mini|Edward Boyden beim World Economic Forum 2013 Edward „Ed“ S. Boyden III. (* 18. August 1979 in Plano, Texas) ist ein amerikanischer Neurowissenschaftler, tätig am Massachusetts Institute of Technology (MIT). auf der Website der Grete Landbeck European Brain Research Foundation: Brain Prize; abgerufen am 2. September 2019.
Leben Edward Boyden ist der Sohn eines Unternehmensberaters und einer Biochemikerin und verbrachte seine Kindheit gemeinsam mit seiner Schwester in Texas.Elizabeth Landau: Top brain scientist is ‚philosopher at heart‘ vom 4. April 2013, S. 4, auf der Website von CNN. Schon im Alter von zwölf Jahren nahm er an einem landesweiten Jugendwissenschaftswettbewerb in Texas teil und gewann den ersten Preis. In der Schule übersprang er gleich mehrere Klassen und war bereits als 14-Jähriger als Student eingeschrieben. Er studierte zunächst von 1993 bis 1995 Physik an der Texas Academy of Mathematics and Science.Lebenslauf von Edward Boyden (PDF; 0,7 MB) bei edboyden.org; abgerufen am 7. April 2018. Nach dem Erwerb des Bachelor-Grades wechselte Boyden für ein Studium der Elektrotechnik und Informatik von 1995 bis 1999 ans Massachusetts Institute of Technology. Dort erwarb er mit einer Arbeit über Quantum Computing: Theory and Implementation 1999 den Master-Titel. Hieran schloss er von 1999 bis 2005 ein Studium der Neurowissenschaften an der Stanford University an, wo er auch im Jahr 2005 mit einer Dissertationsschrift über Task-specific neural mechanisms of memory encoding promoviert wurde.
Boyden ist Fakultätsmitglied des MIT Media Lab und assoziiertes Mitglied des McGovern Institute for Brain Research.
Edward Boyden ist verheiratet mit der Neurowissenschaftlerin Xue Han, die er während seines Studiums an der Stanford University kennengelernt hatte und mit der er zwei Kinder hat.Elizabeth Landau: Top brain scientist is ‚philosopher at heart‘ vom 4. April 2013, S. 8, auf der Homepage von CNN Boyden und Han sind aber nicht nur privat ein Paar, sondern forschen und publizieren auch gemeinsam.Xue Han und Edward S. Boyden: Multiple-Color Optical Activation, Silencing, and Desynchronization of Neural Activity, with Single-Spike Temporal Resolution, in: PLOS ONE vom 21. März 2007Xue Han, Xiaofeng Quian, Patrick Stern, Amy Chuong und Edward S. Boyden: Informational Lesions: Optical Perturbation of Spike Timing and Neural Synchrony Via Microbial Opsin Gene Fusions, in: Frontiers in Molecular Neuroscience, Band 2, (2009), S. 12.Xue Han, Xiaofeng Quian, Jacob G. Bernstein, Hui-hui Zhou, Giovanni Talei Franzesi, Patrick Stern, Roderick T. Bronson, Ann M. Graybiel, Robert Desimone und Edward S. Boyden: Millisecond-Timescale Optical Control of Neural Dynamics in the Nonhuman Primate Brain, in: Neuron, Band 62, Nr. 2 (2009), S. 191–198M. M. McCarthy, C. Moore-Kochlacs, X. Gu, Edward S. Boyden, Xue Han und Nancy Kopell: Striatal origin of the pathologic beta oscillations in Parkinson's disease, in: PNAS, Band 108, Nr. 28 (2011), S. 11620–11625.
