriegs gab es in Deutschland einen Einfuhrstopp für Kakao. Süßwarenfabriken mussten für den Krieg produzieren. Hartwig & Vogel stellte Zünder her. Während der Bombenangriffe auf Dresden im April 1945 wurde auch das Fabrikgelände von Hartwig & Vogel schwer beschädigt.
Enteignung Am 1. Juli 1948 wurde die Hartwig & Vogel Aktiengesellschaft auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland enteignet. Damals waren 289 Mitarbeiter mit Schokoladenherstellung beschäftigt.Hauptstaatsarchiv Dresden, Signatur 11540, Nr. 278 Es gab Grundstücke in der Rosenstraße 32, in der Ammonstraße 86 und in der Freiberger Straße 25, 27 und 29.Hauptstaatsarchiv Dresden, Signatur 11548, Nr. 8
Ostdeutschland Hartwig und Vogel wurde als VEB Tell (dann Werk Tell) der VVB Süßwarenindustrie zugeordnet. Werk Tell des VVB Süßwarenindustrie wurde 1954 als Werks-Teil I dem VEB Dresdner Süßwarenfabriken „Elbflorenz“ zugeteilt. Ab 1980 war der Betriebsteil über den VEB Dresdner Süßwarenfabriken Teil des Kombinats Süßwaren. Nach der Wende wurde 1991 das Gelände an der Kreuzung Freiberger Straße/Ammonstraße von der Elbflorenz Grundstücksgesellschaft (von der Immobiliengesellschaft Büll & Liedtke übernommen) abgerissen und 1993 das Welthandelszentrum Dresden errichtet.Uwe Hessel:
Westdeutschland Die Firma Kant schloss sich 1945 mit der verbliebenen „Schokoladenfabrik Hartwig & Vogel AG“ aus Dresden zusammen. In Einbeck wurde die Kant-Hartwig-Vogel AG gegründet, die 1957 wieder verschwand.
Tell-Apfel nach 2008 Im Jahr 2008 übernahm die Firma Rübezahl in Dettingen die Marke Gubor und mit ihr den Tell-Apfel. Die 18 Stück Schokolade (1928: 20 Stück; 1961: 12 StückSchokoladenstadt Dresden: Süßigkeiten aus Elbflorenz. ISBN 978-3-943444-23-0, S. 107, 109.) gibt es 2013 in Vollmilchschokolade und Zartbitterschokolade, als Glücksapfel, als Liebesapfel und als Winterapfel, der wiederum mit Orangen-, Lebkuchen- oder Haselnussgeschmack. Der Markenschutz gilt bis zum 30. Juni 2017.
Weblinks
Bild von Werbeaufsteller Bild vom Tellapfel
Belege
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