Beim 43. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums vom 23. bis 27. Januar 2013 gehörte Edward Boyden zu den offiziell eingeladenen Wissenschaftlern.Eintrag mit Kurzvita Edward Boydens auf der Website des World Economic Forum
Wirken Bekannt wurde Edward Boyden durch seine Arbeiten zur Optogenetik. Bei dieser Technologie wird ein lichtempfindlicher Ionenkanal wie etwa Channelrhodopsin (ChR2) genetisch in Neuronen modifiziert, der es erlaubt, die Neuronenaktivität durch Licht zu kontrollieren.Edward S. Boyden: The Birth of Optogenetics. An account of the path to realizing tools for controlling brain circuits with light, in: The Scientist Magazine vom 1. Juli 2011 Es gab frühere, ins Jahr 2002 datierende Bemühungen von Gero Miesenböck und Boris Zemelman, eine zielgerichtete optische Kontrolle zu erreichen, welche allerdings keinen direkt durch Licht aktivierten Ionenkanal beinhalteten.Boris V. Zemelman, Georgia A. Lee, Minna Ng und Gero Miesenböck: Selective Photostimulation of Genetically ChARGed Neurons, in: Neuron, Band 33,1, 3. Januar 2002, S. 15–22 Aber erst die 2005 von Karl Deisseroth entwickelte Methode, welche auf direkt durch Licht aktivierten Kanälen von Transportproteinen wie Channelrhodopsin basierte, erwies sich als in größerem Rahmen anwendungsfähig. In dieser Form wurde die Optogenetik von vielen Neurowissenschaftlern als Hilfswissenschaft übernommen. Man geht davon aus, dass sie auch therapeutische Anwendungsmöglichkeiten bietet. Edward Boyden begann seine Tätigkeit am MIT Media Lab im Jahr 2007. Er beschäftigt sich dort mit der Entwicklung neuer optogenetischer Werkzeuge wie auch anderer Technologien zur Handhabung der Gehirnaktivität.
Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl) 2006: der MIT Technology Review listet Boyden unter den 35 weltweit innovativsten Wissenschaftlern unter 35 Jahren 2008: das populärwissenschaftliche Magazin Discover zählt Boyden zu den 20 besten Wissenschaftlern unter 40 Jahren 2011: A. F. Harvey Engineering Research Prize der Institution of Engineering and TechnologyMo Costandi: An interview with Ed Boyden. Boyden received the inaugural A. F. Harvey Engineering Prize for his contribution to the development of optogenetics, in: The Guardian vom 23. Juni 2012 2011: Perl-UNC Neuroscience PrizeListe der Preisträger auf der Website des UNC Neuroscience Center 2013: Brain Prize 2013: Gabbay Award 2015: BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award 2016: Breakthrough Prize in Life Sciences 2017: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 2018: Canada Gairdner International Award 2019: Rumford-Preis 2019: Mitglied der National Academy of Sciences 2019: Warren Alpert Foundation Prize 2020: Croonian Lecture 2020: Wilhelm-Exner-Medaille
Schriften (Auswahl) mit T. Knopfel (Hrsg.): Optogenetics: Tools for Controlling and Monitoring Neuronal Activity (= Progress in Brain Research. Band 196). Elsevier, Amsterdam 2012, ISBN 978-0-444-59426-6. E. Boyden, F. Zhang, E. Bamberg et al.: Millisecond-timescale, genetically targeted optical control of neural activity. In: Nat Neurosci. Band 8, 2005, S. 1263–1268. doi:10.1038/nn1525.
Weblinks
Lebenslauf von Edward Boyden (PDF; 0,7 MB) Kurzbiographie auf der Website der Grete Lundbeck European Brain Research Foundation: The Brain Prize Kurzporträt auf der Website der Synthetic Neurobiology Group Edward Boydens persönliche Homepage Boyden lab page at MIT Media Lab McGovern Institute for Brain Research Ed Boyden: A light switch for neurons at TED Elizabeth Landau: Top brain scientist is ‚philosopher at heart‘, auf der Homepage von CNN vom 4. April 2013
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Massachusetts Institute of Technology) Kategorie:Neurophysiologe Kategorie:Molekularbiologe Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Träger des Canada Gairdner International Award Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Mann